Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck (oder Hypotonie) bedeutet, dass der auf die Arterienwände ausgeübte Druck des Blutes geringer ist, als der Normalwert.

Wann muss man sich Sorgen machen?
Der normale Blutdruck liegt bei 120/80, die Untergrenze beträgt 90 für den oberen und 60 für den unteren Wert, wenn sie darunter liegen, spricht man von niedrigem Druck.
Gefährliche Werte liegen unter 60/40.

Arten von niedrigem Blutdruck

Oftmals unterteilen Ärzte niedrigen Blutdruck (Hypotension) je nach Ursachen und anderen Faktoren in verschiedene Kategorien. Einige Arten von niedrigem Blutdruck sind:

Niedriger Blutdruck beim Aufstehen oder orthostatische Hypotonie.
Das ist ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks beim Erheben aus sitzender oder liegender Position.
Die Schwerkraft zieht das Blut jedes Mal, wenn wir stehen, in die Beine.
Der Körper gleicht das aus, indem er die Herzfrequenz erhöht, die Blutgefäße verengt und damit dem Blut die Rückkehr zum Gehirn garantiert.
Bei Menschen mit Orthostase-Syndrom funktioniert dieser ausgleichende Mechanismus nicht und der Blutdruck sinkt ab. Das verursacht Schwindel, Sehstörungen und sogar Bewusstlosigkeit.
Orthostatische Hypotonie kann aus verschiedenen Gründen auftreten, darunter:

  • Dehydratation,
  • lange Bettlägerigkeit,
  • Schwangerschaft,
  • Diabetes,
  • Herzprobleme,
  • Verbrennungen,
  • übermäßige Hitze,
  • ausgeprägte Krampfadern,
  • neurologische Störungen.

Auch können viele Medikamente eine orthostatische Hypotonie auslösen, vor allem jene, die zur Behandlung von Bluthochdruck – Diuretika, Betablocker, Kalziumantagonisten und ACE-Hemmer – angewendet werden, sowie Antidepressiva und Pharmaka zur Behandlung von Morbus Parkinson und Erektionsstörungen.
Eine orthostatische Hypotonie kommt häufig bei älteren Menschen vor, bei Personen über 65 Jahre leiden mehr als 20 Prozent unter dieser Erkrankung. Diese Störung kann auch junge oder gesunde Menschen betreffen, die sich plötzlich nach längerem Sitzen mit gekreuzten Beinen oder nachdem sie eine Zeit lang in hockender Position gearbeitet haben, erheben.


Erniedrigter Blutdruck nach dem Essen oder postprandiale Hypotonie.
Die postprandiale Hypotonie ist ein plötzlicher Blutdruckabfall nach dem Essen. Sie betrifft hauptsächlich ältere Menschen.
Nach dem Essen fließt eine große Blutmenge in den Verdauungstrakt. Gewöhnlich begegnet der Körper diesem Phänomen mit einer Erhöhung der Herzfrequenz und einer Verengung der Blutgefäße, um den normalen Blutdruck aufrecht zu erhalten. Bei manchen Menschen funktioniert dieser Mechanismus nicht und verursacht:

  • Schwindel,
  • Schwäche,
  • Stürze.

Oftmals betrifft eine postprandiale Hypotonie Menschen mit hohem Blutdruck oder mit Erkrankungen des autonomen Nervensystems, wie Morbus Parkinson.
Um die Symptome zu verringern, müssen die Dosis der Blutdruckmedikamente verringert und kleinere Portionen mit einem geringeren Kohlenhydratgehalt gegessen werden.

Niedriger Blutdruck aufgrund falscher Signale aus dem Gehirn oder neurologisch vermittelte Hypotension. Diese Störung verursacht einen Blutdruckabfall nach langem Stehen. Dabei treten Anzeichen und Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Ohnmacht auf.
Die neurologisch vermittelte Hypotension betrifft vor allem junge Menschen und scheint sich aufgrund einer fehlerhaften Kommunikation zwischen Herz und Gehirn zu ereignen.


Nach langem Stehen sinkt der Blutdruck und das Blut sammelt sich in den Beinen.
Der Körper versucht dann durch Veränderungen den Druck zu normalisieren.
Doch bei Menschen mit neurologisch vermittelter Hypotension signalisieren die Nerven im linken Herzventrikel an das Gehirn, dass der arterielle Druck zu hoch statt zu niedrig ist.
Die Folge ist, dass das Gehirn die Herzfrequenz erniedrigt, wodurch der Blutdruck noch weiter absinkt.
Dieses führt zu einer größeren Blutansammlung in den Beinen und weniger Blut im Gehirn, was Benommenheit und die Gefahr einer Ohnmacht verursacht.

