Osteochondrose der Wirbelsäule und Osteochondrosis dissecans

Was ist Osteochondrose?

Eine Osteochondrose oder aseptische Knochennekrose ist eine Erkrankung, die Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase trifft (z.B. der Morbus Osgood-Schlatter); die Knochenenden verlängern sich durch den Zuwachs der in den Epiphysen und Diaphysen enthaltenen Knochenkerne.
In dieser Phase können am Knochen und am Knorpel Nekrosen- und Degenerationsphänomene auftreten, die als Osteochondrose bezeichnet werden (osteo = Knochen, chondro = Knorpel).
Im zweiten Krankheitsstadium findet eine Deformierung des Ossifikationskerns statt und die Heilung erfolgt schließlich durch die stufenweise Absorbierung der Nekrose.

Wenn die Ausdehn- und Wachstumsphase des Knochens abgeschlossen ist, wird das schwache Knorpelgewebe durch hartes, widerstandsfähiges Knochengewebe ersetzt und die Krankheit heilt von allein.
Betroffen sind vor allem Kinder männlichen Geschlechts zwischen dem 4. und 13. Lebensjahr; ein beidseitiges Auftreten ist möglich.

 

Was sind die Ursachen für Osteochondrose?

Haglund-Syndrom
Haglund-Syndrom

Die Ursache für Osteochondrose ist unklar, es wird vermutet, dass eine Durchblutungsstörung vorliegt, die eine Minderversorgung des Gewebes mit Blut (Ischämie) verursacht.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Erkrankung durch hormonelle Veranlagung und wiederholte Mikroverletzungen ausgelöst wird.

 

Welche Formen der Osteochondrose können je nach betroffenem Gelenk auftreten?

Osteochondrose der Ferse oder Haglund-Syndrom

Das Haglund-Syndrom ist eine Degeneration des hinteren Knochenfortsatzes (Apophyse) des Fersenbeins in der Region des Achillessehnenansatzes.
Zu den Betroffenen gehören vorwiegend Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die laufintensiven Sport betreiben, wie beispielsweise Fußball.
Die Ursache liegt im falschen Aufsetzen des Fußes, in der Regel handelt es sich um einen Hohl- oder Plattfuß, oder es wird unzweckmäßiges Schuhwerk verwendet.
Typische Symptome sind Schmerzen beim Gehen und dadurch bedingtes Hinken.
Die Diagnose erfolgt mit Hilfe einer Röntgenaufnahme, die den Kernzuwachs an der Ferse anzeigt.
Der gutartige Krankheitsverlauf erstreckt sich etwa über ein Jahr und bringt keine physischen Auswirkungen oder Verformungen mit sich, aber wenn akute Schmerzen auftreten, sollten sportliche Aktivitäten eingestellt und Einlagen verwendet werden, die für ein homogeneres Aufsetzen des Fußes sorgen.

 

 Morbus Osgood-Schlatter?

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CT von einem Knie mit Osgood-Schlatter-Krankheit.

Der “Morbus Osgood-Schlatter” ist eine Apophysitis des vorderen Schienbeins, das heißt eine Entzündung der Schienbeinbeule (Tuberositas tibiae) an der Stelle, wo das Kniescheibenband (Patellasehne) ansetzt.
Die Erkrankung wird zu den juvenilen Osteochondrosen gerechnet, weil Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren betroffen sind, wesentlich häufiger Jungen als Mädchen (das Verhältnis liegt etwa bei 3:1).
In der Mehrzahl der Fälle sind Patienten der Osgood-Schlatter-Krankheit Sportler, vor allem Fußball-, Volleyballspieler und Läufer.
Jedes Mal, wenn das Knie beim Laufen oder Springen gestreckt wird, erfolgt eine heftige Anspannung der Oberschenkelmuskulatur, wodurch ein starker Impuls auf die Patellasehne ausgeübt wird; diese entlädt die Spannung auf die Schienbeinbeule.
Bei Jugendlichen ist die Ossifikation der Schienbeinbeule noch nicht abgeschlossen, deshalb ist die Patellasehne am weniger robusten Knorpel befestigt; die Kniescheibensehne übt eine Zugspannung auf den Knochenvorsprung des Schienbeins aus und verursacht Mikrofrakturen im Knorpelgewebe, wodurch eine Entzündung entsteht.
Bei abgeschlossener Wachstumsphase hat sich der Knorpel vollkommen ossifiziert (verknöchert) und es können keine Schäden am Sehnenansatz mehr entstehen.
Die Osgood-Schlatter-Krankheit kann zur Bildung eines Höckers vorn an der Schienbeinbeule führen.
Sie kann einseitig an einem Knie oder an beiden Knien auftreten.

 

Was sind die Symptome der Osgood-Schlatter-Krankheit?

