Harter Stuhl und Kotsteine: Ursachen und Symptome

Die ideale Konsistenz des Stuhls ist groß, weich und locker und sollte normalerweise zu leichtem Stuhlgang führen.
Doch bei Problemen kann der Stuhl kleinen harten Bällchen ähnlich werden.
Die Zeit der Darmpassage kann ein Risikofaktor sein, weil der Stuhl bei langsamem Durchlaufen des Darms Flüssigkeit verliert und weniger voluminös und weich wird.
Im Allgemeinen ist diese Art von Stuhl schwer und sinkt auf den Boden der Toilettenschüssel, während weicher Stuhl schwimmt.

Die Folgen sind:

  1. weniger häufiger Stuhlgang,
  2. Schwierigkeiten bei der Darmentleerung (Brandt et al. – 2005).

Ursachen von hartem Stuhl und Kotsteinen (Fekalom)

Ernährung
Nahrungsmittel, die wenig Ballaststoffe enthalten, können zu hartem Stuhl führen.
Achtung, Proteindiäten (wie Atkins oder Dukan), die auf mehr Protein und weniger Kohlenhydraten basieren, haben einen geringen Ballaststoffgehalt.
Die Folge ist harter Stuhl in Form von Bällchen.
In jedem Fall leiden Menschen, die wenig essen, vermehrt unter Verstopfung.

Menschen, die viele weiße Kohlenhydrate essen, wie Weißbrot oder weißen Reis, sollten auf Vollkornprodukte übergehen.

Harter Stuhl und Kotsteine

Harter Stuhl und Kotsteine

Eier können zusammen mit Milchprodukten (zum Beispiel Käse) und Fleisch harten Stuhl hervorrufen.
Kinder essen oft verarbeitete Lebensmittel (zum Beispiel Süßwaren), die Schwierigkeiten beim Stuhlgang verursachen.

Medikamente, die harten Stuhl verursachen
Manchmal sind Stuhlbeschwerden die Nebenwirkung eines Medikamentes.
Medikamente, die harten Stuhl hervorrufen:

  • Diuretika (Gandel et al. – 2013) , weil sie zu großem Wasserverlust führen; in diesem Fall sollte man viel trinken.
  • Antidepressiva (Talley et al. – 2003), Kalziumantagonisten, Kodein und Morphin sind andere Medikamente, die harten Stuhl hervorrufen.

Diese Liste ist nicht vollständig, man muss die Packungsbeilage bei jedem Medikament überprüfen, um herauszufinden, ob es zu Verstopfungen (Obstipation) führen kann.


Schwangerschaft und harter Stuhl
Aufgrund hormoneller Veränderungen und der Notwendigkeit von mehr Wasser im Körper, kann eine Schwangerschaft harten Stuhl verursachen.
Eine schwangere Frau sollte zum Frühstuck etwas Kleie sowie Aprikosen und Pflaumen essen.
Verstopfung in der Schwangerschaft ist in den letzten drei Monaten häufig und vergeht gewöhnlich wieder nach der Geburt des Kindes.

Harter Stuhl und Krankheiten des Verdauungssystems
Bei ständiger Obstipation kann man an einer Erkrankung des Verdauungssystems leiden.
Das Reizdarmsyndrom kann einen Wechsel von hartem und weichem Stuhl verursachen.
Zudem sollte der Arzt die Möglichkeit eines Darmverschlusses ausschließen.
Nur selten wird Verstopfung durch einen Dickdarmtumor verursacht. Dennoch sollte der Arzt Untersuchungen anordnen, die diese Erkrankung ausschließen (zum Beispiel eine Koloskopie).

Neurologische Erkrankungen
Manche neurologischen und metabolischen Erkrankungen können die Stuhlpassage im Verdauungssystem verlangsamen, was zur Obstipation führt.
Neurologische Störungen, wie ein Trauma am Rückenmark und Parkinsonismus, können Gehirn und Wirbelsäule beeinflussen.

Diabetes
Diabetes kann die Stuhlkonsistenz verändern, wenn die Funktionsweise des autonomen Nervensystems betroffen ist (Haines – 1995).

Hypothyreose
Die Hypothyreose ist eine Erkrankung, die den Körper dahingehend induziert, zu wenig Schilddrüsenhormone zu erzeugen. Das kann zu einer Verlangsamung vieler Körperfunktionen führen, unter anderem der Verdauung; die Folge ist eine Verhärtung des Stuhls.


