Lungenemphysem: Stadien, Behandlung und Lebenserwartung

Das Lungenemphysem ist eine Erkrankung, die sich durch die Ruptur der Alveolenwände und die Überblähung der Alveolen (Lungenbläschen) kennzeichnet.

Die Stadien des Emphysems

Das angewandte Kriterium zur Stadieneinteilung ist die Luftmenge, die eine Person forciert ausatmen kann.
Dieser Parameter heißt exspiratorische Einsekundenkapazität FEV1  (Forced Expiratory Volume in 1 second).

Erstes Stadium
In dieser Phase ist das Emphysem leichtgradig: derAtemtest zeigt normale Ergebnisse, der FEV1-Wert liegt bei mindestens 80% der Normalkapazität oder höher.
Die betreffende Person kann unter leichtgradigen Symptomen leiden, wie:

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Zweites Stadium
Diese Phase ist durch eine leichte Einschränkung des Luftflusses gekennzeichnet.
Das Emphysem wird als moderat definiert, der FEV1-Wert ist:

  • < 80 %
  • ≥ 50 %

Die Symptome sind die gleichen, wie in der ersten Phase (Husten und Auswurf), sie sind jedoch häufiger.

Drittes Stadium
Die dritte Phase zeigt eine deutliche Verschlechterung der Luftströmung, die in der zweiten Phase bereits auftritt.
Das Emphysem ist gravierend und der Test zeigt einen FEV1-Wert:

  • < 50 %
  • ≥ 30 %

Auswurf und Husten sind stark verschlimmert.
Der Betroffene verspürt Kurzatmigkeit bei körperlichen Betätigungen wie:

  • Gehen,
  • schwere körperliche Arbeit.

Viertes Stadium
Das ist die Endphase des Emphysems.
Zwei Situationen sind möglich:

  • FEV1-Wert < 30 % des Normalwertes
  • FEV1-Wert < 50 % des Normalwertes und die Sauerstoffsättigung des Blutes ist gering.

Der Patient hat große Atemschwierigkeiten.
Auch ein einfacher Spaziergang kann den Betreffenden außer Atem bringen.
In dieser Phase leidet der Patient unter Atem- oder Herzinsuffizienz.

Besteht die Krankheit über längere Zeit fort, kann das Herz überlastet werden. Die Folgen sind dann Herzkrankheiten.

 

Behandlung des Lungenemphysems

Dies ist eine irreversible Atemwegserkrankung und kann daher nicht geheilt werden. Trotzdem können Medikamente hilfreich sein, um:

  • die Entzündung zu behandeln,
  • die Luftwege zu reinigen,
  • die Symptome zu lindern.

Mit dem Rauchen aufhören
Das ist die einzige Möglichkeit, um eine Verschlimmerung zu vermeiden, zumal eine völlige Heilung nicht möglich ist.

Arzneimittel
Der Behandlungsplan beinhaltet auch die Einnahme bestimmter Medikamente zur Verringerung der Symptome.

  • Bronchodilatatoren (Bronchien weitende Mittel) helfen bei der Behandlung von Atemnot und Husten.
  • Darüber hinaus gibt es einige Kortikosteroide zur Inhalation, wenn Patienten unter Asthma oder Bronchitis leiden.
  • Gastroösophagealer Reflux (GÖR) kann die Symptome verschlimmern.
    Um mit dieser Erkrankung umzugehen, müssen die Patienten bestimmte Medikamente einnehmen und ihren Lebensstil ändern.
  • Atemwegsinfektionen wie Influenza, Bronchitis und Lungenentzündung kommen häufiger bei Patienten mit Emphysem vor. Daher können einige Antibiotika gegen diese Infektionen eingesetzt werden.

Sauerstofftherapie
Patienten mit Atemschwierigkeiten können durch eine zu Hause durchgeführte Sauerstofftherapie Erleichterung erhalten.
In manchen Fällen muss diese 24 Stunden am Tag erfolgen.

Rehabilitationsprogramm
Das ist ein intensives Programm und umfasst:

  • Beratung: Der Patient mit Emphysem hat eine eingeschränkte Autonomie. Das kann zu Angst und Depression führen.
  • Ernährungshinweise: Übergewichtige Patienten müssen eine Diät einhalten, um Gewicht zu verlieren. Auf diese Weise werden Herz und Lungen entlastet.
  • Erlernung von Atemtechniken: Patienten mit Emphysem müssen lernen mit halbgeschlossenen Lippen zu atmen, um die Atemnot zu verringern.

Auf diese Weise werden die Atemschwierigkeiten gemindert und die Lebensqualität verbessert.

Impfung
Manche Ärzte raten zu einer jährlichen Grippeschutzimpfung und zu einer Impfung gegen Lungenentzündung, die fünf Jahre Schutz bietet.

 

Chirurgischer Eingriff bei Lungenemphysem

Kann die herkömmliche Therapie keine Besserung der Erkrankung erreichen, kann den Patienten zu einer Operation geraten werden.
Es gibt verschiedene Arten einer Operation, wie:

Endoskopischer Eingriff zum Einsetzen von unidirektionalen Lungenventilen:

Die Mikroventile bestehen aus biokompatiblem Material und:

  • ermöglichen den Austritt der Luft beim Ausatmen,
  • versperren beim Einatmen die Luftzufuhr in die vom Emphysem betroffenen Lungenbereiche.

Auf diese Weise wird die Luft in die gesunden Lungenareale gelenkt.
Dieser Eingriff erfolgt:

  • endoskopisch (ohne Einschnitte),
  • bei lokaler Betäubung,
  • ambulant (der Patient kann am Tag des Eingriffs wieder zu sich nach Hause).

