Hypertone und hypotone Dehydratation

Dehydratation tritt ein, wenn der Körper zu viel Flüssigkeit verliert.
Das kann geschehen, wenn man kein Wasser trinkt oder wenn man große Mengen Flüssigkeit durch Durchfall, Erbrechen, Schwitzen oder sportliche Betätigung verliert.
Wenn die verlorengegangene Flüssigkeit nicht durch Trinken ersetzt wird, kann man austrocknen.


Da etwa 75% des Körpergewichts aus Wasser besteht, das sich im Zellinnern, in den Blutgefäßen und zwischen den Zellen befindet, benötigt der Körper zum Überleben sehr viel Flüssigkeit.

 

Klassifizierung und Arten der Dehydratation

Es gibt drei Arten von Dehydratation:

  1. Die isotonische Dehydratation besteht, wenn man Wasser und Mineralsalze in gleichem Verhältnis verliert.
    In den Zellen muss ein Gleichgewicht zwischen Wasser und Mineralsalzen bestehen.
    Diese Art der Dehydratation entsteht gewöhnlich bei Durchfall.
  1. Die hypertone oder hypernatriämische Dehydratation betrifft nur Säuglinge und Kleinkinder.
    Hypernatriämisch bezeichnet einen zu hohen Salzgehalt im Blut. Dieser Typ einer Dehydratation tritt also ein, wenn ein Kind mehr Wasser verliert als Salz.
    Wenn zum Beispiel ein Neugeborenes unter wässrigem Durchfall oder exzessivem Erbrechen leidet.
  1. Die hypotone Dehydratation besteht, wenn der Betreffende hauptsächlich Elektrolyte verliert, vor allem Natrium.

 

Was sind die Ursachen der Dehydratation?

Manchmal kann nicht genügend Flüssigkeit aufgenommen werden, zum Beispiel aufgrund anstehender und dringlicher Verpflichtungen oder weil man in einem Gebiet lebt, in dem die notwendigen Strukturen für genügend Trinkwasser fehlen (wie bei Wanderungen oder beim Campen).

Weitere Ursachen für Austrocknung sind:

  • Durchfall – die häufigste Ursache für Dehydratation und damit in Zusammenhang stehende Todesfälle. Der Dickdarm absorbiert aus der verdauten Nahrung Wasser. Durchfall verhindert diese Funktion und führt zu Wasserverlust.
  • Erbrechen – verursacht den Verlust von Flüssigkeiten und das Trinken ist erschwert.
  • Schwitzen – steigt die Körpertemperatur an, setzt der Körper eine beträchtliche Menge Wasser in Form von Schweiß frei. Heißes und feuchtes Klima kann zusammen mit intensiver körperlicher Aktivität zu weiterem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen führen.
  • Diabetes – erhöhte Blutzuckerwerte führen zu vermehrtem Wasserlassen und Flüssigkeitsverlust.
  • Häufiges Wasserlassen – wird gewöhnlich durch nicht eingestellten Diabetes verursacht, kann aber auch durch Alkohol und harntreibende Medikamente, Antihistaminika, Medikamente gegen erhöhten Blutdruck und Antipsychotika verursacht sein.
  • Verbrennungen – Wasser dringt durch die geschädigte Haut aus und der Körper verliert Flüssigkeit.
  • Unfähigkeit, Flüssigkeiten zu trinken – die Unfähigkeit, ausreichend zu trinken ist eine andere potentielle Ursache für Dehydratation, zum Beispiel in folgenden Fällen:
    • Mangelnde Verfügbarkeit von Wasser
    • Starke Übelkeit mit und ohne Erbrechen
    • Zu wenig Kraft, um zu trinken


Krankheiten
Krankheiten, die ständige Übelkeit oder Durchfall verursachen, können zu Dehydratation führen.
Dies geschieht, weil Erbrechen und Durchfall zu einem großen Wasserverlust des Körpers führen.
Elektrolyte sind wesentliche Bestandteile für die Zellaktivität und gehen zusammen mit dem Wasser verloren.
Elektrolyte sind in Blut, Urin und anderen Körperflüssigkeiten enthalten.
Erbrechen und Durchfall können diese Funktionen verändern und dadurch ernste Probleme wie Schlaganfall und Koma verursachen.

Fieber
Bei Fieber verliert der Körper Flüssigkeit, weil er stark schwitzt, um die Körpertemperatur zu senken.
Oft verursacht Fieber starkes Schwitzen. Wenn nicht zum Ausgleich der verlorengegangenen Flüssigkeit getrunken wird, kann daraus eine Dehydratation entstehen.

