Geschwollene Hände

Geschwollene Hände sind ein Zeichen für angesammelte Flüssigkeit oder eine Entzündung in den Gewebestrukturen oder Gelenken der Hand.
Die Schwellung der Hand wird auch als Handödem bezeichnet und kann durch schwere Infektionen, Gewalteinwirkung und andere Krankheitsprozesse hervorgerufen werden.

Eine geschwollene Hand verursacht immer Schmerzen, es kann überschüssige Flüssigkeit eingelagert sein, ohne dass eine Entzündung vorliegt.

Die Schwellung kann plötzlich auftreten oder langsam zunehmen.

 

Ursachen für geschwollene Hände

Es gibt viele Erkrankungen, die Schmerzen oder Beschwerden, Schwellung, Probleme beim Zupacken und eine Überwärmung der Hände verursachen.

Infektion
Eine Infektion kann die Ursache für eine geschwollene Hand sein.
Eine Phlegmone beispielsweise ist eine schwerwiegende Bakterieninfektion der Haut, die zu Rötung, Schmerzen, Schwellung und Überwärmung führt.
Die Infektion kann auf Lymphknoten und Blut übergehen und einen tödlichen Ausgang nehmen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Giftefeu, Gifteiche und Sumach
Das in Giftefeu, Gifteiche und Sumach enthaltene Toxin kann einen allergischen Hautausschlag und juckende Bläschen verursachen.

Abszess
Ein Hautabszess oder Furunkel ist ein geschwollener, schmerzhafter, roter und überwärmter Hautknoten, der zerplatzen und Eiter freisetzen kann.

Angioödem
Ein Angioödem ist eine Schwellung unter der Haut, die vorwiegend an Augen und Lippen auftritt.

Frostbeulen
Frostbeulen betreffen die Haut und das darunterliegende Gewebe, sie entstehen durch Kälteeinwirkung.
Die Haut wird sehr kalt, kribbelt, verhärtet und rötet sich. In der Regel sind die Extremitäten und weniger durchblutete Körperregionen betroffen, wie Finger und Zehen, Nase, Ohren, Wangen und Kinn.

Insektenstiche
Rötung, Schwellung, Schmerzen, Juckreiz und Pickel sind die häufigsten Symptome bei Insektenstichen.

Verätzung
Eine Verätzung kann Blasen hervorrufen sowie Symptome, die von Brennen und Schmerzen bis zu Atemnot reichen.

Verbrennung
Verbrennungen werden durch übermäßige Hitzeeinwirkung verursacht und können zu Schmerzen, Schwellung, Hautveränderungen und Blasenbildung führen, abhängig vom Schweregrad der Verbrennung.

 

Traumen und Verletzungen an Händen und Fingern

Verletzungen der Hand sind eine weitere häufige Entzündungsursache. Die Läsionen können auch zu einer Flüssigkeitsansammlung in der verletzten Region führen und somit ein Ödem hervorrufen.
Auch nach Verstauchung, Riss, Knochenbruch, Verrenkung oder Quetschung macht sich eine Schwellung der Hand bemerkbar.
Dabei entsteht eine Prellung oder ein Bluterguss, die Hand schmerzt und ändert ihre Farbe; sie wird erst rot, dann violett, blau oder schwarz, später gelb und ist schließlich grünlich gefärbt.

Handfraktur
Ein gebrochener Handknochen ist nichts Seltenes, er kann Schmerzen, Schwellung und blaue Flecken hervorrufen.

Osteomyelitis
Die Osteomyelitis ist eine infektiöse Knochenentzündung, die durch  Schmerzen, Schwellung und Rötung begleitet wird.

Tendinitis
Eine Tendinitis ist die Entzündung einer Sehne; wenn sie am Ende einer Gliedmaße auftritt, kann eine Schwellung an Hand oder Fuß sichtbar sein; es kommt dagegen äußerst selten vor, dass Schulter, Knie oder Ellbogen wegen einer Sehnenentzündung anschwellen.
Eine Sehnenentzündung kann akut aufgrund eines Traumas oder infolge einer großen Kraftanstrengung auftreten (z.B. Festziehen einer Schraube).

Arthrose
Eine Hand-Arthrose tritt dann auf, wenn eine Beschädigung des Gelenkknorpels vorliegt, was Schmerzen, Steifigkeit und Schwellung hervorruft.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen.

