Erythema nodosum oder Knotenrose

Das Erythema nodosum ist eine rheumatische Erkrankung, die die Haut betrifft und durch rote Knötchen an den Streckseiten der Unterschenkel charakterisiert ist, selten an Oberschenkeln und Unterarmen auftritt.
Es handelt sich um eine Art Pannikulitis, eine Entzündung des Unterhautfettgewebes.
Das Erythema nodosum kann von selbst innerhalb von drei bis sechs Wochen wieder vergehen.

Nach Abklingen kann es vorübergehend einen lividen Aspekt oder eine bleibende Aussparung in der Haut, unter der die Fettschicht betroffen war, hinterlassen.
Das chronische Erythema nodosum ist eine Erkrankung, bei der sich die Läsionen für einige Wochen oder Monate überall bilden können.
Besteht die Erkrankung jedoch über Jahre, dann handelt es sich um einen anderen Krankheitstyp.
Das Erythema nodosum mit chronisch intermittierenden Schüben kann mit oder ohne eine Grunderkrankung auftreten.

 

Wer ist betroffen vom Erythema nodosum?

Die meisten Fälle von Erythema nodosum treten im Alter von 20 bis 45 Jahren auf, mit einem Höhepunkt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.
Selten sind ältere Menschen oder Kinder betroffen.
Die Häufigkeit bei erwachsenen Frauen ist 3- bis 6-mal größer als bei erwachsenen Männern.
Vor der Pubertät spielt das Geschlecht keine Rolle.
Die meisten Menschen mit Erythema nodosum sind vor Beginn der Erkrankung gesund, oft liegt jedoch eine akute Infektion oder eine andere Krankheit zugrunde.

 

Was sind die Ursachen des Erythema nodosum?

Das Erythema nodosum scheint eine Überempfindlichkeitsreaktion mit verschiedenen Ursachen zu sein.
Die häufigsten Ursachen des Erythema nodosum sind:
1. Halsentzündung; diese kann durch Streptokokken oder ein Virus verursacht sein.
2. Sarkoidose; bei der Sarkoidose ist das Erythema nodosum oft vergesellschaftet mit vergrößerten Lymphknoten (Hiluslymphknoten) im Brustraum.
Dieses Phänomen ist als Löfgren-Syndrom bekannt.
Es handelt sich um eine Lungenerkrankung, die zu trockenem Husten und Atemnot führen kann.
3. Tuberkulose (TBC): das Erythema nodosum kann sich als Primärinfektion bei TBC darstellen.
Tuberkulose kann auch ein Erythema induratum (Bazin-Krankheit) verursachen, charakterisiert durch Hautausschläge, die ulzerieren können und sich im Wadenbereich befinden.
4. Antibabypille; ein Erythema nodosum kann nach den ersten 2 oder 3 Antipbabypillen-Zyklen auftreten.
5. Schwangerschaft; ein Erythema nodosum kann bei schwangeren Frauen auftreten, vergeht dann aber nach der Geburt des Kindes wieder.
Es kann bei einer weiteren Schwangerschaft erneut auftreten.


6. Andere Medikamente; einige Medikamente können ein Erythema nodosum verursachen, unter diesen sind: Sulfonamide, Salizylate, entzündungshemmende Pharmaka (NSAP), Brom, Iodide und Goldsalze.
7. Entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn).
8. Behçet-Krankheit, die auch Aphten im Mund, Psoriasisarthritis und Augenerkrankungen (Uveitis und Konjunktivitis) verursacht.
9. Manche Tumore, darunter Lymphom und Leukämie, können die Erkrankung auslösen.
10. Das Zytomegalievirus, die Mononukleose und Hepatitis B sowie andere Erkrankungen.
11. Idiopathische Krankheiten, denn manchmal ist die Ursache unbekannt.

Das Erythema nodosum leprosum ist eine besondere Variante, die Personen betreffen kann, die sich wegen Lepra in Behandlung befinden.

 

Was sind die Symptome des Erythema nodosum?

Grippeähnliche Symptome
1. Ehe die Knötchen erscheinen, tritt wenige Wochen zuvor ein allgemeines Krankheitsgefühl ein.
2. Man kann Fieber, Husten und auch Gewichtsverlust in dieser Zeit beobachten.
3. Patienten berichten über Gelenkschmerzen, Steifigkeit und allgemeine Beschwerden in den unteren Extremitäten. Gelenke können anschwellen.
Knöchelgelenke, Knie und Handgelenke sind häufig betroffen, andere beteiligte Gelenke sind: Hände, Ellbogen, Schultern und Füße.
4. Die Schmerzen an den Beinen und Gelenken können einige Wochen oder Monate nach Erscheinen der Knötchen andauern.

Schmerzende Knötchen
Die Knötchen, die beim Erythema nodosum auftreten, können eine Größe von 2 bis 6 cm erreichen.
Die Ränder (Kanten) der Knötchen sind nicht gut definiert.
Die Schienbeine sind die häufigste Lokalisation. Andere oft betroffene Areale sind Arme, Oberschenkel und Rumpf, doch können die Knötchen am ganzen Körper auftreten.


Jedes Knötchen besteht über etwa zwei Wochen, es können sich aber innerhalb von sechs Wochen noch neue Knötchen bilden.
Zu Beginn sind die Knötchen rot, überwärmt und fest.
In der Folge werden sie weicher.
Wenn ein Knötchen vergeht, wird es bläulich-livide und später gelblich.
Gewöhnlich dauert es einige Wochen, bis die Knötchen vollkommen vergangen sind.
Es bleiben keine Narben zurück.

