Hörgeräte oder Prothesen

Im Allgemeinen sind Hörgeräte (oder Prothesen) die Therapie der ersten Wahl bei leichter oder mäßiger Schwerhörigkeit (Hypakusis).

Man muss bedenken, dass die Typologie des Hörgerätes je nach Schwere der Störung verschieden ist, die von Schwerhörigkeit bis zu Gehörlosigkeit reichen kann. Sie kann eines oder beide Ohren betreffen.

Es gibt verschiedene Arten von Hörverlust.
Häufig haben Menschen mit vermindertem Hörvermögen nur Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung von bestimmten Tönen:

  • hohe Töne (wie Kinderstimmen),
  • schwache Töne (wie S und F),
  • Stimme einer Person, die sich mit anderen Menschen unterhält.

Manche Menschen suchen einen Arzt auf, weil sie die sprechenden Menschen nicht verstehen, obwohl sie sie hören können.
Deshalb ist ein Verstärker, der die Lautstärke der Töne erhöht, nicht immer ausreichend.
Der Unterschied zwischen Hörgerät und Verstärker:

  • Das Hörgerät erkennt und verarbeitet die Tonqualität je nach Frequenz.
  • Der Verstärker erhöht lediglich die Lautstärke.

Digitale und analoge Technologien von Hörgeräten

Die Hörgerätetechnologie hat seit langem die verschiedenen traditionellen Optionen überholt.
Digitale Hörgeräte werden auch programmierbare Hörgeräte genannt.
In diesen Geräten sind sowohl die Audiokreisläufe als auch zusätzliche Steuerschaltungen vollkommen elektronisch.
Das Gerät wird von außen über einen angeschlossenen Computer programmiert.
Das Modell hat daher vollkommen personalisierte Tonverarbeitungseigenschaften.
Sie können durch verschiedene Einstellungen programmiert werden, um die Tonqualität zu verbessern.
Diese Hörhilfen reduzieren automatisch:

  • die Klangverzerrung,
  • Hintergrundgeräusche.

Die Geräte der neuesten Generation sind in der Lage, die Töne zu analysieren und unterscheiden:

  • Stimmen,
  • Hintergrundgeräusche.

Daraufhin können sie das Stimmvolumen erhöhen und die Hintergrundgeräusche reduzieren.
Außerdem können sie erkennten, ob die Umgebung besonders geräuschvoll ist, um die Lautstärke zu vermindern.
Sie können auch programmiert werden zum besseren Hören von:

  • Fernseher,
  • Musik.

Diese Geräte werden zum Beispiel von der Firma MAICO hergestellt.
Die neuste Generation digitaler Geräte ist winzig klein und fast unsichtbar.
Von diesen Prothesen haben einige eine Bluetooth-Vorrichtung.
Es gibt einige digitale Hörgeräte, die den Tinnitus (Rauschen im Ohr) mindern.
Empfohlen wird die Verwendung von Akkus.

 

Wie entscheidet man sich zwischen einem Cochlea-Implantat und einem Hörgerät

Oft werden Hörgeräte von Personen benutzt, die einen moderaten Hörverlust haben. Die Menschen, die von einem leicht- bis mäßiggradigen Hörverlust betroffen sind, haben Schwierigkeiten, Töne und Stimmen wahrzunehmen.
Hier liegen die Vorteile beim Gebrauch von Hörgeräten.
Mit fortschreitender Technologie ist es möglich:

  • verschiedene Frequenzen auszuwählen,
  • einige Töne je nach Intensität des Hörverlustes zu verstärken.

Hörgeräte:

  • müssen nicht chirurgisch implantiert werden;
  • sind leicht aufzubewahren;
  • die Reparaturkosten sind gering.

Man kann die Geräte wechseln, wenn eine bessere Technologie entwickelt wurde.

