Konjunktivitis

INDEX

Die Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut. Die Bindehaut ist ein dünnes und klares Gewebe, das den weißen Teil des Auges bedeckt und das Innere der Augenlider auskleidet.

Die virale Konjunktivitis ist die häufigste Ursache für ein akut gerötetes Auge.
In der Regel betrifft eine virale oder bakterielle Konjunktivitis beide Augen zur gleichen Zeit, sie kann aber auch in einem Auge beginnen und sich nach ein oder zwei Tagen auf das andere ausbreiten.
Sie kann asymmetrisch verlaufen und ein Auge mehr als das andere betreffen.

Obwohl die virale Konjunktivitis irritierend sein kann, wirkt sie sich selten auf die Sehkraft aus.
Sowohl Erwachsene als auch Kinder können diese Krankheit entwickeln.
Allerdings tritt eine bakterielle Konjunktivitis bei Kindern häufiger auf als bei Erwachsenen.

Klassifikation der Konjunktivitis

Bindehautentzündungen können auf folgende Weise unterteilt werden:
Seröse Konjunktivitis: gekennzeichnet durch starke Durchblutung, Schwellung und geringe Eiterproduktion.
Katarrhalische Konjunktivitis: ist die einzige Art einer Konjunktivitis, bei der Schleim gebildet wird.
Purulente Konjunktivitis: ist gekennzeichnet durch rote Augen und reichliche Eiterproduktion, sie kann auch auf die Hornhaut übergreifen.
Pseudomembranöse Konjunktivitis: in diesem Fall ist die Bindehaut von einer feinen Fibrinschicht bedeckt. Löst sich diese Schicht, kann leicht eine Blutung ausgelöst werden.
Follikuläre Konjunktivitis: sie ist durch das Vorhandensein von Follikeln gekennzeichnet, also Gruppen von Lymphozyten und Plasmazellen, die wie weiße, kreisförmige und leicht erhabene Gebilde aussehen.

Wodurch wird eine virale oder bakterielle Konjunktivitis verursacht?

Es gibt verschiedene Bindehautentzündungen, jede mit einer eigenen Ursache.


Virale Konjunktivitis
Die virale Konjunktivitis wird durch eine Augeninfektion mit einem Virus verursacht.
Sie kann von verschiedenen Viren verursacht werden, viele Formen sind mit einer Infektion der oberen Atemwege verbunden, wie Schnupfen oder Halsschmerzen.
Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Tagen bis zu einem Monat.
Sie überträgt sich schnell und leicht auf andere Menschen, kann also zu einer Epidemie führen.
Gewöhnlich verläuft sie leicht mit den stärksten Symptomen an den ersten 3 bis 5 Tagen der Infektion. Die Erkrankung vergeht normalerweise nach 7 bis 14 Tagen wieder ohne Behandlung und verursacht keine Langzeitwirkungen.
Entstehen Komplikationen, können 2 bis 3 Wochen bis zur vollständigen Genesung von der viralen Konjunktivitis erforderlich sein.
Menschen mit viraler Konjunktivitis können andere Personen bis etwa 12 Tage nach Beginn der Symptome anstecken.

 

Gravierendere Arten einer infektiösen Konjunktivitis

Die Konjunktivitis kann sich zusammen mit einer Keratitis (Infektion der Hornhaut) entwickeln. Gewöhnlich wird sie durch eine Infektion mit dem Herpes-Virus verursacht.
Bei einer Keratokonjunktivitis bestehen Augenschmerzen, während bei der viralen Konjunktivitis die Symptome auf eine Reizung der Oberfläche der Bindehaut und ein Verschwommensehen beschränkt sind.

Ein sogenanntes Adenovirus kann schwerwiegende und langwierige Bindehautentzündungen verursachen.

Die Neugeborenenkonjunktivitis betrifft Neugeborene und kann durch einige Keime verursacht sein, den sogenannten Chlamydien oder Erregern der Gonorrhoe.
Diese sexuell übertragbaren Infektionen sind schwerwiegend und bedürfen einer sehr raschen Behandlung, wenn sie die Augen des Kindes betreffen.
Hat die Mutter eine dieser Infektionen in der Scheide, kann das Auge des Kindes damit während der Geburt in Berührung kommen.
Man darf die neonatale Konjunktivitis nicht mit einem verklebten Auge verwechseln, das häufig bei Neugeborenen auftritt und durch einen verstopften Tränenkanal verursacht wird.
Ein verstopfter Tränenkanal mit einem verklebten Auge verursacht keine Rotfärbung der Bindehaut.

Die Konjunktivitis durch Herpes simplex wird zwar durch ein Virus verursacht, unterscheidet sich jedoch etwas von normalen Virusinfektionen.
Der Unterschied, den eine Konjunktivitis durch ein Herpesvirus verursacht, sind folgende Symptome:

  • Augenschmerzen und Brennen, die unerträglich sein können;
  • Bläschenbildung auf der Bindehaut oder den Augenlidern.

