Hühnerauge oder Clavus und Hornschwielen

Hühneraugen (Clavi) und Hornschwielen sind unangenehme und manchmal schmerzhafte Hyperkeratosen (übermäßige Verhornung), die sich durch exzessiven Druck auf der Haut bilden.

 

Unterschied zwischen Hühneraugen und Hornschwielen

Im Allgemeinen bilden sich Hornschwielen (Tylome) an:

  • Händen,
  • Füßen.

Das Schwieleninnere kann weich oder hart sein.

  • Harte Hornschwielen sind häufig, sie sind von kleiner Dimension und treten in der Regel in knochennahen Bereichen des Fußes über der vierten und fünften Zehe auf. Sie können auch an den Händen vorkommen.
  • Weiche Hornschwielen sind von weißlicher Farbe und gummiartiger Konsistenz. Gewöhnlich befinden sie sich zwischen den Zehen (Interdigitalbereich), dort, wo die Haut feucht und verschwitzt ist. In diesem Ambiente bleibt die Schwiele weich.
Hornschwielen,Hände

Hornschwielen

Hornschwielen sind:

  • gelb,
  • hell.

Sie haben eine runde Form und beim Betasten spürt man sie als umschriebene Verdickungen.
Die Hornschwiele ist verdickt und weniger berührungsempfindlich als die umgebende Haut.

Hühneraugen bilden sich auf der Fußsohle, nahe den Köpfchen der Mittelfußknochen, oder oben am Fuß auf dem Zehenrücken oder zwischen den Zehen.
Sie entstehen durch chronischen Druck auf knochennahe Haut und sind die bekannteste Form der Hornschwiele.
Es handelt sich um eine meist sehr schmerzhafte Hornschwielenbildung mit einem Sporn, dessen Spitze nach innen gerichtet ist.

 

Häufige Stellen, an denen sich Hühneraugen und Hornschwielen bilden:

Hühneraugen
Hühneraugen tauchen meist an den Zehen auf, genauer gesagt: zwischen dem vierten und fünften oder auf der Oberseite des zweiten Zehs, also dem neben der großen Zehe.

Hornschwielen
Typische ist die Bildung von Hornschwielen vor allem an Fußsohlen und Handflächen. Bei entsprechender Belastung ist dies aber auch an anderen Stellen des Körpers möglich.


Ursachen für Hühneraugen und Hornschwielen

Hühneraugen und Hornschwielen werden verursacht durch:

  • fortwährenden und längere Zeit bestehenden Druck,
  • Reibung auf einer Hautstelle.

Der Druck bewirkt:

  • das Absterben von Hautzellen,
  • die Bildung einer derben, schützenden Hautoberfläche.

Eine weiche Hornhautveränderung entsteht auf gleiche Weise, nur mit der Ausnahme, dass Schweiß in dem betreffenden Bereich eingeschlossen wird, der dann die harte Hornformation aufweicht.
Dies ist in der Regel zwischen den Fußzehen der Fall.
Hornschwielen werden nicht durch Viren hervorgerufen und sind nicht ansteckend.

Wiederholtes Einwirken eines Objektes, das Druck auf der Haut verursacht, führt typischerweise zum Entstehen von Schwielen, zum Beispiel:
1. Der Stift zum Schreiben,
2. Einige Instrumente (Gitarre, Hammer),
3. Sportgeräte (Tennisschläger, Geräte im Fitnessraum). Diese Tylome können verursachen:

Eine Hornschwiele unter einem Zehennagel kann entstehen, wenn man sich den Nagel an den Seiten schneidet.

Tylome und Hühneraugen an den Füßen werden oft durch den Druck von Schuhen verursacht, darunter auch folgende Ursachen:

  • Enge Schuhe drücken den Fuß, vor allem wenn sie zu sportlichen Aktivitäten genutzt werden (Fußball oder Laufen). Sie können auch zur Schwielenbildung unter den Nägeln führen.
  • Schuhe mit hohen Absätzen drücken auf den vorderen Teil des Fußes.
  • Nicht gut geschlossene Schuhe können ein Rutschen und fortgesetztes Reiben in dem Schuh verursachen.
  • Schuhe mit dünner Sohle können beim Gehen mehr Druck auf den Vorfuß (der den Zehen naheliegende Teil) erzeugen, als Schuhe mit dicker Sohle.
  • Das Tragen von Sandalen und Schuhen ohne Socken kann erhöhte Reibung bewirken.
  • Der Fuß kann an einer inneren Naht im Schuh reiben.
  • Weite oder zu große Socken bilden Falten, die Druckstellen begünstigen.

 


Was sind Risikofaktoren für Hühneraugen und Hornschwielen?

Folgenden Risikofaktoren sind mit einer größeren Häufigkeit von Hühneraugen und Schwielen verbunden:

  • Hallux valgus und andere Fußdeformitäten.
  • Eine Hammerzehe tritt auf, wenn sich eine Fußzehe permanent zur Fußsohle hin beugt.
  • Die Bursitis an der Großzehe ist eine unnormale Beulenbildung von knöcherner Konsistenz, die sich am Gelenk der Großzehenbasis entwickelt.
  • Übermäßige Reibung an der Hand.
  • Menschen, die Handwerkzeuge ohne Handschuhe benutzen, haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Schwielen.
  • Das Alter. Ältere Menschen haben weniger Fettgewebe unter der Fußsohlenhaut, die Folge ist ein geringerer Schutz vor der Bildung von Hornschwielen.

