Schmerzen während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können Schmerzen an verschiedenen Körperstellen auftreten.

In manchen Fällen sind sie den Menstruationsschmerzen beim normalen Zyklus ähnlich:

  • Kopfschmerzen,
  • Bauchkrämpfe,
  • Bauchschmerzen usw.

 

 

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen treten während der Schwangerschaft häufig auf.
Bevor ein Medikament dagegen genommen wird, muss der Arzt gefragt werden, ob es sicher ist, dass dem Kind damit nicht geschadet wird.
Anstelle des Medikamentes können beruhigende Techniken helfen.
Kopfschmerz kann ein Zeichen für eine Präeklampsie oder Gestose (hoher Blutdruck während der Schwangerschaft) sein.
Verschlimmert sich der Schmerz und vergeht nicht nach der Einnahme von Paracetamol, besonders gegen Ende der Schwangerschaft, muss der Arzt darüber informiert werden.

 

Taubheitsgefühl und Kribbeln

Wenn der Uterus wächst, kann er auf Nerven in den Beinen drücken.
Das kann zu Taubheitsgefühl und Kribbeln in Beinen und Füßen führen.
Das ist normal und vergeht nach der Entbindung (es können danach noch zwei Wochen oder ein paar Monate vergehen).
Man kann auch ein Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Fingern verspüren.
Das Kribbeln in den Händen kann auch ein Symptom des Karpaltunnelsyndroms sein, das durch die Schwangerschaft induziert ist.
Oftmals spürt man es :

  • nachts,
  • beim Erwachen.

Wenn die Frau Beschwerden hat, kann sie während der Nacht eine Bandage anlegen.

 


Rückenschmerzen

Kreuzschmerzen sind in der Schwangerschaft recht häufig. Manchen Frauen gelingt es während der letzten Monate nicht, vom Bett aufzustehen.
Rückenschmerzen im unteren Bereich können zwischen dem fünften und sechsten Monat auftreten und über Wochen und Monate anhalten.
Kreuzschmerzen können leicht oder sehr stark sein, auch wenn sie muskulär bedingt sind.
Die mögliche Schmerzzone lieg:

  • im Zentrum des Rückens,
  • an der rechten Seite ,
  • an der linken Seite.

Um Lenden- und Kreuzbeinschmerzen zu vermeiden oder zu verringern, sollte man:

  • eine korrekte Körperhaltung gegen Rückenschmerzen einnehmen;
  • nicht zu flache oder zu hohe Schuhe tragen;
  • auf der Seite schlafen und ein Kissen zwischen die Beine legen;
  • auf einem Stuhl mit guter Stütze sitzen.
  • nicht zu lange stehen.
  • beim Aufheben von Gegenständen die Knie beugen.
  • keine schweren Gegenstände anheben.
  • die schmerzenden Stellen des Rückens heiß behandeln.
  • die schmerzenden Bereiche des Rückens massieren.
  • Übungen, die der Arzt empfohlen hat, durchführen.

 

Schmerzen an den Beinen


Das zunehmende Körpergewicht während der Schwangerschaft kann Muskelschmerzen an den Beinen verursachen, besonders bei bevorstehenden Zwillingsgeburten.
Der Körper produziert Hormone (Progesteron und Relaxin), die die Bänder im Körper lockern und für die Geburt vorbereiten. Die gelockerten Bänder können sich leicht verletzen, am häufigsten am Rücken. Deshalb ist es wichtig, beim Anheben von schweren Gegenständen und beim Durchführen von Übungen vorsichtig zu sein.
Krämpfe an den Beinen sind in den letzten Schwangerschaftsmonaten häufig und werden hauptsächlich verursacht durch:

  • verlangsamten Blutkreislauf,
  • schlechte Ernährung.

Wichtig ist, Muskeln während der Krämpfe nicht zu dehnen, denn das könnte zu plötzlicher reflexartiger Verschlimmerung der Kontraktur führen.
Empfohlen wird:

  • Positionierung des Beins in Dehnungsgegenrichtung,
  • Massage des Muskels.

