Ausfluss in der Schwangerschaft

Ein vaginaler Ausfluss in der Schwangerschaft kommt aufgrund der hohen Östrogenproduktion und der stärkeren Durchblutung der Scheide häufiger vor.

Dieser Ausfluss besteht aus alten Zellen der Vaginalwände, aus normaler bakterieller Flora und aus Sekretionen aus dem Gebärmutterhals und der Scheide.

Wahrscheinlich beobachtet man einen stärkeren Ausfluss mit der Annäherung an die Geburt, auch wenn er etwas anders ist als der, den eine Frau sonst kennt.

In den ersten Schwangerschaftswochen sammelt sich die Sekretion im Gebärmutterhalskanal und schafft somit eine schützende Barriere, den sogenannten Schleimpfropf. Erweitert sich der Gebärmutterhals, wird dieser Pfropf wohlmöglich ausgestoßen und man bemerkt einen Ausfluss, der wie Eiweiß oder Schleim aussieht, der an einem kalten Tag aus der Nase läuft.
Der Pfropf kann auch in Form einer gallertartigen Masse ausgestoßen werden.
Dieser Ausfluss kann ein wenig blutig tingiert sein.

 

Wann sollte ein Arzt informiert werden?

Wichtig ist zu wissen, dass eine Frau verschiedene Arten eines Ausflusses haben kann. Er sollte eine bestimmte Farbe und Beschaffenheit und eine bestimmten Geruch haben.
Ist dies nicht so, sollte mit einem Arzt vor Einnahme frei verkäuflicher Medikamente gesprochen werden.

Harmloser Ausfluss:

1. milchige Farbe,
2. dünnflüssig,
3. geruchlos oder mit nur geringem Geruch.

Grund zur Sorge:

  • Reichlich dünnflüssiger und klarer Ausfluss, es könnte sich um Fruchtwasser handeln.
  • Vor der 37. Schwangerschaftswoche, wenn der Ausfluss wässrig oder schleimig wird oder wenn blutiger Ausfluss entsteht, auch wenn dieser nur leicht rosa oder bräunlich tingiert ist. Dies kann das Zeichen einer vorzeitigen Geburt sein.
  • Wenn der Ausfluss eine Änderung in Farbe oder Beschaffenheit zeigt.
  • Wenn die Farbe rosa, bräunlich, gelblich, grünlich oder grau ist.
  • Wenn eine Infektion (zum Beispiel durch Hefebakterien) vorliegt.
  • Wenn Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Vorspiel bestehen.
  • Wenn intimer Juckreiz vorliegt.
  • Wenn weißlicher Ausfluss von Juckreiz oder Brennen begleitet ist.
  • Wenn ein fischähnlicher Geruch auftritt.

Bestehen Zweifel, sollte ein Arzt oder eine Hebamme kontaktiert werden.

 


Anzeichen und Symptome einer Infektion

Ist der Ausfluss geruchlos, weißlich und bereitet Beschwerden, zum Beispiel Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr, verursacht Juckreiz oder Brennen, dann könnte die Scheide entzündet sein.
In diesem Falle könnte die Frau an einer Infektion mit Candida erkrankt sein.
Wird nach Geschlechtsverkehr (wenn sich das Sekret mit dem Sperma vermischt) ein weißer oder grauer dünnflüssiger und nach Fisch riechender Ausfluss beobachtet, kann eine andere Art von vaginaler Infektion vorliegen, eine sogenannte bakterielle Vaginose.
Ist der Ausfluss gelb oder grün und schäumend und gibt einen unangenehmen Geruch ab, kann eine sexuell übertragbare Infektion vorliegen, genannt Trichomoniasis.
Andere mögliche Symptome einer Trichomoniasis bestehen an der Vulva, die:

  1. gerötet,
  2. gereizt,
  3. und juckend sein kann.

An der Vagina können Schmerzen beim Wasserlassen oder während des Geschlechtsverkehrs auftreten.

Ist der Ausfluss übelriechend, schaumig, gelb, grün oder grau, kann es sich um einen anderen Infektionstyp der Vagina oder um eine sexuell übertragbare Infektion handeln, auch wenn keine Symptome von Reizung, Juckreiz oder Brennen vorhanden sind.
In jedem Falle dürfen keine rezeptfreien Medikamente angewendet werden, wenn der Verdacht einer derartigen Infektion besteht.
Die Symptome sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Es ist daher wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine Diagnose zu erhalten und eine angemessene Behandlung vornehmen zu können.