 

Anzeichen und Symptome von Hühneraugen und Hornschwielen

Häufig berichten die Patienten von dem Gefühl, auf Steinen zu gehen.
Die folgenden Anzeichen oder Symptome können auf das Vorhandensein von Schwielen hinweisen:

  1. Ein prominenter und verhärteter Knoten
  2. Geschwollene Hände oder geschwollene Füße in der Umgebung der Hornschwiele
  3. Ein rauer und verdickter Hautbezirk
  4. Hauttrockenheit und rissige Haut
  5. Schuppige Haut von wachsartiger Konsistenz
  6. Schmerzen an den Fingern der Hand
  7. Schmerzen an den Füßen

 

Diagnose von  Hühneraugen und Hornschwielen

Der Arzt muss den Patienten nach seinen Lebensgewohnheiten befragen und muss vor allem sein Schuhwerk kontrollieren.
Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung.
Vermutet der Arzt, dass ein Problem der knöchernen Struktur zugrunde liegt, kann er eine Röntgenuntersuchung der Füße anordnen.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss andere Bildungen am Fuß ausschließen, wie:

  • Warzen (diese haben schwarze Punkte auf der Oberfläche),
  • Blasen (diese haben einen flüssigen Inhalt).

 

Schwielen,Füße,FußsohleWie werden Hühneraugen und Hornschwielen behandelt?

Die Behandlung von Hornschwielen besteht im Vermeiden der sich wiederholenden Aktionen, die diese Störungen verursacht haben.

Medikamente sind nicht erforderlich, Naturheilmittel sind ausreichend.

Wichtig ist:

  • gut sitzende Schuhe tragen,
  • Schutzpolster verwenden,
  • orthopädische Einlagen benutzen, die den Fuß korrekt unterstützen.

Wenn eine Schwiele hartnäckig ist oder zu schmerzen beginnt, können folgende Therapien Linderung bringen:
1. Ausschneiden. Der Arzt kann die verdickte Haut abraspeln oder das Tylom mit dem Skalpell entfernen, in der Regel während eines Klinikaufenthaltes.
2. Salicylsäure. Der Arzt kann Pflaster auflegen, die 40 % Acetylsalicylsäure enthalten (zum Beispiel Pflaster von Dr. Scholl) und rezeptfrei sind.
Wenn nicht anders verordnet, muss das Pflaster alle paar Tage ausgetauscht werden.
Man kann auch Bimsstein verwenden oder eine metallene Nagelfeile, um damit die abgestorbene Haut abzutragen, ehe ein neues Pflaster aufgelegt wird.
Acetylsalicylsäure ist auch als lokal wirkendes Medikament für großflächigere Hautbereiche auf ärztliches Rezept erhältlich.
Patienten mit Durchblutungsstörungen (zum Beispiel Diabetiker) sollten vor einer Eigenbehandlung einer Schwiele mit ihrem Arzt sprechen.
3. Antibiotisches Medikament. Der Arzt kann bei infizierten Hornschwielen zu einer antibiotikahaltigen Salbe raten.
4. Orthopädische Einlagen. Liegt bei dem Patienten eine Fehlstellung des Fußes vor (zum Beispiel Plattfüße), kann der Arzt angepasste Einlagen verschreiben (Einlegesohlen), um ein Wiederauftreten von Hornschwielen zu verhindern.
5. Chirurgischer Eingriff. In seltenen Fällen kann der Arzt eine Operation empfehlen, um die Begradigung des Knochens vorzunehmen, der die Druckstellen verursacht.

 

Medizinische Fußpflege

Eine medizinische Fußpflegerin oder ein Fußpfleger ist fachkompetent und bezüglich der Beurteilung des Problems und der korrekten Behandlungsmethode spezialisiert.
Der/die Kosmetiker/in befasst sich mit Schwielen, ist aber keine medizinische Fachkraft.
Wenn eine zugrunde liegende Ursache bekannt ist (zum Beispiel ein Problem in der Knochenstruktur), dann kann diagnostiziert und behandelt werden, um ein Rezidiv der Schwielen am Fuß zu verhindern.
Manche Menschen benötigen eine chirurgische Korrektur bei Fußfehlstellungen.
Der/die medizinische Fußpfleger(in) kann Hornschwielen beseitigen.
Menschen mit Diabetes oder Problemen mit der Durchblutung sollten für eine sichere Entfernung von Hornschwielen eine medizinische Fußpflege aufsuchen.

 

Naturheilmittel für Hühneraugen und Hornschwielen

Schwielen an den Füßen können durch eigene Behandlungsmethoden kuriert werden.

Die folgenden Hausmittel können für die Vermeidung von Schwielen wirksam sein.

