Impingementsyndrom oder Subakromialsyndrom

Das Impingement oder Subakromialsyndrom (SAS) ist ein Schmerzsyndrom, bei dem die Supraspinatussehne beim Heben des Arms (Elevation) und bei seiner Rückkehr in Ruheposition komprimiert wird.
Das Impingement trifft Sportler, Hausfrauen/-männer oder Personen, die beruflich mit erhobenem Arm arbeiten: Volleyballspieler, Werfer, Schwimmer, Anstreicher usw.
Früher sprach man von Periarthritis, um diese Beschwerden zu benennen, aber unter diesem Sammelbegriff werden auch andere Erkrankungen, wie eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) o.ä. zusammengefasst.

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Anatomie der Schulter mit angezeigten Knochen und Muskeln des Arms: Bizeps und Trizeps.
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Das Einklemmen der Sehne ist nicht ausschließlich durch die Nähe von Oberarmknochen und Akromion bedingt, denn es gibt auch andere Ursachen, die den Subakromialraum verengen können: Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung, Instabilität der Schulter, Schleimbeutelentzündung und die Bildung von Knochenvorsprüngen (Osteophyten).

Bei einer Sehnenentzündung (Tendinitis) kann man eine Verdickung der Sehne beobachten, die durch funktionelle Überlastung  entstanden ist und den Erguss von entzündlicher Flüssigkeit mit sich bringt.
Die Instabilität der Schulter hat folgende Ursachen:

  • Kraftdefizit der Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Kappe) , die nicht in der Lage ist, den Kopf des Oberarmknochens (Humeruskopf) und die Schulterpfanne zusammenzuhalten;
  • Dehnung der Schulterbänder.

Unter diesen Umständen verschiebt sich beim Anheben des Arms die Epiphyse des Armknochens zum Akromion.


Die Bursitis subacromialis ist die Entzündung des subakromialen Schleimbeutelszwischen Akromion und Kopf des Oberarmknochens; eine Verdickung dieser Struktur erzeugt einen anomalen Druck auf die Sehnen der Rotatorenmanschette.
Die Osteophyten sind am Knochen befindliche Kalkdepots, die in das Gelenk hineinragen können und somit dessen Bewegungsdynamik stören.

Das Impingement lässt sich je nach Intensität in  3 oder 4 Stadien unterteilen, je nachdem wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Im ersten Stadium besteht nur eine akute Entzündung des Schleimbeutels oder der Sehnen der Rotatorenmanschette, mit Einschränkung der Bewegungen.
Im zweiten Stadium liegt eine Degeneration der Sehne mit eventueller Partialläsion vor, begleitet durch Erguss von Entzündungsflüssigkeit oder Blut. Dieses Stadium ist sehr schmerzhaft und die Funktionstüchtigkeit der Schulter eingeschränkt.

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Der Kopf des Oberarmknochens ist nach Ruptur der Supraspinatussehne nach oben aufgestiegen und es besteht eine fettige Degeneration.

In der letzten Phase besteht die vollständige Ruptur der Rotatorenmanschette, hauptsächlich betroffen ist stets der Obergrätenmuskel (Supraspinatus); dazu Erguss und unerträgliche Schmerzen auch in Ruhepausen.
Das Reißen (Ruptur) der Sehne eines Rotatorenmanschettenmuskels verursacht einen Retraktions- und Entfernungsprozess, sowie Atrophie und Degeneration des Muskels.

 

Was sind die Ursachen für das Impingement-Syndrom?

Häufig weisen Patienten, die unter dem Impingement-Syndrom leiden, ein hakenförmiges oder nach unten gebogenes Akromion auf; auf diese Weise reduziert sich der subakromiale Raum, durch den die Supraspinatussehne läuft.
Für das Auftreten der Schulter-Tendopathie kann es folgende Gründe geben:

  • traumatische Ursachen;
  • bedingt durch Arthrose;
  • bei Sportlern, die ihre Wurfbewegung über Schultergelenkhöhe ausführen.

