Außenknöchelfraktur, Chirurgie und Genesung

Chirurgischer Eingriff bei einer Außenknöchelfraktur

Fixierung mit Seitenplatte

Dieser Eingriff ist sinnvoll, wenn eine gute Knochenqualität vorliegt. Bei einer Querfraktur können die großen Außenknöchelfragmente in der tibiofibularen Syndesmose mit einer geformten Platte und leichter Kompression fixiert werden.

Seitendrähte

Die Kirschner-Drähte wandeln die seitlichen Zugkräfte in Druckkräfte um.
Bei dieser Fixierungsmethode muss die gegenüberliegende Knochenrinde (Kortikalis) in der Lage sein, der Kompression standzuhalten.


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Das Röntgenbild zeigt die Seitenplatte und die Schrauben, die das Wadenbein fixieren.

Die 8-förmig gewickelten Drähte befinden sich an der seitlichen Oberfläche des Außenknöchels und agieren wie ein gespanntes Band, wenn sie fixiert sind.
Der Kirschner-Draht muss eine ausreichender Stärke aufweisen, damit er dem erzeugten Zug standhalten kann (Durchmesser 0,8 mm).

Verfahrensweise

Isolierte Außenknöchelfraktur

Zunächst wird seitlich am Außenknöchel, entlang der Wadenbeinlinie, ein Schnitt vorgenommen. Die Weichteilgewebe sind bis zur verletzten Stelle durchtrennt. Die Fraktur wird gereinigt (z.B. Entfernung eines Blutgerinnsels) und die Knochenfragmente vereint.
Der Chirurg muss versuchen, die Knochen wieder in ihre exakte, anatomiegerechte Stellung zu bringen (Wiederherstellung der Achse).
Ist der Bruch eingerichtet, können die Wadenbeinfragmente auf verschiedene Art stabilisiert werden.
Die gängigste Methode besteht darin, eine Zugschraube in den gebrochenen Knochenteil einzuführen.
Dann wird eine Metallplatte mit einer Reihe von Schrauben am Knochen befestigt, um das Wadenbein zu stabilisieren.
Für die Platte werden im Allgemeinen 5-6 Schrauben verwendet und über- und unterhalb des Bruches angebracht.

Bimalleolarfraktur

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Prellung als Ursache für eine Bimalleolarfraktur und Weichteilverletzungen.

In diesem Fall müssen sowohl die Außen- als auch die Innenknöchelfraktur operativ versorgt werden.
Diese beiden Vorgänge werden getrennt voneinander, also mit zwei verschiedenen Schnitten durchgeführt, aber im Rahmen derselben Narkose.
Der Eingriff hat das Ziel, die Frakturen einzurichten, um den Knöchel wieder in seine ursprüngliche Position (vor dem Unfall) zu bringen und ihm die größtmögliche Stabilität zu verleihen.

Trimalleolarfraktur

Der Eingriff ist ähnlich dem der Bimalleolarfraktur, doch muss hier zusätzlich ein Fragment der Schienbeinhinterkante versorgt werden.
Stellt das Knochenfragment weniger als 20% der Gelenkfläche des Schienbeins dar, kann diese Fraktur vernachlässigt und der Bruch wie eine Bimalleolarfraktur behandelt werden.
Überschreitet das Fragment die 20%, ist eine Reposition notwendig.

Die Einrichtung des Knochenstücks erfolgt auf ähnliche Art und Weise wie bei einer Außenknöchelfraktur oder durch einen Schnitt am hinteren Außenbereich des Sprunggelenks. Ist der Bruch korrekt reponiert, wird er in der Regel mit ein oder zwei Schrauben vorn und hinten am Fußknöchel befestigt.

