Geschwollene Beine

Beinschwellungen können in jedem Teil des Beines auftreten, einschließlich Füße, Knöchel, Waden oder Schenkel.

Eine Beinschwellung kann durch Ansammlung von Flüssigkeit (Wasserretention), durch Entzündung oder Verletzung von Gewebe oder Gelenken verursacht sein.

Die Flüssigkeitsansammlung ist für sich genommen nicht schmerzhaft, solange sie nicht durch eine Verletzung entstanden ist.

 

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Die Beine sind eher im Sommer und am Abend nach einem Arbeitstag im Büro oder in der Fabrik geschwollen.
Viele Ursachen sind für lange Zeit unbedenklich (zum Beispiel langes Stehen) und oftmals sind sie medizinisch leicht zu identifizieren.
Manchmal können jedoch Schwellungen der Beine Anzeichen für ernstere Störungen sein, wie ein Herzproblem oder ein Blutgerinnsel.

Der Arzt, der sich der Probleme von Durchblutung und Schwellungen annimmt, ist der Angiologe.

 

Was sind die Ursachen von geschwollenen Beinen?

Die häufigsten Ursachen von Ödemen (Schwellungen) sind:

Körperliche Inaktivität – Ödeme treten bei Menschen auf, die keinen Sport machen und wenig spazieren gehen

Sitzen über lange Zeit – das lange Sitzen in einem Flugzeug verlangsamt den Blutfluss in den Beinvenen und kann Beinschwellungen verursachen.
Es ist empfehlenswert, jede Stunde aufzustehen und zur Toilette zu gehen oder ein paar Schritte zu machen.

Operationen – nach einem chirurgischen Eingriff kann eine leichte Schwellung in dem betroffenen Bereich auftreten, zum Beispiel nach der Implantation einer Hüftprothese.

Wärme – vor allem wenn sie mit körperlicher Anstrengung kombiniert ist. Ist die Temperatur im Körper erhöht, ist es schwierig, die Flüssigkeit aus dem Gewebe zu entfernen, vor allem aus den Fußgelenken.
Im Sommer nimmt das Problem zu. Dazu fühlen sich die Beine schwer und müde an und man verspürt ein leichtes Kribbeln.

Verbrennungen – die Haut reagiert auf Verbrennungen, indem sie Flüssigkeit zurückhält und lokal anschwillt.


Schwangerschaft – während der Schwangerschaft bildet die Frau Hormone, die dem Körper befehlen, Flüssigkeiten zurückzuhalten. Schwangere Frauen neigen dazu, viel mehr Natrium und Wasser einzulagern als Frauen, die nicht schwanger sind.
Normalerweise schwellen in der Schwangerschaft Gesicht, Hände, Beine und Füße an.
Wenn sich die Frau in gekrümmter Haltung im Ruhezustand befindet, kann der erweiterte Uterus auf die untere Hohlvene drücken und somit zu einer Verengung beider Oberschenkelvenen führen, was Ödeme verursacht.
Das Blut einer schwangeren Frau gerinnt schneller. Das erhöht das Risiko einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT), die Schmerzen und Beinschwellungen unterhalb der Knie verursacht.
Die Eklampsie, die mit einer Hypertonie (hoher Blutdruck) in der Schwangerschaft zusammenhängt, kann Ödeme verursachen.

Menstruationszyklus und prämenstruelles Syndrom – die Hormonspiegel sind während des Menstruationszyklus nicht stabil. In den Tagen, die der Regelblutung vorausgehen, kommt es zu einer Verminderung des Progesterons, eines Hormons, das eine Flüssigkeitsretention verursachen kann.

Antibabypille – jedes Medikament, das Östrogene enthält, kann zur Wasserretention führen. Eine Gewichtszunahme ist bei Frauen während der Einnahme von Kontrazeptiva nicht selten.

Menopause – um die Zeit der Menopause können Hormonschwankungen zu Flüssigkeitseinlagerungen führen. Zudem kann auch die Hormonersatztherapie in der Postmenopause zu Ödembildung führen

Medikamente – manche Medikamente können Ödeme verursachen, zum Beispiel: Vasodilatatoren (Medikamente, die zur Gefäßerweiterung führen), Calciumkanalblocker, nichtsteroidale Entzündungshemmer, Östrogene, schwere Chemotherapeutika und manche Pharmaka gegen Diabetes, wie Thiazolidindione.

Unterernährung und/oder schlechte Ernährung – Ernährungsberater sagen, dass eine mangelnde Einnahme von Thiamin (Vitamin B) zu Flüssigkeitsretention beitragen kann.
Auch ein niedriger Albuminspiegel kann durch Nierenerkrankungen verursacht sein und Ödeme hervorrufen.

Exzessiver Salzgenuss – vor allem bei Menschen, die anfällig für Beinschwellungen sind.

