Eingewachsener Nagel: Therapie und Naturheilmittel

Eingewachsener Nagel: Therapie und Naturheilmittel

Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus oder Onychocryptosis) liegt vor, wenn ein Fuß- oder Fingernagel in die Haut des Fingers oder der Zehe einwächst.

Die Nagelplatte ist verformt und statt in ihrem normalen anatomischen Sitz zu verlaufen, wächst sie seitlich in die Weichgewebe.

In der Anfangsphase bildet der Körper Schwielen, um die Haut zu schützen, aber bei Nichtbehandlung kann sich die Störung weiterentwickeln und eine Hautverletzung entstehen.
Die Folge ist die Entzündung und Infektion der Haut an den Nagelrändern.

Ein eingewachsener Nagel kommt vor allem bei jungen Menschen vor, aber es können ebenso betroffen sein:

  • Kleinkinder,
  • Babys und Neugeborene,
  • ältere Menschen.

 

Zeichen und Symptome bei eingewachsenem Nagel

Bei einem eingewachsenen Nagel ist die umgebende Haut:

1. rot,
2. geschwollen,
3. entzündet,
4. schmerzhaft.

 

Komplikationen bei eingewachsenem Nagel

Unbehandelt bildet sich um den eingewachsenen Nagel eine Infektion und weitere möglicherweise gravierende Komplikationen.

Bei einer Infektion sind die Symptome:

  • Blutverlust,
  • Eiteransammlung,
  • schlechter Geruch.

Es kann sich ein Granulom bilden, d.h. eine Masse von Hautgewebe, die oftmals Eiter enthält.

Eingewachsener Nagel und Diabetes

Die Komplikationen können besonders schwerwiegend sein, wenn der Patient an Diabetes leidet, denn diese Krankheit bewirkt:

  • Verminderung des Blutflusses,
  • Nervenschäden an den Füßen.

Aus diesem Grund ist es möglich, dass selbst eine kleinere Verletzung am Fuß nicht heilt und eine Infektion hervorruft, wie beispielsweise:

  • ein Schnitt,
  • Schwielen,
  • ein eingewachsener Nagel.

Bei einem Geschwür am Fuß (nicht vernarbte und schwer zu verheilende Läsion) kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, um einer Verschlechterung vorzubeugen, die führen kann zu:

  • Osteomyelitis (Knochenentzündung),
  • Gangrän (Gewebs-Nekrose),
  • Sepsis (Blutvergiftung).

Die Gangrän charakterisiert sich durch die Unterbrechung des Blutflusses in diesem Bereich des Körpers.

 

Ursachen für eingewachsene Nägel

Ursachen für einen eingewachsenen Nagel können sein:

  • gebogene Nägel;
  • Quetschung oder Trauma der Finger oder Zehen;
  • unsachgemäßes Schneiden der Fußnägel, eine Ecke des Nagels bleibt zu lang und kann in die Haut einwachsen;
  • schlecht sitzende Schuhe – wenn die Schuhe zu eng sind, drücken sie die Nägel unter die Haut;
  • Pilzerkrankung (Mykose) der Nägel, kann zu dickeren oder breiteren Nägeln führen;
  • Verwendung von Retinoiden, das sind Medikamente, die in der Regel bei Hautkrankheiten wie Akne eingenommen werden; diese Arzneimittel verursachen brüchige Nägel, die leicht brechen;
  • Deformierung der Fußnägel; nach einer Studie von Córdoba-Fernández, Montaño-Jiménez, Coheña-Jiménez del Departamento de Podología, Universidad de Sevilla gehört die Valgusstellung der Großzehe (Hallux valgus) zu den Risikofaktoren für einen eingewachsenen Nagel;
  • ein weiterer Risikofaktor ist starkes Schwitzen zusammen mit unzureichender Hygiene.

 

Was tun bei eingewachsenem Nagel?

Wie behandelt man einen eingewachsenen Nagel? Therapie
Obwohl sich an allen Fingern und Zehen diese schmerzhafte Erkrankung entwickeln kann, ist doch am meisten Großzehe betroffen.
Eingewachsene Nägel sind kleine Unannehmlichkeiten, aber eine rechtzeitige Behandlung verhindert:

  • eine Verschlechterung,
  • Komplikationen.

Natürliche Heilmittel für seitlich eingewachsene Nägel sind wirksam, müssen aber angewandt werden, bevor sich eine Infektion entwickelt.
Unbedingt zu vermeiden bei eingewachsenem Nagel ist eine Selbstbehandlung, denn ein Fehler kann die Infektion verschlechtern.

Medikamente
Antibiotika: Wenn der Arzt Zeichen einer Entzündung vermutet, kann er ein Antibiotikum verschreiben, das die Verbreitung der Infektion verhindert. Der orale Antibiotika-Zyklus muss vollständig abgeschlossen werden, da sich sonst Rezidiv-Infektionen (wiederkehrende Infektionen) entwickeln können.
In der Anfangsphase verschreiben Ärzte oft eine Salbe, die Gentamicin und Betamethason enthält (Sulmycin Salbe mit Celestan-V).

 

Naturheilmittel bei eingewachsenem Nagel

Natürliche Heilmittel sind bei einem eingewachsenen Nagel ersten Grades empfohlen, d.h. wenn eine Entzündung, aber keine Infektion vorliegt.