Darauf achten, wenn Schmerzen und Schwellungen nur ein Bein betreffen und nicht auch das andere.
Dieses kann ein Anzeichen für ein Blutgerinnsel sein (tiefe Venenthrombose).

 

Schmerzen des Ligamentum rotundum während der Schwangerschaft

Manchmal schmerzt der Bauch. Ist das normal?
Ja. Unterleibsschmerzen sind normal, da sich der Bauch erweitert, während sich die Gebärmutter dehnt.

Hormone verändern die die Gebärmutter stützenden Muskeln und Bänder (Bindegewebe), um sie weicher und geschmeidiger zu machen.
Dies verursacht Schmerzen auf Höhe des Unterleibs, die Mutterbandschmerzen genannt werden.

Vermutlich empfindet man einen Schmerz, wenn:

  • man sich aus dem Bett erhebt oder von einem Stuhl aufsteht,
  • man hustet,
  • zur Toilette geht.

Den Schmerz verspürt man auch, wenn sich in den letzten Schwangerschaftsmonaten der Kopf des Kindes bewegt.
Man geht davon aus, dass der Schmerz bei nachfolgenden Schwangerschaften häufiger ist, weil die Beckenbodenmuskulatur an Tonus verloren haben und stärker unter dem Druck der Gebärmutter leiden.

 

Dysfunktion der Beckensymphyse

Bei einer Dysfunktion der Beckensymphyse (oder Pubalgie in der Schwangerschaft) äußert sich ein Schmerz in der Becken- und Leistengegend. Der Schmerz kann in der Gesäßmuskulatur konzentriert sein oder längs des Beines hinunterziehen. Deshalb wird er oft mit einem Ischiasschmerz verwechselt.
Die Beckensymphyse ist eine Gelenkverbindung, die sich zwischen den Bauchmuskeln und den Genitalorganen befindet.
Die Dysfunktion der Beckensymphyse wird schlimmer beim:

  • Gehen,
  • Treppensteigen,
  • Wechsel der Schlafposition.

Sie kann auch abends und nachts Beschwerden bereiten, doch das hängt von den Aktivitäten des Vortages ab.
Dieser Schmerz ist ab dem sechsten Monat und gegen Ende der Schwangerschaft häufiger, als in den ersten Monaten.
Der Schmerz kann von leicht zu schwer variieren, die Patientin kann beim Aufstehen Hilfe benötigen.

Ursachen für die Dysfunktion der Beckensymphyse
Verschiedene Faktoren können zur Dysfunktion der Beckensymphyse führen.

  • Die Beckengelenke sind durch Bänder stabilisiert und bewegen sich nur wenig.
    Während der Schwangerschaft jedoch werden die Bänder flexibler und dehnen sich leichter. Somit bewegen sich die Gelenke mehr.
    Die Folge ist eine Instabilität des Beckens.
  • Zusätzlich können Haltungsveränderungen, die durch die Ausdehnung des Bauches verursacht sind, zu einer erhöhten Beweglichkeit der Gelenke gegeneinander führen.

Das ist eine zusätzliche Belastung für die Gelenke.
Die Folge sind:

  • Gelenkentzündungen,
  • Beschwerden,
  • Schmerzen.

Was kann man tun?

  • Es kann eine Schwangerschaftsbandage empfohlen werden, die häufig eine sofortige Linderung der Beschwerden bewirkt.
  • Man kann den Physiotherapeuten bitten, die besten Möglichkeiten zur Ausübung der alltäglichen Aktivitäten zu zeigen, um Schmerzen zu vermeiden, zum Beispiel wie man sich aus dem Bett erheben soll.

Zu den empfohlenen Übungen gehören:

  • die zur Stärkung der Bauchmuskulatur,
  • die Übungen nach Kegel,
  • pränatale Wasseraerobic.

Vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Schmerz verursachende Tätigkeiten unterlassen,
  • schweres Heben vermeiden,
  • beim Stehen das Gewicht nicht auf ein Bein verlagern,
  • auf der linken Seites schlafen, mit einem Kissen zwischen den Beinen,
  • in Bewegung bleiben,
  • genügend Ruhezeiten einhalten.

Wann müssen Schmerzen im ersten Trimester beunruhigen?

Gewöhnlich müssen in den ersten Schwangerschaftsmonaten leichte Schmerzen nicht beunruhigen.
In der Regel treten außerdem auf:

  • Völlegefühl,
  • Brustschmerzen und –schwellung,
  • leichte Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib,
  • leichter Ausfluss.

Diese Symptome sind physiologisch und durch die hormonelle Veränderung und der Einnistung des Embryos bedingt.

Doch wenn andere Symptome auftreten, kann es erforderlich sein, einen Arzt aufzusuchen.

Wer eine Rückwärtsneigung der Gebärmutter hat, leidet nicht mehr als andere Frauen, denn tatsächlich bewirkt nach dem dritten Schwangerschaftsmonat das Gewicht des Kindes in der Regel eine Vorwärtslagerung der Gebärmutter und damit gelangt diese wieder in ihre natürliche Position.

Bleibt die Gebärmutter nach hinten geneigt, können Komplikationen auftreten, wie Harnverhaltung

Früher Spontanabort
Leider kommt es in den ersten 12 Schwangerschaftswochen häufig zu einem frühen Spontanabort.
Es gibt viele mögliche Ursachen für eine Fehlgeburt:

  • In Verbindung mit dem Embryo: das Kind hat sich nicht korrekt entwickelt.
  • In Verbindung mit dem Mutter, darunter:
    • Krankheiten (z.B. Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Fibromatose der Gebärmutter)
    • Nikotinsucht
    • Alkoholmissbrauch
    • Aussetzung gegenüber toxischer Substanzen (Benzol, Formaldehyd usw.)

Man bemerkt:

  • Krämpfe,
  • Blutungen,
  • Schmerzen im Unterbauch.

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Eine extrauterine Schwangerschaft entwickelt sich außerhalb der Gebärmutter.
Leider kann eine solche Schwangerschaft nicht ausgetragen werden und könnte die Frau in Lebensgefahr bringen.
Es handelt sich hierbei um eine schwerwiegende Störung, bei der eine sofortige Therapie erforderlich ist.
Mehr als ein Prozent der Schwangerschaften in Europa sind extrauterine Schwangerschaften.

Zu Beginn können auftreten:

  • Übellkeit,
  • Bauchschmerzen.

Später ähneln die Symptome denen einer Fehlgeburt:

  • Schmerzhafte Krämpfe mit Taubheitsgefühl, das gewöhnlich auf einer Seite beginnt und sich im Bauch ausbreitet.
  • Dunkles und wässriges Blut.
  • Schmerzen wie bei einer Nieren- oder Darmkolik.

In der Regel geschieht dies zwischen der vierten/fünften und der zehnten Schwangerschaftswoche.

 

Wann müssen Bauchschmerzen im zweiten Trimester beunruhigen?

Bauchschmerzen im zweiten Schwangerschaftsdrittel müssen nicht beunruhigen.

Zwischen der 12. und 24. Schwangerschaftswoche ist die Wahrscheinlichkeit eines späten Spontanaborts gering (1 %).

Man muss bedenken, dass ein später Abort sehr viel seltener erfolgt, als ein früher Abort.

Im Falle eines späten Abortes treten auf:

  • intensive und wiederholte, wehenähnliche Krämpfe,
  • starker Blutverlust.

Beobachtet man Ausfluss oder vaginale Blutungen, muss der Arzt oder die Hebamme benachrichtigt werden.

Wann muss man Sorge bei Bauchschmerzen im dritten Trimester haben?

Ab dem dritten Trimester können Bauchschmerzen das Symptom einer vorzeitigen Geburt sein.

Im Falle einer Frühgeburt bestehen:

  • Schmerzen im Beckenbereich oder im Unterbauch,
  • Rückenschmerzen,
  • regelmäßige und immer häufiger aufeinanderfolgende Bauchkrämpfe,
  • Durchfall.

