Behandlung von Parodontitis

Parodontitis (oder Pyorrhea) ist eine bakterielle Infektion des Zahnhalteapparats (Parodontium). Die betroffenen Bereiche sind Zahnfleisch, Kieferknochen und Wurzelhaut.

Parodontitis ist eine aggressive Krankheit, die sich durch eine Entzündung rund um den Zahn bemerkbar macht.
Die Krankheit ist hauptsächlich auf die Bildung von Zahnbelag und Zahnstein auf der Zahnoberfläche zurückzuführen.

Behandlung von Parodontitis
Behandlung von Parodontitis

Es handelt sich hierbei um eine schwere Form der Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und zeichnet sich durch den Verlust der Verbindung zwischen Kiefer und Zähnen aus. Sie schädigt die Gewebe und den Knochen, die die Zähne halten.
Auch Kinder mit Milchzähnen können an dieser Störung leiden.

 

Klassifikation

Die juvenile Parodontitis betrifft Jugendliche und verursacht zu Beginn nur leichte Symptome.
Die Krankheit schreitet schneller fort, als die Form, die Erwachsene betrifft.
Betroffene Zähne sind Mahlzähne (Molaren) und Schneidezähne.
Die präpubertäre Parodontitis ist eine seltene Erkrankung, die die Milchzähne kurz nach dem Durchbrechen betrifft.
Das Kind leidet auch an einem Mangel an neutrophilen Leukozyten.
Betroffene Patienten werden meist im Alter von 4 Jahren diagnostiziert.

Die durch HIV verursachte Parodontitis ist eine Art, die durch ein schnelles Fortschreiten gekennzeichnet ist, und ähnelt der akuten nekrotisierenden ulzerierenden Gingivitis (ANUG).
Der Verlust des parodontalen Gewebes kann in wenigen Monaten bis zu 1 cm betragen.
Einige der Symptome sind Schmerzen, spontane Blutungen und Erytheme.

 


Ursachen der Parodontitis

Schlechte Mundhygiene: Die Vernachlässigung der Mundhygiene ist der Hauptgrund für das Auftreten dieses Zahnproblems.
Die Bakterien im Mund bilden ständig eine farblose, klebrige Schicht (Zahnbelag) auf den Zähnen. Um der Bildung von Zahnbelag vorzubeugen, sollte man die Zähne mit Zahnpasta putzen und Zahnseide verwenden.
Mit der Zeit verhärtet der Zahnbelag und bildet Zahnstein, der Bakterien beherbergt.
Mit normalem Bürsten kann der Zahnstein nicht entfernt werden. Nur ein Zahnarzt kann den Zahnstein professionell entfernen.

Schlechte Angewohnheiten: Menschen, die Tabak rauchen oder kauen, neigen eher zu diesem Zahnproblem.

Krankheiten: Patienten, die an Zahnfleischerkrankungen oder chronischen Störungen leiden, die das Immunsystem angreifen (wie Diabetes, HIV, Krebs usw.), neigen verstärkt zu diesem Zahnproblem.

Medikamente: Es gibt gewisse Medikamente (wie Phenytoin), die zur Behandlung epileptischer Anfälle verwendet werden. Die Einnahme von Phenytoin-Tabletten kann sich negativ auf das Zahnfleisch auswirken. Auch Antidepressiva und orale Kontrazeptiva können sich negativ auf die Gesundheit des Mundes auswirken.

 

Symptome der Parodontitis

Die Symptome dieser Zahnfleischerkrankung zeigen sich oft erst, wenn die Erkrankung ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.
Ein ungewöhnlich überstehendes Zahnfleisch ist ein häufiges Symptom dieses Zahnfleischproblems. Andere offensichtliche Anzeichen dieser Erkrankung sind:

  • Zahnfleischschwellung
  • Intensiver Mundgeruch
  • Zahnfleischbluten
  • Wunden
  • Zahnschmerzen
  • Kopfschmerzen (da sie eine Entzündung hervorrufen kann, die sich bis ins Kiefergelenk ausbreitet)
  • Wackelnde Zähne
  • Blutungen beim Bürsten und Zerbeißen harter Lebensmittel
  • Eiter zwischen Zahnfleisch und Zahn

 

Therapie und Medikamente bei Parodontitis

Ziele der Parodontitis-Behandlung sind die Reinigung des Bereichs um die Zähne und die Vermeidung von Schäden am umgebenden Knochen.
Parodontitis ist eine schwerwiegende Erkrankung und es gibt keine Naturheilmittel, um die Symptome zu beseitigen.