Manchmal können sich nur zwei, andere Male bis zu 50 Knötchen bilden.

Symptome des Erythems je nach verursachender Krankheit
Zum Beispiel können die Knötchen eines Erythema nodosum zwei bis drei Wochen nach einer Streptokokken-Infektion des Halses erscheinen.
Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen können Durchfall und Schmerzen im Unterleib haben. Menschen mit TBC können Husten, Atemprobleme usw. haben.

Andere Symptome sind:
1. Fieber, generalisierter Schmerz und Befindensstörungen, besonders bei Auftreten der ersten Knötchen.
2. Gelenkschmerzen bei mehr als der Hälfte der Betroffenen, die sich mit einem Erythema nodosum vorstellen, unabhängig von der Ursache.
Die Knie sind fast immer betroffen, selten aber die anderen großen Gelenke.
Die Symptome können über Monate bestehen, danach vergehen sie wieder vollkommen.
3. Konjunktivitis tritt weniger häufig auf.

 

Diagnose und Laboruntersuchungen bei Erythema nodosum

Stellt der Arzt die Diagnose eines Erythema nodosum, dann empfiehlt er einige Tests, um die zugrundeliegende Ursache zu finden.
Darunter sind folgende:

Blutanalyse,Labor1. Blutanalyse um Hinweise auf eine Entzündung und Infektion zu suchen.
2. Untersuchungen auf Streptokokkeninfektion. Zum Beispiel ein Halsabstrich. Der Abstrich wird an ein Labor geschickt, um zu sehen, ob eine Infektion vorliegt.
Eine bestimmte Blutuntersuchung kann zeigen, ob der Patient in der Vergangenheit eine Streptokokkeninfektion durchgemacht hat.
In diesem Fall ist auch die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht.
In wenigen Fällen gibt erst eine feingewebliche Untersuchung (Biopsie aus einem Knötchen zum Nachweis eines Erythema nodosum) Aufschluss.
3. Röntgen-Thorax. Vermutet der Arzt eine TBC oder eine Sarkoidose wird er zu einer Röntgenaufnahme des Thorax raten.
4. Andere Tuberkuloseuntersuchungen. Der Arzt kann zu einer besonderen Untersuchung raten, dem Tuberkulin-Hauttest.
Die Untersuchung besteht in einer kleinen Injektion in den Arm.
Der Test wird durchgeführt, um festzustellen, ob der Patienten mit Tuberkulose infiziert wurde.
Leidet der Patient unter Husten, kann der Arzt anordnen, eine Probe des abgehusteten Materials zur Analyse in ein Labor zu schicken.
5. Untersuchungen bei Sarkoidose. Vermutet der Arzt eine Sarkoidose, kann er den Patienten an einen Spezialisten überweisen, um den Verdacht zu erhärten, in diesem Falle zu einem Rheumatologen.
Unter den Tests gibt es Prüfungen der Lungenfunktion (spezielle Untersuchungen der Atemkapazität).
Es kann auch ein MRT der Lungen, eine Magnetresonanztomographie oder eine Bronchoskopie durchgeführt werden (dabei werden über eine Telekamera im Endoskop die Atemwege und die Lungen untersucht).
6. Untersuchungen aus Stuhlproben. Aus diesen können Infektionen durch Salmonellen und Campylobacter festgestellt werden.
Der Arzt kann zu dieser Untersuchung raten, wenn der Patient unter Bauchschmerzen oder Durchfall bei gleichzeitigem Erythema nodosum leidet.
7. Darmuntersuchungen. Wenn der Arzt eine entzündliche Darmerkrankung vermutet, wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, kann er weitere Untersuchungen empfehlen, wie zum Beispiel eine Dickdarmspiegelung.

 

Differentialdiagnose
Der Arzt muss ausschließen:

  • Pannikulitis;
  • Gefäßentzündung;
  • Mücken- oder Wespenstich.

 

Therapie des Erythema nodosum

Die Behandlung sieht zunächst Bettruhe vor, um Schmerzen und/oder Schwellungen zu lindern und Stressfaktoren abzubauen, die die Erkrankung negativ beeinflussen.
Liegt dem Erythema nodosum eine Infektion zugrunde, kommen Antibiotika zum Einsatz.
Man sollte Kompressionsbandagen anlegen oder Kompressionsstrümpfe tragen.
Entzündungshemmende Medikamente lindern die Beschwerden.
Kaliumiodit kann hilfreich sein, ist aber nicht leicht zu bekommen.
Orale Tetrazykline haben entzündungshemmende Eigenschaften, verkürzen die Krankheitsdauer und lindern Beschwerden.

Naturheilmittel und Homöopathika
Um die Symptome zu mildern, können Tropfen einer Muttertinktur von Brennnessel oder Ringelblume oder ein Gel der Aloe Vera auf die Knötchen aufgetragen werden.

 

Wie lange dauert es? Prognose

Wichtig ist, zu wissen, dass das Erythema nodosum keine inneren Organe angreift, auch wenn es Beschwerden und oftmals Schmerzen bereitet.
Auf lange Sicht heilt die Krankheit vollkommen aus, auch wenn es dabei manchmal zu Rezidiven kommt.

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