Stabilisierung einer Syndesmosenbandverletzung
Wenn die starken Fasergewebe (Syndesmosenbänder), die Schienbein und Wadenbein zusammenhalten, angerissen oder vollständig zerrissen sind, müssen sie repariert werden.
Der Chirurg wird die Syndesmosenstabilität vor und während der Operation überprüfen; dabei wird das Sprunggelenk unter Verwendung eines Fluroskops (mobiles, auf Röntgenstrahlung basierendes Durchleuchtungsgerät) unter Spannung gesetzt; auf diese Weise sieht der Arzt, ob das Gelenk eine übertriebene Bewegung ausübt (d.h. ob das Sprungbein beim Drücken aus seinem Sitz austritt).
Wird das Syndesmosenband als instabil eingestuft, muss es stabilisiert werden, damit es in korrekter Position heilen kann (Reposition).
Die Syndesmose wird normalerweise stabilisiert, indem ein oder zwei Schrauben in das Schien- oder Wadenbein eingeführt werden, um diese Knochen zu fixieren und eine Heilung  der Syndesmose zu ermöglichen.
Nach ca. 3-6 Monaten (wenn das Syndesmosenband wieder gefestigt ist) werden die Schrauben entfernt.
In einigen Fällen kann der Chirurg die Syndesmose auch mit Hilfe von Nähten direkt reparieren.

 

Prognose

Patienten mit Außenknöchelfraktur können bei entsprechender (konservativer oder operativer) Behandlung ihren ursprünglichen Gesundheitszustand wieder hundertprozentig herstellen.
Die Rückkehr zu beruflichen und sportlichen Tätigkeiten dauert zwischen 6 Wochen und einigen Monaten und sollte erst nach Zustimmung des behandelnden Arztes erfolgen.

Bei komplizierten Brüchen oder zusätzlichen Verletzungen von anderen Knochen, Weichteilgewebe, Nerven oder Blutgefäßen sind die Genesungszeiten sehr viel länger.

Patienten mit kleineren, unverschobenen Brüchen (z.B. bei Abrissfrakturen, bei denen die Sehne ein kleines Knochenstück abreißt) können mit Zustimmung des Arztes und des Physiotherapeuten in weniger als 6 Wochen wieder sportlich aktiv werden.

Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis der Knochen eine schwere Belastung aushalten kann.
Ist der Heilungsprozess abgeschlossen, können die Tätigkeiten des alltäglichen Lebens wieder in vollem Rahmen ausgeübt werden.
Der Patient muss wissen, dass er den Knochen nicht überlasten darf, solange dieser nicht vollständig ausgeheilt ist.
Die Wiederaufnahme von schweren Arbeiten und belastenden Sportarten darf erst nach Zustimmung des behandelnden Arztes erfolgen.

 

Rehabilitation

Die Rehabilitation spielt unabhängig von der Behandlungsmethode der Fraktur eine wichtige Rolle.
Das Ziel der postoperativen Rehabilitation ist die Linderung der Schmerzen und das Wiedererlangen der ursprünglichen Beweglichkeit des Sprunggelenks.
Eine lokale Kältebehandlung (Eis) kann hilfreich sein, um Schmerz und Schwellung zu reduzieren.
Die Magnettherapie ist sehr wirkungsvoll bei der Behandlung von Knochenbrüchen, weil sie die Bildung des Knochenkallus beschleunigt.
Die Patienten sollten ermutigt werden, funktionelle Aktivitäten fortzuführen, um den Komplikationen vorzubeugen, die durch Inaktivität und Bettruhe entstehen.
Der Physiotherapeut muss dem Patienten die korrekte Verwendung der Gehhilfen erläutern, damit der Gehprozess möglichst rasch wieder aufgenommen werden kann.
Der Patient kann von Gehwagen zu Unterarmgehstützen und schließlich zum Stock wechseln, sobald das gebrochene Bein belastet werden darf.

Trägt der Patient einen Gips, muss er Übungen durchführen, um die Beweglichkeit der nahegelegenen Gelenke und den Muskeltonus der betroffenen Extremität aufrechtzuerhalten, wenn dadurch nicht die Stabilität der Fraktur gefährdet wird.

