Luft im Bauch oder Meteorismus

Eine Luftansammlung im Bauch (Gase im Magen und im Darm) kann Unannehmlichkeiten bereiten, aber die Bildung von Gas ist ein physiologisches Phänomen und nicht krankhaft.

Darmgase sind ein Nebenprodukt der Verdauung.

Durchschnittlich kann eine Person am Tag von einem halben bis zu 2 Litern Gas produzieren.
Da Gas aufsteigt, erzeugt es Druck in der dem Fluss im Magen-Darm-Trakt entgegengesetzten Richtung.

Die größte Luftmenge im Körper entweicht durch Aufstoßen.
Der Rest wird über den Dünndarm absorbiert und über den Mastdarm freigesetzt.
Verschiedene Probleme entstehen, wenn wenn die Gase den Körper nicht korrekt verlassen oder wenn eine übermäßige Produktion und Ansammlung von Gasen im Darm stattfindet.

 

Ursachen von Luftansammlung im Bauch

Die Luftansammlung im Magen kann viele Ursachen haben.

Luftschlucken
In den meisten Fällen ist Aufstoßen die Folge von verschluckter Luft (Aerophagie).
Bei folgenden Aktivitäten ist die Wahrscheinlichkeit, Luft zu schlucken, erhöht:

  • Rauchen
  • Kaugummi kauen
  • mit Strohhalm trinken
  • Trinken kohlensäurehaltiger Getränke
  • schnelles Essen und Trinken
  • Tragen von Zahnersatz

 

Andere Ursachen für Gase in Magen und Darm

  • Unverdaute Speisen – die langsame Verdauung der Speisen kann die Produktion von Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan verursachen, die zur Gasbildung im Magen und Darm führen.
  • Malassimilations- Probleme
    Die Hauptstörungen stehen in Zusammenhang mit der Malassimilation von Milchzucker (Laktose) und Gluten:

    • Laktoseintoleranz – in Zusammenhang mit dem Fehlen oder Mangel des Enzyms Laktase, das die Maldigestion der Laktose verursacht, die in Milch und Milchprodukten vorkommt.
      Die Laktose wird nicht verdaut und fermentiert im Dickdarm, wo Gase gebildet werden.
    • Empfindlichkeit und Intoleranz auf Gluten – verursacht durch die Maldigestion von Gluten, das in Getreide enthalten ist (vor allem in Weizen und Roggen).
      Die Malassimilations- Probleme können zur Luftansammlung im Bauch und anderen Symptomen führen, wie:

      • Bauchschwellung und –schmerzen,
      • Durchfall,
      • Verstopfung,
      • Meteorismus und Blähungen,
      • Übelkeit,
      • Kopfschmerzen,
      • Muskel- und Gelenkschmerzen,
      • Müdigkeit,
      • Angst.
  • Verdauungsstörungen.
  • Pankreatitis – Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
  • Lebensmittelvergiftung.
  • Reizdarmsyndrom und Verstopfung.
  • Angst und Stress – gestresste und ängstliche Personen essen in großer Eile und ohne die Speisen gut zu kauen.
    Folge ist, dass viel Luft geschluckt wird.

 


Luft im Bauch des Kindes

Jedes Kind entwickelt während der Verdauung Gase im Magen, unabhängig davon, ob es gestillt wird oder aus der Flasche trinkt.
Während die Luftansammlung im Darm bei Kinder in jedem Alter ein physiologisches Phänomen darstellt, sind von gasbedingte Koliken häufiger Neugeborene und Babys untner vier Monaten betroffen, weil sich der Verdauungsapparat noch entwickelt.
Der Darm muss erst noch lernen, die Nahrung zu zerkleinern und den Stuhl effektiv zu bilden.

Zusammen mit den Koliken zeigen sich:

  • plötzliche, unstillbare Schreiattacken (an mindestens drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden pro Tag),
  • aufgeblähter und harter Bauch,
  • blasse Gesichtsfarbe,
  • Krümmung der Beine zum Bauch.

Wodurch die Koliken hervorgerufen werden, kann nicht mit Bestimmtheit festlegt werden, aber zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Allergie auf Kuhmilch, die möglicherweise auch in der Milch der Mutter vorkommt, wenn diese Milchprodukte isst. In diesem Fall müssten beim Neugeborenen auch Erbrechen und Durchfall auftreten;
  • intestinale Hypermotilität;
  • familiärer Stress und Angst;
  • mangelnde Darmflora,
  • Kohlenhydratstoffwechsel.