 


Blutiger Scheidenausfluss

Während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels ist eine leichte Blutung oder Schmierblutung (die braun, rosa, rot oder hellrot sein kann) in der Regel nicht beunruhigend.
Gewöhnlich tritt diese durch eine Irritation des Gebärmutterhalses beim Geschlechtsverkehr oder nach einer vaginalen Kontrolluntersuchung auf.
Rosafarbener oder bräunlicher Schleim kann im zweiten Trimester zwischen dem vierten und sechsten Monat auftreten.
Dieser Ausfluss wird verursacht durch kleine Mengen Blut, die der Körper normalerweise ausscheidet.
Eine vaginale Blutung (wie bei der Menstruation) jedoch kann ein beunruhigendes Anzeichen sein, das einer sofortigen Behandlung bedarf.
Blutgerinnsel im Ausfluss können ein Zeichen für eine Fehlgeburt sein.
Aus diesem Grund sollte man niemals beurteilen, ob ein Ausfluss normal oder anomal ist; ganz im Gegenteil, man sollte sofort einen Arzt rufen.
Ist der blutige Ausfluss stark oder mit Schmerzen verbunden, muss sofort der Arzt gerufen werden.
Handelt es sich um Schmierblutungen, kann man den Arztruf ohne Eile tätigen.
Gewöhnlich ist eine starke Blutung durch eine Placenta praevia (Fehllage des Mutterkuchens), eine Frühgeburt oder einen Spätabort verursacht.

 

Leukorrhoe

Im ersten, zweiten und dritten Monat der Schwangerschaft kann der Körper einen milchähnlichen Ausfluss erzeugen, der Leukorrhoe genannt wird und schwierig vom normalen Schleim zu unterschieden ist, der zu Beginn und am Ende des Menstruationszyklus auftritt.

Das kommt durch die vermehrte Durchblutung des Beckens und aufgrund der erhöhten Hormonproduktion. Es handelt sich also um einen physiologischen Ausfluss.
Auch weißlicher und fadenziehender Schleim von Eiweißkonsistenz ist vollkommen normal.
Diese Arten von Ausfluss zu Beginn der Schwangerschaft können auch weiterhin und vermehrt während der ganzen Schwangerschaft auftreten. Das alles ist völlig normal.
Bereitet der Ausfluss während der Schwangerschaft Beschwerden, ist eine Slipeinlage empfehlenswert.
Nach Angaben der Amerikanischen Vereinigung für Schwangerschaft ist die Leukorrhoe dünnflüssig, milchig, fadenziehend und von mildem Geruch.
Im dritten Trimester ist ein transparenter Ausfluss möglich.
Das ist kein Grund zur Sorge. Doch wenn bei der Patientin andere Schwangerschaftsanzeichen auftreten, wie Spannungen in der Brust oder leichte Krämpfe, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Schwangerschaft zu bestätigen.

Tritt diese Art von Ausfluss auf und glaubt man, schwanger zu sein, sollte man Folgendes meiden:

  1. Zu intensives Waschen, denn das kann die Bakterienflora der Scheide verändern.
  2. Eine Hefeinfektion selbständig behandeln.
  3. Die Benutzung von Tampons oder vaginalen Kontrazeptiva, denn diese vergrößern das Infektionsrisiko.

 

SchwangerschaftsphasenEinnistungsblutung

Eine andere Art von Ausfluss kann in den ersten Tagen und Wochen einer Schwangerschaft beobachtet werden, die auch „Einnistungsblutung“ oder „Nidationsblutung“ genannt wird.
Die Einnistungsblutung kann auftreten, wenn sich das befruchtete Ei (Blastozyste) in die Gebärmutterschleimhaut einnistet.
Dies erfolgt 10 Tage bis zwei Wochen nach der Befruchtung.
In der Regel haben Nidationsblutungen eine hellere Farbe als die normale Menstruation.
Sie können rosa, rot oder braun sein und dauern nur kurze Zeit an.
Nidationsblutungen zeigen sich gewöhnlich als ein kleiner Fleck oder ein Streifen, doch nicht wie ein Blutfluss.
Ist der Ausfluss rosa oder rot bedeutet dies, dass er frisch aufgetreten ist.
Brauner Ausfluss kann darauf hinweisen, dass er bereits ein paar Tage zuvor oder noch eher entstanden ist.

 

Schleimpfropf

Der Schleimpfropf kann im Verlaufe der Schwangerschaft ausgeschieden werden und sich mehrmals neu bilden.
Er kann bis zum Geburtstermin bestehen bleiben und sich dann lösen, als Zeichen der bevorstehenden Wehentätigkeit.
Er kann auch auf dem Kopf des Neugeborenen erscheinen.
Der Schleimpfropf ist leicht zu erkennen, denn er hat das Aussehen und die Konsistenz einer blutig tingierten, größeren Schleimmasse. Manchmal greifen Mütter in panischer Angst zum Telefon, wenn sie die visköse Schleimmasse bemerken.
Sie ist aber kein Grund zur Sorge.
Der Schleimpfropf ist eine der weniger gefährlichen Arten von Schwangerschaftsausfluss und es gibt keinen Grund, sich aufzuregen.

