Mittelohrentzündung: Symptome und Diagnose

Die Otitis media ist eine Erkrankung, die durch die Entzündung des Mittelohrs charakterisiert ist, das sich zusammensetzt aus:

  • Trommelfell,
  • Gehörknöchelchenkette (Hammer, Amboss und Steigbügel).

 

Ursachen der Mittelohrentzündung

Die meisten Mittelohrentzündungen werden verursacht durch eine Infektion der oberen Atemwege, die sich zum Mittelohr ausbreitet.

Die Infektion kann sein:

  • Viral,
  •  Bakteriell.

Die Mittelohrentzündung kann verursacht sein durch:

 

Risikofaktoren der Mittelohrentzündung bei Kindern

Risikofaktoren sind:

  • Jahreszeit: Herbst-Winter
    • Kälte,
    • Wind.
  • Frühgeborene
  • Kleinkinder, weil sie eine zu kurze Eustachische Tube haben und somit die Ausbreitung einer Infektion wahrscheinlicher ist.
  • Außerdem schnäuzen sich diese Kinder nicht die Nase und somit wird der Schleim nicht ausgestoßen, sondern sammelt sich an und kann bis zum Ohr gelangen.
  • Kinder mit Allergien oder Kinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, können eine Reizung der Eustachischen Tube erleiden.
  • Säuglinge, die nicht gestillt wurden. Muttermilch enthält Antikörper, die bei der Bekämpfung von Infektionen helfen.
  • Flaschenkinder und Kinder, die Milch im Liegen trinken. Die Milch kann in die Eustachische Tube eindringen und das Risiko einer Ohreninfektion erhöhen.

 Mittelohrentzündung

Symptome der akuten Mittelohrentzündung

Jedes Kind kann Symptome anders erfahren, die häufigsten bei Mittelohrentzündung sind jedoch:

  • Ungewöhnliche Reizbarkeit,
  • Schlaf- und Durchschlafstörungen,
  • Sehr starke und klopfende Ohrenschmerzen,
  • Fieber,
  • Tinnitus (Pfeifen oder Summen im Ohr),
  • Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr,
  • Hörschwierigkeit,
  • Gefühl verstopfter Ohren,
  • Sekretionen, die aus dem Ohr austreten, können Juckreiz verursachen, aber dieses Symptom wird gewöhnlich durch eine äußere Ohrenentzündung hervorgerufen.

Nach einer Studie von Stephan Lang und Benjamin Kansy vom Department of Otorhinolaryngology, Head and Neck Surgery, Universitätskrankenhaus Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen, Deutschland, kann das Kind aufgrund der Atemwegsinfektion auch vergrößerte Lymphknoten aufweisen.

Zeichen und Symptome einer akuten Mittelohrentzündung bei Säugling
Obgleich die Geschichte der akuten Mittelohrentzündung je nach Alter variiert, bestehen bei sehr kleinen Kindern einige konstante Anzeichen:
Kleinkinder sprechen nicht, doch es gibt Anzeichen, um zu verstehen, dass das Kind an einer Ohrenentzündung leidet:

Manche Kinder haben Sekretionen aus dem Ohr.

 

Komplikationen der Mittelohrentzündung

Labyrinthitis
Die Labyrinthitis ist eine Entzündung der kreisförmigen Kanäle im Innenohr. Sie kann eine Komplikation der Mittelohrentzündung sein.

Mastoiditis
Die Mastoiditis ist eine Infektion eines knöchernen Fortsatzes am Schläfenbein, das ist der Knochen, der sich hinter dem Ohr befindet.
Zu den Symptomen gehören:

  • Es kann sich im Knochen ein Abszess bilden (Eiteransammlung),
  • Die Haut hinter dem Ohr kann gerötet und sehr schmerzhaft sein.

Um weitere Erkrankungen wie eine Meningitis (Infektion der Hirnhaut) zu vermeiden, ist eine antibiotische Behandlung erforderlich.

Cholesteatom
Das Cholesteatom ist ein epitheliales Gewebe (Haut), das im Mittelohr und im Mastoidknochen wächst.

Anfangs können Sekretionen mit charakteristisch üblem Geruch aus dem Ohr auftreten, das von dem Cholesteatom befallen ist. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich das Cholesteatom im Innern des Mittelohrs vergrößert, kann es führen zu:

  • Völlegefühl oder Druck im Ohr,
  • Hörverlust.
  • Schwindel, der aufgrund der Beteiligung der Gleichgewichtsorgane auf der Seite, auf der sich das Cholesteatom befindet, auftritt.

Komplikationen bei fortgeschrittenem Cholesteatom sind:

  • Beschädigungen der Gehörknöchelchenkette,
  • Mastoiditis,
  • Labyrinthitis,
  • Gehirnhautentzündung,
  • Gehirn- oder Kleinhirnabszess,
  • Thrombophlebitis der endokraniellen Venensinus oder der Vena jugularis interna.
  • Fazialislähmung.