 

Ernste Ursachen für geschwollene Beine

Das Ödem kann auch durch eine Krankheit verursacht sein. Meist sind ältere Menschen mehr davon betroffen und die Ursachen sind:

Nierenerkrankungen – Patienten mit Nierenerkrankungen sind wohlmöglich nicht in der Lage, genügend Flüssigkeit und Natrium aus dem Blut auszuscheiden.
Dies führt zu einem größeren Druck auf die Blutgefäße, der die Flüssigkeit nach außen presst.
Patienten mit Ödemen durch eine Nierenerkrankung haben Schwellungen an den Beinen und um die Augen.


Herzinsuffizienz – wenn das Herz das Blut nicht ausreichend in alle Körperteile pumpt, spricht man von Herzinsuffizienz.
Wenn ein oder beide Herzventrikel die ausreichende Pumpkraft verlieren, kann sich Blut ansammeln und Schwellungen in den unteren Extremitäten verursachen.

Chronische pulmonale Erkrankungen – es gibt unterschiedliche Lungenerkrankungen, die Ödeme verursachen können, darunter: Asthma, chronische Bronchitis, COPD, Emphysem, Lungenfibrose und Sarkoidose.
Manche Patienten können unter Flüssigkeitsansammlung in den Lungen (Lungenödem) leiden.

Lebererkrankungen – Krankheiten wie Zirrhose, die Einfluss auf die Leberfunktion haben, verursachen eine Sekretion von Hormonen und chemischen Substanzen, die die Flüssigkeiten regeln.
Menschen mit hepatischer Zirrhose haben auch einen erhöhten Druck an der Pfortader, das ist eine große Vene, die das Blut aus Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse zur Leber führt.
Diese Probleme können zur Flüssigkeitsretention in den Beinen und zu Aszites führen.

Diabetes – ein Patient mit Diabetes kann aus verschiedenen Gründen Ödeme aufweisen, darunter kardiovaskuläre Erkrankungen, akute Niereninsuffizienz, akute Leberinsuffizienz und Darmerkrankungen, die zu Verlust von Eiweiß führen, und bestimmte Medikamente.

Allergie – einige Nahrungsmittel und Insektenstiche können bei allergischen Menschen Ödeme verursachen.

Schilddrüsenerkrankungen – Menschen mit einer Störung der Schilddrüse können Schwellungen an den unteren Extremitäten aufweisen.

Lymphödem an den unteren Extremitäten – Menschen, die eine Tumoroperation mit Entfernung der Leistenlymphknoten hatten, können ein beträchtliches Lymphödem entwickeln.
Die lymphatische Filariose oder Elephantiasis ist eine Tropenkrankheit, die durch einen Wurm verursacht wird, der durch einen Mückenstich in den Körper gelangt.
Filariose kann extreme Schwellungen an einer Extremität, an den Brüsten oder an den Genitalien verursachen.
Krampfadern sind abnormale Erweiterungen der Venen, die zu Schwellungen an Beinen und Knöcheln führen können.
In schweren Fällen können Geschwüre an Beinen und Füßen entstehen.

 

Was sind die Symptome bei Beinschwellungen?

Eine Beinschwellung kann Schmerzen, Brennen, Juckreiz, Schwere und Müdigkeit in den unteren Extremitäten hervorrufen.
Oftmals stellt sich der Patient in der Praxis mit Zellulitis und Hämorrhoiden vor.
In schweren Fällen kann der Betreffende am Ende durch die venöse Stagnation Geschwüre bekommen.

 

Diagnose bei Beinschwellungen

Zur Diagnoseerhebung dienen keine instrumentellen Untersuchungen, doch wenn sie der Arzt für notwendig erachtet, kann er eine Doppler-Sonographie zur besseren Begutachtung der Venen in den betroffenen unteren Extremitäten anordnen.

 

Was ist die Therapie bei Beinschwellungen?

Geschwollene Beine
Geschwollene Beine

Die therapeutischen Möglichkeiten sind verschieden: Medikamente, Physiotherapie, Pflanzenheilkunde und Änderung des Lebensstils.
Die Hauptanwendungen sind manuelle Lymphdrainage, Diathermie (oder Tecartherapie) oder Druckbehandlung.

Lymphdrainage ist eine mechanische Therapieform. Sie erfolgt durch das manuelle „Öffnen“ der Lymphknoten und das anschließende „Entleeren“ der Beine, indem die Flüssigkeit zum Herzen geschoben wird. Man kann die Behandlung mit den Händen oder mit elektromedizinischen Geräten durchführen.

Eine andere wirksame Therapie sind Wechselbäder, bei denen man durch ein langes, schmales Becken mit 22° C kaltem Wasser und danach durch eins mit 32° C warmem Wasser geht.
Der plötzliche Wechsel der Außentemperatur führt erst zur Kontraktion und dann zur Entspannung der Arterien. Damit wird eine Gefäßgymnastik induziert.

Die Pflanzenheilkunde mit Präparaten auf der Basis von Rosskastanie, Weißdorn, Centella, Cumarin usw., die in Drogerien erhältlich sind, kann durch den abschwellenden Effekt Hilfe bringen.

Medikamente gegen geschwollene Beine
Der Arzt kann bei Veneninsuffizienz und Kapillarschwäche Medikamente wie Venostasin oder Venoruton verschreiben.