Die Ernährung des Kindes muss sich stets wie folgt zusammensetzen:

  • Milch
  • Frisches Obst im Sommer
  • Trockenobst im Winter (Rosinen, Datteln und Feigen)

Muttermilch enthält keine Stärke, sondern nur einfachen Zucker, da das Kind mindestens bis zum 2. Lebensjahr nicht in der Lage ist, komplexe Kohlenhydrate zu verdauen.

Einige Nahrungsmittel können vom Kind nicht verdaut werden:

  • Getreide (Nudeln, Reis, Brot usw.)
  • Kartoffeln
  • Fleisch und anderes tierisches Eiweiß

 

Was sind Ursachen für Meteorismus bei Kindern?

Ist der Säugling nicht gut an der Brust angelegt oder umschließt die Flasche nicht korrekt mit dem Mund, kann er während der Mahlzeiten zu viel Luft schlucken.


Allergien und Intoleranzen
Muttermilch enthält Spuren von den Nahrungsmitteln, die die Mutter zu sich nimmt.
Manche Kinder können auf solche Lebensmittel intolerant sein.

Eine Ernährung der Mutter, die allergene Nahrungsmittel enthält, wie beispielsweise:

  • Milch und Milchprodukte
  • Eier
  • Fisch
  • Nüsse

kann Symptome von Verdauungsstörungen und Koliken beim Säugling verursachen.

Überernährung
Eine Verdauungsstörung kann zum Problem werden.
Zu schnelles Füttern kann eine Überbelastung mit Lactose und eine Erhöhung des Lactoseabbaus verursachen, was zu vermehrter Darmgasbildung führt.

Neue Nahrungsmittel
Neue Nahrungsmittel können zu einer intestinalen Luftansammlung beim Kleinkind führen, solange es noch nicht gelernt hat, die Speisen zu verarbeiten.
Ein Übermaß an zuckerreichen Lebensmitteln, wie Obstsäfte, können wässrige Stühle und Darmgase verursachen.

Gleichgewicht der Bakterien
Die Verdauung wird durch Tausende von „guten“ Bakterien (Probiotika) begünstigt, die zusammen mit Verdauungsenzymen arbeiten, um auf wirksame Weise die Nahrungsmittel und Nährstoffe zu spalten und zu verdauen.
Veränderungen der bakteriellen Darmflora können zu einer erhöhten Menge an Darmgasen führen.

Meteorismus während der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft erhöht den Progesteron- und Östrogenspiegel im Körper.
Progesteron ist ein Hormon, das den Gastrointestinaltrakt zusammen mit anderen Körpermuskeln entspannt.
Die vermehrte Elastizität während der Schwangerschaft ist erforderlich, um das Becken auf die Erweiterung vorzubereiten, die während des Geburtsaktes erforderlich ist.
Leider verursacht das:

  • eine Verlangsamung der Verdauung, verursacht durch die Entspannung der Darmmuskulatur;
  • Sodbrennen, weil die Muskulatur des Sphinkters zwischen Speiseröhre und Magen entspannt wird, die säurehaltige Inhalt steigt somit wieder in den Hals auf;
  • Gasbildung im Magen.

Das geschieht vor allem am Ende der Schwangerschaft.

 

Meteorismus während des menstrualen Zyklus

Die Progesteronerhöhung verursacht eine Verlangsamung der Kontraktion der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt.
Die wichtigsten Symptome, die durch den Anstieg von Progesteron (und Östrogenen) verursacht werden, sind:

  • Verstopfung oder Durchfall,
  • Luft im Bauch,
  • Bauchschwellung.

 

Symptome von Meteorismus

Aufstoßen – Aufstoßen ist die häufigste Art, Gas aus dem Magen entweichen zu lassen.
Das tritt vor allem nach dem Essen auf.
Übermäßiges Verschlucken von Luft ist allgemein die Ursache von Aufstoßen.
Heftiges Ausstoßen aufgrund von Gasen im Magen kann bei Menschen auftreten, die große Mengen kohlensäurehaltiger Getränke zu sich nehmen.

Völlegefühl – dieses Symptom bereitet große Beschwerden.
Völlegefühl entsteht, wenn ein großer Luftanteil im Abdomen eingeschlossen ist.
Völlegefühl entsteht nach opulenten Speisen.
Proteinhaltige Speisen können die Magenentleerung verzögern. Somit sammelt sich Luft im Magen an, die ein Völlegefühl verursacht.