Nachdem die Diagnose dieser Erkrankung gestellt wurde, muss sehr schnell eine Untersuchung durch den Facharzt, einen Hals-Nasen-Ohrenarzt, erfolgen.

 

Diagnose der Mittelohrentzündung

Der Arzt kann eine Infektion des Ohrs anhand der Symptome und klinischen Untersuchung diagnostizieren.

Objektive Untersuchung
Um das Ohr zu beurteilen, muss der Arzt ein Otoskop benutzen. Dieses Instrument hat eine Lichtquelle und eine Lupe am Ende.
Der Arzt führt das Gerät in das Ohr ein, um den Gehörgang und das Trommelfell zu untersuchen.
Es gibt ein Otoskop, mit dem die Beweglichkeit des Trommelfells beurteilt werden kann, das pneumatische Otoskop.

Mit dem pneumatischen Otoskop bläst man Luft gegen das Trommelfell. Wenn sich diese Struktur nicht bewegt, bedeutet das, dass sich dort Flüssigkeit befindet, weshalb es auch zu Flüssigkeitsaustritt kommen kann.

Untersuchung des Ohrs mit dem Otoskop
Das Trommelfell ist zart und halbdurchsichtig, es hat einen Rand, den sogenannten Anulus fibrosus.
Mit dem Otoskop sieht man als einzigen Knochen den Hammergriff, weil er in das Trommelfell integriert ist.
Den langen Fortsatz des Amboss kann man sehen, wenn die Trommelfellmembran:

  1. Vollkommen durchsichtig ist,
  2. Nicht entzündet ist,
  3. Keine Verkalkungen aufweist.

Unter physiologischen Bedingungen sieht man den Steigbügel nicht.
Das Licht aus dem Otoskop verursacht die Bildung eines leuchtenden Dreiecks, dies beeinträchtigt jedoch nicht die Darstellung des Ohres.
Das Trommelfell liegt nicht exakt vertikal, sondern ist schräg:

  • Von oben nach unten,
  • Von außen nach innen.

Der Hammer ist von oben nach unten und von vorn nach hinten geneigt.

4-Trommelfell-Quadranten

Das Trommelfell ist in vier Quadranten unterteilt:

  • Eine Linie entlang des Hammergriffs (schräg),
  • Die andere senkrecht dazu.

Trommelfell

Auf diese Weise bilden sich vier Quadranten:

  • Vorderer-oberer,
  • Vorderer-unterer,
  • Hinterer-oberer,
  • Hinterer-unterer.

Das Trommelfell ähnelt einem Schirm: es ist etwas schräg und hat eine Einbuchtung.

Es wird gebildet von:

  • Einem straffen Teil,
  • Einem schlaffen Teil.

Der straffe Teil hat eine größere Oberfläche, der schlaffe Teil ist kleiner und befindet sich im oberen Bereich, über dem kurzen Fortsatz des Hammers.
Der straffe und der schlaffe Teil haben eine unterschiedliche Zusammensetzung und Struktur.
Der schlaffe Teil wird nur von zwei Schichten gebildet:

  • Haut,
  • Atemwegsschleimhaut.

Es fehlt die Faserschicht, daher ist er elastischer und beweglicher.
Der straffe Teil besteht aus drei Schichten:

  • Eine sehr feine äußere Hautschicht (die Haut des äußeren Gehörgangs, die sich auf dem Trommelfell fortsetzt);
  • Eine fibröse Schicht zur Stütze, die besteht aus Bindegewebe und Fasern besteht, die in verschiedene Richtungen führen (kreisförmig, radial usw.). Diese Schicht ist sehr robust.
  • Eine innere Schicht (in der Paukenhöhle oder im Mittelohr), die von einer Schleimhaut vom Respirationstyp gebildet wird, das heißt von einem pseudogeschichteten zylindrischen respiratorischen Epithel.

Wenn der Patient während der otoskopischen Untersuchung den Mund geschlossen hat, die Nase zuhält und dagegen bläst, kann man die Bewegung des Trommelfells beobachten.
Die Bewertung dieser Bewegung ist wichtig um festzustellen, ob die Eustachische Tube korrekt funktioniert.
Dies ist zum Druckausgleich beim Fliegen oder Tauchen sehr wichtig.
Beobachtet man bei einem Patienten das Trommelfell nach einer Trommelfellrekonstruktion durch den Ohrenspiegel, sieht man den völligen Verlust:

  • Der Erkennungspunkte des Trommelfells (Referenzpunkte),
  • Der normalen Anatomie.

Bei der Ohrenspiegelung ist der Gebrauch des größtmöglichen Otoskops für den entsprechenden Gehörgang, um zu ermöglichen, dass:

  • Mehr Licht ins Innere gelangt,
  • Die Sicht besser ist.

 

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