Schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine häufig auftretende Atmungsstörung, die zahlreiche Beschwerden hervorrufen kann; alle Menschen können davon betroffen sein: Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen.
Formen der Schlafapnoe

Schlafapnoe lässt sich in drei Formen unterteilen:

Lunge,Apnoe

  1. Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS): Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form der Schlafapnoen.
    Während des Schlafs erschlafft die Muskulatur in Hals und Rachen. Dadurch verschließen sich die Luftwege und der Schlafende macht häufige Atempausen.
  2. Zentrale Schlafapnoe: Diese Form tritt auf, wenn das Gehirn keine Signale zum Luftholen an die Atemmuskulatur aussendet – es finden also keine Atembewegungen statt.
    Als Folge entsteht eine Reihe von Atempausen während des Schlafs.
  3. Gemische Apnoe: Dies ist eine Mischform von obstruktiver und zentraler Apnoe.
    Die Ursachen sind:
  • Behinderung der Atemwege
  • Fehlfunktion im Zentralnervensystem

 

Ursachen für Schlafapnoe

Übergewicht (Adipositas)
Ein Übermaß an Fett in den Lungen behindert den Durchfluss der Luft und kann außerdem zum Zusammenfallen der Atemwege führen.


Saurer Rückfluss
Wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, nimmt das dort befindliche Gewebe Schaden.
Bei Verschlimmerung des Zustands können auch die Gewebestrukturen der Stimmbänder beschädigt werden.
Bei chronischem gastroösophagealem Reflux können sich im Halsinneren Narben bilden, die die Luftwege verengen und möglicherweise eine Schlafapnoe verursachen.

Asthma
Asthma kann die Atemwege im Schlaf behindern und somit Atempausen hervorrufen.
Auch andere Allergien können während des Schlafs eine Entzündung im Hals verursachen.
Schnupfen und eine verstopfte Nase können die Erkrankung verschlimmern.

Anatomische Auffälligkeiten
Die Atemwege können aufgrund verschiedener Faktoren behindert sein; dazu gehören:

  • nasale Obstruktion
  • Kieferform
  • großer Hals
  • große Zunge
  • vergrößerte Mandeln (Tonsillen)
  • enge Luftröhre

Ungesunder Lebensstil
Rauchen und Alkoholkonsum führen zu einer Erschlaffung der Muskeln im Hals, wodurch die nächtliche Atmung behindert wird.
Gastroösophagealer Reflux und Sodbrennen können Schlafapnoe verursachen.
Drogen- und Tablettenmissbrauch kann zu zentraler Schlafapnoe führen.

 

Zeichen einer Schlafapnoe


Wer an Schlafapnoe leidet, schnarcht.
Die Schnarchgeräusche können sehr laut sein, vor allem bei obstruktiver Schlafapnoe.
Weitere Symptome sind:

  • Prusten und Schnauben im Schlaf
  • keuchender Schlaf
  • Erstickung
  • lange Atemaussetzer

Symptome
Die Sauerstoffmenge, die das Gehirn erreicht, nimmt durch die Atempausen ab.
Die Symptome der Schlafapnoe sind:

  1. Konzentrationsstörungen
  2. Schlafstörungen
  3. Gedächtnisstörungen
  4. Abgeschlagenheit
  5. Tagesmüdigkeit
  6. Kopfschmerzen
  7. Häufige Nickerchen
  8. Reizbarkeit
  9. schlechte Laune
  10. Bluthochdruck
  11. depressive Verstimmung
  12. Herzrasen (bei Wiedereinsetzen der Atmung)
  13. häufiges Aufstehen wegen erhöhtem Harndrang in der Nacht
  14. Persönlichkeitswandel
  15. Schnarchen
  16. Mundatmung
  17. Nnächtliches Schwitzen
  18. Angstzustände
  19. Albträume
  20. erhöhtes Tumorrisiko
  21. Mundtrockenheit beim Erwachen
  22. Vergesslichkeit

Die Dauer der Erkrankung richtet sich nach der Behandlung, denn von allein heilt sie nicht.

 

Schlafapnoe und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Hierbei handelt es sich um eine Angststörung, die Personen entwickeln können, die in der Vergangenheit ein traumatisches Ereignis körperlicher oder psychischer Art erlebt haben. Jedes traumatische Erlebnis, das Todesangst mit sich bringt, oder Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren, kommt als Auslöser für die PTBS infrage.