1. Fußbad  mit Bikarbonat

  • In einige Liter warmes Wasser eine halbe Tasse Natriumbikarbonat geben.
  • Abwarten, bis dieses komplett im Wasser aufgelöst ist.
  • Für etwa eine halbe Stunde in dieser Lösung ein Fußbad nehmen.

2. Bimsstein

  • Die Füße mindestens 15 Minuten lang in Wasser tauchen, um die Haut aufzuweichen.
  • Mit einem Bimsstein kräftig auf den Schwielen reiben, um die abgestorbenen Zellen zu entfernen. Solange damit fortfahren, bis ein Großteil des abgestorbenen Gewebes entfernt ist. Dabei darauf achten, die Stellen nicht zu tief abzurubbeln, weil das Schmerzen und Irritationen verursachen kann.
  • Nach der Behandlung die Füße gut abspülen, waschen und sorgsam trocken reiben.

3. Haut weich machen
Für exzessiv trockene Haut eine Lotion verwenden und auf die Bereiche der Schwielen auftragen. Die wirksamsten natürlichen Salbenprodukte sind:

Will man gute Ergebnisse erzielen, muss diese Behandlung täglich erfolgen.
Nicht auf die Schnelle mit einem Messer oder einer Klinge die Hornschwielen abtragen.
Das kann verursachen:

  • Schmerzen,
  • weitere Verschlimmerung der Beschwerden.

Ursachen von Schwielen verstehen und beseitigen
Schwielen entstehen nicht aus dem Nichts.
Übermäßige Reibung und Druck können zu Verdickungen in der Haut und zum Absterben von Zellen führen.
Die Lösung?

  • Die Ursache der Reibung verstehen und beseitigen.
  • Durch geeignete Maßnahmen Schwielen vorbeugen.

Pflege von Füßen oder Händen. Die Beseitigung der Ursache des Problems ist wichtig, doch bei akut verursachten Schmerzen braucht der Patient eine unmittelbare Erleichterung.

  • Den betroffenen Fuß in einer warmen Epsom-Salz-Lösung für 15-20 Minuten baden.
  • Eine Feuchtigkeitscreme auftrage.
  • Den Fuß in eine Plastiktüte wickeln.
  • Die Plastiktüte ein paar Stunden auf dem Fuß lassen (zum Beispiel während des Fernsehens oder während man liest).
  • Danach die Plastiktüte entfernen und sanft von der Seite her mit einem Bimsstein über die Hornschicht reiben.

Diese Behandlung bringt eine vorübergehende Linderung, dient aber nicht der Heilung.

Nicht die Haut schneiden. Es gibt in der Apotheke eine Unzahl von Instrumenten, um damit Schwielen zu entfernen oder auszumerzen, doch dürfen diese Werkzeuge nicht angewandt werden, um weitere Schäden zu vermeiden.
Das Ausschneiden von Hühneraugen kann zu Infektionen und Blutungen führen.

Nicht auf Schwielen laufen. Eine Polsterung ist eine vorübergehende Linderung und ein weiteres Mittel bei Beschwerden durch Hühneraugen und Schwielen. Die Polsterung leitet den Druck des Schuhs von einem schmerzhaften zu einem schmerzfreien Punkt ab.
Die nicht medizinischen Polster für Hornschwielen umgeben diese Hornformation mit einem Material, das höher als die Haut ist.
Auf diese Weise schützen sie das Hühnerauge vor weiterem Kontakt mit dem Schuh.
Ein Stück Moleskin-Polsterung (erhältlich in der Drogerie) in zwei halbmondförmige Stücke schneiden und diese um die verhornte Zone legen, um somit einen Schutz vor weiteren Irritationen zu haben.

Trennung der Zehen. Zur Schmerzlinderung bei Hühneraugen, die sich zwischen den Zehen befinden, kann man die Zehen durch eine Vorrichtung aus Silikon (erhältlich in der Drogerie), Baumwolle oder ein Stück Wolle voneinander trennen.
Ein kleines Filzkissen, das man auch bei harten Hühneraugen benutzt, kann zu diesem Zweck nützlich sein.

Bedecken der Füße. Wenn abzusehen ist, dass man viel gehen oder laufen muss, sollte man die Zehen mit etwas Vaseline oder einer Paste aus Zinkoxid bedecken, um das Reiben zu mildern.

Die richtigen Schuhe wählen. Hühneraugen und Schwielen bilden sich, wenn die Schuhgröße nicht der Größe des Fußes entspricht.
Hier ein Verzeichnis von Richtlinien, um Schwielen zu vermeiden:

  • Beim Kauf von Schuhen mindestens zwei verschiedene Schuhgrößen ausprobieren. Nicht den Verkäufer nach einer bestimmten Größe fragen, nur weil man diese immer getragen hat. Die Größe des Fußes verändert sich mit zunehmendem Alter.
  • Es ist erforderlich, sowohl den rechten als auch den linken Schuh anzuprobieren.
  • Während der Schuhprobe stehen und prüfen, ob genügend Spielraum zwischen Zehenspitze und Schuh besteht.
  • Kontrollieren, ob der Schuh an der Ferse gut sitzt.