Auftreten können:

  • Fruchtblasenruptur,
  • regelmäßige Wehe,
  • Gebärmutteröffnung auch ohne Schmerzen.

Dies kann jederzeit zwischen der 24. und der 37. Schwangerschaftswoche geschehen.

Krämpfe nach der 37. Woche können darauf hinweisen, dass die erste Phase der Geburt eingeleitet wird.
Man kann auch fortgesetzte Rückenschmerzen verspüren, verursacht durch den zunehmenden Druck auf das Becken.

 

Therapie und Naturheilmittel bei Schmerzen in der Schwangerschaft

Natürliche Ernährung und Diät

In der Schwangerschaft ist eine gesunde Ernährung unerlässlich, denn sie kann helfen vorzubeugen:

  • Komplikationen
  • Entzündungen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen

Es gibt zwei Arten von natürlicher Ernährung, die Gesundheitsproblemen vorbeugen können:

  • Vegane Diät/Rohkost – nach dieser Ernährungstheorie ist es von grundlegender Bedeutung, nur Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs zu sich zu nehmen und auf transformierte, konservierte Lebensmittel und Getreide zu verzichten.
    Viele Menschen denken, dass eine vegane Diät keine Proteine enthält, aber Hülsenfrüchte und Schalenfrüchte (Walnüsse, Erdnüsse, Mandeln usw.) sind reich an Proteinen.
  • Blutgruppendiät, die der Steinzeit-Ernährung (Paleo-Diät) ähnelt, denn sie erlaubt den Verzehr von natürlichen und in der Natur vorkommenden Lebensmitteln. Es sind Nahrungsmittel, die der Mensch bereits in der Steinzeit aß, bis zur Geburt der Nahrungsmittelindustrie.

 

Übungen
Eine regelmäßige körperliche Aktivität kann die Wehentätigkeit verkürzen und die nachgeburtliche Erholung beschleunigen.

Eine Grundfitness zu erhalten ist gut, doch eine Schwangerschaft ist nicht die angemessene Zeit, um ein intensives Training oder eine Gewichtsabnahme anzustreben.

Leichte Übungen gleichen die hormonellen Veränderungen aus, die die Gelenke schwächen.
Während der Schwangerschaft sezerniert der Körper Relaxin, das die Dehnung des Geburtskanals begünstigt. Doch es verursacht auch eine Überelastizität aller anderen Gelenke.

Empfohlen sind Kräftigungsübungen, die die Gelenke stabilisieren und Muskelzerrungen verhindern.
Aerobe Übungen helfen, Fette zu verbrennen und die Gewichtszunahme auf 10-15 kg zu begrenzen.

Nach dem ersten Trimester wird davon abgeraten, beim Aufstehen aus dem Bett die Bauchmuskulatur anzustrengen, vor allem nicht bei Frauen, die das Risiko einer Frühgeburt befürchten müssen.
Es ist besser, sich vor dem Aufstehen erst auf eine Seite zu legen.

Naturheilmittel zur Linderung von Bauchschmerzen

Hinsetzen und Ausruhen
Bequemes Entspannen dürfte helfen.
Wenn die sitzende Position den Schmerz verschlimmert, kann man eine Ruhestellung auf Händen und Füßen (vierbeinig) oder auf dem Rücken liegend versuchen.

Die Bewegung vom Sitzen zum Stehen sollte langsam und schonend erfolgen.
Langsames Erheben lässt den Muskeln Zeit, sich dem Positionswechsel anzupassen.

Manchmal kann eine Bandage oder eine speziell für die Schwangerschaft entwickelte elastische Bauchbinde helfen.
Eine Schwangerschaftsbandage trägt einen Teil des Kindsgewichts und entlastet die Bauchmuskeln.
Hebamme und Physiotherapeut können nützliche Ratschläge geben.

Schmerzen während der Schwangerschaft ultima modifica: 2015-07-13T11:23:28+00:00 da daggy