Kalte Hände – Ursachen und Naturheilmittel

Kalte, taube Hände mit Kribbeln und Schmerzen treten im Winter bei eisigen Temperaturen häufig auf.

INHALT

  • Ursachen
  • Computermaus
  • Ständige Kälte
  • Kalt und kribbelnd
  • Nach dem Essen
  • Bei Neugeborenen
  • Blaue Finger
  • Naturheilmittel

Es gibt viele Ursachen, die dieses Symptom auslösen, auch wenn kein kaltes Klima vorherrscht.

Gewöhnlich hat die Haut dank dem warmem Blut, das in den Kapillaren strömt, eine angenehme Temperatur.

Wenn es jedoch kalt ist, verändern sich die thermischen Rezeptoren und:

  1. Verengen die Kapillaren,
  2. Lenken den Blutfluss (und die Wärme) zu den wichtigeren inneren Organen: Herz, Gehirn, Lungen usw.

Dieser Prozess wird Vasokonstriktion genannt.

Hauptaufgabe des Organismus ist, das Blut zu den lebenswichtigen Organen zu leiten, wodurch die Extremitäten kälter werden, zum Beispiel:

  • Hände,
  • Füße,
  • Gesicht.

Bei Frauen erhöht ein hoher Östrogenspiegel (weibliche Hormone) die Empfindlichkeit auf niedrige Temperaturen und führt somit zur Vasokonstriktion, auch wenn es nicht kalt ist.

Daher haben Frauen auch in den verschiedenen Zyklusperioden kältere Hände.

Außerdem haben Frauen einen höheren Anteil an Körperfett als Männer.

Diese Fettschicht stört die Erwärmung der Haut, da sie wie eine Isolationsschicht wirkt.

Die Folge ist, dass dicke Menschen eine niedrigere Hauttemperatur haben, auch wenn der gesamte Körper wärmer ist als bei mageren Menschen.

Ursachen für kalte Hände

Diät und Ernährung

Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden eines Menschen. Deshalb kann eine ungesunde Ernährung (bei Fastfood oder nach größerem Gewichtsverlust fehlen die nötigen Nährstoffe und Vitamine) verursachen:

  • Schwäche,
  • Müdigkeit,
  • Kältegefühl.

Kältegefühl kann normal sein, vor allem morgens.

Der Grund ist, dass viel Zeit zwischen Abendessen und Frühstück liegt und der Magen ohne Nahrung ist.

Da die Verdauung Wärme erzeugt, ist es normal, dass man morgens eher friert.

Hormonelles Ungleichgewicht

Kommt eine Frau in die Menopause oder ist schwanger, erfährt ihr Körper viele hormonelle Ungleichgewichte.

Erhöht sich der Östrogenspiegel, können viele Symptome auftreten, darunter auch kalte Hände.

Das ist ein Mechanismus des Körpers, der vor allem schützt während der:

  • Ovulation,
  • Schwangerschaft.

Bei normalem Körpergewicht

Wenn ein Mensch isst, befördert der Körper das Blut zum Magen, um die Verdauung zu unterstützen.

Dadurch werden andere Körperbereiche mit einer geringeren Blutmenge versorgt und es wird ein Kältegefühl hervorgerufen.

Ist ein Mensch untergewichtig, verspürt er die Temperaturveränderung stärker als andere.

 

Blutdruck

Menschen, die unter niedrigem Blutdruck leiden, haben öfter kalte Hände und Füße.

Leidet ein Mensch unter niedrigem Blutdruck, erreicht eine verminderte Blutmenge seine Hände und Füße.

Somit wird ein Mensch anfälliger für Kälte als andere.

Medikamente

Nimmt ein Mensch Medikamente ein, kann dies zu Nebenwirkungen wie Kälteempfinden führen, zum Beispiel bei Betablockern.

Schilddrüsenerkrankungen

Ist das Kältegefühl bei einem Menschen von einer schnellen Gewichtszunahme begleitet, die weder durch körperliche Bewegung noch durch eine Diät unter Kontrolle gebracht werden kann, leidet die Person möglicherweise unter einer Schilddrüsenerkrankung.

Dieses Problem:

  • Verlangsamt den Stoffwechsel,
  • Kann kalte Hände und Füße sowie Hauttrockenheit mit einer blasseren Hautfarbe hervorrufen.

Raynaud-Phänomen

Menschen mit dieser Erkrankung haben oft sehr kalte Hände und Füße.

Wenn ein normaler Mensch einer extrem kalten Temperatur ausgesetzt ist, fließt das Blut im Körper zu den inneren Organen, um die Wärme zu erhalten.

Bei Menschen mit Raynaud-Syndrom können Kälte und Stress einen Vasospasmus verursachen, das bedeutet, dass sich die Arterien verengen und die Durchblutung verlangsamt ist in den Fingern und Zehen:

  • Der Hände,
  • Der Füße.

Diese Störung kann auch verursachen:

  • Schmerzen,
  • Kribbeln.