Andere Ursachen
Ältere Menschen haben aus folgenden Gründen eine größere Wahrscheinlichkeit auszutrocknen:

  • Sie trinken kein Wasser, da sie keinen Durst wie jüngere Menschen verspüren.
  • Die Nieren funktionieren nicht gut.
  • Sie entschließen sich dazu, nicht zu trinken, weil sie die Harnblase nicht kontrollieren können (Inkontinenz).
  • Sie nehmen Medikamente ein, die die Harnproduktion steigern.
  • Sie haben nicht genügend Geld, um sich ausreichend zu ernähren.
  • Sie haben körperliche Probleme oder eine Krankheit, die dies verursacht:
  1. Schwierigkeiten zu trinken oder ein Glas zu halten.
  2. Schmerzen, wenn sie sich vom Stuhl erheben.
  3. Schmerzen oder Beschwerden, wenn sie zur Toilette gehen.
  4. Schwierigkeiten zu sprechen oder mit jemanden bezüglich ihrer Symptome zu kommunizieren.

 

Dehydratation bei Säuglingen und kleinen Kindern

Neugeborene und kleine Kinder haben aus folgenden Gründen eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Dehydratation zu erleiden:

  • Ein hoher Prozentanteil des Körpergewebes besteht aus Wasser.
  • Kleinkinder haben einen schnellen Stoffwechsel, daher benötigt ihr Körper viel Wasser.
  • Die Nieren eines Kleinkindes speichern nicht so viel Wasser, wie die Nieren eines Erwachsenen.
  • Das Immunsystem eines Kleinkindes ist noch nicht vollständig entwickelt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen wie Erbrechen und Durchfall.
  • Kleinkinder essen und trinken oftmals nicht, wenn sie sich nicht wohl fühlen.
  • Kleinkinder sind bezüglich der Nahrungsaufnahme von ihrer Mutter abhängig.

Wer läuft Gefahr zu dehydrieren?
Auch wenn jeder Mensch austrocknen kann, haben manche Menschen dafür ein besonderes Risiko. Am stärksten gefährdet sind:

  • Menschen, die in größeren Höhen leben.
  • Sportler, vor allem diejenigen, die Ausdauersport wie Marathon, Triathlon und Radfahren betreiben. Dehydration kann die Leistungen im Sport verringern.
  • Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Nierenerkrankungen, Nebennierenrindenstörungen, Alkoholabusus und zystischer Fibrose.
  • Ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder.

 

Symptome von Wassermangel

Wichtig ist, die Symptome einer Dehydratation sofort bei ihrem Auftreten zu erkennen.
Eine unbehandelte Dehydratation kann zum Schock führen.
Zeichen und Symptome für Wassermangel können sein:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Dunkler Urin (kann einen strengen Geruch haben)
  • Unfähigkeit zu urinieren
  • Gewichtsverlust
  • Nasen- und Mundtrockenheit
  • Schwäche
  • Muskelkrämpfe
  • Herzrasen
  • Kalte Hände und Füße
  • Verminderter Tränenfluss und vermindertes Schwitzen
  • Zittern

Wie bemerkt man, wann ein Kind dehydriert ist?
Die Symptome, die anzeigen, ob ein Kind dehydriert ist oder ein Wassermangel bevorsteht, sind:

  • Über sechs-acht Stunden keine nasse Windel
  • Urin, der in der Windel dunkel erscheint und einen stärkeren Geruch als üblich hat
  • Lethargie (übermäßige Müdigkeit)
  • Mund und Lippen trocken und rau
  • Tränenmangel beim Weinen

Anzeichen für einen schwerwiegenden Wassermangel des Kindes:

  1. Eingesunkene Augenhöhlen
  2. Kalte Hände und Füße mit Flecken auf der Haut
  3. Ausgeprägte Schläfrigkeit
  4. Eingesunkene Fontanellen (die weichen Stellen am Schädel)

Komplikationen der Dehydratation

Symptome-der-DehydratationDehydratation kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter:

Hitzschlag
Wenn bei intensiver körperlicher Tätigkeit nicht genügend Flüssigkeit getrunken wird und man dabei stark schwitzt, kann man einen Hitzschlag erleiden, der von leichten Krämpfen bis zu lebensbedrohlichen Störungen führen kann.

Hirnödem
Manchmal, wenn man nach Dehydratation Flüssigkeiten aufnimmt, versucht der Körper, zu viel Wasser in den Zellen zu speichern.
Das kann zu einem exzessiven Anschwellen der Hirnzellen und zu deren Ausfall führen.