Einige Naturheilmittel können helfen:

  • die Symptome zu lindern,
  • einer Infektion vorzubeugen.

Schneiden. Wenn Zehen- oder Fingernägel zu den Seiten hin stark gewölbt sind, sollte man nicht selbst versuchen, an die Nagelecken heranzukommen, sondern sich an einen entsprechenden Fachmann (Podologe) wenden.

Schuhwerk. Viele Probleme der Zehennägel werden durch das Tragen falscher Schuhe verursacht.
Daher sollte man gut passendes und nicht zu enges Schuhwerk verwenden. Es wird empfohlen, keine enganliegenden Strümpfe zu tragen, denn sie können das Auftreten eines eingewachsenen Nagels begünstigen.

Lauwarmes Wasserbad. Ein bewährtes Hausmittel ist das Aufweichen der betroffenen Nägel für einige Minuten in einem lauwarmen oder warmen (aber nicht heißen) Wasserbad.
Bei einer Infektion kann man auch ein Desinfektionsmittel ins Wasser geben, das eine keimtötende Wirkung hat.
Danach muss die Haut mithilfe einer Schere vorsichtig vom Nagel getrennt werden, um der Nagelecke ihre ursprüngliche Form zurückzugeben.

Salzwasserbad. Eines der Naturheilmittel, die man auch während der Schwangerschaft anwenden kann, ist das Baden des betroffenen Fußes in lauwarmem Salzwasser.
Um den Schmerz zu lindern:

  • einen Esslöffel Epsom-Salz oder Bikarbonat in lauwarmes Wasser geben;
  • warten, bis es sich vollständig aufgelöst hat;
  • den betroffenen Fuß etwa 10-15 Minuten im Salzwasser baden.

Den Bereich trocken halten. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, muss der betroffene Bereich trocken gehalten werden. Daher sollte nach dem Bad in warmem oder gesalzenem Wasser der betroffene Bereich des Fußes mit einem Handtuch gut abgetrocknet werden.
Es empfiehlt sich, bequeme und offene Sandalen zu tragen, um ein Schwitzen zu reduzieren.

Den betroffenen Bereich massieren. Zu den Selbsthilfemaßnahmen gehört die Massage im angrenzenden Bereich des eingewachsenen Nagels für einige Minuten täglich. Dies regt die Durchblutung an und hilft somit bei der Behandlung der Erkrankung.
Für die Massage kann man ein ätherisches Öl verwenden, das antiseptische Eigenschaften hat und zur Heilung des eingewachsenen Nagels verhilft, wie Teebaumöl.

Jodtinktur hilft, die Entzündung zu hemmen und die Haut zu desinfizieren.

Baumwollstoff. Wenn sich der eingewachsene Nagel noch in der Anfangsphase befindet, kann man ein kleines Stück Baumwolle zwischen Haut und Nagel klemmen, um den Nagelrand anzuheben und so ein normales Wachstum zu begünstigen.

Bei einem chronisch eingewachsenen Nagel oder Anzeichen auf eine Infektion sollte man eine medizinische Fußpflegepraxis aufsuchen.

Wer an Diabetes leidet und zu häufigen Infektionen neigt, sollte besser eine Fußpflege aufsuchen, als zu versuchen, den Nagel selbst zu behandeln.

 

Behandlung vom Fußpfleger bei eingewachsenem Nagel

Ein eingewachsener Nagel heilt nicht von selbst und bei Nichtbehandlung kann eine Infektion entstehen.

Der Patient muss sich an einen Podologen wenden, das ist kein Arzt, sondern ein medizinischer Fußpfleger.
Die Behandlung eines eingewachsenen Nagels ersten Grades besteht darin, den eingewachsenen Teil des Nagels zu entfernen: der Podologe entfernt an der Seite, wo die Haut entzündet ist, ein kleines Dreieck des Nagels.

In der Regel bereitet das keine großen Schmerzen, der Podologe kann den Bereich jedoch ein wenig betäuben mit:

  • Spray,
  • einer Creme auf Lidocain-Basis.

Hier sollte anstatt einer kosmetischen vorzugsweise eine medizinische Fußpflege in Anspruch genommen werden.

Wenn jedoch der Nagel infiziert ist und stark schmerzt, muss sich der Patient in ein Krankenhaus begeben, wo die Ärzte den Nagel chirurgisch entfernen können.
Nach der Operation verbindet der Podologe oder Arzt den Wundbereich mit einem antiseptischen Verband, der über einige Tage nicht abgenommen werden darf, bis der betroffene Bereich verheilt ist.

Es können mehrere Sitzungen notwendig sein, um eine vollständige Heilung zu erzielen.
In der Regel erfolgt eine Kontrolluntersuchung 2, 7 und 14 Tage nach der Behandlung.
In der Regel heil der Zeh innerhalb von 2 Wochen.
Bei Diabetikern dauert der Heilungsprozess länger, daher:

  • verschreibt der Arzt Antibiotika,
  • bleibt der Verband für längere Zeit angelegt.

Bei gebogenen Zehennägeln können eingewachsene Nägel wiederholt auftreten.
In diesem Fall kann ein korrektes Schneiden der Nägel helfen. Es können aber auch weitere Operationen notwendig werden.