Schlaflosigkeit

Nach einer wissenschaftlichen Studie* beeinflusst eine verkürzte Schlafzeit die Koordination zwischen:

  • Den Variationen der Hautdurchblutung,
  • Der kardiovaskulären Regulierung, die einen Stau von venösem Blut in den unteren Gliedmaßen im Stehen verhindert.

Das führt zu kalten Händen und Fingern.

* Quellen: Romeijn N; Verweij IM; Koeleman A; Mooij A; Steimke R; Vikkala J; van der Werg Y; Van Someren EJW. Cold hands, warm feet: sleep deprivation disrupts thermoregulation and its association with vigilance. SLEEP 2012;35(12):1673-1683

 

Kalte Hände und die Computermaus

Viele Menschen beobachten, dass zumindest eine Hand kalt wird, wenn sie am Computer arbeiten oder das Auto lenken.

Bei jemandem, der längere Zeit vor dem Monitor sitzt, kann die Hand, die die Computermaus bedient, kälter als die andere sein.

Einige Ärzte machen den Stress verantwortlich, der durch eine Überanstrengung am PC verursacht wird, doch es kann auch die Ursache einer falschen Position sein:

  • Des Armes,
  • Des Handgelenkes.

Nach Kagaya A, Ogita F. (Research Institute of Physical Fitness, Japan Women’s College of Physical Education, Tokyo) verringert sich die Durchblutung während der Muskelkontraktion, während sie sich bei muskulärer Entspannung verstärkt.

Beim Arbeiten am Computer bleiben die Muskeln der oberen Extremitäten über längere Zeit angespannt, besonders des Handgelenkes und der Hand.

Die Folge ist ein verminderter Blutfluss zu den Fingern, die kalt werden.

Lösungen sind:

  • Versuchen, die Muskeln bewusst zu entspannen,
  • Geräte benutzen, die die Haltung verbessern, zum Beispiel ein ergonomisches Mousepad.

Immer kalte Hände

Meist sind Hände und Füße durch Kreislaufprobleme kalt, die Symptome einer zugrundeliegenden Erkrankung sind.

Ist es kalt, reagiert der Körper, indem er den zirkulierenden Blutfluss verändert, um lebenswichtige Organe warm zu halten.

Ursachen von ständig kalten Händen und Kribbeln

Raynaud-Syndrom

Wenn sich die normale Durchblutung aus verschiedenen Gründen vermindert, kann in den Händen ein Kältegefühl auftreten.

Es kann sich um ein Raynaud-Syndrom handeln.

Bei dieser Erkrankung verengen sich die arteriellen Blutgefäße in den Fingern auf abnormale Weise, wenn die Temperatur fällt oder kalte Objekte angefasst werden.

Die Folge ist eine verminderte Durchblutung und ein Kaltwerden der Finger.

Die Hände werden gefühllos, die Hautfarbe kann sich verändern. Frauen haben ein größeres Risiko gegenüber Männern, unter diesem Raynaud-Syndrom zu leiden.


Gefrieren

Wenn Symptome von kalten Händen in niedriger Umgebungstemperatur auftreten und keine Handschuhe getragen werden, können sich Frostbeulen bilden.

Man kann sie erkennen an:

  • Veränderung der Hautfarbe (die oftmals blau, schwarz oder grau ist),
  • Hautverdickung,
  • Blasenbildung.

Der Betreffende verspürt auch Schmerzen und Kribbeln.

Schließlich können bei längerem Aufenthalt in der Kälte auch die Blutgefäße geschädigt werden.

Angst und Stress

Auch psychische Belastung kann diese Erkrankung auslösen.

Befindet man sich unter übermäßigem Stress, reagiert das Nervensystem mit einer Gefäßverengung an den Extremitäten des Körpers.

Menschen mit häufigen Panikattacken haben häufiger kaltschweißige Hände, auch im Sommer.

Eine Panikattacke kann wie ein Herzinfarkt erscheinen, weil der Herzschlag beschleunigt ist, doch das ist nicht der Fall.

Manchmal kann man ein warmes Gesicht verspüren, eine Hitzewallung aufgrund emotionaler Anspannung und Angst, zum Beispiel wenn man in der Öffentlichkeit spricht.

Angst kann auch führen zu:

  • Kribbeln in Fingern und Zehen,
  • Herzrasen,
  • Schwindel oder Benommenheit im Kopf.

Wenn man von kühlen Händen und heißem Herzen spricht, bezieht sich das auf einen verliebten Jüngling, weil Emotionen dieses Symptom verursachen.

Diabetes

Patienten mit Diabetes leiden unter Nervenläsionen, bekannt als periphere Neuropathie, die das Kältegefühl in den Extremitäten des Körpers erhöhen.

Bei dieser Erkrankung empfindet man außer kalten Händen und Füßen:

  • Ein Kribbeln in den Fingern und Zehen,
  • Brennen,
  • Schmerzempfinden.

Durchblutungsstörungen

Diese Symptome können auf eine Störung des Kreislaufsystems hinweisen.

