Innere Blutung

Eine innere Blutung (Hämorrhagie) ist eine im Körper verbleibende Blutung, die sich in Geweben, Organen oder Körperhöhlen, darunter Kopf, Brust und Bauch, ansammeln kann.

Die Blutung kann im Auge, im Herzbeutel (Perikard), in Muskeln und Gelenken auftreten.
Eine innere Blutung tritt auf, wenn Blut aus einer Arterie oder Vene aus dem Blutkreislauf austritt und sich im Innern des Körpers ansammelt.

Es gibt noch zwei andere Arten von Hämorrhagien:

  • Die äußere Blutung, die dann auftritt, wenn das Blut aus dem Körper nach außen dringt, also wenn eine Hautverletzung
  • Die exteriorisierte Blutung, die auftritt, wenn Blut aus dem Körper über natürliche Öffnungen austritt, zum Beispiel aus Nase (Epistaxis), Mund (Hämatemesis), Vagina (Metrorrhagie) usw.

Der Blutverlust kann nur gering sein, kann aber in schwerwiegenden Fällen auch zum Tode führen.

 

Was verursacht eine interne Hämorrhagie?

Stumpfes Trauma
Die meisten Menschen wissen, dass bei einem Sturz aus der Höhe oder bei einem Autounfall eine Kontusion oder ein Trauma des Körpers verursacht werden kann.
Das ist die häufigste Ursache bei Kindern.
Der Körper muss äußerlich nicht verletzt sein, doch es kann eine Prellung der inneren Organe vorliegen, die zu Verletzungen und Blutungen führt.
Milz oder Leber können bei einem Trauma gequetscht werden und es kann zu inneren Organblutungen kommen.
Ereignet sich der Unglücksfall im Bereich des Rückens oder der Flanken (wo sich die Nieren befinden), kann daraus eine retroperitoneale Blutung entstehen.
Derselbe Mechanismus verursacht eine Blutung durch Quetschverletzungen.
Das Auge kann in der Augenhöhle durch einen Faustschlag oder Ball komprimiert werden.


Dezelerationstrauma
Das Dezelerationstrauma kann zu einer Verschiebung der inneren Körperorgane führen.

Frakturen
Eine Blutung kann durch eine Knochenfraktur verursacht sein.

Schwangerschaft
Eine Blutung in der Schwangerschaft ist niemals normal, auch wenn sie im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht selten vorkommt. Sie kann das Zeichen für einen Spontanabort sein.
In den ersten Schwangerschaftswochen ist die Vaginalblutung das potentielle Anzeichen einer ektopen Schwangerschaft (wenn sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter einnistet, beispielsweise in den Eierstöcken).

Spontanblutung
Interne Hämorrhagien ohne ersichtliche Ursache können auftreten, wenn der Patient gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder an Krankheiten wie zum Beispiel einer Leukämie leidet.

Nebenwirkung von Medikamenten und Alkohol
Innere Blutungen können als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, vor allem wenn es sich um Medikamente wie nichtsteroidale Entzündungshemmer (wie Ibuprofen), Aspirin oder um Alkohol handelt.

Nach einer Geburt
Während einer Geburt kann es zu Blutungen kommen. Bei einer Kaiserschnittentbindung ist das Risiko größer, vor allem wenn die Frau bereits einen vorausgegangenen Kaiserschnitt hatte.

 

Ursachen für Magen- und Darmblutung

1. Mechanisch — äußeres oder inneres Trauma.
Die Blutung kann verursacht sein durch:

  • einen Schlag,
  • falsche Verwendung eines Endoskops während einer Magenspülung,
  • Verschlucken harter oder rauer Gegenstände,
  • Trinken ätzender Stoffe wie Säuren oder Laugen.

 

2. Chirurgischer Eingriff
Eine Blutung im Magen kann nach dem Eröffnen der Bauchhöhle auftreten, bei dem das Bauchnetz verletzt wurde.
Die Blutung kann auch nach einer minimal-invasiven Operation in Laparoskopie auftreten.