Nicht-chirurgische Behandlung

Wenn die Parodontitis noch nicht zu weit fortgeschritten ist, sind weniger invasive Therapien vorgesehen, wie:

Reinigung. Bei der Zahnreinigung werden Zahnstein und Bakterien von der Zahnoberfläche und unter dem Zahnfleisch entfernt.
Dies kann mithilfe von Instrumenten oder einem Ultraschall-Gerät erfolgen.


Wurzelglättung (Root Planing). Bei der Wurzelglättung wird die Oberfläche der Wurzel geglättet, wodurch eine weitere Akkumulation von bakteriellen Toxinen und Zahnstein verhindert wird.

Eine der neuesten nicht-chirurgischen Verfahren ist die Laserbehandlung.
Ein Laser ist eine Vorrichtung, mit der Strahlen ausgesendet werden, die pathogene Mikroorganismen zerstören können.

Antibiotika. Der Zahnarzt kann zu topischen oder oralen Antibiotika gegen die bakterielle Infektion raten.
Zu den topischen Antibiotika gehören Mundspülungen oder Gels mit medizinischen Wirkstoffen, die zwischen Zähne und Zahnfleisch eindringen.
Man sollte mit dem Arzt sprechen, bevor man in der Schwangerschaft irgendwelche Medikamente einnimmt.

 

Chirurgischer Eingriff bei Parodontitis

Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis reagiert das Zahnfleischgewebe möglicherweise nicht mehr auf nicht-chirurgische Behandlungen und eine gute Mundhygiene. Dann ist möglicherweise eine Operation notwendig, wie zum Beispiel:

Verkleinerung der Zahntasche. Bei dieser Operation macht der Zahnchirurg winzige Einschnitte in das Zahnfleisch und klappt es nach hinten, um die Zahnwurzel für eine effektivere Reinigung freizulegen.
Da Parodontitis oft auch einen Knochenverlust verursacht, kann der darunterliegende Knochen rekonstruiert werden, bevor das Zahnfleischgewebe wieder an seiner Stelle vernäht wird.
Nach der Heilung lassen sich diese Bereiche leichter reinigen und das Zahnfleischgewebe gesund erhalten.
Wie lange dauert es, bis man wieder normal beißen kann?
Wenn der Eingriff gut verlaufen ist, kann die Genesungszeit zwischen wenigen Tagen und etwa einer Woche betragen.

Weichgewebetransplantate. Wenn man das Zahnfleischgewebe aufgrund einer Parodontitis verliert, zieht sich das Zahnfleisch zurück.
Daher könnte es notwendig werden, das beschädigte Gewebe zu verstärken.
Das kann erfolgen, indem man eine kleine Menge Gewebe aus dem Gaumen oder einem anderen Bereich entnimmt.
Dieses Verfahren kann dazu beitragen, den weiteren Rückgang des Zahnfleischs zu vermeiden, die offen liegenden Wurzeln zu bedecken und das Aussehen der Zähne zu verbessern.
Ein Weichgewebetransplantat wird vor allem bei einer vertikalen Parodontitis gewählt. Wenn sich die Krankheit horizontal entwickelt hat, ist ein Knochentransplantat vorzuziehen.

Knochentransplantat. Dieses Verfahren wird durchgeführt, wenn die Parodontitis den Knochen zerstört hat, der die Zahnwurzel umgibt.
Das Transplantat kann aus kleinen Fragmenten eigenen Knochens bestehen, aber auch aus synthetischem Material oder von einem Spender sein.
Das Knochentransplantat hilft, den Verlust der Zähne zu verhindern.
Es dient auch als Plattform für das Nachwachsen des natürlichen Knochens.