Eine andere Ursache kann der Beruf darstellen, denn jede Tätigkeit, bei der der Arm um mehr als  85°/90° hinsichtlich des Rumpfes angehoben wird, kann eine Sehnenscheidenentzündung bewirken, z.B. beim Anstreichen.
Die Tendovaginitis (Tendosynovitis)  ist die Entzündung der Sehne und der sie umhüllenden Sehnenscheide; in der Tat läuft der Großteil der Sehnen innerhalb eines Gleitkanals, der die Reibung verringert und Entzündungen und Degenerationen vorbeugt.

 

Was sind die Symptome?

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Test für Schleimbeutelentzündung und Impingement- oder Subakromialsyndrom der Schulter

Gewöhnlich führen Beschwerden an der Rotatorenmanschette zu lokalen Schwellungen und Steifheit im vorderen Schulterbereich. Es können auch schmerzende Stiche beim Heben des Arms auftreten.
Die Symptome machen sich auch dann bemerkbar, wenn der Arm abgesenkt wird.
Zu Beginn können die Beschwerden von geringem Ausmaß sein.
Die Patienten begeben sich in der Anfangsphase meist nicht in Behandlung.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Beschwerden bei der Bewegung, aber auch in der Ruhephase.
  • Der Schmerz kann in den vorderen Schulterbereich und in die Außenseite des Arms ausstrahlen.
  • Plötzlich auftretender Schmerz beim Heben von Gegenständen und bei der Ausführung gewisser Bewegungen.
  • Sportler verspüren stechende Schmerzen bei Überkopfbewegungen zur Ausführung eines Wurfes oder Tennisaufschlags.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung verschlimmern sich die Symptome und können folgende Beschwerden zeigen:

  • Nachtschmerz,
  • Kraft- und Bewegungsverlust,
  • Schwierigkeiten bei Tätigkeiten, bei denen der Arm hinter den Rücken geführt wird, wie beim Schließen eines BHs.

Beginnt der Schmerz plötzlich, kann eine starke Schultereinschränkung vorliegen. Jede Bewegung kann beschränkt und schmerzhaft sein.

Liegt dem Impingement eine subakromiale Schleimbeutelentzündung zugrunde, treten die Symptome hauptsächlich nach einer Ruhephase auf.
Bei einer Bewegungspause von mehr als 15 Minuten verdickt sich der Schleimbeutel, weil er keine Möglichkeit hat, die überschüssige Synovialflüssigkeit im Gelenk zu verteilen; bei Bewegung dagegen gelingt es ihm, sich zu entleeren und drückt somit nicht länger auf die umliegenden Strukturen.
Ist das Impingement die Folge einer chronischen Sehnenentzündung, treten die Schmerzen auf, wenn der Arm über die Schulterhöhe hinaus angehoben wird, sowie bei der Innen- und Außenrotation.
In schlimmeren Fällen verspürt der Patient auch in Bewegungspausen Schmerzen.
Einige Patienten wissen nicht, wie sie schlafen sollen, sie drehen sich die ganze Nacht im Bett hin und her, auf der Suche nach einer schmerzfreien Position, denn in einigen Fällen sind beide Schultern betroffen; so sind diese Personen tagsüber müde und nervös.
Die Bewegungseinschränkung kann im letzten Abschnitt des Gelenkbewegungsbogens auftreten, aber eine Tendinitis verursacht auf der Hälfte der Bewegung Beschwerden.
Macht sich ein gewisser Grad an Steifheit bemerkbar, führt der Nichtgebrauch der Schulter zu Muskel-Sehnen-Schwund (Atrophie) und Adhärenzen, die das Krankenbild verschlimmern.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