3. Krankheit
Eine Blutung der Speiseröhre kann verursacht sein durch:

  • Ösophagitis und gastroösophagealen Reflux.
    Sodbrennen, das in der Speiseröhre aufsteigt, kann zur Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) führen und eine Hämorrhagie hervorrufen.
  • Krampfadern (Varizen). Stark geweitete Venen treten gewöhnlich im unteren Bereich des Ösophagus oder im oberen Magenbereich auf.
    Diese Venen werden Varizen genannt. Sie können zerreißen und zu starken Blutungen führen.
    Die Leberzirrhose ist der häufigste Grund für Krampfadern der Speiseröhre.
  • Das Mallory-Weiss-Syndrom ist ein Riss in der Ösophaguswand, der vor allem durch langanhaltendes Erbrechen hervorgerufen wird. Das Syndrom kann aber auch durch andere Ursachen der abdominellen Druckerhöhung entstehen, zum Beispiel:
    1. Husten,
    2. Schluckauf,
    3. Geburtsvorgang.

Eine Magenblutung kann verursacht sein durch:

  1. Gastritis. Ursachen für Magengeschwür oder Entzündung sind:
    – Alkohol,
    – Medikamente einschließlich NSAR (nichtsteroidale Entzündungshemmer), Aspirin, Ibuprofen (Dolormin) oder Naproxen (Aleve) usw.
    – Angst, Stress und Schuldgefühle.
  1. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (peptische und duodenale Ulcera). Das Magengeschwür kann sich ausbreiten und ein Blutgefäß mit einbeziehen, wodurch eine Blutung hervorgerufen wird.
    Außer Medikamenten sind andere Ursachen für ein Magengeschwür: Infektion durch das Bakterium Helicobacter pylori oder Magersucht.
    Darüber hinaus können Patienten, die eine Verbrennung, einen Schock, eine Hirnläsion, eine Operation oder einen Magentumor hatten, aufgrund des Stresses ein Magengeschwür entwickeln.
  1. Magentumor.


Eine Blutung aus dem unteren Verdauungstrakt (Colon, Rektum und Anus) kann verursacht sein durch:

  • Hämorrhoiden. Das ist vermutlich die häufigste Ursache für sichtbares Blut aus dem unteren Verdauungstrakt, vor allem wenn es leuchtend rot ist.
    Hämorrhoiden sind erweiterte Venen im Analbereich, die zerreißen können.
    Der Patient sieht frisches Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier.
  • Analrhagaden. Verletzungen in der analen Schleimhaut können Blutungen verursachen. Diese Wunden sind sehr schmerzhaft.
  • Dickdarmpolypen. Das sind Vorwölbungen, die sich im Dickdarm bilden können. Sie können Krebsvorläufer sein und Blutungen verursachen.
  • Dickdarmtumoren.
  • Darminfektionen. Entzündungen und blutiger Durchfall können die Folge von Darminfektionen sein.
  • Colitis ulcerosa. Diese Erkrankung kann zu Entzündung und starken Blutungen aus kleinen Ulzerationen führen. Sie ist eine Ursache von Blut im Stuhl.
  • Morbus Crohn. Diese chronische Erkrankung wird durch eine Entzündung verursacht und kann zu rektalen Blutungen führen.
  • Divertikulitis. Es handelt sich um die Entzündung von Divertikeln – das sind Ausstülpungen der Dickdarmschleimhaut.
  • Anomalien von Blutgefäßen. Mit zunehmendem Alter können sich Anomalien der Blutgefäße im Dickdarm entwickeln, die zu Blutungen führen können.


