Morbus Menière

Der Morbus Meniere ist eine seltene Erkrankung, die das Innenohr betrifft.

Diese Krankheit kann folgende Symptome verursachen:

  • Schwindel
  • Tinnitus (klingende Geräusche im Ohr)
  • Gehörverlust
  • Druckgefühl im Ohr

 

Menschen mit der Menière-Krankheit erleiden plötzliche Anfälle, die zwei oder drei Stunden andauern, obwohl diese Symptome nach ein oder zwei Tagen von selbst wieder völlig vergehen können.
Selten tritt die Menière- Krankheit beidseitig auf und betrifft normalerweise keine Kinder.

Verlauf des Morbus Menière
Die Menière- Krankheit durchläuft oftmals diverse Phasen.
In den ersten Phasen haben viele Menschen plötzliche unvorhersehbare Schwindelzustände, begleitet von Übelkeit und Erbrechen.
Im weiteren Verlauf werden die Schwindelanfälle schwächer und treten weniger oft auf, manchmal wird innerhalb von fünf oder zehn Jahren eine vollständige Heilung erreicht.
Allerdings verschlimmern sich Tinnitus und Hörverlust im Laufe der Zeit und der Patient kann über permanente Gleichgewichtsprobleme klagen.

 

Ursachen der Menière-Krankheit

Die Menière-Krankheit wird durch eine Flüssigkeitsansammlung in einigen speziellen Kompartimenten des Innenohrs verursacht, vor allem im „Labyrinth“ (Labyrinthitis).
Das Labyrinth besteht aus einem vorderen oder auditiven Bereich, in dem sich die Hörschnecke (Cochlea) befindet, und aus einem hinteren oder vestibulären Teil, in dem die Gleichgewichtsorgane liegen, genauer gesagt Bogengang und Balance-Rezeptoren.
Im Innern des Labyrinths befindet sich eine Flüssigkeit, Endolymphe genannt, die die Bewegungen des Körpers an die Rezeptoren der Gleichgewichtsorgane signalisiert. Diese senden Nervensignale über Position und Bewegung an das Gehirn.
In der Cochlea wird die Endolymphe durch die Schallschwingungen zusammengedrückt. Dies regt die auditiven Sinneszellen an, die Toninformationen an das Zentralnervensystem zu senden.
Im Wesentlichen interferiert beim Morbus Menière die Ansammlung der Endolymphe im Labyrinth mit dem normalen Gleichgewicht und mit der Übertragung akustischer Signale zwischen Innenohr und Gehirn: daher kommen die charakteristischen Schwindelsymptome, der Hörverlust, das Gefühl eines angefüllten Ohrs und manchmal ein Tinnitus.

Die cochleäre Menière-Krankheit ist eine Variante, bei der sich Flüssigkeit vor allem im cochleären Teil des Labyrinths ansammelt. In diesem Fall sind die Symptome, die das Gehör betreffen, schwerwiegender als die Schwindelzustände.

 

Risikofaktoren bei Morbus Menière

Obgleich die genaue Ursache des Morbus Menière unbekannt ist, erhöhen die folgenden Faktoren das Risiko, diese Krankheit zu entwickeln:

  • Autoimmunität – das Immunsystem greift irrtümlich die eigenen Organe und Gewebe an.
  • Genetische Faktoren und Erblichkeit – wenn zum Beispiel eine Familie von dieser Pathologie betroffen ist.
  • Chemisch-elektrolytisches Ungleichgewicht der Innenohrflüssigkeit, was Folge eines Übermaßes oder Mangels an Salz oder Kalium im Organismus ist.
  • Durchblutungsstörungen – es besteht ein Zusammenhang zwischen Menière-Krankheit und Migräne. Man geht davon aus, dass sie durch die Verengung und Erweiterung der Blutgefäße verursacht werden.
  • Virusinfektion – zum Beispiel Meningitis, eine Infektion der Hirnhaut, die Gehirn und Rückenmark umgibt.
  • Allergie.
  • Schädeltrauma.
  • Psychosomatische Störungen, Stress verursacht keinen Morbus Menière, er kann aber Symptome verschlimmern und Rezidive begünstigen.

 

Anzeichen und Symptome der Menière-Krankheit

Wiederkehrende Schwindelepisoden. Der Schwindel ist ähnlich dem Gefühl, wenn man sich mehrmals um die eigene Achse gedreht hat und dann plötzlich stehen bleibt. Man verliert das Gleichgewicht aufgrund des Gefühls, der Raum sei noch immer in einer Drehbewegung. Die Schwindelepisoden treten plötzlich auf und dauern etwa 20 Minuten bis zu zwei Stunden oder länger, in den schwersten Fällen bis zu 24 Stunden. Ein starker Schwindel kann Übelkeit und Erbrechen verursachen.