Die epidemische Keratokonjunktivitis ist hochgradig ansteckend und geht oft mit einer Epidemie in Schulen einher.
Es ist eine infektiöse Form, die von bestimmten Adenovirusgruppen ausgelöst wird und sich durch Kontakt mit infizierten Personen, Instrumenten und Objekten verbreitet.
Die Inkubationszeit beträgt etwa 5 bis 10 Tage.
Die Symptome dieser Konjunktivitisart dauern gewöhnlich ein bis drei Wochen an.
Diese Form der Konjunktivitis führt zu Verschwommensehen, das einige Monate anhalten kann.


Symptome der epidemischen Keratokonjunktivitis:

  • Rötung und Reizung der Augen
  • Fotophobie (Lichtempfindlichkeit)
  • Tränenfluss
  • Vergrößerte Lymphknoten auf der betroffenen Seite
  • Verschwommensehen

Bakterielle Konjunktivitis
Staphylokokkus und Streptokokkus sind Bakterienarten, die häufig eine Konjunktivitis verursachen.
Diese Erkrankung hat eine Inkubationszeit (ohne Symptome) von 2 bis 3 Tagen.

Die Symptome der bakteriellen Konjunktivitis treten rasch auf und umfassen unter anderem:

  • Augenschmerzen
  • Geschwollene Augen
  • Juckreiz
  • Rötung
  • Mäßiger bis starker Ausfluss, in der Regel gelb oder grünlich
  • Geschwollene Lymphknoten vor den Ohren

Der Augenausfluss sammelt sich oft nach dem Schlafen an.
Betroffene Kinder können „verklebte Augen“ haben. In diesem Fall hilft ein feuchtwarmer Lappen, um den Augenausfluss zu entfernen.
Bei verklebten Augen ist es nach Patientenberichten zufolge wichtig, die Augen nicht mit einem Mal zu öffnen, sondern erst, nachdem die Augäpfel gerollt und zur Seite bewegt wurden; dann lassen sich die Augenlider unter sehr viel geringeren Schmerzen öffnen.
Die Behandlung der bakteriellen Konjunktivitis besteht in wiederholten Waschungen mit einem feuchtwarmen Lappen (jeweils ein Auge) und Antibiotika in Form von vom Arzt verschriebenen Augentropfen oder einer Salbe.

Eine durch Chlamydiose verursachte Konjunktivitis ist eine in der westlichen Welt seltene Form der Infektion, ist jedoch sehr verbreitet in Afrika und den Ländern des Mittleren Ostens.
Chlamydien können bei Erwachsenen und Säuglingen zu geröteten Augen führen.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen können sie geschlechtlich übertragen werden.
Eine durch Chlamydien verursachte Bindehautentzündung wird oftmals oral mit Erythromycin oder Tetrazyklin behandelt, außer bei Kindern unter 8 Jahren, weil dies zu Hypoplasie (unvollständige oder reduzierte Entwicklung) des Zahnschmelzes führen kann.

 

Ansteckung und Übertragung

virale Konjunktivitis,bakteriell,gerötete AugenEs gibt verschiedene Dinge, durch die man eine Konjunktivitis und ihre Verbreitung verhindern kann:

  • Hände häufig waschen;
  • häufige bakterielle Desinfektion vornehmen, vor allem, wenn man sich die Hände nicht mit Wasser und Seife waschen kann;
  • mehrere Male am Tag heiße Umschläge machen;
  • direkte Berührung der Augen vermeiden;
  • andere Menschen nicht anfassen;
  • Schwimmbäder oder Whirlpools meiden;
  • anderen Menschen nicht die Hand geben;
  • Handtuch, Schminke, Sonnenbrille, Augentropfen oder Kopfkissen nicht mit anderen teilen;
  • Brille sauber halten;
  • eine schwangere Frau mit einer sexuell übertragbaren Krankheit sollte eine Therapie machen und mit dem Arzt sprechen;
  • Kopfkissenbezüge und Handtücher regelmäßig wechseln;
  • gemeinsam benutzte Gegenstände häufig desinfizieren;
  • keine Kontaktlinsen, Make-up und Augentropfen benutzen;
  • Eltern sollen den Kindern die Wichtigkeit der Vermeidung einer Verbreitung der Konjunktivitis beibringen.

Diagnose der Konjunktivitis

Die Konjunktivitis wird in der Regel durch den Hausarzt diagnostiziert und behandelt.
Meist diagnostiziert der Arzt die Erkrankung anhand einer Augenuntersuchung und Anamnese.
Manchmal muss ein Augenverband getragen werden, vor allem wenn sich der Zustand nicht bessert.

 


Therapie der viralen oder bakteriellen Konjunktivitis

Die meisten infizierten Fälle von Konjunktivitis benötigen keine medizinische Behandlung und vergehen nach ein oder zwei Wochen.