Es ist wichtig, das Gerät den ganzen Tag zu tragen, weil sich das Ohr daran gewöhnen muss, mit einem Gerät zu hören, das die Töne verstärkt.
Wenn es nur einige Stunden am Tag verwendet wird, besteht die Gefahr, dass die Töne dann übermäßig laut wahrgenommen werden.

 

Cochlea-Implantate

Cochlea-Implantate werden Personen mit hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit empfohlen, kommen aber erst nach Tests mit Hörgeräten in Betracht.

Es handelt sich um eine Neuroprothese, also eine Prothese, die das Übertragungssystem der sensoriellen Informationen ersetzt.
Sie ersetzt die Hörschnecke und hat folgende Bestandteile:

  1. Ein Computer mit Antenne, der die Stimmen und Geräusche empfängt, in elektrische Signale umwandelt und an einen internen Empfänger sendet.
  2. Ein interner Empfänger mit Elektroden, der die empfangenen Informationen verarbeitet und an den Hörnerv weiterleitet.

Der Nutzen eines Implantats hängt von einigen Faktoren ab:

Dauer und Schwere des Hörverlustes können natürlich Einfluss auf das Ergebnis nehmen.
Es könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, die Tonfrequenzen regulieren.
Wichtig ist, dass ein erfahrener Akustiker:

  • Zuordnung,
  • Einstellung des Sprachprozessors durchführt.

Es kann betroffenen Kindern helfen, Gespräche und andere Umgebungsgeräusche zu hören.
Es kann auch Telefongespräche möglich machen.

Einige der Faktoren, die das Resultat beeinflussen, sind:

  • Möglichkeit, zu lernen und zu kommunizieren,
  • Tiefe, in der das Implantat in die Cochlea eingeführt wird,
  • Ursache des Hörverlustes,
  • Dauer der Schwerhörigkeit (darf nicht zu lang sein),
  • Schwere der Degeneration der Nerven im Ohr.

Was spricht gegen ein Cochlea-Implantat?

Da Cochlea-Implantate einen chirurgischen Eingriff erfordern, könnte das zu Komplikationen führen wie:

  • Geschmacksverlust,
  • Zuckungen,
  • Gesichtskontrakturen,
  • teilweise Gefühllosigkeit des Gesichts,
  • Tinnitus,
  • Infektionen durch Staphylokokkus,
  • Lähmungen.

Erhält ein Mensch in fortgeschrittenem Alter ein Implantat, ist es möglich, dass das Gehirn bei der Umwandlung der elektrischen Signale in verstehbare Sprache Probleme hat.

Kontraindikationen für Hörgeräte:

  • Verknöcherte Hörschnecke, möglich im Fall einer Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Trommelfellperforation oder wiederkehrende Ohrentzündungen
  • Läsion des achten Hirnnervs (Hörnerv)

Viele Menschen denken, dass es bei Reisen mit dem Flugzeug Probleme mit Hörgeräten geben kann, doch tatsächlich ist das nicht der Fall.

 

Knochenleitungshörgerät

Knochenleitungshörgeräte sind auf dem Schädelknochen positioniert. Das Gerät ist so programmiert, dass elektrische Signale in gewünschte mechanische Schwingungen umgewandelt werden. Der Ton wird über den Schädelknochen auf das Innenohr geleitet, er verläuft parallel zum Außen- und Mittelohr.

Diese Art von Prothese ist bei Funktionsstörungen des Außen- oder Innenohrs angezeigt.
Diese Produkte sind besser als herkömmliche Hörgeräte.
Sie sind nicht nur haltbarer und sicher zu bedienen, sie garantieren auch die Klarheit des Tones selbst in sehr lauter Umgebung. Sie ermöglichen die Wahrnehmung von Stereoklang.

Dies beobachtet man gewöhnlich bei Meeresbiologen, die eine Ausrüstung tragen, die ein normales Hören der Töne nicht ermöglicht, Berufstaucher und leidenschaftliche Schwimmer.