Gehörverlust. Die Hypakusis beim Morbus Menière kann Schwankungen unterliegen, besonders in den ersten Phasen der Erkrankung. Mit der Zeit bekommen die meisten Menschen einen permanenten partiellen oder totalen Hörverlust.

Tinnitus oder Ohrgeräusche. Es ist die Wahrnehmung eines Tones, Brummens, Pfeifens oder Rauschens im Ohr.

Gefühl eines angefüllten Ohres. Personen, die vom Morbus Menière betroffen sind, haben oftmals das Gefühl von „verschlossenen Ohren“, von „verstopften Ohren“ oder von erhöhtem Ohrendruck.

Schmerzen. Kopfschmerzen sind ein seltenes Symptom.

Eine typische Episode bei dieser Erkrankung beginnt mit einem Gefühl von verstopften Ohren, Tinnitus und Hörminderung, gefolgt von schwerem Schwindel, der oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. Ein solches Ereignis dauert von 20 Minuten bis zu vier Stunden, danach bessern sich die Zeichen und Symptome der Erkrankung. Es gibt oft lange Phasen einer Remission mit leichten Symptomen oder ohne irgendein Zeichen der Erkrankung zwischen diesen Episoden.

Schwere, Häufigkeit und Dauer jedes dieser Wahrnehmungsprobleme variieren, besonders zu Beginn der Erkrankung.
Zum Beispiel könnten häufige Episoden von schwerwiegendem Schwindel und nur leichten Gehörstörungen auftreten, oder der Patient leidet unter leichtem Schwindel und seltenem Hörverlust, doch häufig unter Tinnitus, der den Schlaf stört.

Es bestehen keine Kontraindikationen für Flugreisen.

 

Diagnose des Morbus Menière

Der Arzt, an den man sich wendet, ist der Ohrenarzt.
Während der Untersuchung muss man Dauer, Häufigkeit und Schwere sowie die Art des Anfalls beschreiben; zudem muss der Arzt wissen, ob sich die Schwerhörigkeit verändert hat und ob Tinnitus oder das Gefühl von verstopften Ohren in einem oder beiden Ohren auftritt.
Darüber hinaus möchte der Arzt wissen, ob in der Vergangenheit eine Episode an der Ohrspeicheldrüse (Mumps), eine Syphilis, eine entzündliche Augenerkrankung, Autoimmunstörungen, eine Allergie aufgetreten ist oder eine Ohrenoperation durchgeführt wurde. Auch der gesamte Gesundheitszustand der Person ist wichtig, zum Beispiel ob sie an Diabetes und Bluthochdruck (Hypertonie) leidet, ob das Cholesterin erhöht ist oder ob Störungen der Schilddrüse, neurologische oder psychische Störungen vorliegen.

 

Untersuchungen bei der Menière-Krankheit

Zur Beurteilung des Gehörs erfolgen audiometrische Untersuchungen.
Diese Untersuchungen zeigen die Art des sensorischen Hörverlustes des betroffenen Ohrs auf.

Das Gleichgewicht wird mittels einer Elektronystagmographie untersucht. Bei dieser Untersuchung werden in einem abgedunkelten Raum Elektroden nahe der Augen positioniert. Nachdem die Elektroden korrekt angebracht sind, wird langsam in jeden Gehörgang sowohl warme als auch kalte Luft eingeblasen. Bei dieser Untersuchung werden die Augenbewegungen zur Untersuchung des Gleichgewichtsystems benutzt, denn Augen und Ohren funktionieren in koordinierter Art und Weise über das Nervensystem.
Zur Beurteilung des Gleichgewichts kann auch der Rotationstest oder die Drehstuhluntersuchung benutzt werden.

Andere Untersuchungen beim Menière-Syndrom sind:

  • CT
  • MRT (Magnetresonanztomographie)
  • Elektrocochleographie; sie wird angewendet, um den Druck der Innenohrflüssigkeit zu beurteilen, bei bestimmten Menière-Formen ist er erhöht.
  • Die auditorische Hirnantwort ist eine computergestützte Untersuchung, um die Hörnerven und oberen Nervenbahnen zu studieren, die die Schallinformationen zum Gehirn leiten.

 

Was ist zu tun? Wie ist die Therapie beim Morbus Menière?

Für die Menière-Krankheit gibt es noch keine Behandlung, doch kann der Arzt die folgenden Therapien vorschlagen:

Medikamente – Das unangenehmste Symptom beim Morbus Menière ist der Schwindel. Die medikamentöse Behandlung besteht in Meclozin, Diazepam (in der Schwangerschaft zu vermeiden), Lorazepam und Betahistin (Betavert), um die Schwindelanfälle zu lindern und den Anfall zu verkürzen.