Behandlung von Patienten mit Konjunktivitis
Es gibt verschiedene Maßnahmen, mit denen die Behandlung einer infektiösen Konjunktivitis zu Hause möglich ist:

  1. Kontaktlinsen entfernen. Die Verwendung von Kontaktlinsen bis 24 Stunden nach Abschluss der Behandlung vermeiden. Nicht wieder die alten Linsen verwenden, nachdem die Infektion abgeklungen ist, da sie eine potentielle Quelle für eine erneute Infektion sein können.
  2. Augentropfen benutzen, die gleitende Wirkung haben. Sie sind rezeptfrei oder auf Verschreibung erhältlich.
    Sie können den Schmerz und weitere Symptome an den Augen lindern.
  3. Klebenden Ausfluss an den Augenlidern und Wimpern sanft mit einem festen Papiertaschentuch entfernen
Virale und bakterielle Konjunktivitis
Virale und bakterielle Konjunktivitis

Antibiotika
Normalerweise werden bei einer infektiösen Konjunktivitis keine Antibiotika verschrieben, weil sie bei der Genesung wenig Unterschied machen und bei einer unbehandelten Konjunktivitis ein sehr geringes Risiko für Komplikationen besteht.
Ist die Infektion jedoch besonders schwerwiegend oder dauert sie länger als zwei Wochen, kann der Arzt Antibiotika verschreiben.

Es gibt zwei Hauptarten von Antibiotika, die verschrieben werden:

  1. Chloramphenicol
  2. Fusidinsäure

Chloramphenicol wird bevorzugt gewählt und in Form von Augentropfen angewendet.
Diese werden wie folgt verabreicht:
In den ersten beiden Tagen alle zwei Stunden einen Tropfen in das infizierte Auge träufeln.
In den folgenden fünf Tagen alle vier Stunden einen Tropfen in das infizierte Auge träufeln.
Die Tropfen anwenden, wenn man wach ist.
Bessern sich die Symptome in den ersten fünf Tagen, sollte man die Augentropfen für weitere zwei Tage anwenden.
Wer keine Augentropfen mag, kann sich vom Arzt eine Antibiotikasalbe verschreiben lassen.

Fusidinsäure
Fusidinsäure kann verschrieben werden, wenn Chloramphenicol nicht für den Patienten geeignet ist.
Oftmals ist es für Kinder und ältere Menschen besser geeignet, da es nicht so oft verabreicht werden muss. Dieses Mittel wird auch bei schwangeren Frauen bevorzugt.
Fusidinsäure ist in Form von Augentropfen erhältlich, gewöhnlich werden diese über sieben Tage zweimal täglich verabreicht.

Nebenwirkungen
Die Augentropfen können zu Verschwommensehen führen.
Nach dem Gebrauch von Augentropfen sollte man das Bedienen von Maschinen vermeiden.
Gewöhnlich verursachen weder Fusidinsäure noch Chloramphenicol Nebenwirkungen, obwohl sie ein brennendes Gefühl in den Augen hinterlassen können. Dieses Gefühl sollte nicht lange anhalten.


Zusätzliche Therapie bei viraler oder bakterieller Konjunktivitis
Wenn nach zwei Wochen immer noch Symptome bestehen, sollte man unbedingt den Hausarzt aufsuchen.
Man sollte den Hausarzt jedoch unverzüglich aufsuchen, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Augenschmerzen
  • Überempfindlichkeit auf Licht (Fotophobie)
  • Sehverlust
  • Intensive Rötung eines oder beider Augen

Der Arzt kann Untersuchungen für sexuell übertragbare Infektionen (STI) empfehlen. Manche übertragbare Geschlechtskrankheiten wie Chlamydiose können eine infektiöse Konjunktivitis mit Symptomen verursachen, die einige Monate lang andauern können.

 

Ernährung und Ergänzungsmittel bei viraler und bakterieller Konjunktivitis

Die folgenden Ergänzungsmittel können zur Stärkung des Immunsystems und zur schnelleren Heilung eingenommen werden, doch nur unter Aufsicht des Arztes:

  • Vitamin C
  • Zink

Kräuter
Die Anwendung von Kräutern ist ein natürliches Mittel, um den Körper zu stärken und eine Krankheit zu behandeln.
Kräuter können jedoch auch Nebenwirkungen auslösen und mit anderen Kräutern, Ergänzungsmitteln und Medikamenten interagieren.
Aus diesen Gründen sollte man sie mit Vorsicht und unter Aufsicht eines Experten einsetzen.
Packungen und Waschungen der Augen sind Behandlungen, die einige Male am Tag direkt an den Augenlidern erfolgen.

Die gebräuchlichsten Kräuter bei allergischer Konjunktivitis sind:

  • Euphrasia (Euphrasia officinalis): hilft bei der Bekämpfung von Infektionen und zum Trocknen von überschüssiger Flüssigkeit;
  • Kamille (echte Kamille): hilft gegen Infektionen;
  • Fenchelsamen (Foeniculum vulgare): hilft bei der Bekämpfung von Infektionen;
  • Calendula (Calendula officinalis): beruhigt bei Reizungen;
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata, P. principalis): wirkt adstringierend und beruhigend. Frische Blätter sind bei dieser Pflanze am wirksamsten.