 

10 Naturheilmittel bei Beinschwellungen:

1. Magnesiumpräparate
Ein Mangel an Magnesium kann zur Ödembildung beitragen.
Ein Magnesium-Ergänzungsmittel kann Erleichterung bringen.
Meistens werden 200 mg zweimal täglich empfohlen.
Die empfohlene Tagesdosis für Magnesium liegt bei 350 mg.

2. Yoga
Körperübungen können die Durchblutung verbessern und Yoga ist eine hervorragende Methode, sich zu bewegen und auf das Kreislaufsystem zu konzentrieren.
Man sollte zuvor mit dem Arzt sprechen, vor allem wenn man noch nie Yoga gemacht hat.
Für Anfänger ist es besser, an einem durch einen Lehrer geleiteten Unterricht teilzunehmen. So kann er helfen, dabei die richtige Körperhaltung einzunehmen.
Wenn man dann die Übungen kennt, kann man damit auch allein zu Hause fortfahren.

3. Tonic-Water
Ein Fußbad in zimmerwarmem Tonic-Water kann helfen, Schwellungen zu verringern.
Tonic-Water enthält Chinin (ein Extrakt mit antipyretischen und analgetischen Eigenschaften), das zusammen mit den Luftblasen im Tonic-Water Entzündungen verringert.
Es genügt, die Beine im Wasser zu halten.

4. Ätherisches Öl der Pampelmuse
Ein nicht zu warmes Bad kann zur Verringerung von Schwellungen helfen, besonders wenn man dazu auch ein paar Tropfen ätherisches Pampelmusenöl verwendet. Wenn ein Vollbad nicht möglich ist, kann man auch nur ein Fußbad machen.
Alternativ kann man das Pampelmusenöl mit Mandel- oder Olivenöl mischen und damit eine kleine Massage an Füßen und Beinen vornehmen.
In diesem Fall die Massage mit zunehmendem Druck von den Füßen zu den Beinen hinauf durchführen.

5. Salzwasserbad

Mit einer Handvoll Kochsalz kann man ebenfalls die Wirksamkeit des Bades erhöhen.
Wie beim Pampelmusenöl kann man auch nur ein Fußbad in einem Eimer durchführen, wenn die Schwellung auf Füße und Knöchel begrenzt ist.
Sind die Waden stark geschwollen, ist ein Vollbad in lauwarmem Wasser die bessere Lösung.
Eis wird bei geschwollenen Beinen nicht empfohlen, denn es hat nur einen gefäßverengenden Effekt. Es begünstigt also nicht die Absorption der Flüssigkeit.

6. Lymphdrainage
Eine manuelle Lymphdrainage ist sicherlich eine wirksame Lösung zur Reduzierung des Ödems.
Ist eine Frau schwanger, wird empfohlen, einen speziellen Therapeuten für pränatale Massage aufzusuchen.

7. Zubehör für stufenweise Kompression
Die Anwendung von Kleidungsstücken oder Bandagen zur stufenweisen Kompression kann helfen, Schwellungen vorzubeugen.
Es gibt abgestufte Kompressionsstrümpfe verschiedener Längen, die bis zum Knie reichen oder das ganze Bein umschließen.
Wenn Beschwerden auftreten, kann man Strümpfe finden, die den Fuß nicht mit einbeziehen.
Man kann heute auch ein Kinesio-Taping anwenden, das die Blutzirkulation und die Absorbierung der Schwellung begünstigt.

8. Füße hochlagern
Die Schwerkraft begünstigt die Stase der Flüssigkeit nach unten. Legt man sich hin, ist das Hochlagern der Beine durch das Unterlegen einiger Kissen unter die Füße empfehlenswert.

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9. Schwimmen
Schwimmen oder im Wasser schweben kann bei Schwellungen an Knöcheln und Füßen helfen. Der Wasserdruck kann zur Verbesserung der Zirkulation der Flüssigkeiten im Organismus beitragen.

10. Trinken
Überschüssiges Salz trägt zur Ödembildung bei.

Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr verdünnt das Salz im Organismus.
Wenigstens 8-10 Gläser Wasser am Tag sind empfehlenswert.
Um die entwässernde und entzündungshemmende Wirkung zu steigern, kann man ein paar Gurken- und Zitronenscheiben ins Wasser geben.

 

Wie kann man vorbeugen und die erreichten Resultate beibehalten?

Wichtig ist, die täglichen Lebensgewohnheiten zu ändern, um weniger unter dieser Störung zu leiden. Insbesondere:

  • Gewicht reduzieren;
  • auf eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Getreide achten;
  • auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten verzichten;
  • hohe Absätze meiden und lieber Turnschuhe tragen;
  • nicht zu lange auf einer Stelle still stehen; ist man berufsbedingt dazu gezwungen, sollte man immer wieder ein paar Schritte gehen oder sich hin und wieder auf die Zehenspitzen stellen;
  • regelmäßig Sport betreiben (Radfahren, Schwimmen, Gymnastik usw.) und einen aktiven Lebensstil verfolgen;
  • keine eng anliegende Kleidung tragen;
  • das Fußende des Bettes erhöhen, damit die Beine in der Nacht höher liegen, um den Venenrückfluss zu unterstützen.