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Morbus Osgood-Schlatter mit Fragmentation des Knochenkernbereichs an der Schienbeinbeule.

Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen im Ansatzbereich der Patellasehne am Schienbein; hier kann sich ein Ödem oder eine Schwellung bilden.
Es liegt eine relativ schwere Funktionseinschränkung vor, weil jugendliche Sportler betroffen sind und ihre Lebensqualität somit erheblich beeinträchtigt wird.
Der junge Patient kann nicht wie gewohnt Fußball spielen und in der akuten Schmerzphase ist auch das Gehen und Treppensteigen schmerzhaft.
Die Symptome bessern sich in Ruhe oder verschwinden ganz.

 

Wie erfolgt die Diagnose des Morbus Osgood-Schlatter?

Der Arzt befragt den Patienten zu seiner Krankenvorgeschichte (Anamnese) und führt eine Untersuchung durch, bei der ein Abtasten (Palpation) des schmerzhaften Bereichs erfolgt; anhand von Muskeltests kann herausgefunden werden, welche Bewegungen den Schmerz verstärken.
Handelt es sich um einen Patienten, der noch keine 15 Jahre alt ist, über Schmerzen an der Schienbeinbeule klagt, die außerdem eine Schwellung aufweist, ist der Verdacht auf die Osgood-Schlatter-Krankheit mehr als begründet.
Zur den Differenzialdiagnosen gehören Frakturen oder Mikrofrakturen des Schienbeins, Entzündung des zwischen Kniescheibe und Schienbein liegenden Schleimbeutels (Bursa infrapatellaris), Osteochondrosis dissecans, Morbus Sinding-Larsen-Johansson, auch wenn dieser sehr selten auftritt.

 

Welche bildgebenden Diagnoseverfahren werden beim Morbus Osgood-Schlatter eingesetzt?

Zur Stützung der Diagnose kann der Arzt eine Röntgenuntersuchung ansetzen, die den Zustand des Knorpels anzeigt; eine Fragmentierung oder unregelmäßige Knochenbildung (Ossifikation) des Knochenvorsprungs am Schienbein lässt sich gut erkennen.

 

Welche Therapie empfiehlt sich beim Morbus Osgood-Schlatter?

Zu den Sofortmaßnahmen bei der Osgood-Schlatter-Krankheit gehören Ruhigstellung und Kältebehandlung (Eis).
Leider besteht die Erkrankung in einem Knorpelschaden und es gibt keine Medikamente oder elektromedizinischen Geräte, die diesen beheben könnten, aber sie können Entzündung und Schmerzen lindern.
Der Wachstumsknorpel ossifiziert mit der Zeit, das heißt er verknöchert, wodurch die Erkrankung innerhalb von 2-3 Jahren von selbst heilt.
Möchte der Patient weiter Sport treiben, kann er versuchen die Sehne mit einer Kniescheibenstütze oder –bandage zu entlasten, die etwa 2 cm oberhalb der Schienbeinbeule angelegt wird.
Eine Stärkung der Muskeln ist sinnlos und kann im Gegenteil schädlich sein, weil der Druck auf die Apophyse des Schienbeins erhöht und die Kraft des bereits überentwickelten Quadrizeps gesteigert würde.

 

• Morbus Perthes

Der Morbus Perthes ist eine aseptische Knochennekrose des körpermittenahen (proximalen) Oberschenkelknochenendes und kommt von allen Osteochondrosen am häufigsten vor, besonders bei Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 13 Jahren.
Zu den Symptomen gehören: Schmerzen beim Abtasten auf Höhe der Hüfte mit möglicher Ausstrahlung bis zum Knie, Hinken, Muskelschwäche des Quadrizeps, Schwellung und Extremität in Außenrotation und Adduktion.
Tritt die Krankheit einseitig auf, könnte die Dicke des Ossifikationskerns am Knochenende im Vergleich zur gesunden Seite geringer sein.
Ein Teil des Ossifikationskerns ist durch Nekrose der Knochenbälkchen geprägt; das Röntgenbild zeigt hier dunklere und hellere Stellen an, während die Magnetresonanz den Schaden genauer darstellt.
Die Prognose ist in der Regel günstig, aber in einigen Fällen entwickelt sich der Oberschenkelknochen nicht richtig, wächst weniger und die Extremität bleibt kürzer.
Die Behandlung sieht Physiotherapie und Prävention vor, um die Symptome zu lindern und eine frühzeitige Hüftarthrose zu vermeiden, sowie einen Tutor zur Entlastung der erkrankten Hüfte und in den schwereren Fällen einen chirurgischen Eingriff (Osteotomie).