Studien zeigen, dass Personen, die von einer Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind, häufig auch an Schlafapnoe oder flacher nächtlicher Atmung leiden.
Stress kann sich auf die Atmungsmechanismen auswirken und diese Unregelmäßigkeiten bei der Atmung können den Schlaf stören.
Der Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und PTBS wird hauptsächlich den ständig wiederkehrenden Erinnerungen oder Albträumen zugesprochen.
Tatsächlich können die durch zentrale Schlafapnoe hervorgerufenen Atemunregelmäßigkeiten gehäuft auftreten, wenn der Patient das traumatische Erlebnis während des REM- oder Traumschlafs erneut durchlebt.
Albträume können die Atmung beschleunigen, die Patenten sind beim Aufwachen zuweilen ganz außer Atem.

 

Lungenbläschen,Obstruktion,LungeSchlafapnoe bei Kindern

Ursachen und Symptome

Die häufigste Ursache für Atemaussetzer im kindlichen Schlaf sind geschwollene oder vergrößerte Rachenmandeln (Polypen) und Gaumenmandeln (Tonsillen).
In der Regel behindern sie die Atemwege, wenn das Kind schläft.
Da die Atemwege von Kindern enger sind als die von Erwachsenen, kann diese Erkrankung schon durch eine leichte Schwellung hervorgerufen werden.

Hals-Tumoren können Schlafapnoe verursachen.
Vor allem nachts im Schlaf entspannen sich die Muskeln des Kindes und die Atemwege werden durch den Tumor versperrt.

Kindliches Übergewicht mit einer übermäßigen Menge an Fett im Brustbereich führt zu einer Verengung der Atemwege und kann Schlafapnoe hervorrufen.

Eine Unterentwicklung des kindlichen Gehirns kann die nächtliche Atmung beeinflussen.

 

Symptome der Schlafapnoe bei Kindern

Das häufigste Symptom ist das Schnarchen.
Der Schlaf des Kindes kann unruhig und wenig erholsam sein.
Schlafstörungen und nächtliches Bettnässen stehen in engem Zusammenhang.
Ein Kind mit Schlafapnoe hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, diese Störung zu entwickeln als andere Kinder.
Das Kind kann an Tagesmüdigkeit leiden, sowie an:

  • Verhaltensveränderungen
  • Konzentrationsmangel
  • Reizbarkeit
  • Aggressivität

 

Was sind die Risiken und Folgen der Schlafapnoe

  1. Erhöhte Gefahr für Verkehrsunfälle durch die Tagesmüdigkeit
  2. Erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen, wie Embolien (mögliche Ursache eines Schlaganfalls), Bluthochdruck, Herzinfarkt, Vorhofflimmern und Herzschwäche
  3. Konzentrations- und Gedächtnisschwäche durch die verminderte Sauerstoffversorgung des Gehirns
  4. Impotenz durch Sauerstoffmangel (Hypoxie), in den Testosteron-produzierenden Zellen.
  5. Zu den Gefahren der Schlafapnoe gehört ein erhöhtes Risiko für Schwangere, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.

 

Diagnose

Der Facharzt für diese Störung ist der Pneumologe.
Er untersucht die Krankengeschichte und fragt den Partner des Patienten, ob dieser schnarcht oder ob nächtliche Atempausen auftreten.
Das zweckmäßigste Messverfahren ist die Polysomnographie; diese Untersuchung umfasst:

  1. Aufzeichnung der nächtlichen Atemaussetzer
  2. Bestimmung der Schlafapnoe-Form (zentral, obstruktiv, gemischt)
  3. Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut
  4. Erfassung von Rhythmusstörungen

 

COPD,Bronchitis,chronisch,obstruktiv

 

Was tun? Die Behandlung

Geräte gegen Schlafapnoe
Ein Mundstück kann helfen, diese Krankheit in den Griff zu bekommen oder die Symptome deutlich zu reduzieren.
Es handelt sich dabei um eine Zahnschiene aus Kunststoff, die im Mund befestigt wird.
Das Mundstück schiebt den Unterkiefer allmählich nach vorn und hebt das Gaumensegel an.
Auf diese Weise werden die Atemwege offen gehalten und ein ausreichender Luftstrom erreicht die Lungen.
Das Mundstück wird auch gegen das Schnarchen verwendet.

  1. Mundstück ähnlich einer Sauerstoffmaske
    Diese Vorrichtung ist die beste Alternative zur CPAP-Beatmung (CPAP steht für „continuous positive airway pressure“, auf Deutsch: „kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck“).
    Es ist eine wirksame, bequeme und billige Vorrichtung.
    Wer daran interessiert ist, kann sich an einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden wenden, damit das Mundstück individuell angefertigt werden kann; es ist jedoch auch fertig erhältlich.
    Man kann in jeder beliebigen Position schlafen, man kann trinken und sprechen.
  2. Unterkieferprotrusionsschiene
    Die Unterkieferprotrusionsschiene ist sehr wirksam zur Behandlung von Krankheiten, die Schlafstörungen und Schnarchen hervorrufen.
    Der Unterkiefer wird nach vorn geschoben und die Zunge daran gehindert, in den Rachen zu fallen.

