Reisedurchfall: Symptome und Behandlung

Reisedurchfall

Reisedurchfall ist die häufigste Krankheit bei Menschen, die ins Ausland reisen.
Jedes Jahr leiden 20-30% der Auslandsreisenden an Durchfall (Pitzurra et al. – 2010), das sind etwa 10 Millionen Menschen. Dieses Symptom macht sich meist innerhalb der ersten Reisewoche bemerkbar, kann aber in jedem Moment der Reise und bis zu zwei Wochen nach der Rückkehr auftreten.
Das Risiko hängt davon ab, welches Land bereist wird; ein hohes Risiko besteht in den Entwicklungsländern von Lateinamerika, Afrika, Asien und dem Mittleren Osten.

 

Was verursacht Reisedurchfall?

Die primäre Ursache liegt in Infektionskrankheiten durch Bakterien, Viren und Parasiten.
Bakterien verursachen etwa 80 % der Fälle von Reisediarrhö.
Der Hauptvertreter dieser Erreger ist Escherichia coli (Shah et al. – 2009) und ruft Durchfall und Krämpfe (de la Cabada Bauche et al. – 2011), aber kaum Fieber hervor.

 

Ansteckung

In der Regel sind Infektionen, die zu Durchfall führen, hochgradig ansteckend. In den meisten Fällen kann die Infektion übertragen werden, solange der Patient unter Durchfall leidet.

Ansteckungsmöglichkeiten bei infektionsbedingtem Durchfall:

  • Schmutzige Hände (Henry et al. 1990)
  • Mit Keimen verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel
  • Bestimmte Haustiere
  • Direkter Kontakt mit Erregern im Stuhl (z.B. schmutzige Windeln, Toilette)

Die Erreger können auf alles übertragen werden, das mit ihnen in Kontakt gerät; dazu gehören unter anderem Spielzeug, Wickeltisch, Oberflächen im Sanitärbereich und die Hände einer Person, die vielleicht gerade Essen zubereitet.
Berührt man diese Oberflächen und fasst sich dann an den Mund, kann man sich mit dem Erreger infizieren.

 

 

Was sind die typischen Symptome von Reisedurchfall?

Reisedurchfall,tropisch,Symptome,Dehydration,Eis,GastroenteritisIn den meisten Fällen treten die Symptome plötzlich auf.
Bei Durchfall ist gewöhnlich die Häufigkeit, die Menge und das Gewicht des Stuhlgangs erhöht. Auch die Konsistenz ist verändert.
Der Reisende hat vier- bis fünfmal täglich Stuhlgang, der flüssig oder wässrig ist.

Als Begleitsymptome können außerdem Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Bauchblähung, Fieber, Stuhldrang und Unwohlsein auftreten.
Die Infektion kann mit leichten Symptomen beginnen, die dann im Laufe der folgenden zwei Zuweilen ist auch der Magen betroffen, die anfänglichen Symptome können sein:

  1. Appetitlosigkeit
  2. Müdigkeit.

 

Wann besteht Grund zur Sorge? Komplikationen bei Durchfall

Die Hautkomplikation ist die Austrocknung (Dehydration), die durch den großen Wasser-, Salz- und Nährstoffverlust bedingt ist. Dehydration kann der Auslöser für weitere ernsthafte Krankheiten darstellen, wie niedriger Blutdruck (Hypotonie), Schüttelkrämpfe (Konvulsionen), Nierenversagen und sogar Tod.
Ein Arztbesuch ist in den folgenden Fällen notwendig:

 

Diagnose von Durchfall

Der Arzt befragt den Patienten zunächst ausführlich zu dessen Krankengeschichte und führt dann eine gründliche körperliche Untersuchung durch, um die Ursache des Durchfalls festzustellen. Er kann Urin– und Blutproben anordnen.
Je nach Zustand des Patienten sind in manchen Fällen weitere Tests und Untersuchungen sinnvoll, um die Ursache für den Durchfall und damit in Zusammenhang stehende Krankheiten festzustellen; dazu gehören:
Stuhlkulturen, um Bakterien, Parasiten oder Krankheitszeichen nachzuweisen.

 

Pharmakologische Behandlung

In vielen Fällen verschwindet der Durchfall von allein. In schwereren Fällen kann der Arzt Diphenoxylat und Atropin (Lomotil) verschreiben. Wird der Durchfall durch eine Bakterieninfektion hervorgerufen, hilft ein Antibiotikum.

In der Schwangerschaft dürfen keine Medikamente eingenommen werden, hier ist eine angemessene Ernährungsweise zu befolgen.

 

Wie lange dauert Durchfall? Die Heilungsprognose

Die Erkrankung ist zumeist harmlos und bessert sich von selbst innerhalb von 3 Tagen (Steffen et al. – 1983). Reisedurchfall ist selten tödlich.
Was die Prognose angeht, lösen sich 90 % der Fälle im Laufe einer Woche, 98 % im Laufe eines Monats.
Wenn die typischen Symptome (Fieber, Erbrechen und spitzender Durchfall) nachlassen, kann ein Völlegefühl nach dem Essen verbleiben, besonders nach einer üppigen Mahlzeit.

 

Was schützt vorbeugend gegen Reisedurchfall?

Reisende können die Gefahr, an Reisedurchfall zu erkranken, durch folgende Schutzmaßnahmen mindern:

  1. Keine Lebensmittel und Getränke beim Straßenverkäufer oder anderen Einrichtungen kaufen, denen es an Hygiene mangelt.
  2. Keine frittierten, rohen oder unzureichend gegarten Lebensmittel essen, vor allem Fleisch,
  3. Eier und Fisch. Obst und Gemüse gut waschen und schälen.

Gut gekochte oder verpackte Speisen sollten keine Gefahr darstellen.

Leitungswasser, Eiswürfel, unpasteurisierte Milch und Milchprodukte erhöhen das Risiko für Gastroenteritis und Reisediarrhö.
Zu den sicheren Getränken gehören kohlensäurehaltige Getränke aus der Flasche, heißer Tee oder Kaffee, Bier, Wein und abgekochtes oder mit Jod und Chlor behandeltes Wasser.

 

Mehr lesen:

Bibliographie

  1. Pitzurra R, Steffen R, Tschopp A, Mutsch M. Diarrhoea in a large prospective cohort of European travellers to resource-limited destinations. BMC Infect Dis. 2010 Aug 4; 10():231.
  2. Shah N, DuPont HL, Ramsey DJ. Global etiology of travelers’ diarrhea: systematic review from 1973 to the present. Am J Trop Med Hyg. 2009 Apr; 80(4):609-14.
  3. Javier de la Cabada Bauche, MD and Herbert L. DuPont, MD. New Developments in Traveler’s Diarrhea. Gastroenterol Hepatol (N Y). 2011 Feb; 7(2): 88–95.
  4. Henry FJ, Rahim Z. Transmission of diarrhoea in two crowded areas with different sanitary facilities in Dhaka, Bangladesh. J Trop Med Hyg. 1990 Apr;93(2):121-6.
  5. Steffen R, van der Linde F, Gyr K, Schär M. Epidemiology of diarrhea in travelers. JAMA. 1983 Mar 4; 249(9):1176-80.
 
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