Schmerzen am rechten oder linken Bein

Schmerzen in den Beinen können konstant oder intermittierend sein, sich plötzlich entwickeln oder nach und nach auftreten und das gesamte Bein oder eine umschriebene Stelle wie das Schienbein oder das Knie betreffen.
Der Schmerz kann verschiedenartig sein: stechend, schneidend, dumpf, brennend oder kribbelnd. Starke Beinschmerzen können das Gehen oder die Gewichtsverlagerung auf das Bein beeinträchtigen.

Schmerzen am rechten oder linken Bein
Schmerzen am rechten oder linken Bein

Mögliche Ursachen für Schmerzen am rechten oder linken Bein

Muskelkrämpfe
Diese plötzlichen und intensiven Schmerzen des Beines treten häufiger bei älteren Menschen, Ausdauersportlern oder untrainierten Menschen auf.
Krämpfe der Muskeln werden häufig durch muskuläre Ermüdung oder Dehydratation verursacht.
In den meisten Fällen kann man die Krämpfe durch sofortige Unterbrechung der Aktivitäten, die sie verursacht haben, abschwächen. Gegebenenfalls kann man den schmerzenden Muskel leicht dehnen oder massieren.
Ein wirksames natürliches Mittel ist eine Wärmeauflage auf die Muskeln, um die Symptome zu lindern.
Geeignetes Aufwärmen und Stretching kann helfen, die Probleme in Zukunft zu vermeiden.


Periostitis (Knochenhautentzündung)
Diese Art Schmerzen an den Beinen tritt auf, wenn das Bindegewebe und die Muskeln entlang der Innenkante des Schienbeins sich entzünden. Das kann häufig beim Laufen oder Springen auf hartem Boden geschehen.
Die Wiederholung bestimmter Bewegungen überbeansprucht Muskeln und Sehnen.
Plattfüße und eine übermäßige Außenrotation des Fußes und des Beines können diese Beschwerden begünstigen.
Der Schmerz vergeht gewöhnlich wieder unter Ruhe.
Natürliche Heilmittel sind Eisauflagen, Entzündungshemmer und die Unterbrechung der verursachenden Aktivitäten.
Eine entlastende Schuheinlage eignet sich vortrefflich bei dieser Störung.
Eine Therapie bei Periostitis umfasst auch die Physiotherapie mit Lasertherapie und Magnetfeldtherapie.
Sobald der Schmerz nachlässt, sollte der Unterschenkel gedehnt und gekräftigt werden.
Um zukünftige Probleme zu vermeiden, sollte man gut stützende Schuhe tragen und das Laufen auf hartem Untergrund unterlassen.

Sehnenentzündungen und Sehnenverletzungen
Eines der ersten Anzeichen für eine Entzündung der Achillessehne ist der Wadenschmerz oder der Schmerz an der hinteren Ferse.
Mögliche Therapien sind das Auflegen von Eisbeuteln, Entzündungshemmer und das Vermeiden von allem, was den Schmerz provoziert.
Eine Erhöhung unter der Ferse verringert die Spannung auf die Sehne, wodurch die Heilung gefördert wird.
Wie bei der Periostitis sollte man abwarten, bis der Schmerz nachlässt, um danach die Muskeln zu dehnen und zu kräftigen.
Ist der Schmerz stark, kann dies durch eine Verletzung der Achillessehne verursacht sein.
Eine Achillessehnenverletzung kann durch intensive Aktivitäten und zu schnelles Aufwärmtraining erfolgen.


Knochenbruch
Eine Fraktur kann Schmerzen im Bein verursachen.
Nach leichten Distorsionen sind die ersten Maßnahmen Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagern.
Bei einer schweren Distorsion, einem Oberschenkelbruch oder einem Knöchelbruch sollte Eis aufgelegt und sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Ein Gipsverband oder eine Orthese können erforderlich sein.
Auch Physiotherapie und Rehabilitation sind möglicherweise notwendig, um die Durchblutung anzuregen und den Heilungsprozess voranzutreiben.
Mit der Zeit muss die Muskelkraft des Beins wiederhergestellt werden.