Niedriger Blutdruck durch Läsionen des Nervensystems oder Multisystematrophie mit orthostatischer Hypotension.
Diese seltene Störung (auch Shy-Drager-Syndrom genannt) verursacht fortschreitende Schäden am autonomen Nervensystem, das unwillkürliche Funktionen steuert, wie:

  1. Blutdruck,
  2. Herzschlag,
  3. Atmung,
  4. Verdauung.

Obwohl diese Krankheit mit Muskelzittern, verlangsamter Bewegung, Koordination- und Sprachproblemen und Inkontinenz vergesellschaftet ist, ist das Hauptmerkmal eine schwere orthostatische Hypotension zusammen mit sehr hohem Blutdruck im Liegen.

 

Ursachen von erniedrigtem systolischen und diastolischen Druck

Die Hypotonie ist eine gefährliche Gesundheitsstörung, die zur Verhärtung der Arterien, Niereninsuffizienz, Schlaganfall und Infarkt führen kann. Andere Risikofaktoren sind Schäden des Herzmuskels, Lungenembolie und verlangsamte Herzfrequenz (Bradykardie). Einige der auslösenden Ursachen sind in der Folge aufgezählt:

☛ Einer der häufigsten Gründe ist der Mangel an Vitaminen der B-Gruppe, vor allem Vitamin B12 und Folsäure. Das Fehlen beider dieser wesentlichen Nährstoffe im Körper kann zu Anämie und zum Absinken des Blutdrucks führen.
☛ Das Alter ist ein weiterer Faktor, der mit niedrigem Blutdruck zusammenhängt. Mit fortschreitenden Jahren verengen und versteifen die Aorta und andere Blutgefäße und die Blutmenge, die zum Herzen fließt, verringert sich. Dies und die Erschlaffung des Herzmuskels können den Blutdruck absenken.
☛ Die Blutgefäße können sich aufgrund von allergischen Reaktionen, die Juckreiz auf der Haut, Hautausschläge oder Urtikaria, Schluckstörungen, anaphylaktischen Schock, Atemnot usw. verursachen können, weiten und der arterielle Druck absinken. Dies sind Gründe, weshalb ein Abfall des diastolischen Blutdrucks beobachtet wird.
☛ Während der Schwangerschaft erfährt der Körper viele Veränderungen, denn er muss sich auf die neuen Bedürfnisse einstellen. Da es einige hormonelle Veränderungen gibt und das Kreislaufsystem sich erweitert, um dem Fötus Blut bereitzustellen, kommt es zu Blutdruckabfall und Herzrasen. In den ersten vierundzwanzig Wochen der Schwangerschaft leiden die Frauen an erniedrigtem Blutdruck. Der arterielle Druck stabilisiert sich nach der Geburt.
☛ Niedriger Blutdruck kann auch durch Nebenwirkungen einiger Medikamente, wie Blutdrucksenker, Antidepressiva, Diuretika, Betablocker usw. entstehen.
☛ Auch Diabetes ist für eine Hypotension verantwortlich, weil diese Krankheit das autonome Nervensystem zerstört. Sind die Nerven geschädigt, können sich die Blutgefäße nur schwer an diese Veränderung anpassen und es kommt zu erniedrigtem Blutdruck.
☛ Dehydratation ist ein anderer Grund, warum der Blutdruck unter den Normalwert sinkt. Ist der Körper dehydriert, verliert er schneller Wasser, als der Organismus aufnehmen kann und verursacht damit einen Volumenabfall des Blutes. Diese Erkrankung (auch Hypovolämie genannt) kann gefährlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.
☛ Die Miktionssynkope ist eine Erkrankung, bei der die Person in Ohnmacht fällt, wenn sie sich bei der Defäkation oder beim Wasserlassen besonders anstrengt. Aufgrund der übermäßigen Anstrengung wird der Vagusnerv stimuliert, was die Produktion von Acetylcholin anregt. Diese chemische Substanz weitet die Blutgefäße und senkt den Blutdruck, entzieht dem Gehirn somit Blut.
☛ Blutverluste und innere Hämorrhagien in Organen durch ein Trauma oder eine Verletzung verursachen einen ernsthaften Abfall des diastolischen Blutdrucks. Diese Störung kann auch während des Menstruationszyklus aufgrund der Regelblutung auftreten. Der Blutdruck kehrt zur Normalität zurück, wenn die Probleme behandelt werden.
☛ Auch eine Septikämie oder Sepsis (die durch pathogene Keime im Blut entsteht, die zur Infektion führen) ist ein auslösender Faktor für einen Blutdruckabfall. Diese Erkrankung kann die Toxine im Blut erhöhen und die Blutgefäße schädigen, mit der Folge eines septischen Schocks, der tödlich sein kann.

