Spinnenbiss: Symptome, Arten und Behandlung

Fast alle Spinnen erzeugen Gift. Jedoch kann der Spinnenbiss die Haut des Menschen oft nicht durchdringen, weil die meisten Spinnen zu kleine Zähne haben und somit harmlos sind.
Spinnenbisse können für ein paar Stunden zu leichtem Juckreiz führen, doch manchmal können sie auch gefährlich sein.


Einige Arten, die zu gefährlichen Reaktionen beim Menschen führen, sind:

  • Die schwarze Witwe, sie ist zwischen 8 und 40 mm groß. Ihre Farbe ist schwarz, doch hat sie einen roten Fleck in Sanduhrform auf dem Bauch;
  • Die braune Spinne (auch als Violinspinne oder braune Einsiedlerspinne bekannt) hat eine Größe von 6 bis 20 mm, ist von brauner Farbe und hat einen kleinen dunkleren violinförmigen Fleck auf dem Bauch.

Diese Spinnen können ernste Reaktionen hervorrufen, die eine chirurgische Hauttransplantation oder sogar Amputation erforderlich machen.

 

Biss der braunen Einsiedlerspinne oder Violinspinne

Die Violinspinne erkennt man an dem kleinen violinförmigen Fleck auf dem Rücken. Diese Spinne ruht während des Tages und ist nicht aggressiv, greift aber an, wenn sie gestört wird.
Gewöhnlich werden Personen nur dann gebissen, wenn sich eine Spinne in der Kleidung oder in den Schuhen befindet.
Die meisten Bisse der Violinspinne verursachen keine Symptome.
Eine Erkrankung durch Loxosceles ist eine durch den Biss der braunen Einsiedlerspinne hervorgerufene Störung.
Gewöhnlich ist der Biss schmerzlos, doch später entwickelt sich eine Läsion mit:

  • Entzündung,
  • Blutung,
  • Schmerzen (1).

Die Nekrose (Zelltod) breitet sich wenige Tage nach dem Biss aus und führt zu einer nekrotischen Hautentzündung, die umgebende Haut wird:

  1. Rot (Erythem),
  2. Weiß (Ischämie),
  3. Blau (Nekrose).

Das Gift dieser Spinne enthält die Enzyme der Hyaluronidasen und Sphingomyelinase D und verursacht eine Nekrose.
Zudem verschlimmert die Aktivität der neutrophilen weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen den Zelluntergang.

Symptome an der Bissstelle sind:

  • Schwellung,
  • Entzündung,
  • Blutung,
  • Schäden an den Gefäßwänden,
  • Thrombose,
  • Nekrose.

Außerdem können systemische Symptome auftreten, darunter:

  • Akutes Nierenversagen,
  • Rhabdomyelose (Muskelläsionen),
  • Hämolyse innerhalb des Gefäßsystems (2).

In manchen Fällen können Blutgerinnungsstörungen zu einem Schlaganfall führen.

 

Biss der Hobo-Spinne

Die Hobo-Spinne ist braun mit grauen Flecken am Körper.
Bereits nach einer leichten Störung verhält sie sich aggressiv.
Die durch ihren Biss hervorgerufenen Symptome ähneln denen der Violinspinne, aber:

  • Eine Nekrose ist selten,
  • In der Regel bildet sich eine bleibende Narbe an der Bissstelle (3).

Ursachen von Nekrose können sein:

  • Hämolytische Eigenschaften (Zerstörung der roten Blutkörperchen) des Giftes,
  • Übertragung von Bakterien über die Bissstelle.

Systemische Symptome des Bisses können sein:

  • Kopfschmerzen,
  • Anaphylaxie (schwere allergische Reaktion),
  • Tod.

Die Behandlung ist ähnlich wie bei der braunen Spinne.

Darüber hinaus sollte die chirurgische Entfernung des Gewebes nicht vor Abschluss des Nekroseprozesses erfolgen, das heißt, solange die Läsion weiter zunimmt.

 

Biss der Schwarzen Witwe

Die Schwarze Witwe hat einen schwarzen haarlosen Körper.
Die Männchen sind kleiner als die Weibchen.
Das wichtigste Merkmal ihres Aussehens ist ein roter Fleck auf dem Bauch, der einer Sanduhr ähnelt.