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das erkrankte Lungengewebe zu entfernen, um dem Organ zu helfen, effektiver zu arbeiten.

In sehr schweren Fällen kann eine Lungentransplantation die einzig mögliche Alternative sein.
Eine Transplantation wird nur bei Patienten unter 60 Jahren durchgeführt.

 

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Naturheilmittel bei Lungenemphysem

 

Atemübungen bei Lungenemphysem

Die Physiotherapie der Atmung ist bei Patienten mit Emphysem äußerst wichtig, um die Luftwege vom Schleim zu befreien.
Der Physiotherapeut führt bestimmte Manöver durch.
Der Patient muss sich in einer gewissen Position hinlegen – abhängig davon, welcher Lungenbereich befreit werden soll.
Der Physiotherapeut begünstigt die Drainage durch Klopfen oder Vibrationen.

Es gibt Übungen zur Rehabilitation der Atmung, die darin bestehen, Beine oder Arme anzuheben, um die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe zu fördern.
Empfohlen sind Atemübungen mit einer Glasflasche, in der sich eine kleine Menge Wasser befindet.
Der Patient muss die Übungen auch jeden Tag zu Hause durchführen, um eine gutes Ergebnis zu erzielen.

 

Diät und Ernährung bei Lungenemphysem

Sehr schwere Mahlzeiten sollten vermieden werden. Lieber wenig und dafür öfter etwas essen, mindestens 5-mal am Tag.
Die bevorzugten Lebensmittel sollten leicht verdaulich sein, vor allem Früchte und Gemüse. Besser vermieden werden sollten:

  • Fleisch,
  • Käse,
  • Süßspeisen.

Laut Hygienismus (eine Naturmedizin), sind leicht verdauliche Nahrungsmittel wichtig zur Vermeidung von:

  • gastroösophagealem Reflux, da sich der Magen schnell leert;
  • Lungeninfektionen, da im Darm 60-70 % der Abwehrkräfte gebildet werden.

Isst ein Patient natürliche Lebensmittel und hält dabei die korrekten Kombinationen ein, bleibt das Essen nur kurze Zeit im Darm.

Auf diese Weise lassen sich vermeiden:

  • Fermentation,
  • Fäulnis im Darm durch Abbau der Proteine,
  • Produktion von Toxinen, die schädliche Mikroorganismen nähren.

Ist der Darm durch zu viel proteinhaltige Nahrung, Frittiertes, Süßspeisen und verarbeitete Lebensmittel überlastet, hat das Folgen:

  • unausgeglichene Bakterienflora,
  • geschwächtes Immunsystem.

Eine Diät zur Gewichtsabnahme ist nicht erforderlich, da mit fortschreitender Erkrankung der Gewichtsverlust ein negativer Faktor für die Prognose ist.

Ferien
Ein Aufenthalt am Meer ist besser als in den Bergen, denn hier gibt es eine höhere Sauerstoffkonzentration in der Luft.
Ein weiteres Risiko in den Bergen ist das Lungenödem (Wasseransammlung in den Lungen), das bei schnellem Aufstieg in größere Höhen entstehen kann.
Flugreisen sind kontraindiziert, weil die Luft im Flugzeug unter Druck steht, aber eine geringere Sauerstoffkonzentration hat als die Luft, die man normalerweise einatmet.

 

Wie lange lebt man? Lebenserwartung und Prognose

Voraussagen über die Lebenserwartung und eine Überlebensrate sind schwierig zu treffen.
Der Goldstandard ist die Messung mittels eines Spirometers, um den Wert des FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde) festzustellen.
Das ist der Prozentsatz an Luft, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Der Messwert hilft, die Lebenserwartung des Patienten abzuschätzen. Für einen gesunden Menschen zeigt das Spirometer Werte von 80-100%.

 

Lebenserwartung gemäß der Stadien des Lungenemphysems

  1. Ein Mensch mit einem Emphysem befindet sich in der ersten Phase, wenn die Spirometrie einen FEV1-Wert von über 80% des Normalen anzeigt.
    Mehr als 8 von 10 Menschen (80 %) überleben mindestens 4 Jahre.
  2. Ein Emphysem befindet sich in der zweiten Phase, wenn sich der FEV1-Faktor zwischen 50% und 80% des Normalen befindet. Eine Überlebensrate von 4 Jahren haben 6-7 von 10 Patienten (60-70 %).
  3. In der dritten Phase beträgt der FEV1-Wert 30 % bis 50 %. Nur die Hälfte der Patienten können etwa 4 Jahre überleben.
  4. Das vierte (oder letzte) Stadium des Emphysems ist von einem FEV1-Wert von unter 30 % gekennzeichnet.
    Es handelt sich um schwer erkrankte Patienten, bei denen der Tod nach kurzer Zeit eintritt.
    Die Patienten leiden unter einem unfreiwilligen Gewichtsverlust und können kaum gehen.

Dieses Schema ist ein Anhaltspunkt für eine Prognose, aber die Überlebensrate ist nicht immer zuverlässig.
Manchmal ist die Überlebenszeit kürzer oder die Patienten leben viele Jahre weiter.
Wichtig ist, dabei auch andere Faktoren mit einzubeziehen.
Der BODE-Index (Körpergewichtsindex, körperliche Leistungsfähigkeit, Dyspnoe und Obstruktion) ist ein Instrument, das verschiedene Werte berücksichtigt, darunter:

  1. Körpergewicht des Patienten (ist es niedrig, besteht Gefahr),
  2. begrenzter Luftfluss (gemessen durch Lungenfunktionstests),
  3. Fähigkeit, für 6 Minuten zu gehen,
  4. Messung der Atemnot unter Belastung.