Hörgeräte oder Prothesen

Im Allgemeinen sind Hörgeräte (oder Prothesen) die Therapie der ersten Wahl bei leichter oder mäßiger Schwerhörigkeit (Hypakusis).
Man muss bedenken, dass die Typologie des Hörgerätes je nach Schwere der Störung verschieden ist, die von Schwerhörigkeit bis zu Gehörlosigkeit reichen kann. Sie kann eines oder beide Ohren betreffen.

 

Hörgeräte oder Prothesen
Hörgeräte oder Prothesen

Wie entscheidet man sich zwischen einem Cochlea-Implantat und einem Hörgerät

Oft werden Hörgeräte von Personen benutzt, die einen moderaten Hörverlust haben. Die Menschen, die von einem leicht- bis mäßiggradigen Hörverlust betroffen sind, haben Schwierigkeiten, aufgrund von Schäden an den äußeren Haarzellen der Cochlea (Hörschnecke) tiefe Töne wahrzunehmen. Hörgeräte können diese Töne verstärken und damit nützlich sein.
Hier liegen die Vorteile beim Gebrauch von Hörgeräten.
Mit fortschreitender Technologie ist es möglich, verschiedene Frequenzen auszuwählen und einige Töne je nach Intensität des Hörverlustes zu verstärken.
Hörgeräte müssen nicht chirurgisch implantiert werden.
Sie sind leicht aufzubewahren und Reparaturkosten sind gering.
Man kann die Geräte wechseln, wenn eine bessere und neuere Technologie entwickelt wurde.

Cochlea-Implantate werden Personen mit hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit empfohlen, kommen aber erst nach Tests mit Hörgeräten in Betracht.

Der Nutzen eines Implantats hängt von einigen Faktoren ab:


Dauer und Schwere des Hörverlustes können natürlich Einfluss auf das Ergebnis nehmen.
Es könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, die Tonfrequenzen regulieren.
Wichtig ist, dass ein erfahrener Akustiker Zuordnung oder Einstellung des Sprachprozessors durchführt.
Es kann betroffenen Kindern helfen, Gespräche und andere Umgebungsgeräusche zu hören.
Es kann auch Telefongespräche möglich machen.

Einige der Faktoren, die das Resultat beeinflussen, sind:

  • Gesundheitszustand der Cochlea
  • Möglichkeit, zu lernen und zu kommunizieren
  • Nutzungsdauer des Implantats
  • Tiefe, in der das Implantat in die Cochlea eingeführt wird
  • Art der implantierten Elektrode und Methode des Signalverarbeitungsverfahrens usw.

 

Was spricht gegen ein Cochlea-Implantat?

Da Cochlea-Implantate einen chirurgischen Eingriff erfordern, könnte das zu Komplikationen wie Geschmacksverlust, Gesichtszuckungen oder Kontrakturen, teilweiser Gefühllosigkeit des Gesichts und Tinnitus führen. Nebenwirkungen könnten auch Infektionen durch Staphylokokkus und Lähmungen sein.


Erhält ein Mensch in fortgeschrittenem Alter ein Implantat, ist es möglich, dass das Gehirn bei der Umwandlung der elektrischen Signale in verstehbare Sprache Probleme hat.
CI-Trägern wird empfohlen, eine Teilnahme an Sportarten wie Fußball zu vermeiden; auch von Tauchgängen, Saunabesuchen usw. ist abzusehen. Alle diese Aktivitäten könnten das Implantat beschädigen.
Cochlea-Implantate könnten für Menschen, die eine Hirnerkrankung haben, nicht geeignet sein.
Vor allem, weil sich diese Personen oft einer Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie unterziehen muss.

Viele Menschen denken, dass es bei Reisen mit dem Flugzeug Probleme mit Hörgeräten geben kann, doch tatsächlich ist das nicht der Fall.

 

Digitale und analoge Technologien von Hörgeräten

Die Hörgerätetechnologie hat seit langem die verschiedenen traditionellen verdrahteten Optionen überholt.
Digitale Hörgeräte werden auch programmierbare Hörgeräte genannt.


In diesen Geräten sind sowohl die Audiokreisläufe als auch zusätzliche Steuerschaltungen vollkommen digitalisiert.
Das Gerät wird von außen über einen angeschlossenen Computer programmiert.
Das Modell hat daher vollkommen personalisierte Verarbeitungseigenschaften
Sie können durch viele Einstellungen programmiert werden, die anpassungsfähig und automatisch operieren.
Diese Hörhilfen reduzieren automatisch akustische Rückkoppelungen und Hintergrundgeräusche, während sie sich den unterschiedlichen Hörumgebungen anpassen.
Die digitale Schaltung ermöglicht die drahtlose Übertragung, um die Hörfähigkeit für Schwerhörige zu erhalten, während sie für den Gebrauch im Rahmen des Mobilfunkkreislaufs, der Verbindung zum Internet und für persönliche Musik-Abspielgeräte modifiziert ist.
Diese Geräte werden zum Beispiel von der Firma MAICO hergestellt.
Die neuste Generation digitaler Geräte ist winzig klein und fast unsichtbar.
Von diesen Prothesen haben einige eine Bluetooth-Vorrichtung.
Es gibt einige digitale Hörgeräte, die den Tinnitus (Rauschen im Ohr) mindern.
Empfohlen wird die Verwendung von Akkus.