Muskelverletzung
Ein Riss ist eine übermäßige Zerrung oder das Zerreißen eines Muskels oder einer Sehne.
Eine Muskelläsion kann durch wiederholte Aktivitäten oder ein einzelnes Vorkommnis verursacht werden.
Die Diagnose einer muskulären Zerrung kann erst erfolgen, nachdem der Arzt die Anamnese erhoben und eine körperliche Untersuchung vorgenommen hat. Je nach Situation kann eine Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sein.
Die Therapie umfasst Ruhigstellung, Eisbeutel, Kompression und Hochlagern für 24-48 Stunden.
Die meisten Zerrungen heilen mit der Zeit, doch benötigen ausgeprägte Fälle eine apparative Physiotherapie wie Tecartherapie und Ultraschall.
Entzündungshemmende Medikamente können zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen sinnvoll sein.

Kinesio-Taping,ZerrungKinesio-Taping bei Zerrung des Musculus
vastus medialis
Aktion: entspannend. Form: ein „Y“-Streifen. Länge: über die ganze Länge des Muskelbauches. Den Streifen ohne Spannung aufbringen mit der Basis am unteren Bereich. Den Quadrizeps in Dehnung bringen und mit den Seiten des „Y“ dem Muskelbauch des M. vastus medialis folgen.

Distorsion
Eine Distorsion ist eine Verletzung, die durch eine übermäßige Drehung oder Torsion des Fußgelenks oder des Knies entsteht.
Das führt zu einer Dehnung oder dem Reißen der Bänder, die die Knochen des Fußgelenks verbinden.
Bänder haben die Funktion, die Gelenke zu stabilisieren und exzessive Bewegungen zu verhindern. Eine Knöchel- oder Kniedistorsion liegt vor, wenn die Bänder über ihren normalen Bewegungsbereich hinaus gedehnt werden. Verstauchte Fußgelenke sind durch Schmerzen der Bänder auf der Außenseite des Knöchels gekennzeichnet.
Die Therapie einer Knöcheldistorsion hängt von der Schwere der Verletzung ab. Bei einer leichten Verletzung können Selbstbehandlung und rezeptfreie entzündungshemmende Medikamente bereits ausreichend sein.
In schwereren Fällen kann eine medizinische Untersuchung erforderlich sein, um das Ausmaß des Gelenkschadens und die Therapie für seine Wiederherstellung zu ermitteln.

 

Schmerzen nach dem Laufen

Schmerzen und Verspannungen an den Beinen nach dem Laufen sind ziemlich normal, vor allem für denjenigen, der untrainiert ist oder die Intensität seines Trainings zu schnell gesteigert hat.
Die Ursache ist die Ansammlung von Milchsäure, einer vom Körper produzierten Substanz, die für die Zellen toxisch ist.
Um diese Substanz zu verstoffwechseln, braucht es einige Stunden.
Der Schmerz, den man über 1-2 Tage nach dem Training verspürt, entsteht durch eine Verspannung der Muskeln, d.h. eine andauernde Anspannung der Muskelfasern.
Um dieses Problem zu lösen, sind Massagetherapie (Sportmassage), Stretching und Kinesio-Taping empfehlenswert.

 

Schmerzen beim Gehen

Wenn man auf hohen Absätzen geht, können Schmerzen an den Fußsohlen und an den Waden auftreten.
Oft reicht es aus, stehenzubleiben, um den Schmerz zu lindern.
Die ideale Absatzhöhe sind 1-2 Zentimeter. Flache Schuhe (zum Beispiel Ballerinas) belasten die Beine und den Rücken.

 

Nervenschmerzen an den Beinen

Das sind einige der häufigsten Ursachen für Schmerzen an den Beinen, die durch nervöse Störungen verursacht werden:

1. Verengung des Spinalkanals (Stenose) und Ischialgie.
2. Eine häufige Ursache für die Verengung des Spinalkanals ist die Arthrose der Wirbelsäule.
3. Manchmal drückt eine Diskushernie (Bandscheibenvorfall) auf die umliegenden Nervenwurzeln, was zu Symptomen einer Ischialgie führen kann, zum Beispiel:

  • Brennen,
  • brennende Schmerzen in den Beinen im Stehen oder Sitzen,
  • Taubheitsgefühl,
  • Kribbeln,
  • Abgeschlagenheit,
  • Schwäche.

Der Schmerz kann in Rücken, Becken und Hüften beginnen und sich dann nach unten zu den Beinen ausbreiten.