Kontrollierte Geweberegeneration. Dies ermöglicht das Nachwachsen des Knochens, der von Bakterien zerstört wurde.
Der Zahnarzt setzt ein Stück biokompatibles Gewebe zwischen den Zahn und den bestehenden Knochen. Das Material verhindert das Eindringen von Fremdkörpern in den Operationsbereich und ermöglicht das Wachstum des Knochens.

Anwendung von Derivaten der Schmelzmatrix. Eine weitere Technik sieht die Anwendung eines speziellen Gels vor, das in die kranke Zahnwurzel injiziert wird.
Dieses Gel enthält dieselben Proteine, die im Zahnschmelz während der Zahnbildung vorhanden sind, und das Wachstum des gesunden Knochens stimulieren.

 

Vorbeugung von Parodontitis

Eine gute Mundhygiene ist der beste und günstigste Weg, dieser Zahnfleischerkrankung vorzubeugen.
Das zweimal tägliche Zähneputzen einschließlich der Anwendung von Zahnseide ist Grundlage für die Erhaltung einer guten Zahngesundheit.
Man kann auch Zahnpasten zur Regulierung des Zahnsteins verwenden, um seine Entstehung zu verhindern.
Auch Spülungen mit vom Arzt verordnetem Mundwasser können dazu beitragen, die Anzahl von Bakterien im Mund zu reduzieren.

 

Akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis

Diese Krankheit, die auch „Schützengraben-Mund“ genannt wird, ist eine schwerwiegende Zahnfleischerkrankung, die durch schmerzhafte Blutungen, Entzündungen und Geschwüre gekennzeichnet ist. Sie verursacht starke Schmerzen und Beschwerden.
Ein anderer Name für diese Krankheit ist auch Stomatitis Plaut-Vincent.
Sie ist eine seltene Art von Parodontalerkrankung. Meist neigen Erwachsene unter 35 Jahren eher dazu, an diesem Problem zu erkranken.

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Ursachen der akuten nekrotisiernden ulzerierenden Gingivitis

Im Grunde genommen wird diese Erkrankung durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Normalerweise sind verschiedene Arten von Mikroorganismen (einschließlich Bakterien) in der Mundhöhle vorhanden, sie verursachen jedoch keinerlei Schäden an Zähnen oder Zahnfleisch.
Das ist darauf zurückzuführen, dass ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen guten und schädlichen Bakterien besteht. Wenn allerdings das Wachstum von schädlichen Bakterien im Mund überhandnimmt, beginnen sie, sich am Zahnfleisch festzusetzen und verursachen eine Infektion.
In der Folge werden die Weichgewebe des Zahnfleischs geschädigt, die die Zähne halten.
Im schlimmsten Fall entstehen außerdem Geschwüre auf dem Zahnfleisch.
Die Faktoren, die hauptsächlich für diese Art von unkontrolliertem Wachstum der Bakterien verantwortlich gemacht werden, die die Krankheit verursachen, sind:

  • Fehlen einer angemessenen Mundhygiene
  • Ernährungsdefizite
  • Mentaler Stress
  • Rauchen

Normalerweise entwickeln die von AIDS betroffenen Personen diese Erkrankung.

 


Symptome der nekrotisiernden ulzerierenden Gingivitis

Erste Anzeichen für eine akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis sind Mundgeruch und ein übler Geschmack im Mund.
Da diese Symptome keine weiteren Beschwerden verursachen, werden sie meist ignoriert.
Später treten dann plötzlich schwerwiegendere Symptome auf:

Starke Zahnfleischschmerzen. Dieser Schmerz verschlimmert sich beim Essen.
Das Zahnfleisch erscheint geschwollen und rot und neigt zu vermehrter Blutung. Das Zahnfleisch kann auch beim Zähneputzen bluten.
Der Patient kann Fieber und vergrößerte Halslymphknoten entwickeln.
Auf der Zahnfleischoberfläche kann sich ein gräulicher Film bilden.
Dies weist auf eine Karies im Zahnfleischgewebe hin.
Geschwüre, die auf diese Krankheit zurückzuführen sind, können sich in schmerzhaften kraterförmigen Wunden äußern, die sich vor allem auf dem Zahnfleisch oder zwischen den Zähnen bilden.
Bei manchen Menschen könnte die Infektion zum Anschwellen der Lymphknoten an Kopf, Hals oder Kiefer führen.