 

Plötzlicher Blutdruckabfall

In der Folge sind Situationen genannt, die einen plötzlichen arteriellen Druckabfall verursachen können:

  1. Eine lange im Bett liegende Person, die eine aufrechte Position einnimmt, wobei eine orthostatische Hypotonie ausgelöst wird.
  2. Eine Frau mit niedrigem Blutdruck in den ersten 24 Wochen ihrer Schwangerschaft.
  3. Eine Verletzung oder ein Unfall, die zu größerem Blutverlust führen.
  4. Ein Mensch, der blutdrucksenkende Medikamente, Pharmaka zur Behandlung von Herzerkrankungen, Morbus Parkinson, Erektionsstörungen oder Antidepressiva einnimmt.
  5. Ein Patient, der an endokrinen Problemen leidet wie Morbus Addison, Hypoglykämie, Diabetes, Parathyreoiditis, Hypothyreoidismus
  6. Schwere Septikämie.
  7. Anaphylaxie.
  8. Mangel an Vitamin B12 und Folsäure.
  9. Dehydratation.
  10. Erniedrigter Blutdruck nach dem Essen, bekannt als postprandiale Hypotension.

Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Beträgt der systolische Blutdruck 80 und der diastolische 50, sind diese Werte weit unter dem normalen Niveau. Wenn beispielsweise ein plötzlicher systolischer Blutdruckabfall von 130 auf 90 erfolgt, empfindet man Schwindel, Ohnmacht und Schock. Daher kann ein plötzlicher arterieller Blutdruckabfall lebensgefährlich sein.

 

Blutkreislauf
Symptome erniedrigten Blutdrucks nach dem Laufen (körperliche Aktivität)

Eine Dehydratation ist die häufigste Ursache für Hypotension nach sportlichen Aktivitäten.

Wenn der Körper mehr Wasser verliert, als er aufnimmt, kommt es zur Dehydratation.
Wenn man auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, kann man das Absinken des Blutdrucks nach dem Sport verhindern und ermöglicht so auch dem Körper, eine bessere Leistung zu erbringen.
Die angemessene Versorgung mit Flüssigkeit vor dem Training ist eine gute Voraussetzung, Austrocknung zu vermeiden oder die Auswirkungen einer Dehydratation zumindest zu verringern.

 

Naturheilmittel bei erniedrigtem Blutdruck

Viel trinken
Leidet ein Mensch aufgrund von Dehydratation unter Schwindel, ist die Rehydratisierung von besonderer Bedeutung und man sollte viel Wasser trinken. Der Anstieg der Flüssigkeitsmenge erhöht das Blutvolumen und der Blutdruck steigt an.

Kompressionsstrümpfe
Diese elastischen Strümpfe helfen, den Blutdruck zu erhöhen, indem die Blutansammlung in den Beinen verhindert und so die Durchblutung im Körper verbessert wird.

Kopf hoch lagern
Kopfkissen benutzen, um den Kopf während des Schlafens in einer erhöhten Position zu halten. Das hilft, der Schwerkraft zu trotzen und verhindert, dass zu viel Blut aus dem Kopf fließt. Das hilft zur Verringerung von morgendlichem Schwindelgefühl.

Langsam aufstehen
Wenn wir beim Aufrichten aus einer Ruheposition Schwindel verspüren, ist es am besten, in die Ausgangsposition zurückzukehren und solange zu warten, bis das Schwindelgefühl vergangen ist. Menschen, die unter orthostatischer Hypotension leiden, sollten sich stets langsam aus einer ruhenden Position aufrichten, besonders wenn sie morgens aus dem Bett aufstehen.
Bei Schwindel oder Unwohlsein ist besonders wichtig, sich hinzulegen und jemanden zu bitten, die Beine für einen Moment hoch zu halten.

Thermen
Wer unter niedrigem Blutdruck leidet sollte in Thermalbädern vorsichtig sein, weil das warme Wasser die Symptome verstärken kann.

Rauchen
Rauchen kann den Blutdruck erhöhen, jedoch ist es wegen der zahlreichen Nebenwirkungen in jedem Falle empfehlenswert, mit dem Rauchen aufzuhören.