Arthritis
Arthritis ist eine Erkrankung, die zu einem Anschwellen der Hände führen kann.
Zu den Symptomen einer Arthritis gehören Schwellung, schmerzende Hände und Gelenke.
Der Arzt kann Röntgenaufnahmen und Untersuchungen durchführen, um festzustellen, welcher Typ von Arthritis die Symptome verursacht, um dann die angemessene Behandlungsform festlegen zu können.
Die juvenile idiopathische Arthritis trifft Kinder und Jugendliche.

Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, die in der Regel die Hände betrifft und Steifigkeit, Schmerzen, Schwellung und Verformungen mit sich bringt.

Medikamente, die geschwollene Hände verursachen können
Der Arzt muss wissen, welche Medikamente und Behandlungen gerade angewandt werden: rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel sowie Heilpflanzen und alternative Behandlungsformen.
Folgende Medikamente können eine mögliche Ursache für geschwollene Hände sein:

  • trizyklische Antidepressiva
  • Diabetes-Medikamente
  • Arzneimittel gegen Bluthochdruck
  • Hormontherapie in den Wechseljahren
  • Kortisonmittel
  • Calciumantagonisten und gefäßerweiternde Medikamente können Ödeme verursachen

Organische Erkrankungen
Geschwollene Hände können infolge einer organischen Erkrankung entstehen. Nierenerkrankungen können für die Schwellung verantwortlich sein, weil der Körper die überschüssige Flüssigkeit nicht abgeben kann; in der Regel schwellen in diesem Fall jedoch häufiger die Beine als die Hände an.
Das lymphatische System hilft dabei, den Körper von Flüssigkeit und Schwellung zu befreien, die auftreten können, wenn das System durch Krebs oder andere Gesundheitsprobleme geschwächt ist.

Tätigkeit und Untätigkeit können geschwollene Hände verursachen
Durch langes Sitzen in derselben Position kann ein leichtes Ödem entstehen.
Auch nach einem intensiven Training lässt sich häufig eine Schwellung der Hand beobachten, denn durch den Fluss des Blutes zu Herz, Lungen und Muskeln nimmt die Blutversorgung in den Händen ab.
Schwitzen führt zu einem Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen im Körper und kann die Schwellung der Hände verstärken.

Natrium
Eine zu hohe oder geringe Konzentration von Natrium kann eine weitere Ursache für geschwollene Hände sein.
Übermäßiger Salzgenuss kann dazu führen, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen entweicht und in die umliegenden Gewebe fliesst. Wenn zu viel Wasser getrunken wird, vor allem bei Ausdauersportarten wie Marathon, kann sich die Natriumkonzentration verdünnen und ein Elektrolyt-Ungleichgewicht entstehen, was als Hyponatriämie bezeichnet wird.
Eines der Anzeichen für Natriummangel ist eine Schwellung, auch wenn andere Zeichen, wie Verwirrtheit oder Erbrechen, wohlmöglich deutlicher hervorstechen.

 

Weitere Ursachen:

  1. Trauma
  2. Tumor
  3. Fettleibigkeit
  4. Krankheiten der Schilddrüse wie Schilddrüsenüberfunktion

 

Schwellung in bestimmten Umständen

Geschwollene Hände in der Schwangerschaft
Die Hände können während einer Schwangerschaft oder als prämenstruelles Symptom anschwellen. Schwangere oder unter prämenstruellem Syndrom leidende Frauen lagern überall im Körper Wasser ein.
Die Schwellung kann besonders in der Schwangerschaft recht deutlich ausfallen, weil der Körper die Blut- und Flüssigkeitsmenge um etwa 50% erhöht.
Die betroffenen Frauen beklagen häufig auch ein Kribbeln in den Fingern.
Ebenso können die Füße aufgrund einer Schwangerschaft anschwellen, besonders im achten und neunten Monat.
In der Woche vor der Monatsblutung ist die Ansammlung von Flüssigkeit im Körper und in den Händen ganz normal.

Schwellung mit Juckreiz und roten Flecken
Als Ursachen für geschwollene, trockene Hände mit rot fleckigem Hautauschlag kommt ein allergisches Kontaktekzem infrage, das heißt eine entzündliche Reaktion auf ein Allergen.
Zu den allergischen Reaktionen, die Flüssigkeitsansammlung und Hautrötung verursachen können, zählen außerdem Nesselsucht und Angioödem.