Symptome einer inneren Blutung im Verdauungsapparat

Die Anzeichen einer Magen- und Darmblutung hängen von ihrer Lokalisation und Schwere ab.
Zeichen einer Blutung im oberen Verdauungstrakt:

  1. Frisches rotes Blut im Erbrochenen
  2. Teerartiges Erbrechen, ähnlich wie Kaffeebohnen
  3. Schwarzer Stuhl
  4. Stuhl mit dunklem Blut

Zeichen einer Blutung im unteren Verdauungstrakt

  1. Schwarzer Stuhl
  2. Dunkles oder rotes Blut im Stuhl

Bei einer akuten und plötzlichen Blutung können folgende Symptome auftreten:

  1. Schwäche
  2. Schwindel oder Ohnmacht
  3. Atemnot
  4. Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
  5. Durchfall
  6. Blässe

 

Wie erkennt man eine Blutung des Verdauungstraktes?

Tritt Blut aus dem Rektum oder dem unteren Bereich des Kolons aus, ist das Blut hellrot und mit Stuhl vermischt.
Der Stuhl kann mit dunklerem Blut vermischt sein, wenn die Blutung im oberen Dickdarm oder am Ende des Dünndarms erfolgt.
Bei einer Blutung in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm (Duodenum) ist der Stuhl schwarz, teerartig und übelriechend.
Erbrochenes kann hellrotes Blut enthalten oder ein ähnliches Aussehen wie „Kaffeesatz“ haben, wenn die Blutung aus der Speiseröhre, dem Magen oder dem Zwölffingerdarm kommt.
Erfolgt die Blutung okkult oder verborgen, dann ist es möglich, dass man keine farbliche Veränderung des Stuhls bemerkt.

Zur Diagnoseerstellung sind die klinische Untersuchung sowie Informationen über die Farben von Stuhl, Harn und Erbrochenem am wichtigsten.
Der Arzt verordnet:

  1. Bluttests, um die Ursache der Blutung zu ermitteln;
  2. eine Gastroskopie zur Beurteilung des Zustands von Magen und Duodenum;
  3. eine Koloskopie zur Untersuchung von Dickdarm und Rektum.

Bei einer plötzlichen massiven Hämorrhagie kann der Betroffene folgende Symptome verspüren:

  1. Schwäche
  2. Müdigkeit
  3. Kurzatmigkeit
  4. Schwindel
  5. Bauchkrämpfe
  6. Magenschmerzen
  7. Schock (plötzlicher und rascher Abfall des Blutdrucks)
  8. Gesichtsblässe
  9. Durchfall

In welchem Zeitraum treten die Symptome auf?
Eine plötzliche Blutung verursacht die ersten Symptome bereits nach wenigen Minuten. Erfolgt sie langsam und besteht über längere Zeit, treten die Symptome nach und nach als Müdigkeit, Apathie, Atemnot und Anämie auf.
Anämie ist eine Erkrankung, bei der es zu einer Verringerung des Hämoglobins kommt.

Achtung: Eisen, Acetylsalicylsäure und einige Nahrungsmittel, zum Beispiel rote Beete, können roten oder schwarzen Stuhl verursachen.

 

Hämorrhagie,Blutuntersuchung
Uterusblutung

Eine Uterusblutung ist ein Austritt von Blut aus den Blutgefäßen im Innern der Gebärmutter.
Diese Blutung hängt in der Regel, außer im Falle eines ausbleibenden Eisprungs (Anovulation), nicht mit dem Menstruationszyklus zusammen und gilt als abnormer und medizinischer Notfall.
Die Hämorrhagie verursacht eine rapide Blutung, die zum Schock führen kann.
Eine Neoplasie, eine Schwangerschaft, ein Trauma und eine Anovulation stellen den größten Teil abnormer Blutungsfälle im Uterus dar.
Chronische oder infektiöse Krankheiten können eine Uterusblutung verursachen.
In den meisten Fällen kann eine Uterusblutung zwei bis sieben Tage andauern.
Diese Störung betrifft vor allem jugendliche Mädchen und erwachsene Frauen.
Ein Mädchen kann aufgrund eines Tumors eine Uterusblutung haben.
Blutungen, die mit der Schwangerschaft zusammenhängen, entstehen:

  1. nach der Entbindung (postpartale Blutungen),
  2. nach einer Fehlgeburt (Spontanabort),
  3. bei Bauchhöhlenschwangerschaft.