Latrodectus mactans

© https://it.wikipedia.org/wiki/Latrodectus_mactans

In normaler Umgebung ist sie nicht aggressiv, sie greift aber an, wenn sie provoziert wird, vor allem, um ihre Eier zu schützen.
Zudem ist sie die giftigste Spinne:

  • In Nordamerika,
  • In Australien.

Ihr Gift ist Alpha-Latrotoxin (neurotoxisch), das die Freisetzung von Neurotransmittern in den Neuronen des parasympathischen Nervensystems stimuliert und provoziert und zur Freisetzung führt von:

  • Katecholaminen,
  • Acetylcholine.

Die durch den Biss dieser Spinne verursachten Symptome werden als Latrodektismus bezeichnet. Die Schmerzen beim Biss ähneln einem Nadelstich.
Die Läsion kann in der Umgebung des Bisses einer Zielscheibe ähneln.
Der Latrodektismus beginnt nach wenigen Minuten mit einer Schmerzentwicklung im ganzen Körper und innerhalb weniger Stunden treten Symptome auf wie:

  1. Erbrechen,
  2. Ateminsuffizienz,
  3. Verwirrtheitszustand,
  4. Teilweise Lähmung der Gliedmaßen,
  5. Bauchkrämpfe,
  6. Bluthochdruck,
  7. Fieber,
  8. Faszikulieren (Muskelkontraktionen, die nicht zu Bewegung führen)
  9. Muskelspasmen.

Die Symptome können mit einem akuten Abdomen (sehr starke Bauchschmerzen) verwechselt werden.
In der Regel beißt die Schwarze Witwe während der heißen Monate. Selten bleibt ein sichtbares Zeichen auf der Haut, doch in 25% der Fälle bilden sich:

  • Ein Erythem,
  • Schweißausbrüche,
  • Aufgestellte Haare.

Die Diagnose wird aus dem Krankenbericht des Patienten gestellt.
Selten ist der Biss tödlich, die Mortalität nach einem Biss beträgt weniger als 1%.

 

Biss der Tarantel

Araneae

© https://it.wikipedia.org/wiki/Araneae

Die Tarantel hat einen braunen oder schwarzen behaarten Körper.
Die Größe kann 7-8 cm betragen.
Diese Spinnenart wird auch als Haustier gehalten.
Ihr Gift ist für den Menschen nicht gefährlich und ruft außer Fieber nur symptomlose Verletzungen hervor.
Die Tarantel schützt sich durch Brennhaare auf ihrem Körper (2).
Gelangen diese Haare in das Auge, kann das zu einer Entzündung führen.
Bei einer Regenbogenhautentzündung kann der Arzt empfehlen:

  • Augenspülungen,
  • Auftragen lokaler Kortikosteroide.

 

Biss der Phoneutria nigriventer (Bananenspinne)

Diese Spinnen haben lange Beine.
Da sie sich oftmals in Bananenkartons verstecken, sind sie als Bananenspinnen bekannt.
Das Symptom nach dem Biss ist ein starker Schmerz (bei 96% der Patienten).
Der Biss dieser Spinne kann zu Ateminsuffizienz und zum Tod führen:

  • Bei Säuglingen,
  • Bei Kindern,
  • Bei älteren Menschen.
Phoneutria nigriventer

© https://it.wikipedia.org/wiki/Phoneutria_nigriventer

Ihr Gift ist neurotoxisch und reizt das autonome Nervensystem, dabei werden hervorgerufen:

  • Herzrasen,
  • Bluthochdruck,
  • Starker Speichelfluss,
  • Priapismus (schmerzhafte Peniserektion),
  • Schwindel,
  • Sehstörungen.

Es gibt zur Behandlung ein Gegengift für die Patienten, es wird jedoch selten angewendet.

 

Symptome des Spinnenbisses

Die häufigsten Symptome von Spinnenbissen sind:

  1. Juckreiz
  2. Schwellung
  3. Rötung
  4. Schmerzen

Anzeichen für eine Verschlechterung oder Ausbreitung des Giftes sind:

  • Blasenbildung auf der umgebenden Haut,
  • Gefühl von Taubheit und Kribbeln.

Einige Symptome des Spinnenbisses können auf andere Körperbereiche übergehen.

Hat der Betreffende folgende Symptome, sollte er zum Arzt gehen:

Schwäche könnte eines der Symptome nach Spinnenbiss sein, deshalb ist eine Behandlung wichtig.
Die Spinnenart kann nur in wenigen Fällen an dem injizierten Gift festgestellt werden.

