Indigestion oder Verdauungsstörung

Als Indigestion oder Verdauungsstörung wird eine Störung der normalen Verdauungstätigkeit bezeichnet, die auftritt, wenn der Magen zu schnell gefüllt wird – bevor das Gehirn die von den Hormonen gesandten Signale der Sattheit erhalten hat.
Wenn mehr Essen geschluckt wird, als man normalerweise aufnehmen kann, tritt die Nahrungsindigestion ein.

Während man isst, gibt der Körper Hormone ab, die das Gehirn erreichen und mitteilen, dass die Person satt ist.

Die Magenrezeptoren signalisieren dem Gehirn auch, dass der Magen ausgedehnt werden muss, wenn Essen oder Wasser dazu kommt.
Die chemischen Substanzen brauchen eine Weile, bis sie das Gehirn erreichen.
Häufig ist diese Kommunikationszeit länger als die Zeit, die man braucht, um den Magen zu füllen.
Aus diesem Grund fühlt man sich zuweilen nach einer Mahlzeit überfüllt und empfindet beim Essen kein schrittweise zunehmendes Sättigungsgefühl, wie es eigentlich der Fall sein sollte.

Aber nicht nur festes Essen weitet den Magen, auch Gas kann zu einer Blähung des Darms führen (Meteorismus) und weitere Probleme verursachen.

Mangelnde und ganz ausbleibende Verdauungstätigkeit
Durch Kälte kann die Verdauung vollständig blockieren.
In anderen Fällen treten verschiedene Beschwerden und Komplikationen auf, die die Verdauung beeinträchtigen, aber nicht ganz unterbrechen.

Kinder
Bei Neugeborenen und Säuglingen, die sich von Muttermilch ernähren, können Verdauungsstörungen auftreten, wenn sie stark saugen oder nicht genügend Zeit zwischen den Mahlzeiten liegt.
Das Hauptsymptom einer gestörten Verdauung bei Säuglingen ist Erbrechen; das Kind sollte in diesem Fall ermutigt werden, den gesamten Mageninhalt auszustoßen, indem das Bäuchlein massiert wird.
Weitere Symptome sind Zittern, Schwäche, Bauchschmerzen und Blässe.

Verdauungsstörgen bei Kindern können die Folge von leckerem Essen wenn, wenn die Folgen nicht bedacht werden.

 

Verdauungsstörung durch Wassermelone

Man hat herausgefunden, dass der Konsum von mindestens 30 mg Lycopin, wie es in Wassermelonen vorkommt, unerwünschte Nebenwirkungen verursachen kann.
Diese Nebeneffekte können bei übermäßigem Genuss von Wassermelone oder Tomaten auftreten.

Zu den durch Wassermelone und Tomaten hervorgerufenen Verdauungsstörungen gehören:

Darmbeschwerden
Der übermäßige Genuss von Wassermelone kann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsstörungen hervorrufen.
Wenn ältere Menschen zu viel Wassermelone essen, können die Beschwerden schlimmer ausfallen, denn durch das Alter ist ihr Verdauungssystem bereits geschwächt. Bei ihnen können Appetitlosigkeit, Durchfall und weitere Darmbeschwerden auftreten.

Herz-Kreislauf-Beschwerden
Wassermelone ist eine Frucht mit hohem Kaliumanteil.
Drei kleine Schüsseln Wassermelone enthalten etwa 560 mg Kalium. Ein hoher Kaliumspiegel im Blut kann Herz-Kreislauf-Probleme verursachen, wie unregelmäßiger Herzschlag, schwacher oder ausbleibender Puls und auch zu Herzstillstand führen.
Eine hohe Kaliumkonzentration kann das Nervensystem treffen und die motorische Kontrolle beeinträchtigen.
Das ist besonders gravierend bei Personen, die unter Nierendysfunktion leiden, denn die Nieren sind nicht in der Lage, das überschüssige Kalium abzubauen.
Eine übermäßige Kaliumkonzentration (Hyperkaliämie) wird durch eine Funktionsstörung der Nieren hervorgerufen.