Bei einer postpartalen Blutung können sich die Blutgefäße in der Gebärmutter durch die Uteruskontraktionen nicht schließen, die bei der Ablösung der Plazenta eingerissen sind.
Sind diese Kontraktionen zu langsam oder zu schwach, um die Blutung aus den Gefäßen zu stoppen, kann die Frau bis zu einem Liter Blut verlieren.
Eine Bauchhöhlenschwangerschaft und ein Spontanabort können eine Hämorrhagie, Unterbauchschmerzen und starke Krämpfe verursachen.

Blut im Urin kann durch eine interne Hämorrhagie in einem beliebigen Bereich des Harnwegstraktes, von der Niere bis zur Harnblase, verursacht sein. Oft ist eine Harnblaseninfektion mit Blut im Urin verbunden, doch müssen andere Ursachen anhand der Symptome des Patienten, seines Alters und seiner Krankengeschichte mit in Betracht gezogen werden, vor allem bei Männern, bei denen eine Prostataoperation erfolgt war.
Männer und Frauen können nach einer Strahlentherapie eine Entzündung in der Harnblasenschleimhaut entwickelt haben, die zu starken Blutungen führt.
Zu den Ursachen von Blut im Urin durch eine innere Blutung zählt auch die Beckenfraktur.

 

Was ist eine Hirnblutung?

Die zerebrale Hämorrhagie ist eine Blutung im Innern oder an der Außenseite des Gehirns.
Die Ursachen einer zerebralen Hämorrhagie umfassen:

  1. Bluthochdruck
  2. Ruptur von schwachen Kapillaren
  3. Medikamente
  4. Traumen


Viele Menschen mit einer Hirnblutung erleiden die Symptome eines Schlaganfalls:

  • Kraftverlust auf einer Körperseite
  • Sprachstörungen
  • Gefühllosigkeit oder Verlust der Sensibilität
  • Schwierigkeiten bei der Durchführung von Alltagstätigkeiten
  • Gangstörungen

Etwa 10 % der Schlaganfälle werden durch eine zerebrale Hämorrhagie verursacht.

 

Muskelblutung

Blutungen können nach einem Unfall auch in den tiefsten Bereichen der Muskeln erfolgen.
Konsequenz ist die Bildung eines schmerzenden Hämatoms.
In seltenen Fällen kann ein Kompartmentsyndrom auftreten.


Während einer Hämorrhagie verursacht die Blutung Schwellungen und eine Zunahme des Drucks im Innern des muskulären Kompartiments (Muskelloge), der den arteriellen Druck des Patienten übersteigt.
In der Folge kann das Blut nicht mehr in die Muskelzellen gepumpt werden.
Die Symptome bestehen aus stechenden Schmerzen, Bewegungsschwierigkeiten der Gelenke und Sensibilitätsverlust.
In der Regel sieht man dies bei Verletzungen des Beins oder Arms (vor allem des Unterarms), es kann durch eine Fraktur des Schienbeins, des Wadenbeins, der Speiche oder der Elle entstehen.


Die Hämorrhagie kann auch in Gelenken auftreten (Hämarthros), was zu Schmerzen und zum Verlust des Bewegungsumfangs führt.
Das sieht man häufig bei Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen.

 

Erste Hilfe

Man sollte den Patienten langsam hinlegen und den Krankenwagen rufen.
Bei einer Blutung aus dem Ohr muss man den Patienten auf die Seite legen, auf der er blutet. Wenn hingegen Blut aus der Nase austritt sollte man den Kopf nach vorn beugen.

 

Wie lange dauert die Blutung? Prognose

Man kann die Dauer der Blutung nicht abschätzen, ohne die Schwere der Verletzung der Blutgefäße und den Zustand des Patienten zu kennen.
Nachdem die Blutung gestillt ist, dauert es zwei oder drei Wochen, bis das Hämatom absorbiert ist. In schwereren Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.