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Dorsalflexion des Fußes.

Sobald der Gips abgenommen ist, sind Bewegungstherapie (Physiokinesiotherapie) zum Wiedererlangen des Bewegungsumfangs, ein propriozeptives Trainingsprogramm zur Verbesserung des Gleichgewichts und Stärkungsübungen für das Sprunggelenk wichtig.
Bei der passiven Mobilisation muss sich der Physiotherapeut auf die Dorsalflexion konzentrieren (die Fußspitze zum Körper ziehen), denn wenn die Fußspitze nicht angehoben wird, droht man beim Gehen zu stolpern.
Intensität und Schwierigkeitsgrad der Übungen sind langsam zu steigern, bis die ursprüngliche Funktionalität wiederhergestellt ist.
Patienten mit begleitenden Pathologien (zumeist ältere Menschen) brauchen meist eine individuell auf sie abgestimmte Physiotherapie, damit das Sprunggelenk zu seiner Kraft und Beweglichkeit zurückfinden kann.
Die Schwellung (Ödem) ist ein häufig auftretendes Problem, das sich mit Eispackungen und Druckverbänden oder Kinesio-Taping kontrollieren lässt.

Wurde die Fraktur operativ behandelt, muss das Rehabilitationsprotokoll  vom behandelnden Arzt festgelegt werden.

 

Komplikationen

  • Verletzung von Weichteilgewebe und der Haut,
  • Falschgelenkbildung (Pseudoarthrose),
  • Achsenfehlstellung und Verlust der chirurgischen Fixierung,
  • Infektion,
  • Arthritis,
  • Schmerzen an den Synthesemitteln (Nägel, Platten, Schrauben),
  • tiefe Venenthrombose,
  • Muskelschwund (Atrophie),
  • verbleibende Funktionseinschränkung.

Bei Diabetikern mit begleitenden Pathologien treten häufiger Komplikationen auf: eine höhere Rate bei Sterblichkeit und bei postoperativen Komplikationen im  Krankenhaus, außerdem ein längerer Krankenhausaufenthalt.

Die Operationsrisiken sind:

  • Restschmerzen,
  • Verlagerung oder Ausbruch des Nagels,
  • Nagellockerung,
  • Instabilität der Fixierung,
  • Falschgelenkbildung (Pseudoarthrose),
  • Achsenfehlstellung,
  • Kompartmentsyndrom,
  • tiefe Venenthrombose,
  • Narkoserisiken,
  • Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod.

 

Nachbehandlung (Kontrollen)

Post-OP: Hochlage und Medikation.

7.-10. Tag: Kontrolle der Wunde, Verwendung einer Orthese (Aircast-Schiene).
Teilbelastung, falls möglich.
Beginn eines täglichen aktiven und passiven Übungsprogramms zur Bewegung des Sprunggelenks ohne  Orthese.

6 Wochen: Röntgenbild und Beurteilung der Fraktur.
Fortsetzung der Physiotherapie.
Nach 8 Wochen ist das Führen eines Pkws wieder erlaubt, wenn das rechte Bein verletzt war.
Nach einer Verstauchung des Sprunggelenks und nach einer Fixierung tritt oft eine Schwellung auf.
Kompressionsstrümpfe tragen.

3 Monate: Beginn einer sportartspezifischen Rehabilitation.
Treppensteigen und Sport sind erst dann erlaubt, wenn das Sprunggelenk wieder seinen vollen Bewegungsumfang erreicht hat.

6 Monate: Wiederaufnahme der sportlichen und alltäglichen Tätigkeiten wie vor der Verletzung.

1 Jahr: Röntgenaufnahme und Bewertung.

 

Weitere Artikel: Außenknöchelfraktur – Wadenbeinfraktur  –  Wadenbeinfraktur, Therapie

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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