 

Knochenleitungshörgerät

Knochenleitungshörgeräte sind ergonomisch auf dem Schädelknochen positioniert. Das Gerät ist so programmiert, dass elektrische Signale in gewünschte mechanische Schwingungen umgewandelt werden. Der Ton wird über den Schädelknochen auf das Innenohr geleitet.

Die Hörhilfen werden verkauft als:

  • Kopfhörer, die die Ohren nicht mit einbeziehen
  • Geräte zum assistierten Hören
  • Produkte für Kommunikation unter Wasser oder in lauter Umgebung

Diese Produkte sind besser als herkömmliche Hörgeräte.
Sie sind nicht nur haltbarer und sicher zu bedienen, sie garantieren auch die Klarheit des Tones selbst in sehr lauter Umgebung. Sie ermöglichen die Wahrnehmung von Stereoklang.
Normale Menschen tragen diese Produkte, wenn sie in Berufen tätig sind, die eine vollständige Abdeckung der Ohren erfordern, wodurch ein Verlust der Hörfähigkeit für einige Stunden am Tag verursacht wird.
Dies beobachtet man gewöhnlich bei Meeresbiologen, die eine Ausrüstung tragen, die ein normales Hören der Töne nicht ermöglicht, Berufstaucher und leidenschaftliche Schwimmer.

Ein am Knochen verankertes Gerät wird verwendet, um den empfangenen Schall weiterzuleiten oder zu steuern.
Diese Implantate werden chirurgisch eingesetzt.
Die Schallleitung umgeht den äußeren Gehörgang und reicht direkt in das Innenohrs.
Die Operation besteht in der Implantation eines Titangerätes in den Knochen unter der Kopfhaut.
Es enthält einen Audioprozessor, um Schallschwingungen zu übertragen, die die Nervenfasern im Innenohr stimulieren.
Dieses Verfahren unterstützt das Gehör.
Durch den Knochenintegrationsprozess verbindet sich das Gewebe des umgebenden Schädelknochens mit dem externen Titangehäuse. Der Prozess dauert etwa fünf Monate und man kann das Knochenleitungshörgerät somit erst fünf Monate nach dem Einsetzen verwenden.

 

Ex-Hörer-Geräte

Ex-Hörer-Geräte halten die Gehörgänge offen und ermöglichen den Personen, die Stimmen auf natürliche Weise zu hören.
Die häufigste Unannehmlichkeit für die Benutzer von Hörgeräten ist der Okklusionseffekt.
Der Okklusionseffekt ist das Gefühl verstopfter Ohren.
Die Benutzer hören die Stimme mit einem Klang, als wenn sie in einem Fass ertönen würde.
Der Grund für den Okklusionseffekt ist, dass diese Geräte die Gehörgänge blockieren.
Dies verändert die natürliche Resonanz in den Gehörgängen und die Fähigkeit der Erfassung der Stimme eines Individuums.
Es sind kleine implantierte Geräte über oder hinter dem Ohr.
Sie behindern den Gehörgang nicht, weil die Schläuche sehr fein sind.
Sie sind so leicht, dass die Benutzer keinerlei Gewicht verspüren.
Sie sind in zwei Modellen erhältlich: das retroaurikuläre Modell und das Ohr-Empfänger-Modell.

  1. Retroaurikuläres Modell: Bei diesem Modell befinden sich alle elektronischen Komponenten in einem Kunststoffgehäuse, das hinter dem Ohr getragen wird.
    Zuerst wird der Ton in diesem Kunststoffgehäuse verarbeitet, dann wird er über den feinen Akustikdraht ins Ohr weitergeleitet.
  2. Endoaurikuläres Modell: Bei diesem Modell liegt der Lautsprecher entfernt vom Plastikgehäuse an der Spitze des feinen Akustikdrahtes. Daher benötigt dieses Modell eine geringere Verstärkung in Höhe des Ohres, um im Gehörgang das gleiche Ergebnis zu erzeugen.

Nachteile der Ex-Hörer-Geräte
Diese Geräte enthalten kleine Batterien, die von kurzer Lebensdauer sind.
Die in den Geräten verbauten Richtmikrophone arbeiten automatisch und die Lautstärke kann nicht reguliert werden.

Welche sind die besten Hörgeräte? Wie trifft man die richtige Wahl?