Für die Diagnose des Impingement-Syndroms muss der Arzt eine klinische Untersuchung vornehmen und verschiedene Tests durchführen: Neer, Yocum, Jerk, Jobe usw.
Dann wird er die Krankengeschichte untersuchen und Kraft und Gelenkigkeit der Schulter bewerten.
Der Facharzt, Orthopäde oder Physiater, wird entscheiden, ob zur Beurteilung des Sehnen- und Schleimbeutelzustands eine Magnetresonanz oder Sonographie durchgeführt werden soll.
Gewöhnlich leiden junge Sportler mit Schulterschmerzen an einer Tendinitis oder Instabilität infolge einer Luxation (Ausrenkung), während bei älteren Menschen  aufgrund eines Sturzes oder einer ruckartigen Bewegung (wie zum Erfassen eines fallenden Gegenstands) mindestens eine Sehne der Rotatorenmanschette vollständig durchrissen ist.

Bei einer Ultraschall-Untersuchung der schmerzenden Schulter kann eine minimale Entzündung oder Tendinitis angezeigt werden; wird sie mit der gesunden Schulter verglichen, könnte festgestellt werden, dass diese an mehreren Stellen Entzündungen, Degeneration der Sehnenstrukturen und Kalkablagerungen aufweist.
Das bedeutet, dass die nicht schmerzende Schulter eigentlich schlechter dran ist, als die mit Schmerzen. Dies ist möglich, weil sich Schmerzen und Entzündung nicht immer entsprechen.
Wir können praktisch 10 degenerierte Sehnen mit Erguss aufweisen, ohne Schmerzen zu verspüren.
Die bildgebenden Diagnoseverfahren sind notwendig, um andere, schwere Erkrankungen auszuschließen, wie die onkologischer Natur, aber sie sind nicht die einzige Diagnosemöglichkeit.

 

 

Was kann man tun? Welche Therapie ist geeignet?

Tecar-Therapie an der Schulter
Tecar-Therapie an der Schulter

Die Behandlung einer schmerzenden Schulter, die unter Schleimbeutelentzündung oder akuter Tendinitis leidet,  beginnt mit Physiotherapie, um die Schmerzintensität abzusenken: Tecar-Therapie®, CO2-Laser oder Ultraschall.
Sobald der Patient in der Lage ist, Übungsgymnastik durchzuführen, wird mit dem Muskelaufbautraining begonnen, indem die Extrarotatorenmuskeln (Rotatorenmanschette) und Retropulsoren (rautenförmige Muskel, großer runder und großer Rückenmuskel) gestärkt werden, um das Ungleichgewicht zwischen vorderer und hinterer Schultermuskulatur zu korrigieren.

Die manuellen Therapien sind hilfreich, um:

  • das Gelenk korrekt auszurichten;
  • die Kontrakturen zu lösen, die die Schulterdynamik beeinflussen;
  • Adhärenzen des Bindegewebes zu entfernen.

Die myofasziale Manipulation ist eine sehr wirkungsvolle Therapieform zur manuellen Behandlung der Schulter-Periarthritis.
Bei einer chronischen Entzündung, die sich resistent gegen konservative Behandlungsmethoden zeigt, kann der Facharzt nach einigen Monaten zu drei lokalen Kortisoninfiltrationen raten.
Jüngere Menschen können bei einer vollständigen Sehnenläsion  eine rekonstruktive Operation in Betracht ziehen; älteren Menschen dagegen wird nur selten zu einem operativen Eingriff  geraten, weil es andere Muskeln gibt, die dieselben Aufgaben des gerissenen Muskels ausüben.
Sie können alle täglich anfallenden Tätigkeiten ausführen.
 Kalkablagerungen lassen sich nicht mit Physiotherapie entfernen, auch nicht mit Stoßwellen, nur ein Chirurg kann sie operativ entfernen.
Das Ziel der Physiotherapie ist eine Linderung der Schmerzen, auch bei vorhandenen Kalkablagerungen, sowie die Wiederherstellung des vollen Bewegungsumfangs, wenn dieser eingeschränkt ist.

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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