Nächtliche Handschwellung
Geschwollene Hände im Bett sind selten, können aber bei einer unnatürlichen Schlafhaltung entstehen, wenn der Arm übermäßigem Druck ausgesetzt ist.

Geschwollene Hände im Winter
Das Raynaud-Phänomen ist bei kaltem Klima eine häufige Ursache für geschwollene, kalte, gefühllose, weiße oder bläuliche Hände.
Die Ursache ist eine Störung der Blutgefäße.

Vergrößerte Hände
Hände können aus folgenden Gründen größer werden, ohne notwendigerweise geschwollen zu sein:
Akromegalie verursacht statt einer Schwellung eine Vergrößerung der Hand.

  • Riesenwuchs (Gigantismus)
  • Fettleibigkeit
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Manuelle Arbeiten: Wachstum von Muskeln, Knochen und Bindegewebe der Hände

 

Behandlung von geschwollenen Händen

Eine der wichtigsten Maßnahmen der Ernährungsumstellung zur Behandlung von geschwollenen Händen und Füßen besteht darin, die Natriumzufuhr zu reduzieren.
Weniger Tafelsalz verwenden und kontrollieren, wie viel Natrium in  abgepacktem Essen (z.B. Snacks) enthalten ist.
Nahrungsalternativen mit wenig Natrium auswählen.
Die Salzaufnahme durch Essen lässt sich leicht vermindern, indem Chips und Popcorn durch frisches und Obst und Gemüse ersetzt werden.

 

Selbsthilfe bei geschwollenen Händen

Wasser trinken
Es ist falsch zu glauben, dass die Einlagerung von Flüssigkeit durch das Trinken von Wasser verstärkt wird.
Im Gegenteil sollte möglichst viel getrunken werden, um die Ausschwemmung der angesammelten Flüssigkeit zu begünstigen.

Dehnübungen für die Hände und wiederholtes Drücken der Finger regt die Durchblutung der betroffenen Region an, was ein Abschwellen begünstigt.
Im Sommer nimmt die Schwellung der Hände meist zu und es kann Probleme bereiten, einen Ring vom Finger zu ziehen; in diesem Fall empfiehlt es sich, die Hände nach oben zu strecken und die Finger mehrmals zu einer Faust zu schließen und wieder zu öffnen.
Ein anderer, einfacher Trick besteht darin, beim Gehen die Hände zu bewegen.
Es ist kein Grund zur Besorgnis, wenn die Hände und Finger morgens beim Aufwachen geschwollen sind; daran kann eine ungewöhnliche Schlafposition schuld sein.
Der Betroffene sollte Ruhe bewahren und die Hände eine Weile hoch halten, um die Schwellung zu lindern.

Es ist bekannt, dass übermäßige Salzaufnahme bei einem gesunden Erwachsenen zu einem Anschwellen der Hände und Finger führen kann. Deshalb sollte bei der täglichen Ernährung die Natriumzufuhr reduziert werden; die Einhaltung der empfohlenen Mindestmenge wird helfen, das Ödem zu verkleinern.
Wenn Alkoholkonsum die Hauptursache für geschwollene Hände und Finger ist, ist der Verzicht auf alkoholische Getränke die einzige Möglichkeit, die Wasserretension abzubauen. Den Alkohol durch Wasser ersetzen – das ist der richtige Weg, um geschwollene Hände von Alkoholikern zu behandeln.
Nach den Selbsthilfemaßnahmen hat sich die Wassereinlagerung in den Händen wahrscheinlich schon erheblich verringert.
Wenn die Schwellung der Hand jedoch ohne ersichtlichen Grund auftritt und länger als zwei Tage anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

Nützliche Tipps

Physiotherapie

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Wasser-Ultraschall

Die Physiotherapie kann helfen, Entzündung und Schwellung zu lindern; allgemein eignen sich dazu vor allem Laserbehandlung und Wasser-Ultraschall; wenn dagegen eine Prellung vorliegt, zeigt die Tecar-Therapie die besten Ergebnisse.