Ohr,Schwerhörigkeit,Hörgerät

Hörgerätetypen, die für leichten bis mittleren Hörverlust geeignet sind

Vollständig im Gehörgang sitzende Geräte (CIC – „Completely In the Canal“)
Wie der Name schon sagt, ist diese Art von Hörgerät für den Gehörgang konzipiert. Die Hörgeräte, die direkt im Gehörgang genutzt werden, sind speziell für Personen entwickelt, für die ästhetische Aspekte eine Rolle spielen. Das Gerät fällt im Ohr weniger auf. Das Gerät kann Windgeräusche nicht wahrnehmen, da es vom Ohr geschützt wird.
Für Kinder eignet es sich nicht, denn ihr Gehörgang unterliegt ständigem Wachstum. Das Gerät wird oft kritisiert, da die Batterie sehr klein ist und damit im Vergleich zu größeren Batterien eine kürzere Lebensdauer hat.
Zudem sind bei diesem Gerät keine Kontrollfunktionen für die Lautstärke oder Richtmikrophone verfügbar. Das Feedback könnte aufgrund des geringen Abstands zwischen Mikrofon und Lautsprecher ein Problem darstellen. Das Gerät kann durch Ohrenschmalz beschädigt werden. Der hohe Preis könnte ebenfalls ein Nachteil sein.

Im Gehörgang sitzende Geräte (ITC – „In The Canal“)
Es gibt zwei Unterarten von Im-Ohr-Geräten für den Gehörgang: ITC-Geräte und CIC-Geräte. Die ITC-Geräte wurden zum Einsetzen in den Gehörgang entworfen, während die CIC-Geräte konzipiert wurden, um sich quasi ganz im Innern des Ohres zu verstecken.

Diese Hörgeräte sind mit die teuersten auf dem Markt, die Kosten betragen zwischen 1.300 und 2.750 Euro.
Hörgeräte und Hörhilfen können steuerlich geltend gemacht werden.

 

Arten von Hörgeräten, die bei geringgradigem oder hochgradigem Hörverlust funktionieren

In der Ohrmuschel sitzende Geräte (ITE – „In The Ear) oder Full Shell (FS)
Man kann ITE-Hörgeräte bei verschiedenen Arten von Hörverlust verwenden.
Das Gerät füllt den größten Teil der Ohrmuschel aus.
Es hat größere Klangverstärker und Telefonschalter und ist zudem leicht zu benutzen.
Das ITE-Hörgerät hat eine digitale und konventionelle Technik. Es gibt auch programmierbare Hörgeräte.
Dieses Gerät ist bei Verlust der Hörfähigkeit von Erwachsenen geeignet und ist aus bereits erwähntem Grund für Kinder nicht empfehlenswert.
Das Gerät ist sichtbar und nimmt Windgeräusche wahr.

Die Preise dieser Hörgeräte variieren zwischen 1.500 und 3000 Euro.

 

Hörgerätetypen für nahezu alle Arten von Hörverlust

Hinter-dem-Ohr-Geräte (BTE – „Behind The Ear)
Das BTE–Hörgerät ist über dem Ohr positioniert und das Elektronikgehäuse bleibt dahinter verborgen.

Dieses Gerät gehört zu den weniger teuren und ist für alle Altersstufen geeignet. Das Gerät wird Personen jeden Alters empfohlen. Aufgrund großer Batterien und starker Verstärker bietet das BTE-Hörgerät mehr Verstärkung als die anderen Geräte.
Die Kosten des BTE betragen zwischen 1.200 und 2.700 Euro.

Hörgerätetypen bei leichten und mittleren Hörverlusten von Hochfrequenztönen
Es gibt einige Geräte, die im Brillengestell eingearbeitet sind und die Töne über das Mastoid (ein Teil des Schläfenbeins) übertragen.


Open-Fitting-Hörgeräte
Ein Hörgerät mit Open-Fitting lässt den Gehörgang offen und bietet mehr Komfort als das traditionelle Hörgerät, das hinter dem Ohr getragen wird. Zudem ist es weniger sichtbar und verschließt das Ohr nicht, wie andere Modelle. Dieses Gerät ist in der Lage, den hohlen Klang zu beseitigen, der oft durch Standardhörgeräte verursacht wird.
Die Open-Fitting-Hörgeräte verstärken die Töne oder Frequenzen, die nur mit Mühe wahrgenommen werden. Das Gerät wird nicht durch Ohrenschmalz und Feuchtigkeit geschädigt und außerhalb des Ohrs getragen.

 

Wie findet man kostengünstige Hörgeräte?

Man muss beim Kauf günstiger Hörgeräte vorsichtig sein; das Gerät muss sich dem Ohr anpassen und den Hörproblemen angemessen sein.

Im Internet kann man auch gebrauchte Hörgeräte finden, doch man muss die Zuverlässigkeit des Verkäufers gut prüfen.

Marken
Einige der beliebtesten Marken sind:

  • ReSound
  • Oticon
  • Rexton