Eine periphere Gefäßerkrankung, die einen Verschluss in den Arterien bewirkt, verursacht häufig diese Erkrankung.

Menschen mit dem Laster des Rauchens neigen zu diesen Kreislauferkrankungen, bei denen sich die Blutgefäße verengen.

Andere Ursachen für kalte Hände

Andere Ursachen sind:

  • Hypothyreose,
  • Anämie,
  • Nebenwirkungen von Medikamenten.

Ärztin,weißer Kittel

Kalte Hände nach dem Essen

Manche Ärzte führen diese Empfindung zurück auf:

  • Erniedrigten Eisenspiegel,
  • Eine erniedrigte Anzahl der roten Blutkörperchen,
  • Niedrigen Blutdruck.

Andere meinen, dass eine kohlenhydratarme Kost das Kältegefühl nach dem Essen hervorrufen würde.

Auch Stress kann daran beteiligt sein.

Die meisten Ärzte stimmen darin überein, dass sich das Blut auf den Verdauungsprozess konzentriert.

Dadurch wird der Blutstrom aus den Extremitäten und dem Gehirn umgelenkt.

Kalte Hände und Füße bei Neugeborenen

Ehe das Baby in eine Decke gewickelt wird, sollte sein Oberkörper befühlt werden.

Ist das Kind warm und rosa, bedeutet es, dass es nicht friert.

Da sich das Kreislaufsystem des Neugeborenen noch entwickelt, wird das Blut zu den Organen und lebenswichtigen Systemen geleitet.

Hände und Füße sind die letzten Körperbereiche, die eine gute Blutversorgung erhalten.

Es kann bis zu drei Monate dauern, bis sich die Blutzirkulation vollkommen an das Leben außerhalb der Gebärmutter angleicht.

Was verursacht blaue Finger?

Normalerweise verursacht das leuchtend rote und sauerstoffreiche Blut, das unter der Haut fließt, eine rosa und rötliche Farbe, besonders an den Fingerkuppen.

Blasse Haut weist auf einen Blutverlust hin, eine blaue oder violette Farbe kann auf einen Sauerstoffmangel im Körper hinweisen.

Violette oder blaue Finger können hinweisen auf:

  • Zyanose,
  • Raynaud-Phänomen,
  • Verschiedene Krankheiten.

Sauerstoffreiches Blut

Sauerstoffreiches Blut gibt der Haut eine rosa Farbe.

Sauerstoffarmes Blut fließt durch die Venen zum Herzen und in die Lungen.

Diesem Blut fehlt Sauerstoff, es ist dunkel und kann der Haut eine lila oder blaue Farbe geben.

Zyanose

Obwohl die dunkle Farbe des sauerstoffarmen Blutes auf seinem Weg in die Lungen, um hier Sauerstoff aufzunehmen, normal ist, weisen Bereiche mit violetter oder blauer Haut auf eine Erkrankung hin, die als Zyanose bezeichnet wird.

Die periphere Zyanose verursacht violett verfärbte Finger und blaue Nägel. Hingegen verursacht eine zentrale Zyanose eine Verfärbung von:

  • Gesicht,
  • Mund,
  • Lippen,
  • Oberkörper

Die Menge des in den Blutzellen transportierten Sauerstoffs kann gestört sein durch:

  • Arterielle Blutgerinnsel
  • Lungenerkrankungen
  • Erkrankungen oder Mängel des Herzens
  • Aufenthalt in kalter Luft oder kaltem Wasser
  • Leben in großer Höhe.

Naturheilmittel bei kalten Händen

Die Ernährung ist zur Verbesserung der Durchblutung und zur Körpergewichtsabnahme besonders wichtig.

Nach verschiedenen Theorien der Naturheilkunde ist Getreide (Reis, Nudeln, Brot, Pizza, Hirse usw.) hauptsächlich verantwortlich für:

  • Plaquebildung in den Arterien,
  • Erhöhten Blutzucker.

Daher wird empfohlen, Getreide zu ersetzen durch:

  • Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Erbsen, Bohnen, Linsen usw.),
  • Pseudogetreide (Quinoa und Amarant).

Sportliche Betätigung (besonders kardiovaskuläres Training) ist vorteilhaft für die Kapillaren und verbessert die Durchblutung.

Ärzte halten Schwimme für die beste Art der sportlichen Betätigung.

Einige Läufer haben während des Laufens im Winter sehr kalte Hände.

Empfohlen wird, ein wärmendes Öl, eine Teufelskrallen-Creme oder ein Tiger-Balsam aufzutragen und isolierende Handschuhe anzuziehen.

Hände und Füße sofort massieren, wenn man ein Kältegefühl bemerkt.

Um die Gelenke aufzuwärmen, sind Massagen mit Öl, schwarzem Pfeffer, Ingwer und Zimt empfehlenswert.

Ein wirksames Hausmittel zur Erhaltung einer richtigen Körpertemperatur ist das Waschen der Hände und Füße mit heißem Wasser vor dem Zubettgehen und das Einwickeln der Gelenke mit einem Frotteehandtuch.