Symptome der Pleuritis und Behandlung

Die Pleuritis ist eine Entzündung der Pleura, das ist eine doppelschichtige Membran, die die Außenseite der Lunge bekleidet und sie vom Brustkorb trennt.

Diese Erkrankung besteht am häufigsten bei älteren Menschen, kann aber auch Kinder betreffen.
Die Pleura ist eine Membran, die Serum produziert und enthält.

Der äußere Teil dieser Struktur ist mit dem Brustkorb verbunden, während der innere Teil jeden Lungenabschnitt umkleidet und die benachbarten Strukturen wie Blutgefäße, Bronchien und Nerven bedeckt.
Die beiden Blätter gleiten ohne sich zu reiben aneinander vorbei.
Das ist möglich, weil eine kleine Flüssigkeitsmenge wie ein Schmiermittel zwischen ihnen liegt (im Pleuraspalt).
Das reibungslose aneinander Gleiten ermöglicht den Lungen, während des Atemvorganges korrekt zu funktionieren, ohne den Körper zu ermüden.

Entzündet sich die Pleura, drücken die beiden Pleurablätter gegeneinander. Die Folge ist ein starkes Reiben und ein Druck auf die Lungen.
Eine Pleuritis kann ernst sein und wenn sie nicht behandelt wird, kann sie zum Tod führen.
Eine massive Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt wird auch als Flüssigkeit in den Lungen bezeichnet.
Gewöhnlich tritt diese Krankheit beidseitig auf und kann verschiedene Pleurazonen betreffen, zum Beispiel den oberen Teil (Pleuritis apikale) oder den unteren Bereich (Pleuritis diaphragmale).

 

Klassifikation

Pleuritis kann je nach Ursache unterteilt werden in: bakteriell und viral. Außerdem gibt es noch andere Ursachen, wie Infektionen durch Pilze.

Pleuritis hat verschiedene Formen:

  1. Akut, das bedeutet, dass sie plötzlich auftritt, Symptome entwickelt und dann wieder vergeht;
  2. Chronisch, wenn die Symptome fortbestehen oder über die Zeit immer wiederkehren.


Pleuritis ist unterteilt in:

  1. Trockene Pleuritis (die häufigste), bei der die entzündeten Pleurateile direkt gegeneinander reiben.
  2. Die feuchte Pleuritis ist gekennzeichnet von Flüssigkeit, die aus dem entzündeten Gewebe in den zwischen den Lungen und dem Brustkorb liegenden Pleuraspalt dringt (Pleuraerguss). Diese Flüssigkeit kann die Lungen zusammendrücken und dadurch Atemschwierigkeiten verursachen.

Andere Arten

  1. Eine Pleuritis diaphragmatica ist eine Entzündung der pleuralen Auskleidung des Zwerchfells (an der Lungenbasis). Die Folge sind starke Schmerzen im Oberbauch.
    Durch den Nervus phrenicus ist ein stechender Schmerz bis in die Schulter zu spüren.
  2. Eine fibrinöse Pleuritis verursacht eine Fibrinansammlung zwischen der Pleura parietalis (Brustfell, haftet am Brustkorb an) und viszeralis (Lungenfell, umkleidet die Lungen) und verschließt den gesamten Pleuraraum oder nur einen Teil.
  3. Die interlobäre Pleuritis ist zwischen den Lungenlappen lokalisiert.
  4. Die Pleuritis saccata ist nur an einem Areal der Pleura lokalisiert. Die Pleuritis saccata entwickelt sich an der Lungenspitze und kann auch zu Schluckauf und zu Schulterschmerzen führen.
  5. Die idiopathische Pleuritis oder unspezifische Pleuritis hat keine eindeutige Ursache.

 

Pleuritis,EmpyemUrsachen einer Pleuritis

  1. Infektiöse Erkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten verursacht werden, zum Beispiel Pneumonie, Bronchopneumonie oder Tuberkulose (die tuberkulöse Pleuritis ist ziemlich häufig).
  2. Lungentumoren, wie das Mesotheliom oder Metastasen aus anderen Organen (besonders beim Brustkrebs oder Mammakarzinom).
  3. Autoimmunerkrankungen oder rheumatoide Erkrankungen wie Lupus, rheumatoide Arthritis, Sarkoidose oder Sklerodermie.
  4. Trauma, das einen Rippenbruch und Pneumothorax oder eine Kontusion verursacht.
  5. Gastrointestinale Erkrankungen, zum Beispiel Pankreatitis, Peritonitis oder eine Eiteransammlung unter dem Zwerchfell.
  6. Eine ernste Herzerkrankung, wie zum Beispiel eine dekompensierte Herzinsuffizienz oder eine Perikarditis.
  7. Niereninsuffizienz, wobei in diesem Falle die Pleuritis als „urämische Pleuritis“ bezeichnet wird.
  8. Reaktionen auf Arzneimittel wie Methotrexat und Penicillin.


Andere Ursachen

  • Urämie
  • Lungenembolie
  • Sichelzellanämie
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapeutika
  • Asbestose (aufgrund von Asbest)
  • Ammoniakexposition
  • HIV

Manche Fälle entstehen durch Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, insbesondere durch Leber- und Pankreaserkrankungen.
Diese Erkrankungen können das Zwerchfell (das ist der große Muskel, der die Brusthöhle und die Bauchhöhle unterteilt) und den Pleuraabschnitt, der das Zwerchfell überzieht, entzünden.