 

Vaginaler Ausfluss im ersten Trimester der Schwangerschaft

Pathologische Sekretionen
Die plötzliche Änderung von Menge, Farbe und Geruch sollten dem Gynäkologen so bald wie möglich mitgeteilt werden.
Hier sind die Arten von pathologischem Ausfluss aufgelistet, die häufig im ersten Trimester der Schwangerschaft auftreten.

Ausfluss in der Schwangerschaft,Schleim,gelb1. Gelber Ausfluss. Man darf den gelben Zervixschleim nicht mit dem gelben Ausfluss verwechseln, der unangenehm riecht.
Diese Art von Ausfluss zeigt den Beginn oder das Fortschreiten eines entzündlichen Prozesses des Uterus oder seiner Anhangsgebilde an.
Es handelt sich um ernste Erkrankungen, die eine Gefahr für die Entwicklung einer Schwangerschaft bedeuten.
Eine rechtzeitige entzündungshemmende Therapie hilft dem Erhalt der Schwangerschaft in diesem Falle.

2. Blutiger Ausfluss. Eine Blutung im ersten, zweiten oder dritten Monat einer Schwangerschaft, ausgenommen die Nidationsblutung, muss eine schwangere Frau alarmieren und zur sofortigen Vorstellung beim Arzt veranlassen.
Gewöhnlich ist roter oder brauner Ausfluss ein Symptom für eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft. Die Stärke der Blutung kann variieren von Schmierblutung bis starker Blutung, die von Beckenschmerzen, Verringerung der Basaltemperatur, Übelkeit und Appetitverlust begleitet sein kann. Der weniger gefährliche Hintergrund ist eine Gebärmutterhalserosion.
Diese ist gekennzeichnet durch postkoitale Blutung, die durch Berührung verursacht wird.

3. Reichlich weißer Ausfluss. Eine flockige, frischkäseartige Vaginalsekretion ist Symptom einer vaginalen Candidiasis oder Soor.
Leider ist das ein häufiger Begleiter schwangerer Frauen.
Die feuchte und warme Umgebung, die bei reichlichem vaginalem Ausfluss entsteht und die sich zu Beginn der Schwangerschaft bildet, ist ein idealer Nährboden für Pilzinfektionen.
Die werdenden Mütter können Brennen und Juckreiz im vulvovaginalen Bereich verspüren, die sich nachts, nach Geschlechtsverkehr, unter der Dusche oder bei körperlicher Tätigkeit verstärken.
Treten solche Beschwerden auf, sollte umgehend ein Gynäkologe aufgesucht werden.

4. Reichlicher und schaumiger Ausfluss. Ausfluss kann eine gräuliche, gelbliche oder grünliche Farbe haben und eitrig erscheinen.
Unangenehmer Geruch und Juckreiz sind Symptome, die häufig gemeinsam auftreten.

Diese Art von Ausfluss ist im Fall von sexuell übertragbaren Infektionen typisch.
Bei schwangeren Frauen sind Geschlechtskrankheiten schwierig zu behandeln, weil eine strenge Auswahl von Arzneimitteln erfolgen muss, die das Heranwachsen des Fötus nicht beeinflussen.

 

Therapie bei Ausfluss in der Schwangerschaft

Bakterielle Vaginose
Manchmal vergeht eine bakterielle Vaginose von selbst. Befindet sich die Frau im ersten Trimester, kann der Arzt das zweite Trimester zur Behandlung abwarten.
In der Regel wird ein Zyklus mit Antibiotika verordnet, zum Beispiel Metronidazol oder Clindamycin.
Vor der Einnahme irgendwelcher Medikamente während der Schwangerschaft sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden.

Candida
Die Behandlung der Candida erfolgt mit einer Vaginalcreme oder einem oralen Antimykotikum wie Diflucan.

 

Vorbeugung

Man kann versuchen, vaginalen Infektionen vorzubeugen, indem die Genitalbereiche trocken gehalten werden und die Luftzirkulation nicht eingeschränkt wird.
Einige Verhaltensweisen, die nützlich sind:

  • Unterwäsche aus Baumwolle tragen, die der Genitalzone ermöglichen, zu „atmen“.
  • Dusche einem Wannenbad vorziehen und eine milde Seife für den Genitalbereich benutzen. Schaumbäder oder parfümierte Produkte meiden.
  • Niemals vaginale Sprays oder Deodorants benutzen.
  • Sich nicht im feuchten Badezeug hinsetzen.
  • Nach der Dusche oder dem Schwimmen die Genitalzonen gut abtrocknen, ehe Unterwäsche und Kleidung angezogen wird.
  • Joghurt mit lebendem Lactobacillus acidophilus oder Probiotika essen oder den Arzt nach probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln fragen, um Pilze und Bakterien unter Kontrolle zu halten.
  • So wenig wie möglich Zucker oder raffinierte Produkte essen.