Kognitive Verhaltenstherapie – Die kognitive Therapie ist eine Art Psychotherapie, die der Person hilft, die verschiedenen Lebenserfahrungen zu interpretieren und auf sie zu reagieren. Diese kognitive Therapie hilft manchen Menschen, der unerwarteten Natur der Anfälle der Menière-Krankheit zu begegnen und die Angst vor zukünftigen Krisen zu verringern.


Injektionen – Zu den Behandlungen der Menière-Krankheit zählen Injektionen mit dem Antibiotikum Gentamicin ins Mittelohr gegen den Schwindel, doch das erhöht auf signifikante Weise das Risiko eines Hörverlustes, weil Gentamicin die Haarzellen des Innenohrs schädigen kann, die der Wahrnehmung von Schallwellen dienen. Einige Ärzte (zum Beispiel Dr. La Torre) injizieren hingegen Kortikosteroide statt Gentamicin ins Mittelohr: oftmals verringert sich der Schwindel und es besteht kein Risiko, das Gehör zu verlieren.
Der Arzt kann osmotische Diuretika (zum Beispiel Glyzerin oder Mannit) direkt in die Vene injizieren, um die Flüssigkeit aus dem Labyrinth zu drainieren.

Therapie mit Druckimpulsen – Die Food and Drug Administration (FDA) hat kürzlich ein Gerät zur Behandlung des Menière-Syndroms zugelassen, das ins äußere Ohr eingebracht wird und intermittierende Luftdruckimpulse ins Mittelohr sendet. Diese Druckimpulse scheinen auf die Endolymphe zu wirken, um Schwindel vorzubeugen.

Chirurgie – wird empfohlen, wenn alle anderen Therapien die Schwindelzustände nicht lindern. Einige chirurgische Verfahren bestehen in der Druckentlastung des Saccus endolymphaticus, ein anderer möglicher chirurgischer Eingriff ist die Durchtrennung des Vestibularisnervs, obwohl letzterer weniger häufig durchgeführt wird.


Alternativmedizin und Naturheilmittel – Obwohl einige Wissenschaftler die Wirksamkeit mancher alternativmedizinischer Therapien beim leichten Menière-Syndrom untersucht haben, gibt es noch immer keinen Beweis, der die Wirksamkeit dieser Therapien wie Akupunktur oder Akupressur, Tai Chi oder Nahrungsergänzungsmittel wie Ginkgo biloba, Niacin oder Ingwerwurzel bestätigt.

Wichtig ist, den Arzt darüber zu informieren, wenn man alternative Therapien bei dieser Erkrankung vornimmt, denn diese beeinflussen die Wirksamkeit oder Sicherheit konventioneller Medikamente.

Physiotherapie kann förderlich sein, um das Gleichgewicht wiederherzustellen und die häusliche Umgebung den Problemen des Patienten anzupassen.

 

Diät und Ernährung beim Morbus Menière

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Ziel der Diät ist eine Begrenzung der Aufnahme von Lebensmitteln, die den Flüssigkeitsspiegel im Ohr beeinflussen.
Es gibt einige Lebensmittel, die eine große Menge von Salz und Zucker enthalten, die den Flüssigkeitsspiegel im Ohr erhöhen.
Einige Studien haben gezeigt, dass eine salzarme Diät zur Verringerung der Schwere der Symptome in bedeutender Weise beiträgt.

Hier ist eine Liste zu meidender Lebensmittel für Personen, die von der Menière-Krankheit betroffen sind:

  • Salzhaltige Lebensmittel wie Kartoffelchips usw.
  • Verarbeitete Lebensmittel, die reich an Konservierungsstoffen sind, oder Dosenkost.
  • Eingelegtes Gemüse, Sojasauce und Lebensmittel, die Natriumglutamat enthalten.
  • Konserviertes Fleisch.
  • Speisen mit hohem Zuckergehalt wie Süßwaren, Eis, Schokolade usw.
  • Koffein und Schokolade lösen die Symptome dieser Erkrankung aus und können Migräne hervorrufen.


Die Ernährung beim Morbus Menière sollte aus frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und anderen gesunden und frischen Lebensmitteln bestehen. Hilfreich sind auch grüner Tee, Kräutertee und frische Fruchtsäfte; zudem wird empfohlen, viel zu trinken und zwar etwa 8-9 Gläser Wasser pro Tag.

Richtet sich eine Person wegen des Morbus Menière nach einer Diät, ist es dabei wichtig, täglich zur selben Tageszeit die gleiche Menge an Nahrung zu essen.

Es sollte wie immer ein Arzt konsultiert werden, ehe die tägliche Ernährung geändert wird. Vor allem ist es wichtig, mit dem Rauchen und mit dem Trinken von Alkohol aufzuhören, um die Wirksamkeit der Therapie bei dieser Krankheit zu verbessern.