Saures Aufstoßen – Rülpser können einen sauren Geschmack im Hals oder einen bitteren Mund verursachen.
Das ist der Fall, wenn Säuren aus dem Magen aufsteigen und über die Speiseröhre bis in den Mund gelangen. Menschen mit einer Refluxoesophagitis leiden oft unter übel riechendem Aufstoßen.

Flatulenz – der Austritt von Gasen aus dem Mastdarm wird Flatulenz genannt.
Das im Darm eingeschlossene Gas verursacht möglicherweise:

  • Krämpfe,
  • Durchfall,
  • Völlegefühl.

Aufgrund von Verdauungsstörungen oder durch den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel können Gase im Darmbereich eingeschlossen werden.

Übelkeit – Patienten, die unter einem Reizdarmsyndrom oder Geschwüren leiden, können Gase im Magen aufweisen, durch die Übelkeit verursacht wird. Dieses Gefühl kann für einige Zeit bestehen bleiben, bis das Gas aus dem Magen entwichen ist.

 

Was sind die Anzeichen und Symptome von Meteorismus bei Säuglingen?

Aufstoßen ist ein natürlicher Vorgang, um angesammeltes Gas aus dem Magen auszustoßen und man sollte das Kleinkind dazu anhalten, unmittelbar nach dem Essen sein Bäuerchen zu machen.
Hat das Kind einen Schluckauf oder rülpst, kann das darauf hinweisen, dass es während der Nahrungsaufnahme viel Luft geschluckt hat.
Manchmal kann Meteorismus entstehen durch:

  • die Milchsorte,
  • Partikel in der Muttermilch,
  • zu reichliches Essen,
  • zu hastiges Essen.

 

Was ist die Therapie bei Meteorismus?

Die Behandlung bei Luft im Bauch sieht Folgendes vor:

  • weniger Luft schlucken,
  • Ernährung ändern,
  • Kräutertee trinken (beispielsweise Fencheltee) oder Heilmittel aus dem Kräuterladen einnehmen.

Luftverschlucken vermindern
Weniger Luft schlucken kann zu weniger Gasansammlung im Magen führen, besonders bei Menschen, die häufig aufstoßen.

Es empfiehlt sich:

  • Langsamer essen und kauen, bis das Essen beinahe flüssig ist.
  • Das Kauen von Kaugummi und Bonbons unterlassen.
  • Auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten.

Was soll man essen? Diät und Ernährung bei Luft im Bauch

Ernährungsgewohnheiten und Diät können die Menge der gastrointestinalen Luftansammlung beeinflussen.

Korrekte Lebensmittelkombinationen

  • Proteinhaltige Lebensmittel dürfen nicht mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden.
    Proteine brauchen zur Verdauung ein sehr saures Ambiente, während Kohlenhydrate in einer nur leicht sauren Umgebung verdaut werden.
    Eine Portion Reis mit Bohnen verlangsamt die Verdauung, weil der Körper erst ein Nahrungsmittel verarbeitet und dann das andere. Eine weitere äußerst ungünstige Kombination sind Hülsenfrüchte zusammen mit Milchprodukten.
  • Obst muss allein und mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit verzehrt werden, weil der Körper es schnell verstoffwechselt. Isst man Obst am Ende einer Mahlzeit, verbleibt es lange Zeit im Verdauungsapparat und fermentiert.
  • Gemüse zu Beginn der Mahlzeit einnehmen.
  • Es empfiehlt sich, jeweils nur eine Art Lebensmittel zu essen; fetthaltige Nahrungsmittel (Öl) sollten nicht mit Proteinen oder Stärke (Getreide) gemischt werden.

Ernährungstipps

  • Am Ende der Mahlzeit möglichst nichts trinken, weil dadurch die Verdauung verlangsamen würde.
  • Bis zur beendeten Verdauung der zuvor eingenommenen Mahlzeit nichts essen.
  • Das Essen sollte Zimmertemperatur aufweisen; der Köper funktioniert korrekt bei 37°C, kaltes Essen führt somit zu Kongestion.

 

Zu vermeidende oder einzuschränkende Lebensmittel

Lebensmittel, die während der Verdauung zur Bildung von Gas führen können, enthalten:

  • Kohlenhydrate,
  • Zucker (vor allem Laktose, Sorbitol, Raffinose und Fruktose).