1-  Mindestens 2 Liter Wasser täglich trinken. Auf diese Weise werden die Toxine aus dem Blut gespült, was die Handschwellung reduziert.
2- Füße und Hände hochlegen. Die Füße beim Sitzen auf eine Fußbank legen; sie sollten oberhalb des Herzens positioniert sein. Die Hände auf ein Kissen betten, so dass sie oberhalb der Arme liegen.
3- Elastische Strümpfe und Handschuhe tragen. Diese therapeutischen Mittel werden auch als Kompressionsstrümpfe bzw. –handschuhe bezeichnet; sie regen die Blutzirkulation in Händen und Füßen an, wodurch das Abschwellen unterstützt wird.
Werden Handgelenk und Hand durch einen elastischen Handschuh zusammengedrückt, kann die Flüssigkeitsansammlung in der betreffenden Region verhindert werden.
Die Handschuhe müssen eng anliegen, dürfen aber nicht so straff sein, dass die Blutversorgung der Finger abgeschnürt wird.
4- Handmassage. Die Massage regt die Blutzirkulation in Händen und Füßen an und kann von einem Freund ausgeführt werden.
Auch die Zirkulation der überschüssigen Flüssigkeit wird begünstigt.
Durch die Handmassage kann die Flüssigkeit in der Hand reduziert werden. Wenn sportliche Aktivitäten und Massage Schmerzen bereiten, kann der Patient die Behandlung nach einem heißen Bad wohlmöglich leichter ertragen.
5- Eiskühlung von Händen und Füßen. Eis begünstigt die Abschwellung. Die geschwollene Stelle für 10 Minuten mit einem Eispack kühlen, danach 10  Minuten abwarten. Diesen Wechsel dreimal durchführen.
Achtung: Eis darf nicht direkt auf die Haut aufgebracht werden, weil es Kälteverbrennungen verursacht; stets ein Tuch dazwischen legen.
6- Ausgewogene Ernährungsweise. Viel frisches Obst und Gemüse essen.
Gesunde Menschen haben einen korrekt funktionierenden Blutkreislauf, die Hände sind somit weniger geschwollen.
7- Salz, Alkohol und Koffein reduzieren, weil sie die Schwellung verstärken.
8- Sportliche Aktivitäten in den Alltag einbauen. Regelmäßiger Sport verringert bewiesenermaßen eine Schwellung an Händen und Füßen.
Dehn- und Ausdauerübungen für die Muskeln von Hand und Handgelenk können helfen, die überschüssige Flüssigkeit zum Herz zu pumpen.
9- Hand in Salzwasser tauchen, auf diese Weise kann die Flüssigkeit aus den Hautporen austreten.
Das lauwarme Wasser muss eine gewisse Menge an Salz enthalten, damit das Prinzip der Osmose genutzt werden kann.
Das Handbad sollte mindestens 20 Minuten dauern.

Medikamente
Entzündungshemmende, nichtsteroidale Medikamente ohne Rezeptpflicht, wie Aspirin und Ibuprofen, können wirksam zur Linderung von Schmerzen, Entzündung und Schwellung eingesetzt werden.

 

Kälte oder Wärme für ein Abschwellen der Hände?

In den ersten 48 Stunden nach einer Verletzung sollte alles vermieden werden, was die Schwellung verstärken könnte, dazu gehören heiße Dusche, Whirlpool, warme Umschläge oder alkoholische Getränke.
Nach 48-72 Stunden, wenn die Schwellung abgeklungen ist, helfen Wärme und sanfte Gymnastik, unterstützt durch eine feuchte Wärmequelle, die Beweglichkeit zurückzuerlangen. Einige Experten empfehlen Wechselbäder, dabei wird die Hand abwechselnd je 30 Sekunden lang erst in warmes und dann in kaltes Wasser getaucht.

Selbstbehandlung bei einer leichten Hand- oder Handgelenksverletzung
Die Eigenbehandlung kann helfen, Schmerzen, Schwellung und Steifigkeit zu lindern.
Hand- und Fingerschmuck, wie Ringe und Armbänder, sollten sofort nach der Verletzung abgelegt werden; wenn die Schwellung fortschreitet, wird das Abziehen des Schmucks zusehends problematischer.
Zum Lindern von Schmerzen und Schwellung die PECH-Regel befolgen: Pause, Eis, Compression und Hochlage.
Sie verletzte Hand solle in den ersten 24 Stunden nach dem Unfall möglichst nicht benutzt werden.
Ein elastischer Verband kann ein übermäßiges Anschwellen verhindern; außerdem wird die Hand auf diese Weise eher geschont.
Eine Handgelenksbandage gibt einem verletzten Handgelenk Halt.
Man sollte einen Arzt befragen, ob es sinnvoll ist, Bandage oder Verband länger als 48-72 Stunden zu tragen.
Die verletzte Region sanft massieren, um die Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern; nicht massieren, wenn Schmerzen auftreten.