Angst und Depression
In manchen Fällen können auch Stress und Depression aufgrund von Hormonveränderungen dieses Problem verursachen.

Abführmittel (Laxantien)
Der übermäßige Gebrauch von Laxantien kann ironischerweise zu hartem Stuhl führen.
Das geschieht, wenn der ständige Gebrauch von Abführmitteln die Darmmuskulatur schwächt, die den Kot befördert.
Die Ausscheidungsprodukte der Verdauung verbleiben daher länger im Kolon und verlieren mehr Flüssigkeit.
Die regelmäßige Unterdrückung des Stuhldrangs kann zum Verlust des Impulses für die Stuhlausscheidung führen.

Harter Stuhl bei Säuglingen
Eine Verstopfung bei Säuglingen kann vorkommen, weil sich der Darm noch nicht vollständig entwickelt hat.
Säuglinge, die mit künstlicher Milchnahrung ernährt werden, leiden häufiger unter Verstopfung (Biggs et al. – 2006).
Der Arzt kann Probiotika oder Milchsäurebakterien empfehlen, die die Gesunderhaltung des Darmes begünstigen.
Während der Stillzeit sollte sich die Mutter gesund ernähren und Kaffee sowie gezuckerte Getränke meiden.

Weitere Ursachen für Verstopfung und harten Stuhl:

  • Bewegungsmangel,
  • Dehydratation,
  • Nichtbeachtung des Stuhldrangs,
  • fortgeschrittenes Alter,
  • Reisen oder Ferien.

 

Symptome von hartem Stuhl oder Kotsteinen

Die häufigsten Symptome sind:

  • Bauchblähung,
  • Blut im Stuhl,
  • kleine Kotstücke und Kotbällchen,
  • Bei hartem Stuhl kann es zu starken Analschmerzen beim Stuhlgang kommen,
  • bei einer Darmblockade (Kotballen) kann es zum Abgang von Schleim aus dem Anus kommen,
  • Schwierigkeiten der Stuhlentleerung.

 

Kann eine Person, die nicht an Verstopfung leidet, harten Stuhl haben?

Ja, es ist möglich, jeden Tag Stuhlgang und dabei festen Kot zu haben.
Die Verstopfung gilt als eine Erkrankung, bei der ein Mensch weniger als drei Stuhlgänge pro Woche hat.
Es ist möglich, dass harter Stuhl auch bei Menschen auftritt, die täglich zur Toilette gehen.

 

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Was sind die Komplikationen bei Verstopfung?

Obstipation kann zu einem Fekalom führen, das sich vor allem bei Kindern und alten Menschen zeigt.
Verstopfung kann Komplikationen verursachen wie:

  • Hämorrhoiden, die durch Pressen beim Stuhlgang auftreten;
  • Analrhagaden (Hautverletzungen im Anusbereich), die auftreten, wenn harter Stuhl die Muskeln des Sphinkters zu stark dehnt. Das kann rektale Blutungen verursachen.
  • Manchmal führt zu starkes Pressen zu einem rektalen Prolaps, bei dem ein kleiner Teil der Darmschleimhaut aus der Analöffnung austritt.

 

Mehr lesen:

Bibliographie:

  1. Christopher N Andrews, MD MSc FRCPC and Martin Storr, MD. The pathophysiology of chronic constipation. Can J Gastroenterol. 2011 Oct; 25(Suppl B): 16B–21B.
  2. Brandt LJ, Prather CM, Quigley EM, Schiller LR, Schoenfeld P, Talley NJ. Systematic review on the management of chronic constipation in North America. Am J Gastroenterol. 2005;100(Suppl 1):S5–S21.
  3. Dov Gandell, MDCM, Sharon E. Straus, MD MSc, Maria Bundookwala, MD, Vincent Tsui, MD, and Shabbir M.H. Alibhai, MD Msc. Treatment of constipation in older people. CMAJ. 2013 May 14; 185(8): 663–670. doi:  10.1503/cmaj.120819
  4. Talley NJ, Jones M, Nuyts G, Dubois D. Risk factors for chronic constipation based on a general practice sample. Am J Gastroenterol. 2003 May; 98(5):1107-11.
  5. Haines ST. Treating constipation in the patient with diabetes. Diabetes Educ. 1995 May-Jun;21(3):223-32.
 
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