 

Ist eine Pleuritis ansteckend?

Die Pleuritis ist keine ansteckende Krankheit, doch können die Mikroorganismen, die die Krankheit verursachen, Viren oder Bakterien sein, die sich auf andere übertragen können.
Wenn zum Beispiel ein Patient außer an einer Pleuritis auch an einer Pneumonie erkrankt ist, können sich die Bakterien auf einen anderen Menschen übertragen.
Eine Ansteckung mit entsprechender Lungenentzündung ist möglich, doch selten entwickelt sich daraus eine Rippenfellentzündung.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Infektion und Pleuritis zu entwickeln.
Die Keime können sich durch Niesen, Husten, über Gebrauchsgegenstände oder durch die Handhabung infizierter Gegenstände verbreiten.

 

Pleuritis,LungeSymptome der Pleuritis

Pleuritis kann Menschen aller Altersgruppen befallen, doch diejenigen, die am meisten gefährdet sind, sind ältere Menschen über 65 Jahre. Die Anfangssymptome richtig zu erkennen hilft, Komplikationen zu vermeiden. Die Symptome werden je nach Stadium der Erkrankung als beginnend oder schwerwiegend eingeteilt.

Anfangssymptome

  • Brustschmerzen beim Einatmen. Die Beschwerden werden durch ein brennendes Gefühl in der Nachbarregion der Lungen empfunden.
  • Es kommt zu einer bläulichen Verfärbung (Zyanose) der Brusthaut.
  • Gefühl von Schmerz/Beschwerden in Bauch, Hals und Schultern.
  • Trockener Husten gefolgt von einer schnellen und flachen Atmung. Der Husten kann auch produktiv werden und Beimengungen von Verschleimung und Blut haben.
  • Fieber, Schüttelfrost, Appetitverlust und Gesichtsverlust.
  • Plötzliche und starke Brustschmerzen.
  • Sehr hohes Fieber.
  • Druckgefühl auf der Brust aufgrund eines Pleuraergusses.
  • Müdigkeit zusammen mit Tachykardie (hohe Herzfrequenz).

 

Komplikationen

Eine Pleuritis kann spontan wieder ausheilen oder sich durch Flüssigkeitsansammlung im Umfeld der Lungen verschlimmern.
Manchmal bildet sich Narbengewebe nach dem Abheilen, was als Adhäsion bezeichnet wird und eine Folge der Krankheit darstellt. Menschen mit Pleuraadhäsionen leiden unter chronischen Schmerzen und Atemnot.

 

Lunge, Zwerchfell,Alveolen,AtmungDiagnostik und Untersuchung

Um eine Pleuritis zu diagnostizieren, führt der Arzt eine klinische Untersuchung durch, die das Abhorchen (Auskultation) der Lungen umfasst und die Kontrolle, ob Lymphknoten vergrößert sind (Zeichen einer Infektion).
Das Röntgenbild des Thorax, eine Blutuntersuchung und eine klinische Untersuchung dienen der Diagnoseerstellung dieser Erkrankung.
Um endgültig eine Bestätigung zu bekommen, kann der Arzt eine Thorakozentese durchführen: dies ist ein komplizierter Prozess, bei dem Lungenwasser aspiriert und untersucht wird.
Eine weniger invasive medizinische Untersuchung ist die Pleuradrainage, die die Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt für eine Untersuchung und zur Verminderung der Symptome des Patienten entfernt.

 

Behandlung bei Pleuritis

Eine virale Pleuritis heilt ohne Medikamente aus. Antibiotika können zur Behandlung einer bakteriellen Infektion erforderlich sein. Dann verschreiben Ärzte häufig Levofloxacin (Tavanic®).
Sind die Ursachen Blutgerinnsel in den Lungen, verschreibt der Arzt Antikoagulantien, um diese „aufzulösen“ und das Blut am Fließen zu halten.
Die Therapie zur Linderung der Gewebeentzündung erfolgt mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern.
In der Schwangerschaft sollte man vor einer Arzneimittelbehandlung einen Arzt konsultieren.
In Extremfällen erfolgt eine operative Sanierung, um infizierte Flüssigkeiten zu drainieren.

 

Wie lange dauert eine Pleuritis? Wann ist man geheilt?

Die Dauer einer Pleuritis hängt von dem pathogenen Agens ab, das für die Infektion verantwortlich ist.
Ist die Ursache eine maligne Neoplasie (Krebs), können Maßnahmen zur Linderung der Schwere der Symptome je nach klinischem Bild des Betreffenden ergriffen werden.
Eine durch Lungenkrebs oder Metastasen verursachte Pleuritis ist meist rezidivierend.
Bei einer infektiösen bakteriellen Pleuritis ist die Prognose unklar und die Betreffenden können Komplikationen entwickeln, die zu dauerhaften Schäden führen können.
Die Genesungszeiten bei einer Viruspleuritis sind recht lang und benötigen mindestens zwei Wochen unter Therapie.
Es ist unerlässlich, die Krankheit in den ersten Stadien zu diagnostizieren und unverzüglich eine Therapie einzuleiten, um Komplikationen zu vermeiden.
In einigen Fällen sind Folgen aus einer vorausgegangenen Pleuritis zurückgeblieben. Dann ähnelt das stark fibröse Gewebe im Pleuraspalt einer Narbe. Handelt es sich nur um eine geringe Menge, dann ist es kein Problem.