Die Symptome sind morgens beim Aufstehen erhebt stärker und schwächen sich bei körperlicher Aktivität ab.
Oftmals verbessert sich eine Ischialgie nicht bei kurzen Ruhepausen.
Die Therapie sieht anfangs eine Ruhephase über einige Tage vor, kombiniert mit der Einnahme von nichtsteroidalen Entzündungshemmern oder Kortikosteroiden.
Kälte- und Wärmeanwendungen können bei einigen Symptomen helfen.
Physiotherapie und Dehnübungen können von Nutzen sein.
Wichtig ist, die Bewegung schrittweise zu steigern. Der Arzt kann auch andere Therapien oder einen chirurgischen Eingriff empfehlen, wenn der Schmerz nicht vergeht.

Multiple Sklerose
Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, die durch die Degeneration der Myelinscheiden der Nerven gekennzeichnet ist.
Zu den Symptomen gehören:

  • Schmerzen an Beinen und Armen,
  • Übelkeit,
  • Müdigkeit (vor allem abends),
  • Beinschwere,
  • Schwindel,
  • Optikusneuritis mit Verlust der Sehkraft,
  • Verdauungsstörungen.

Diabetogene Neuropathie
Bei Diabetes können Nerven aufgrund von zu hohen Blutzuckerwerten geschädigt werden.
Das ist eine häufig auftretende Komplikation des Diabetes bei älteren Menschen. Das kann zu Schmerzen in beiden Beinen mit Taubheitsgefühl und Sensibilitätsverlust unterhalb der Knie führen.
Die Behandlung umfasst die Linderung des Schmerzes durch lokale oder orale Medikamente und die Senkung des Blutzuckers.

 

Venenerkrankungen

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Die Beinvenen dienen dem Rücktransport des Blutes zum Herzen. Entstehen venöse Probleme, schwillt das Bein an (Ödem) und schmerzt manchmal.
Ein häufiges Problem ist die venöse Insuffizienz, die zu Varikosis (Krampfadern), wiederholten Schwellungen und Hautveränderungen wie eine bräunliche Verfärbung in Knöchelnähe führen kann.

Eine ernste und potentiell gefährliche Ursache von Beinschmerzen ist die tiefe Venenthrombose (TVT). Eine TVT ist ein Blutgerinnsel in einer Beinvene, das sich loslösen und bis in die Lungen oder anderen Organe gelangen kann.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Aufgrund der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist der Blutfluss im Bein durch die Verengung der Arterien wenigstens eines Beines kompromittiert.
Die pAVK ist vergesellschaftet mit Schmerzen in den Beinen beim Gehen und wird im Ruhezustand gelindert. Während Venenprobleme oft eine Rötung und Überwärmung des Beines verursachen, sind die Symptome einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit: eine kalte und meist blasse Extremität, die eine größere Schmerzempfindlichkeit hat. Risikofaktoren der pAVK sind Rauchen, Herzerkrankungen und Diabetes.

Krankheiten

Es gibt viele Krankheiten, die Beinschmerzen verursachen können. Wer unter Fibromyalgie leidet, spürt häufig ein Restless-Legs-Syndrom und schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe.
Der Beinschmerz kann auch mit einer Autoimmunerkrankung wie Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis verbunden sein.
Schilddrüsenerkrankungen können Schmerzen in den Beinen verursachen. Auch Medikamente für bestimmte Krankheiten sind dafür bekannt, dass sie Schmerzen und Krämpfe in den Beinen hervorrufen.
Diuretika und Statine gegen erhöhtes Cholesterin sind häufige Beispiele für Arzneimittel, die Schmerzen in den Beinmuskeln verursachen.
In solch einem Fall muss das Medikament ausgetauscht oder auf eine natürliche Therapie übergegangen werden, doch sollte zuvor unbedingt der Arzt konsultiert werden.

Infektionen
Eine Infektion der Haut oder des Weichgewebes kann sich durch Rötung, Schmerz, Schwellung und Überwärmung zeigen.
Der Arzt kann Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien empfehlen.
Verschlimmern sich die Symptome oder tritt zusätzlich Fieber auf, sollte besser der Arzt gerufen werden.

 

Beschwerden, die vom Rücken kommen

Die Kompression des Ischiasnerven verursacht einen stechenden Schmerz, der sich bis in die Füße fortsetzen kann.
Der Schmerz beginnt gewöhnlich in einer Gesäßhälfte und ist auf der Außenseite und an der Rückseite des Beins spürbar. Eine Entzündung des Ischiasnerven oder eine Ischialgie wird meist durch eine lumbale Diskushernie, eine Spinalkanalstenose oder einen Muskel verursacht, der auf einen Nerv drückt, wie zum Beispiel beim Piriformis-Syndrom.