Allergische Reaktionen
Wassermelone kann bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, wie leichten oder starken Hautausschlag, Schwellungen im Gesicht oder Anaphylaxie.
Wer gegen Latex, Karotten oder Gurken allergisch ist, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, auch eine Wassermelonenallergie zu entwickeln.

Der Genuss von Wassermelone hat jedoch auch seine Vorteile, dazu gehören:

  • Potenzsteigernde Wirkung bei Männern
    Das in der Wassermelone enthaltene Citrullin wird in die Aminosäure Arginin umgewandelt.
    Auf diese Weise wird die Stickstoffoxid-Konzentration erhöht. Stickstoffoxid hat eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße.
    Das in Viagra enthaltene Sildenafil hat eine ähnlich gefäßerweiternde Wirkung.
    Auf diese Weise kann der Verzehr von Wassermelone die Libido steigern.
  • Blutdrucksenkung
    Bei Bluthochdruck kann der Genuss von Wassermelone die Senkung des Blutdrucks bewirken.
    Auch der Gesundheitszustand und die Funktionsfähigkeit der Arterien werden verbessert.
  • Senkung des Blutzuckerspiegels
    Wenn ein Mensch insulinresistent ist, bleibt der Blutzucker im Blut und gelangt nicht in die Zellen.
    Wenn die Zellen wenig Glukose zur Verfügung haben, wird vermehrt Insulin produziert, aber sowohl Insulin als auch Blutzucker bleiben im Blut.
    Eine hohe Konzentration dieser Substanzen hat negative Auswirkungen auf die Nieren und den Triglyzeridspiegel.
    Arginin entsteht durch die Umwandlung von Citrullin und reduziert den Blutzuckerspiegel im Blut sowie das überflüssige Fett und den Cholesterinspiegel.

 

Ursachen der Indigestion

In der Regel wird die Verdauungsstörung durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten verursacht, beispielsweise:

  1. üppige Mahlzeiten
  2. fettes Essen
  3. Genuss von alkoholischen, kohlensäurehaltigen (z.B. Cola) Getränken oder Kaffee
  4. eiliges Essen

Die Verdauungsstörung ist häufig eine Folge von scharfem, fettem oder übermäßigem Essen.

Stress
Stress und Angst kann zu Herzrasen (Tachykardie) nach dem Essen führen, mehr als 100 Schläge pro Minute sind zu viel.

Nächtliche Indigestion
Nächtliche Verdauungsstörungen können in folgenden Fällen auftreten:

  • nach einem späten Abendessen,
  • Abendessen kurz vor dem Zubettgehen,
  • besonders gewürztes Essen (z.B. in bestimmten Restaurants),
  • Verzehr von Nahrungsmitteln, gegen die eine Intoleranz vorliegt.

 

Symptome der Indigestion

Tritt die Indigestion nach dem Mittagessen auf, verursacht sie Schläfrigkeit, ihr Auftreten vor dem Schlafengehen führt dagegen zu Schlaflosigkeit.

Auswirkungen auf die Leber
Ein übermäßiger Konsum von tierischen Proteinen verdichtet die Blutgefäße in der Leber und verursacht Gallensteine.
Das vermindert die Gallenbildung der Leber, was den Fettstoffwechsel stört und zu Gewichtszunahme führt.

Auswirkungen auf das Herz
Ein Übermaß an tierischem Eiweiß stellt einen wichtigen Risikofaktor für Erkrankungen der Herzkranzgefäße dar.
Die Proteine beschädigen und entzünden die Arterien und begünstigen somit die Bildung von Blutgerinnseln und Herzanfällen.
Ein Herzinfarkt wird übrigens zuweilen mit Indigestion verwechselt, weil sich als einziges Symptom eine gewisse Schwere oder Schmerzen am Magenmund bemerkbar machen.

 

Natürliche Heilmittel bei Verdauungsstörungen

 

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Wenn Magenbrennen auftritt, kann bei den ersten Anzeichen von Indigestion ein Glas Wasser große Erleichterung verschaffen.
Das Wasser verdünnt die Magensäure und das Brennen lässt nach.
Besonders Wasser mit Bikarbonat hat eine fast unmittelbare Wirkung den Magensäuregehalt.