Die Folgen sind besonders schwerwiegend, wenn es die Zellen des Gehirns betrifft.

Epileptische Krise
Die Elektrolyte Kalium und Natrium helfen bei der Leitung der Nervensignale von einer Zelle zur anderen.
Geraten die Elektrolyte aus dem Gleichgewicht, können normale elektrische Botschaften konfus werden, was zu unwillkürlichen Muskelzuckungen und manchmal auch zu Bewusstseinsverlust führt.

Hypovolämischer Schock
Hierbei handelt es sich um eine der schwerwiegendsten Komplikationen bei Dehydratation.
Sie entsteht, wenn die Verminderung des Blutvolumens einen Abfall des Blutdrucks und der Sauerstoffmenge im Körper verursacht.

Niereninsuffizienz
Die Niereninsuffizienz ist potentiell tödlich und tritt ein, wenn die Nieren nicht mehr in der Lage sind, überschüssige Flüssigkeiten und Blutrückstände auszuscheiden.

Koma und Tod
Erfolgt keine rechtzeitige und angemessene Behandlung, kann eine hochgradige Dehydratation zum Tod führen.

 

Diagnose der Dehydratation

Untersuchungen und Tests
Bei der körperlichen Untersuchung ist auf folgende Anzeichen zu achten:

  • Blutdruckabfall beim Aufstehen aus dem Liegen
  • Niedriger Blutdruck
  • Spannung der Haut, die Haut ist nicht mehr so elastisch wie zuvor, nach dem Zusammendrücken kehrt sie nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurück (normalerweise nimmt die Haut sofort ihre Ausgangsposition wieder ein)
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Schock

Untersuchungen, die durchgeführt werden:

  1. Blutuntersuchung (zur Kontrolle der Elektrolyte, vor allem Natrium-, Kalium- und Bikarbonatgehalt)
  2. Harnstoff-Stickstoff im Blut erhöht
  3. Großes Blutbild, die Blutzellenwerte sind erhöht
  4. Erhöhte Kreatininwerte
  5. Spezifisches Gewicht des Urins

 

Therapie bei Dehydratation und Naturheilmittel

Rehydratationslösung
Wenn man dehydriert ist, verliert man zusammen mit dem Wasser auch Zucker und Salze. Das Trinken einer Rehydratationslösung stellt das richtige Gleichgewicht der Körperflüssigkeiten wieder her.
Die Lösung sollte eine Mischung aus Kalium- und Natriumsalzen sowie von Glucose oder Stärke enthalten.
Es gibt verschiedene frei verkäufliche und verschreibungspflichtige Produkte zur Rehydratation in der Apotheke, einschließlich Lösungen, die für Säuglinge und Kinder geeignet sind.

Hochgradige Dehydratation
Besteht der Verdacht, dass eine Person hochgradig dehydriert ist, sollte unverzüglich der Notarzt gerufen werden.
Zur Behandlung kann eine Krankenhauseinweisung erforderlich sein.
Besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen müssen einer sofortigen Behandlung zugeführt werden, wenn sie zu dehydrieren drohen.
Flüssigkeiten können über eine Nasensonde zum Magen oder mittels Infusion in die Vene (intravenös) verabreicht werden.
Auf diese Weise gelangen die Nährstoffe schneller an ihr Ziel, als wenn eine Lösung getrunken wird.

Der beste Weg zur Behandlung der Dehydratation ist die Rehydrierung des Körpers mit reichlich Flüssigkeit, wie Wasser, fettarme Milch, verdünnter Sirup oder verdünnte Fruchtsäfte.
Ein süßes Getränk kann helfen, den verloren gegangenen Zucker zu ersetzen und ein Salzsnack hilft, verlorenes Salz zu ersetzen.

Säuglinge und dehydrierte Kinder sollten nicht nur Wasser trinken, weil dadurch der (bereits niedrige) Mineralsalzgehalt im Körper weiterhin verdünnt und das Problem verschlimmert wird.
Kinder benötigen verdünnten Sirup, Fruchtsaft oder spezielle rehydrierende Lösungen.
Besteht eine Schwierigkeit beim Trinken aufgrund von Erbrechen und Durchfall, kann man es mit kleinen und öfter gegebenen Mengen versuchen.
Um kleinen Kindern kleinere Mengen an Flüssigkeit zu geben, ist es am einfachsten, einen Teelöffel oder eine Spritze zu verwenden.

 

 

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