Nahrungsmittel, die Luft im Bauch hervorrufen:

  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Soja usw), weil sie Oligosaccharide (Stachyose, Raffinose, Verbaskose) enthalten. Diese Substanzen fermentieren im Darm, weil dem Menschen das Enzym α-Galactosidase fehlt, das zur Verdauung notwendig ist.
  • Obst, das Sorbitol enthält (Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen und Mango).
  • Gemüse und Kreuzblütler (wie Kohl, Artischocken, Brokkoli).
  • Knoblauch und Zwiebeln.
  • Schnell auftreibende Hefeprodukte, wie Pizza.
  • Topinambur – wird er zum Abendessen verzehrt, können vom Morgen bis zum Abend des nächsten Tages Bauchschmerzen auftreten.
  • Vollkorngetreide außer Reis.
  • Milcherzeugnisse – enthalten Laktose.
  • Süßstoffe (Mannitol, Sobitol und Xylitol).
  • Frittiertes.
  • Speisen, die während der Zubereitung Luft aufnehmen wie Fruchtshakes oder Speiseeis.

Die durch die Verdauung von Nahrungsmitteln produzierte Gasmenge ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Auch wenn Fette keine Gasproduktion verursachen, kann die Begrenzung fettreicher Speisen helfen, Völlegefühl und Beschwerden zu vermindern.
Weniger Fette in der Ernährung verhelfen dem Magen, sich schneller zu entleeren und das Gas schneller in den Darmtrakt zu bewegen.

Bei nächtlichem Meteorismus sollte man vor 20 Uhr Abendbrot essen und kohlensäurehaltige Getränke dabei vermeiden.

 

Nahrungsergänzungsmittel zur Vermeidung von Luft im Bauch

Einige probiotische Bakterien, wie Lactobacillus reuteri, können Darmluft verringern.
Nahrungsergänzungsmittel mit L. reuteri stehen auch für Kinder zur Verfügung.
Joghurt ist eine wichtige Quelle von Probiotika.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Einführung oraler Probiotika oder probiotischer Lebensmittel Erwachsenen und Kindern, die unter Luft im Bauch leiden, hilft, wenn diese über mehrere Wochen verabreicht werden.

Aktivkohle: unterstützt die Aufnahme übermäßiger Darmgase, die während der Verdauung gebildet wurden.

Dieses Heilmittel hilft bei:

  • Meteorismus und Blähungen,
  • Dickdarmentzündung (Kolitis),
  • Durchfall,
  • schlechter Verdauung,
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

Von einer verlängerten Anwendung von Aktivkohle wird abgeraten, weil sie zu Verstopfung führen könnte.
Außerdem sollte der Arzt zu Rate gezogen werden, wenn andere Medikamente eingenommen werden, da die absorbierenden Eigenschaften der Aktivkohle die Wirkung der Arzneimittel vermindern und aufheben könnten.

 

Natürliche Heilmittel zur Vermeidung von Meteorismus bei Kindern und Säuglingen

Ernährungstechniken

1. Das Baby in horizontaler Position füttern.
Brustwarze ganz in den Mund des Säuglings bringen.
2. Nach dem Füttern ein Bäuerchen provozieren.
3. Wird das Kind nicht gestillt, die richtige Flasche und die richtige Milch verwenden.

Physikalische Therapien bei Luft im Bauch

Auch bei einer perfekten Fütterung kann das Kind Beschwerden durch Luftansammlung im Bauch haben und Schluckauf bekommen.
Das Aufstoßen ist nicht immer ausreichend, da sich die Gase in Darm und Magen bilden. Man kann die folgenden Behandlungen etwa 30 Minuten nach der Mahlzeit oder bei auftretenden Symptomen durchführen.

Bauch nach unten: Das Kind halten, so dass der Bauch auf dem Unterarm liegt. Die Schwerkraft wirkt mit einem leichten Druck auf den Bauch und begünstigt das Entweichen der Luft.
Eine sanfte Massage auf dem Rücken des Kindes erhöht den Druck.

Säugling in Bauchlage: Das Kind auf den Bauch legen, wenn es wach ist. Der sanfte Druck der Gravitation kann dazu verhelfen, dass festgesetzte Gase entweichen.

Bauchmassage: Während der Säugling ausgestreckt liegt, vorsichtig den Bauch des Kindes im Uhrzeigersinn massieren.

Die Beine des Kindes bewegen: Während das Kind nach oben schaut, beide Beine wie beim Fahrradfahren auf und ab bewegen.
Die Bewegungen bewirken einen sanft kreisenden Druck auf den Darm, der das Entweichen der Luft aus dem Darm begünstigt.

 

 

Luft im Bauch oder Meteorismus ultima modifica: 2015-06-08T10:23:46+00:00 da daggy