Symptome des Bisses der Violinspinne

Die braune Einsiedlerspinne ist die gefährlichste und kann an ihrem Gift erkannt werden.
Anfangs verursacht der Spinnenbiss keine Schmerzen, doch nach etwa einer Stunde treten Symptome im Bissbereich auf, darunter:

  • Intensiver Schmerz,
  • Juckreiz, der auch diffus sein kann.
  • Eine von geröteter Haut umgebene Blase,
  • Geschwür; die Blase vergrößert sich, platzt und bildet auf der Haut ein Geschwür.

Der Biss der Violinspinne verursacht starke lokale Beschwerden, selten können systemische Symptome auftreten, wie:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Schweißausbrüche,
  • Schüttelfrost.

Symptome des Bisses der Schwarzen Witwe

Der Biss der Schwarzen Witwe verursacht die stärksten Symptome, die bestehen in:

  • Taubheitsgefühl in dem betroffenen Bereich,
  • Krämpfe und Muskelstarre (Brust, Bauch und Schultern),
  • Schwerwiegende Atemstörungen.

In den schwersten Fällen ist ein Gegengift erforderlich, da sich das Gift sonst weiter ausbreitet.

 

Was sollte man tun? Therapie bei Spinnenbiss

Man sollte einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome:

  • beginnen, einen größeren Bereich zu betreffen,
  • länger als 24 Stunden anhalten.

Hat die gebissene Person in letzter Zeit keine Tetanusimpfung erhalten, sollte sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Es ist schwierig, die Schwere des Spinnenbisses abzusehen, weil man nicht so leicht die Art der verantwortlichen Spinne erkennen kann.
Die Notversorgung des Spinnenbisses besteht in:

  • Wundreinigung,
  • Auflegen von Eis,

Hat die Spinne in eine Gliedmaße gebissen (Beine oder Arme), empfiehlt es sich, die Gliedmaße hoch zu lagern.

Behandlung beim Biss der Violinspinne

Alle Bisse müssen gereinigt werden.
Patienten, die systemische Symptome entwickeln, müssen stationär aufgenommen werden.
Das Gegengift verringert das Ausmaß des nekrotischen Bereiches.
Je früher das Gegengift verabreicht wird, umso geringer sind die Auswirkungen.
Studien zeigen, dass es günstig ist, wenn es in den ersten 4 Stunden nach dem Biss verabreicht wird, doch nach einer anderen Studie wirkte es auch noch nach 12 Stunden (5). Die vom Biss ausgelöste Nekrose breitet sich in wenigen Tagen aus und endet nach Ablauf weniger Wochen.
Die chirurgische Entfernung der Hautläsionen ist nur bei stabilen Verletzungen (die sich nicht weiter ausbreiten) angezeigt.
Kortikosteroide sind angezeigt bei:

  • Bissen, die zu schweren Hautläsionen führen,
  • Loxosceles-Erkrankung,
  • Kleinen Kindern.

Das Antibiotikum Dapsone darf nur bei erwachsenen Patienten mit Nekrosen angewendet werden, die auch einen Glucose-6-Phosphat-Mangel aufweisen.

Das lokale Nitroglyzerin kann hilfreich sein, um die Ausbreitung nekrotisierender Geschwüre zu blockieren.

 

 

Mehr lesen:

 

Literatur

(1) Tintinalli JE, Stapczynski JS, Ma OJ, Cline D, Cydulka R, Meckler G. Tintinalli’s emergency medicine: a comprehensive study guide. McGraw-Hill Medical; 2011. pp. 1344–54.

(2) Malaque C, Santoro ML, Cardoso JLC, et al. Clinical picture and laboratorial evaluation in human loxoscelism. Toxicon. 2011;58(8):664-71.

(3) Bennett RG, Vetter RS. An approach to spider bites. Erroneous attribution of dermonecrotic lesions to brown recluse or hobo spider bites in Canada. Can Fam Physician. 2004;50(8):1098-101.

(4) Bogdán S, Barabás J, Zacher G, et al. Total upper lip necrosis and loxoscelism caused by violin spider bite. Orv Hetil. 2005;146(45):2317-21.

(5) Pauli I, Minozzo JC, Henrique da Silva P, Chaim OM, Veiga SS. Analysis of therapeutic benefits of antivenin at different time intervals after experimental envenomation in rabbits by venom of the brown spider (Loxosceles intermedia) Toxicon. 2009;53(6):660–71