Arnold-Chiari-Syndrom

Worum handelt es sich?
Wie oft verschreibt der Arzt bei Kopfschmerzen Magnetresonanz, TC, Röntgenuntersuchungen u.ä. oder überweist zum Halsnasenohrenarzt, Neurologen etc.
Sind keine Verletzungen und Erkrankungen auszumachen, werden häufig entzündungshemmende Medikamente und Vitamine verabreicht, obwohl das Problem ggf.
nur in der Muskel-Sehnen-Spannung liegt.
Kopf und Gesicht sind besonders innervierte Körperteile, enthalten aber auch Muskeln, Sehnen, Bänder, Bindegewebe und Gelenke, genau wie die Schulter, das Becken usw.

Großes Hinterhauptloch, Foramen occipitale magnum, Anatomie des Schädels von unten, Hinterhauptbein, Occiput, Os occipitale, Unterkiefer, Warzenfortsatz, Processus mastoideus, Schädel, Keilbein, Os sphenoidale
In der Mitte sieht man schwarz das Hinterhauptloch.

Der Schmerz kann durchaus vom Skelettmuskel ausgehen, wie beim Nackenschmerz (Zervikalgie), der eng mit ihm verknüpft ist.
Damit soll keineswegs der Anschein erweckt werden, alle Kopfschmerzen seien durch Muskelschmerzen bedingt, aber wenn alle notwendigen und vom Arzt empfohlenen Untersuchungen durchgeführt wurden und ein negatives Testergebnis gezeigt haben, sind die Symptome wie Muskel-Skelett-Beschwerden zu behandeln.
Den Schädel betreffende Symptome sind: Migräne, Schmerzen und Schwindel.

In der Mehrzahl der Fälle haben die Betroffenen mit Schmerzen im Gesicht oder auf Höhe des Hinterhauptbeins (Occiput) auch Schmerzen im oberen Abschnitt der Halswirbelsäule, weil einige Schädelnerven ihren Ursprung zwischen Hinterhauptbein, erstem (Atlas) und zweitem Halswirbel (Axis oder Epistropheus) haben.
Es besteht kein Zusammenhang zwischen zervikalem Bandscheibenvorfall und Kopfschmerz, da sich zwischen den ersten beiden Wirbeln keine Bandscheibe befindet.
Ein Bandscheibenvorfall unterhalb des dritten Halswirbels kann nur Symptome entlang der Schulter und des Arms hervorrufen, denn die auf dieser Höhe wurzelnden Nerven laufen zu den Fingern und nicht zum Kopf.

Diese Beschwerden werden auch als Arnold-Neuralgie bezeichnet, d.h. ein Schmerz, der dem Verlauf des zweiten Hirnnervs folgt: dem Sehnerv.
Eine korrekte Diagnose ist von grundlegender Bedeutung, wenn es um Kopfschmerzen geht, weil der Patient auch unter einer anderen ernsten Krankheit leiden kann, wie das  Arnold-Chiari-Syndrom.
Diese angeborene Pathologie ist sehr selten und besteht in der Kompression des Hinterhauptnervs (Nervus occipitalis), d.h. der Schmerz entspringt der subokzipitalen Region und verläuft vertikal einseitig oder beidseitig bis zu den Augen.
Das Syndrom von Arnold Chiari lässt sich mit Syringomyelie, Myelomeningeozele und Spina bifida (Spaltwirbel) assoziieren, die ein Vorschieben der Hirnhaut, Hirnhautzysten oder eine unvollständige Knochenbildung des Wirbelbogens bezeichnen.
Das sind alles sehr gravierende Pathologien, weil sie das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) beeinträchtigen, schädigen und seine Funktionsfähigkeit mindern.
Die Nerven sind der Motor unseres Körpers, sie können sämtliche Empfindungen aufnehmen wie Wärme, Druck, Geräusche, Gerüche usw. und erzeugen außerdem  die notwendige Muskelkontraktion für Bewegung, Atmung, Herzschlag, den Kauvorgang etc.
Die korrekte Funktionsweise des zentralen Nervensystems ist grundlegend für alle unsere Tätigkeiten, besonders auf Höhe von Hirn und Halswirbelsäule, weil dort alle Nerven des menschlichen Körpers beginnen.

 

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen des Arnold-Chiari-Syndroms (Chiari-Malformation) ist die Verschiebung einiger Gehirnstrukturen (Kleinhirn, Nachhirn (Medulla oblongata), Brücke (Pons), Tonsillen, Enzephalon und Hirnhaut) in den Zervikal- bzw. Spinalkanal.
Diese Pathologie ist die Folge einer Fehlbildung des Hinterhauptbeins (Occiput, Os occipitale) auf Höhe der Schädelgrube, wodurch bei der Knochenbildung ein weites Foramen magnum (großes Hinterbeinloch) verblieben ist, durch welches Hirnanteile hinabsteigen, die nicht in ihrem anatomischen Sitz gehalten werden.
Neoplasien oder Tumore können dieselben Symptome wie dieses Syndrom aufweisen, weil sie auf die lebensnotwendigen Nervenstrukturen drücken.

Spannungskopfschmerz kann durch Traumata, Unfälle, Operationen, Schulterluxation, zahnärztliche Eingriffe oder Fehlbiss bedingt sein.
Stress kann die Beschwerden verschlimmern, ist aber gewöhnlich nicht die einzige Ursache.
Auch der Menstruationszyklus kann für das Auftreten der Symptome sorgen, ist aber nicht allein dafür verantwortlich, weil es immer ein Ereignis gibt, das die Spannungen oder Adhärenzen des Bindegewebes im Schädelgesichtsbereich verursacht hat.

 

Was sind die Symptome?

Das Arnold-Chiari-Syndrom kann symptomfrei auftreten oder aber ernste Auswirkungen mit sich bringen, wie Schwindel, Hörverlust, Tinnitus, Kaubeschwerden, Schluckstörung (Dysphagie), Stimmstörung (Dysphonie) und sogar Muskellähmung und Spastik.
Es ist wichtig zu wissen, ob die Kopfschmerzen  beim Husten und bei sportlichen Aktivitäten zunehmen, weil dies charakteristisch für diese Erkrankung ist.

Spannungskopfschmerzen können Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Migräne hervorrufen; Schmerz und Steifheit im oberen Nackenbereich treten weniger häufig auf, genauso wie Übelkeit.
Befindet sich das Arnold-Chiari-Syndrom erst im Anfangsstadium und reizt nur die zervikalen Nervenwurzeln, kann es mit Skelett-Muskel-Kopfschmerz verwechselt werden, deshalb ist eine korrekte Diagnose wichtig.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

Der Neurologe ist der Facharzt für diese Erkrankung; ein Besuch bei diesem Spezialisten ist unerlässlich, weil dieser den Zusammenhang zwischen den diagnostischen Untersuchungen (TC, NMR) mit den Symptomen des Patienten beurteilen wird.
Um das Ausmaß der Verschiebung der Gehirnkomponenten (Brücke, Nachhirn, Kleinhirn etc.) abschätzen zu können, empfiehlt sich eine Magnetresonanz. Die NMR zeigt alle Strukturen des Gehirns, ihr Verhältnis zueinander und die genaue Position, die sie einnehmen.
Die Resonanz ist auch hilfreich beim Erkennen von Hirnhautzysten, Hydrozephalus (Wasserkopf) oder der Herniation von Hirnhautstrukturen (Meningozele), die in manchen Fällen das Arnold-Chiari-Syndrom begleiten.
Röntgenuntersuchung oder TC können eine Vorstellung vom Entwicklungsgrad der Schädelgrube geben. 
Beim Arnold-Chiari-Syndrom muss der subokzipitale Druck auf den Arnold-Nerv Schmerzen auslösen.
Kann der Neurologe kein Arnold-Chiari-Syndrom feststellen und treten als Symptome Nackenschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Migräne auf, kann ein Doppler-Ultraschall der Halsschlagadern durchgeführt werden.
Eine Insuffizienz des Basilärkreislaufs kann diese Beschwerden verursachen.
Sind alle Untersuchungen negativ, handelt es sich um Muskel-Spannungskopfschmerzen.

 

arnold-ridottaWelche Therapie ist am besten geeignet?

Die Therapie für das Arnold-Chiari-Syndrom ist im Wesentlichen chirurgischer Art, weil kein Arzneimittel Gehirnstrukturen aus ihrer aktuellen Position verschieben kann.
Nicht alle Neurochirurgen sind in der Lage, die Operation auszuführen.
Patienten wenden sich oft an Kliniken im Ausland, weil es schwierig ist, in Italien den richtigen Chirurg zu finden. Der Eingriff besteht in der subokzipitalen Dekompression, um den Druck von den Nervenstrukturen zu nehmen.

Sind die Symptome den Muskel-Spannungskopfschmerzen oder der Arnold-Neuralgie zuzuschreiben, empfiehlt sich die manuelle Therapieform  am Schädel-/Nackenbereich.
Die meiste Wirkung erzielen: Faszialmanipulation, die McKenzie-Methode, allgemeine Haltungsschulung und Osteopathie.
Das Ziel der Physiotherapie ist die Lösung der Spannungen, Beseitigung der Adhärenzen und Retraktionen des Bindegewebes und die Wiedergewinnung der korrekten Ausrichtung der Halswirbelgelenke der ersten beiden Wirbel.
Physikalische Therapien wie Laser,  Ultraschall oder Tecar können das Problem nicht vollständig lösen, weil sie nur auf Nackenebene agieren und nicht die Ursache der Beschwerden beseitigen.

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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