 

• Morbus Köhler I

Der Morbus Köhler I ist eine relativ selten auftretende Osteochondrose des Kahnbeins (Os naviculare) der Fußwurzel; er besteht in der Abflachung des Knochens und Entwicklung von Regionen mit erhöhter Kalziumdichte und nekrotischen Stellen.
Betroffen sind vorwiegend junge Mädchen.
Symptome sind Schmerzen am Innenfuß und dadurch bedingtes Hinken.
Die Diagnose erfolgt klinisch aufgrund des Alters, der Anamnese und der Symptome.
In der Regel lässt der Arzt ein Röntgenbild erstellen, das den Zustand des Knochens anzeigt.
Der Verlauf der Erkrankung ist in der Regel gutartig, die Symptome verschwinden innerhalb von ungefähr 2 Jahren, in den akuten Phasen empfiehlt sich ein Gipsverband oder eine Bandage.

 

• Morbus Köhler II

Der Morbus Köhler II bezeichnet die proximale Osteochondrose des zweiten Mittelfußknochens; die Symptome entsprechen denen des Morbus Köhler I, das Röntgenzeichen ist die Abflachung des zweiten Mittelfußknochenkopfes mit erhöhter Kalziumdichte.
Die Behandlung besteht in der Verwendung einer orthopädischen Einlage, die das Quergewölbe des Fußes entlastet.

 

• Scheuermann-Krankheit

Diese Erkrankung betrifft die Wirbelsäule, das typische Alter für das Auftreten liegt zwischen 10 und 14 Jahren; es sind vorwiegend große und dünne Jungen betroffen.
Der Morbus Scheuermann befällt die Knorpelkerne der Wirbel und verursacht eine Nekrose; auf diese Weise wird der Wachstumsprozess des Wirbels nicht beendet.
Es entsteht eine Deformation in Form einer übermäßigen Kyphose, also ein Rundrücken.
Die Diagnose erfolgt durch Röntgenaufnahme, die die Wirbel mit unregelmäßigem Rand und einer Keilform anzeigt, wobei die vordere Seite flacher ist als die hintere.
Die Scheuermann-Krankheit ist asymptomatisch.
Die Behandlung besteht in Übungen zur Stärkung und Dehnung der Bauchmuskulatur; der Orthopäde kann eventuell zur Haltungskorrektur das Tragen eines Korsetts empfehlen.

 

• Osteochondrosis dissecans

Die Osteochondrosis dissecans ist eine Knochennekrose in einem kleinen Bereich der Knorpelschicht und des subchondralen Knochens.
Oberschenkelknochen und Schienbein gehören zu den am häufigsten betroffen Knochen, im Bereich zwischen den beiden Femurkondylen, aber auch auf Höhe des Sprunggelenks.
Die Patienten sind vorwiegend Jungen zwischen 8 und 15 Jahren, aber auch Erwachsene.
In der Spätphase der Erkrankung löst sich der Teil des nekrotischen Kerns und bewegt sich frei im Gelenk (Gelenkmaus).
Die Ursache ist unbekannt, aber man vermutet einen traumatischen Ursprung oder wiederholte Mikrotraumata, auch wenn die Erkrankung plötzlich auftreten kann.
Für eine sichere Diagnose eignen sich vor allem Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).
Die Symptome sind Schmerzen, Ödem, verminderte Beweglichkeit und mit der Zeit ein zurückgebildeter Quadrizepsmuskel (Hypotrophie).
Im ersten Stadium empfehlen sich Physiotherapie und Bandage, die Symptome verschwinden oft ganz plötzlich.
Bei fortgeschrittener Krankheit erfolgt eine operative Behandlung zur Befestigung des Ossifikationskerns mit resorbierbaren Schrauben; hat sich der Kern vollständig gelöst, muss er entfernt werden.
Am Ende des Eingriffs bringt der Chirurg kleine Perforationen in den Teil des Knochens ein, der nicht von Knorpel bedeckt ist, um die Bildung von Fasergewebe anstelle des Gelenkknorpels zu begünstigen.

 

• Morbus Calvé

Diese äußerst selten vorkommende Erkrankung betrifft die Wirbelsäule und besteht in der Abflachung der Wirbelkörper (Vertebra plana).
Hauptsächlich befallen ist der Wirbel L1 und in der Regel ist nur ein Knochen betroffen.
Die Diagnose erfolgt durch Röntgenbild, die die Wirbelverformung und Knochensklerose anzeigt.
Die Betroffenen sind in der Regel Kinder und Jugendliche männlichen Geschlechts in einem Alter zwischen 3 und 15 Jahren mit magerer Statur.
Der Morbus Calvé ist normalerweise asymptomatisch, kann aber Schmerzen in der erkrankten Region aufweisen.
Orthopäden empfehlen als Behandlungsmaßnahme das Tragen eines Korsetts.

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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