Ein am Knochen verankertes Gerät wird verwendet, um den empfangenen Schall weiterzuleiten oder zu steuern.
Diese Implantate werden chirurgisch eingesetzt.
Die Schallleitung umgeht den äußeren Gehörgang und reicht direkt in das Innenohrs.

Der Vorteil dieser Prothese ist, dass keine Fremdkörper im Ohr sitzen, die die Haut reizen können.

Die Operation besteht in der Implantation eines Titangerätes in den Knochen unter der Kopfhaut.
Es enthält einen Audioprozessor, um Schallschwingungen zu übertragen, die die Nervenfasern im Innenohr stimulieren.
Dieses Verfahren unterstützt das Gehör.
Durch den Knochenintegrationsprozess verbindet sich das Gewebe des umgebenden Schädelknochens mit dem externen Titangehäuse.

 

Open-Ear-Hörgeräte

Diese Geräte bestehen aus:

  • einem Empfänger hinter der Hörmuschel,
  • einem Röhrchen, das den Ton in den Gehörgang führt.

Die Open-Ear-Hörgeräte verschließen den Gehörgang nicht und ermöglichen den Personen, die Stimmen auf natürliche Weise zu hören.
Die häufigste Unannehmlichkeit von Hörgeräten ist der Okklusionseffekt.
Der Okklusionseffekt ist das Gefühl verstopfter Ohren.
Die Benutzer hören die Stimme mit einem Klang, als wenn sie in einem Fass ertönen würde.
Der Grund für den Okklusionseffekt ist, dass diese Geräte den Gehörgang blockieren.
Dies verändert:

  • die natürliche Resonanz im Ohr,
  • die Fähigkeit der Erfassung der Stimme eines Individuums.

Die Open-Ear-Hörgeräte sind kleine implantierte Geräte über oder hinter dem Ohr.
Sie behindern den Gehörgang nicht, weil die Schläuche sehr fein sind.
Sie sind so leicht, dass die Benutzer keinerlei Gewicht verspüren.

Welche sind die besten Hörgeräte? Wie trifft man die richtige Wahl?

Ohr,Schwerhörigkeit,Hörgerät

Hörgerätetypen, die für leichten bis mittleren Hörverlust geeignet sind

Kleinere Geräte, die komplett im Gehörgang und in der Mulde der Ohrmuschel verschwinden, sind  bei leichtem Hörverlust hilfreich, aber sie sind nicht in der Lage, die Töne ausreichend zu verstärken, wenn jemand an starker Schwerhörigkeit leidet

Vor dem Trommelfell und vollständig im Gehörgang sitzende Geräte (CIC – „Completely In the Canal“)
Wie der Name schon sagt, ist diese Art von Hörgerät für den Gehörgang konzipiert. Die Hörgeräte, die direkt vor dem Trommelfell (im Gehörgang) sitzen, werden individuell für Personen entwickelt, für die ästhetische Aspekte eine Rolle spielen.
Das CIC-Gerät fällt im Ohr weniger auf. Das Gerät kann Windgeräusche nicht wahrnehmen, da es vom Ohr geschützt wird.
Für Kinder eignet es sich nicht, denn ihr Gehörgang unterliegt ständigem Wachstum. Das Gerät wird oft kritisiert, da die Batterie sehr klein ist und damit im Vergleich zu größeren Batterien eine kürzere Lebensdauer hat.
Zudem sind bei diesem Gerät keine Kontrollfunktionen verfügbar für:

  • Lautstärke,
  • Richtmikrophone.

Das Feedback könnte aufgrund des geringen Abstands zwischen Mikrofon und Lautsprecher ein Problem darstellen. Der hohe Preis könnte ebenfalls ein Nachteil sein.