Mechanische Vorrichtungen. Es gibt verschiedene Vorrichtungen und Atemmaschinen, die helfen, die Atemwege während des Schlafs offen zu halten.
Die gängigste Methode ist die CPAP-Atemmaske (Continuous Positive Airway Pressure), die beim Schlafen angelegt werden muss.
Diese Atemmaske erhöht den Luftdruck in der Nase, um das Zusammenfallen und die Versperrung der Luftwege zu verhindern.
Die Atemmaske wird vor dem Einschlafen angelegt und die ganze Nacht getragen.

Neben der CPAP-Methode gibt es auch noch andere Vorrichtungen, die den Luftdruck während des Schlafs regulieren.
Manchen Patienten könnte das Tragen der Atemmaske Schwierigkeiten bereiten.

Medikamente: Auch wenn Medikamente das Problem nicht lösen können, helfen sie doch die Symptome der Schlafapnoe zu lindern. Manche Arzneimittel können starke Nebenwirkungen mit sich bringen.
Gegen die Tagesmüdigkeit verschreiben die Ärzte oft Aufputschmittel wie Modafinil (Vigil).

Gaumenoperation: Wenn das Problem der Schlafapnoe im weichen Gaumen liegt, ist die Chirurgie die erfolgreichste Behandlungsmaßnahme.
Bei einem minimal-invasiven Eingriff wird ein Teil des Gaumenzäpfchens und des Gaumensegels (weicher Gaumen) entfernt.
Diese Methode kann erfolgreich zur Minderung des Schnarchens und anderer Atmungsbeschwerden eingesetzt werden.
Man kann heute Gaumenzäpfchen und Gaumen auch mit Hilfe eines Lasers modellieren (Uvulopalatopharyngoplastik – UPPP); der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie.

Kieferoperation: Dieser Eingriff wird bei Patienten angewandt, die eine eigentümliche Form des Ober- und Unterkiefers aufweisen, welche die Behinderung der Atemwege verstärkt.
Der Chirurg korrigiert die Position des Kiefers, um das Problem zu lösen.

Luftröhrenschnitt (Tracheostomie): Bei diesem Eingriff führt der Chirurg mit Hilfe eines kleinen Schnittes einen kleinen Schlauch in den Hals ein.
Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt, während der Patient schläft.
Der Schlauch wird als Hilfsmittel zur Atmung verwendet, indem die versperrten Atemwege umgangen werden.
Ein Luftröhrenschnitt bringt verschiedene langfristige Komplikationen mit sich, dazu gehören Sprachprobleme und Lungeninfektionen.

 

Natürliche Heilmittel und Behandlungsmethoden

Auch wenn einige alternative Methoden zur Kontrolle der Schlafapnoe durchaus hilfreich sind, haben sie bisher keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit.
Übergewicht sollte durch regelmäßige sportliche Aktivitäten und eine angemessene Ernährung abgebaut werden; Süßigkeiten und Lebensmittel, die Allergien auslösen, sind zu vermeiden.
Atemübungen sind hilfreich, z.B. Pranayama – eine Yogatechnik.

Eisenkraut ist eine Heilpflanze, die in manchen Fällen wirksam gegen die Krankheit eingesetzt werden kann.
Personen, die ein psychisches Trauma erlitten haben, können eine Schlafapnoe entwickeln und die beruhigende Wirkung des Eisenkrauts hilft beim Schlafen.

Auch eine Stärkung der Muskulatur des Mundes und des Halses kann die Behinderung der Atemwege verhindern, die die Schlafapnoe hervorruft.
Hilfreich ist Gesangsunterricht oder das regelmäßige Musizieren mit Blasinstrumenten.

Zu den Selbsthilfemaßnahmen gehören:

  1. Körpergewicht reduzieren.
  2. Verzicht auf Nikotin und Alkohol.
  3. Dafür sorgen, dass die Nase vor dem Schlafengehen frei ist, man kann beispielswiese Dampf inhalieren.
  4. Die Rückenlage begünstigt die Beschwerden, weil sich die Muskulatur des Gaumens und Rachens entspannt und die Zunge nach hinten fällt. Deshalb vorzugsweise in Seitenlage schlafen.