Es gibt viele andere Mittel, die zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt werden können.
Hier einige Hausmittel:

1. Apfelessig
Speiseessig aus Apfelwein wird dank seiner antibiotischen Eigenschaften häufig eingesetzt, um eine träge Verdauung in Schwung zu bringen und die Genesung nach einer Verdauungsstörung zu fördern.
Mehrmals täglich mit Wasser vermischten Apfelessig trinken bringt schnelle Hilfe bei Verdauungsstörungen.
Dazu einen EL Apfelessig mit einem TL Honig in einem Glas Wasser mischen und zwei- oder dreimal täglich trinken.

2. Fenchelsamen
Fenchelsamen können bei Verdauungsstörungen sehr wirksam sein, wenn diese durch stark gewürzte oder fette Speisen verursacht wurden.
Fenchelsamen enthalten ein Öl, das Übelkeit und Blähungen lindert.
Die Fenchelsamen können einfach im Mund zerkaut werden, um die Symptome der Indigestion zu lindern.
Auch Fencheltee schafft Erleichterung; dazu zwei TL Fenchelsamen mit heißem Wasser übergießen.
Die Fenchelsamen rösten, trocknen, mahlen und durchsieben; einen halben TL dieses Pulvers in ein Glas Wasser geben und zweimal täglich trinken.

3. Ingwer
Ingwer regt Verdauungssäfte und den Fluss der Enzyme an, die die Verdauung der Nahrung unterstützen. Dieses Hausmittel hilft bei Verdauungsstörungen, die durch übermäßiges Essen entstehen.
Zwei TL Ingwersaft, ein TL Zitronensaft, eine Prise Kochsalz und schwarzes Salz miteinander vermischen und je nach persönlichem Geschmack mit oder ohne Wasser einnehmen.
Einige Scheiben frischen Ingwer mit dem Salz bestreuen und sorgfältig kauen.
Ingwertee hilft bei Magenschmerzen, Magendruck, Magenkrämpfen und Gasbildung.
Für die Zubereitung von Ingwertee einen halben TL Ingwer mit heißem Wasser übergießen und 2 bis 3 Minuten ziehen lassen.
Wer unter Verdauungsstörungen leidet kann Ingwer kann auch beim Kochen einsetzen.

4. Natriumbikarbonat (Natron)
Eine Verdauungsstörung tritt häufig aufgrund einer hohen Magensäurekonzentration auf.
Natron ist in diesem Fall ein einfaches Mittel mit großer Wirkung, weil es säureneutralisierend wirkt.
Einen halben TL Natron in einem halben Glas Wasser auflösen.
Diese Lösung neutralisiert die Magensäure und lindert Völlegefühl.

5. Koriander
Koriander ist ein wirksames Gewürz zur Behandlung von Verdauungsstörungen.
Einige geröstete Koriandersamen in ein halbes Glas Milch mit Butter geben. Zweimal täglich trinken.
Koriander kann auch mit Kardamonsamen, Gewürznelken und Ingwer vermischt werden.

6. Kräutertee
Kräutertee nach einer schwer verdaulichen Mahlzeit kann Verdauungsstörungen erheblich bessern.
Einen Beutel des gewünschten Kräutertees mit heißem Wasser überbrühen und fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen.
Heiß trinken.
Man kann es mit einem Tee aus Minze, Himbeeren und Brombeeren probieren, um schnelle Erleichterung zu verschaffen.
Pfefferminz- oder Kamillentee haben eine magenberuhigende Wirkung, besonders nach einer üppigen Mahlzeit.

 

Wie lang dauert eine Verdauungsstörung?

Die Symptome einer Indigestion können 24 bis 48 Stunden andauern.

Welche Ernährung empfiehlt sich nach einer Verdauungsstörung?
Nach dem Auftreten einer Verdauungsstörung sollte ein Tag lang leichte Kost eingenommen werden.
Ratsam ist beispielsweise eine Portion Reis mit Gemüse oder ein Teller weißer Nudeln.