Im Gehörgang sitzende Geräte (ITC – „In The Canal“)
Es gibt zwei Unterarten von Im-Ohr-Geräten für den Gehörgang: ITC-Geräte und CIC-Geräte. Die ITC-Geräte wurden zum Einsetzen in den Gehörgang entworfen, während die CIC-Geräte konzipiert wurden, um sich quasi ganz im Ohr zu verstecken.
Diese Hörgeräte sind mit die teuersten auf dem Markt, die Kosten betragen zwischen 1.300 und 2.750 Euro.
Hörgeräte und Hörhilfen können steuerlich geltend gemacht werden.

 

Arten von Hörgeräten, die bei geringgradigem oder hochgradigem Hörverlust funktionieren

In der Ohrmuschel sitzende Geräte (ITE – „In The Ear)

Es gibt zwei Arten von ITE-Geräte:

  1. Half Shell – das Gerät ist vollständig in der Mulde der Ohrmuschel enthalten;
  2. Full Shell – das Gerät bedeckt die Muschelhöhle und tritt in die Cymba des Außenohrs ein.

Full-Shell-Hörgerät
Es hat größere Klangverstärker und Umschalter und ist zudem leicht zu benutzen.
Das ITE-Hörgerät hat eine digitale und konventionelle Technik. Es gibt auch programmierbare Hörgeräte.
Dieses Gerät ist bei Verlust der Hörfähigkeit von Erwachsenen geeignet und für Kinder nicht empfehlenswert.
Das Gerät ist sichtbar und nimmt Windgeräusche wahr.

Die Preise dieser Hörgeräte variieren zwischen 1.500 und 3000 Euro.

 

Hörgerätetypen für nahezu alle Arten von Hörverlust

Hinter-dem-Ohr-Geräte (BTE – „Behind The Ear)
Das BTE–Hörgerät ist über dem Ohr positioniert und das Elektronikgehäuse bleibt dahinter verborgen.
Der Lautsprecher ist in den Gehörgang eingeführt.
Dieses Gerät gehört zu den weniger teuren.
Das Gerät wird Personen jeden Alters empfohlen. Aufgrund großer Batterien und starker Verstärker bietet das BTE-Hörgerät mehr Verstärkung als die anderen Geräte.
Die Kosten des BTE betragen zwischen 1.200 und 2.700 Euro.

Hörgerätetypen bei leichten und mittleren Hörverlusten von Hochfrequenztönen
Es gibt einige Geräte, die im Brillengestell eingearbeitet sind und die Töne übertragen:

  • über den Luftweg, mit einem an den Bügel angeschlossenen Ohrstöpsel, der in den Gehörgang eingeführt ist.
  • über den Knochenweg über das Mastoid (ein Teil des Schläfenbeins) hinter dem Ohr.

Open-Fitting-Hörgeräte
Ein Hörgerät mit Open-Fitting lässt den Gehörgang offen und bietet mehr Komfort als das traditionelle Hörgerät, das hinter dem Ohr getragen wird. Zudem ist es weniger sichtbar und verstopft den Gehörgang nicht, wie andere Modelle. Dieses Gerät ist in der Lage, den hohlen Klang zu beseitigen, der oft durch Standardhörgeräte verursacht wird.
Die Open-Fitting-Hörgeräte verstärken die Töne oder Frequenzen, die nur mit Mühe wahrgenommen werden. Das Gerät wird nicht durch Ohrenschmalz und Feuchtigkeit geschädigt und außerhalb des Ohrs getragen.

 

Wie findet man kostengünstige Hörgeräte?

Man muss beim Kauf günstiger Hörgeräte vorsichtig sein; das Gerät muss sich dem Ohr anpassen und den Hörproblemen angemessen sein.

Im Internet kann man auch gebrauchte Hörgeräte finden, doch man muss die Zuverlässigkeit des Verkäufers gut prüfen.

Marken
Einige der beliebtesten Marken sind:

  • ReSound
  • Oticon
  • Rexton

 

Hörgeräte oder Prothesen ultima modifica: 2016-06-07T15:25:34+00:00 da daggy