 

Schmerzen in den Beinen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen

Schmerzen die Beine stark, besonders wenn sich der Patient aus einer sitzenden Position erhebt, kann das Problem eine Venenschwäche oder eine Varikosis sein.
Lassen die Venenklappen einen Teil des Blutes zurückfließen, kann das starke Schmerzen verursachen.
Die Symptome verringern sich durch Stretching oder leichte Massagen vor dem Aufstehen.
Zur Diagnoseerstellung ist eine Ultraschalluntersuchung oder Doppler-Sonographie erforderlich.
Die Symptome sind Schweregefühl, Gefühllosigkeit und Beinschmerzen.
Die Therapie besteht in einem chirurgischen Eingriff mit dem Namen endovenöse Ablation, bei dem die schmerzende Vene verschlossen wird, um den Rückfluss des Blutes zu verhindern.

 

Ursachen von Muskelschmerzen in den Beinen während der Schwangerschaft

Beschwerden an Füßen und Beinen sind ein häufiges Problem bei schwangeren Frauen, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel. Bein- und Fußschmerzen werden oftmals durch die Gewichtszunahme und die hormonellen Veränderungen verursacht, die zur Lockerung des Fußgewölbes führen.

Das führt zu einer Tendenz von Plattfüßen und kann auch eine vermehrte Arbeit für die Beinmuskeln bedeuten, um die Stabilität des Fußes aufrecht zu erhalten. Krämpfe in den Beinen während der Schwangerschaft können durch Volumenschwankungen des Blutes oder durch den Druck auf den Ischiasnerven bei Vergrößerung der Gebärmutter verursacht sein.

Andere Ursachen von Beinschmerzen

  • Saisonale Influenza,
  • Menopause,
  • Arthritis und Rheuma, die die Fußgelenke und die Knie betreffen,
  • Prämenstruelles Syndrom, das vor der Regelblutung auftritt. Manche Frauen verspüren die Symptome vor dem Zyklus, während andere sie wenige Tage nach dem Eisprung verspüren.

 

Beinschmerzen in bestimmten Positionen


Verschlimmern sich Schmerzen in den Beinen stark im Sitzen, beim Stehen oder beim Gehen, kann das auf ein Problem der Rückennerven hinweisen. Eine bequeme Position ist daher notwendig, um den Schmerz zu lindern. Zum Beispiel kann das Beugen bei Spinalkanalstenose Schmerzlinderung bringen, während eine Drehung (wie beim Golfschwung) die Spannung auf den Nerven erhöhen kann, der Schmerzen in Leiste, Hüfte und Bein verursacht.

Was verursacht Schmerzen in beiden Beinen auf der Oberschenkelvorderseite?
Schmerzen an beiden Vorderseiten der Beine können übertragene Schmerzen aus dem Psoasmuskel sein.
Die Kontraktur dieses Muskels kann Beschwerden im Bereich des Quadrizeps bereiten und kommt relativ häufig vor.

Schmerzen an der Rückseite des Beins beim Sitzen

Wer Schmerzen entlang der Rückseite oder seitlich am Bein verspürt, leidet wahrscheinlich unter einem Piriformis-Syndrom.
Diese Erkrankung wird durch die Kontraktur dieses Gesäßmuskels verursacht, die begleitet sein kann von einer Kompression des Ischiasnerven.
Die Therapie besteht in der Manipulation des betroffenen Muskels, der Gesäßmuskulatur und des Psoasmuskels (liegt hinter den Bauchmuskeln).

Seltene Ursachen umfassen:

  • Knochenkrebs (Osteosarkom, Ewing-Sarkom)
  • Medikamente wie Allopurinol und Kortikosteroide
  • Calvé-Legg-Perthessche Krankheit, eine verminderte Blutversorgung im Hüftbereich kann das normale Wachstum der Beine unterbrechen oder verlangsamen
  • Gutartige Tumore oder Zysten des Oberschenkelknochens oder des Schienbeins (Osteoid-Osteom)
  • Osteochondritis und Osgood Schlatter Syndrom, meist bei sportlichen Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren.