Mittel gegen Milchsäure

Was ist Milchsäure?

Milchsäure ist eine natürliche Säure, die sich in Milch, Obst, Gemüse und anderen Pflanzen findet.

Diese Seite berichtet über Milchsäure in Kosmetika, in Lebensmitteln und in den Muskeln des Körpers.

Milchsäure enthält keine Lactose und wird nicht aus Milch gewonnen, so dass sie bei Patienten mit Lactoseintoleranz keine Problemen bereitet.

Knie,Milchsäure,Heilmittel
Die Formel dieser Substanz ist C3H6O3.

 

Kosmetischer Gebrauch

Milchsäure wird in Anti-Aging-Hautpflegeprodukten und chemischen Peelings verwendet.
Chemisch ist sie süßlicher und weniger irritierend als Glykolsäure und zudem meist pflanzlichen Ursprungs.

Milchsäure hat folgende Eigenschaften:

  • Spendet Feuchtigkeit
  • Erhöht die Lipide in der äußeren Hautschicht
  • Hellt die Haut bei Altersflecken auf
  • Hellt die Haut in dunklen Zonen auf
  • Schält die äußere Hautschicht
  • Erhält einen hellen Teint
  • Stimuliert die Zellerneuerung

Milchsäure ist bei der Hautpflege eine der meist genutzten Säuren. Sie wird bei der Behandlung von Akne, gegen Falten und Anzeichen des Alterns verwendet. Außerdem ist sie in Salben gegen Warzen zusammen mit Acetylsalicylsäure enthalten.
Produkte mit dieser Substanz erhält man in der Apotheke.
Benutzt man ein Produkt auf der Basis von Milchsäure, sollte man sich nicht allzu lange in der Sonne aufhalten und Sonnenschutzmittel verwenden.

Ist das sicher?
Milchsäure schält die obere Hautschicht ab und macht sie dadurch empfindlicher gegen UV-Strahlen.
Ohne einen richtigen Schutz können Verbrennungen und andere schwere Hautschäden entstehen.
Bei Sonnenbrand erhöht sich das Risiko von Hautkrebs (Melanom).
Milchsäure erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Sonnenbrandes noch bis zu einer Woche nach ihrer Anwendung.
Milchsäure (im Vergleich zu Glykolsäure oder Zitronensäure) reizt weniger, obwohl sie hervorragend für Peeling und zur Regeneration der Haut geeignet ist.
Bei Konzentrationen von 2% oder weniger hat Milchsäure antimikrobielle Wirkung.
Werden Konzentrationen von mehr als 2% benutzt, hat Milchsäure folgende Funktionen:

  • antibakteriell,
  • hellt die Haut auf,
  • verbessert die Synthese (Produktion) von Kollagen und Elastin,
  • beschleunigt die Exfoliation,
  • stimuliert die Zellerneuerung.

Milchsäure ist auch in Vaginalzäpfchen enthalten und dient der Aufrechterhaltung eines geeigneten pH-Wertes.

 

Verwendung von Milchsäure in Lebensmitteln

Milchsäure ist eine natürliche oder chemische Substanz, die in vielen Lebensmittelprodukten zu finden ist.
Sie bildet sich in Käse, Joghurt, Sojasauce, Hefe, einigen Fleischarten, Gemüse und fermentierten Speisen.


Wozu dient Milchsäure?
Milchsäure wird in vielen Lebensmitteln wie Backwaren, Getränken, Fleisch, Fisch, Süßwaren, Milchprodukten, Salaten, Würzmitteln und Fertiggerichten usw. benutzt.
Sie wird in Lebensmittelprodukten als pH-Regulator, Säuerungs- oder Konservierungsmittel genutzt. Die Lebensmittelindustrie benutzt sie auch zum Würzen.

Fleisch, Geflügel und Fisch
Milchsäure findet man in Fleisch, Geflügel und Fisch als Natrium- oder Kaliumlactat vor.
Sie erhöht die Haltbarkeit, eliminiert pathogene Bakterien, verbessert die Lebensmittelsicherheit, erhält den Geschmack vom Fleisch und reduziert Natrium.

Getränke
Milchsäure dient als Säureregulator in Fruchtsäften, alkoholfreien Getränken, Wein und Bier; sie hat einen sehr feinen Geschmack.

Gemüse mit langer Haltbarkeit
Milchsäure dient der Konservierung von Oliven, Gurken, Zwiebeln und anderen Gemüsesorten in Salzlake.

Salate und Beilagen
Milchsäure wird in Salaten und Beilagen (zum Beispiel Oliven) als Konservierungsmittel verwendet. Sie verleiht einen süßeren Geschmack.
Der Hauptzweck von Milchsäure ist die Sterilisation von Produkten.

Süßwaren
Die Herstellung von Bonbons mit Milchsäure verleiht ihnen einen leicht säuerlichen Geschmack und verbessert die Qualität und Haltbarkeit.
Produkte sind Kaubonbons, Kaugummi, harte Bonbons und andere Süßwaren.

Molkereiprodukte
Das natürliche Vorkommen von Milchsäure in Molkereiprodukten wirkt in Kombination mit dem Milchgeschmack appetitanregend.
Auch in diesem Fall hat Milchsäure eine antimikrobielle Wirkung.
Sie ist auch in Käse und Molkereiprodukten vorhanden.

Backwaren
Milchsäure ist im Sauerteig enthalten und gibt dem Brot seinen charakteristischen Geschmack. Sie kann bei der Herstellung natürlicher Hefe verwendet werden.

Salziger Geschmack
Milchsäure wird verwendet, um den Salzgeschmack zu steigern. Die Anwesenheit von Milchsäure in Fleisch und Molkereiprodukten verbessert die Aromen.

 

Milchsäure in den Muskeln

Im Bereich der Muskeln ist Milchsäure ein chemisches Restprodukt aus der Muskelarbeit und ist für einige biochemische Prozesse wichtig.

Was bedeutet die Ansammlung von Milchsäure?
Wer intensiv Sport betreibt, kennt die Schmerzen, die durch Milchsäure entstehen können. Diese Substanz sammelt sich in den Muskeln an und verursacht Muskelschmerzen und ein Gefühl von Brennen.
Am Ende eines langen Wettlaufs oder eines harten Trainings kann die Ansammlung von Milchsäure auch zu Übelkeit oder Erbrechen führen.

Kuriosität: Milchsäure zieht Mücken an. Ein schwitzender Sportler wird daher eher gestochen.


Ausbilder und Trainer wissen, dass es wichtig ist, unter der aeroben Schwelle zu arbeiten (das heißt, die Intensität der Anstrengung nur so weit zu betreiben, dass die Milchsäureentstehung in den Zellen nicht vermehrt wird).
Die körperliche Leistungsfähigkeit sinkt, wenn sich Milchsäure in den Muskeln ablagert. Manche Sportler lassen Blutuntersuchungen durchführen, um ihre Leistungsgrenze zu ermitteln.

Neue Studien haben gezeigt, dass diese Idee völlig falsch ist.
Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme, ist Milchsäure ein Brennstoff, kein Abfallprodukt. Die Muskeln produzieren sie, indem sie Glucose (Zucker) und Sauerstoff dazu verwenden.
Milchsäure wird in der Leber zu Glucose umgewandelt.
Gut trainierte Sportler führen harte Trainingseinheiten durch, denn ihr Körper ist daran gewöhnt, Energie durch die Verbrennung von Glucose zu produzieren und schneller Milchsäure zu resorbieren.

Wie lange bleibt die Milchsäure in den Muskeln?
Der Überschuss von Milchsäure in den Muskeln besteht bis zu einer Stunde nach dem Training.
Sicherlich gibt es immer noch einige Personaltrainer der älteren Generation, die behaupten, dass die Beine wegen der Ansammlung von Milchsäure 3-4 Tage schmerzen werden.

Mittel gegen Milchsäure
Mittel gegen Milchsäure

Welche Muskeln bereiten mehr Schmerzen durch Milchsäure?
In den Armen fühlt der Sportler vor allem Schmerzen in Bizeps, Trizeps, Brust und Unterarmen.
Nach dem Laufen verspürt man Schmerzen in den Waden, manchmal an den Quadrizeps der Oberschenkel und selten im Gesäß oder an den hinteren Oberschenkelmuskeln.
Der Fußballer verspürt die Muskelschmerzen vor allem in den Quadrizeps und in den Adduktoren (innere Oberschenkel).

Milchsäure und Cellulite
Die Ansammlung von Milchsäure begünstigt die Bildung einer Cellulite bei Frauen, die zu dieser Problematik neigen.
Allerdings entwickeln Leistungssportler keine Cellulite, denn sie haben starke und gut durchblutete Muskeln, die einen schnellen Abbau der Milchsäure ermöglichen.

 

Was tun? Naturheilmittel zur Beseitigung von Milchsäure

Die Ansammlung von Milchsäure verursacht keine Probleme, aber der Körper interpretiert sie als Gefahrensignal und provoziert Muskelschmerzen.
Man sollte sich schonen und Wettkämpfe oder Training vermeiden, um die Symptome zu verringern.
Mit folgenden Ratschlägen kann eine Ansammlung von Milchsäure abgebaut werden:

Eis
Während des Trainings können Mikrofaserrisse in den Muskeln auftreten. Man kann am Ende des Trainings Packungen mit Eis auflegen, um die Entzündung zu verringern, doch nach 24 Stunden wird empfohlen, den Muskel zu wärmen, um den Heilungsprozess anzuregen.

Gesunde Lebensmittel essen
Viele Vitamine und Mineralien helfen, Milchsäureablagerungen zu vermeiden.
Nahrungsmittel mit Magnesium (Tofu, Nüsse und Samen) halten den Milchsäurespiegel niedrig.
Die essentiellen Fettsäuren in Lachs und Makrele verbessern die Glucoseverwertung.
Das führt zur Verringerung der Milchsäurebildung.
Vitamin C (Zitrusfrüchte), Kalium (Banane und Kiwi) und die Vitamine der B-Gruppe (Fleisch, Milchprodukte usw.) sind andere Nährstoffe, die den Abbau von Milchsäure begünstigen.

Viel trinken
Viel Wasser trinken ist sehr wichtig: ein hydrierter Körper reichert weniger Milchsäure in Armen und Beinen an, als ein dehydrierter.
Man sollte 8-10 Gläser Wasser am Tag trinken.
Auch Sportgetränke können zur Entsorgung von Milchsäure beitragen.

Natriumbikarbonat
Zu den Lösungen, die Milchsäure entsorgen, zählt das Natriumbikarbonat, das eine alkalische Substanz ist.

Nahrungsergänzungsmittel sind unnötig. Es genügt, einen Teelöffel Natriumbikarbonat in Wasser gelöst einzunehmen.
Vor einem intensiven Training senkt das den Milchsäurespiegel im Muskel.
Einen Teelöffel Natriumbikarbonat in einer Tasse Wasser auflösen und 2-3 Stunden vor dem Training trinken. Natriumbikarbonat kann zu Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen führen.

Medikamente
Medikamente helfen nicht, Milchsäure abzubauen, jedoch können nichtsteroidale Entzündungshemmer Muskelschmerzen verringern, zum Beispiel Ibuprofen (Brufen) oder Ketoprofen (Alrheumun).
Analgetika, wie Paracetamol (ben-u-ron) sind bei Muskelschmerzen wirksam.

 

Verhinderung von Milchsäurebildung

Die Muskeln dehnen
Vor und nach dem Training sollten die Muskeln gedehnt werden.

Aufwärmen

Vor dem Training sollte man sich kurz aufwärmen.
Methoden zum Aufwärmen der Muskeln sind: Massage, Dehnen und leichte Übungen.
Die Dauer des Dehnens sollte länger sein, als die Aufwärmphase und jeder der Muskeln sollte wenigstens 30 Sekunden lang gedehnt werden.

Das Training variieren

Während der anaerobischen Übungen im Fitnesscenter sollte man alle Muskeln des Körpers trainieren.
Oft konzentrieren sich Bodybuilder auf die oberen Körperteile. Sie sollten hingegen mehr an der Beinmuskulatur arbeiten.
Man sollte die Trainingseinheiten variieren, um alle Muskeln zu trainieren und ihnen zu ermöglichen, Ansammlungen von Milchsäure schnell wieder abzubauen.