 

Kieferinfektion

Eine Kieferinfektion kann auf Bakterien oder Pilze zurückzuführen sein.

Wie infiziert sich der Kiefer?
Wie bereits angedeutet, kann eine unbehandelte Parodontitis eine Infektion des Kieferknochens verursachen.
Die Parodontitis zeichnet sich durch eine schwere Zahnfleischinfektion aus.
Die Infektion zerstört Weichgewebe und Knochen, die den Zahn halten.
Wenn sie nicht behandelt wird, kann die Infektion über den Blutkreislauf den Kiefer erreichen.


Zu den Ursachen gehören auch zahnärztliche Behandlungen wie Devitalisierung, das Ziehen eines Zahns oder die Entfernung der Weisheitszähne. In diesen Fällen können Bakterien über den operierten Bereich bis zum Kieferknochen vordringen.
Eine Karies, eine Absplitterung oder ein kleiner Riss im Zahn können es den Bakterien erleichtern, den internen Bereich des Zahns in Beschlag zu nehmen und dabei bis zur Wurzel vorzudringen, wo sie eine Infektion verursachen.
Diese Infektion verursacht eine Schwellung und Entzündung, durch die Eiter gebildet wird.
Mit der Zeit sammelt sich der Eiter in einem Zahnabszess. Ohne Behandlung kann sich die durch den Abszess verursachte Infektion auf den Kiefer und auf andere Bereiche des Kopfes oder Halses ausbreiten.

 

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Kieferknochenschwund

Kieferknochenschwund ist ein irreversibles Symptom von Parodontalerkrankungen.

Es ist allgemein bekannt, dass die Zähne fest in ihren Höhlen sitzen.
Was hält die Zähne in ihrer Kavität (unabhängig von der aufgewendeten Kraft)?
Es ist eine Kombination zweier Dinge: die parodontalen Fasern, die den Zahn am Knochen fixieren, und die Knochendichte des Kieferknochens.
Wenn man älter wird und die Zahnhygiene vernachlässigt, gibt es viele Veränderungen, die sich in der Mundhöhle abzeichnen.
Vor allem zerstören Zahnbelag und Zahnstein um die Zähne das Zahnfleisch und verursachen viele Zahnfleischerkrankungen. Wenn sich diese dann auf den Kiefer ausweiten, verursachen sie Parodontalerkrankungen und Kieferknochenschwund.


Ursachen von Kieferknochenschwund
Wie bereits erwähnt, sind Parodontalerkrankungen eine der Hauptursachen für Kieferknochenschwund. Die unbehandelte Gingivitis (Zahnfleischentzündung) schreitet in Richtung des darunterliegenden Knochens zum Kiefer fort und verursacht Knochenschwund.
Manchmal tritt Knochenschwund bei einer Pulpitis auf, die eine Nekrose der Zahnpulpa (Zahnmark) verursacht.
Die Folge ist ein Zahnabszess.
Bei dieser Krankheit erfolgt die Zerstörung des periapikalen Knochens, also des Knochens nahe der Spitze der Zahnwurzel.

Manchmal kann auch eine isolierte Infektion des Kieferknochens einen Knochenschwund verursachen. Auch gibt es manchmal einen starken Knochenschwund ohne ersichtliche Ursache, was als akute nekrotisierende ulzerierende Parodontitis bekannt ist.
In diesen Fällen tritt (auch wenn die Person eine ausreichende Mundhygiene durchführt) fortschreitender Verlust und Zerstörung des Knochens auf.

 

Naturheilmittel

Es gibt keine natürlichen Heilmittel gegen Parodontitis, aber man kann mit Vitaminen, vor allem Vitamin C, vorbeugen, das die Gesundheit des Zahnfleischs begünstigt, sowie mit Vitamin D, das vor Osteoporose schützt.
Eine gesunde Ernährung ohne Milch und Milchprodukte ist wichtig für die Gesundheit der Knochen.