Blasenentzündung oder Zystitis

Die Zystitis ist eine Entzündung der Harnblase, gewöhnlich verursacht durch eine Infektion der Harnwege. Sie betrifft mehr Frauen als Männer und kann in jedem Alter auftreten.
Beim Wasserlassen fließt der in der Blase gesammelte Harn über die sogenannte Harnröhre aus dem Körper.

Ist das Abfließen des Harns schmerzhaft oder bereitet Beschwerden, könnte die Ursache dafür eine Blasenentzündung sein.


Wird diese nicht behandelt, kann sie zu einer schwerwiegenden Niereninfektion führen.

Die meisten Blasenentzündungen werden durch Bakterien verursacht, die im Darm leben. Sie sind unbedenklich, solange sie im Darm verbleiben, verursachen jedoch Probleme, wenn sie die Harnröhre und über diese die Blase erreichen. Dieser Umstand kann während des Geschlechtsverkehrs eintreten oder wenn der Genitalbereich nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne gereinigt wird.

 

Wer entwickelt eine Blasenentzündung?

Frauen haben eine acht Mal größere Wahrscheinlichkeit als Männer, eine Zystitis zu entwickeln, da die Röhre, aus der der Harn fließt (Urethra), bei der Frau näher am Anus liegt.
Bis zu 15% der Frauen haben jedes Jahr eine Zystitis und etwa die Hälfte der Frauen hat mindestens einmal im Leben einen Anfall von Zystitis.
Andere Risikofaktoren für eine Zystitis sind Diabetes mellitus, Schwangerschaft und sexuelle Aktivität.

 

Bei wem besteht das Risiko, eine Blasenentzündung zu entwickeln?

Die Infektion durch Darmbakterien ist bei weitem die häufigste Ursache für eine Blasenentzündung, vor allem bei Frauen, die eine kurze Harnröhre haben.
Normalerweise ist der Harn steril, das heißt, es befinden sich keine Mikroorganismen, wie zum Beispiel Bakterien, darin.
Jedoch ist es möglich, ohne Symptome Bakterien in der Harnblase zu haben, vor allem bei älteren
Menschen.

 

Ursachen der Blasenentzündung

Unvollständige Entleerung mit nachfolgendem Restharn kann zur Infektion führen. Die Ursachen können sein: bestimmte Medikamente (zum Beispiel Antidepressiva), Immobilität und Schwierigkeiten bei der Blasenkontrolle.

 

Risikofaktoren für Blasenentzündung

Hygiene
Nach dem Wasserlassen sollten sich Frauen von vorne nach hinten, zum Anus hin, abtrocknen und nicht in die andere Richtung, um zu verhindern, dass die verbreitetsten Darmbakterien in der Harnröhre enden.

Entfernung-Harnblase-Zystektomie-NiereAngeborene Missbildungen des Harnsystems
Bei wiederholten Infektionen des Harnsystems, vor allem bei jungen Menschen, muss nach einer möglichen angeborenen (seit Geburt bestehenden) Missbildung von Teilen des Harnsystems gesucht werden, die eine vollständige Blasenentleerung verhindert.

Personen mit einem Katheter
Wer einen Katheter zur Ableitung des Harns trägt, hat Bakterien in der Harnblase, die gewöhnlich keine Symptome machen.
Beim Katheterwechsel können kleine Verletzungen entstehen, die das Risiko für Infektionen erhöhen.

Männer mit vergrößerter oder entzündeter Prostata
Eine Prostatavergrößerung (Drüse beim Mann) bei alten Menschen verhindert eine vollständige Harnblasenentleerung.
Andere Krankheiten wie Prostatitis (Infektion der Prostata) und Urethritis (Infektion der Urethra) können ähnliche Symptome bei jüngeren Männern verursachen.

Schwangerschaft
Infektionen der Harnwege (Niere, Harnblase, Harnröhre und Harnleiter) treten am häufigsten in der Schwangerschaft auf.
Es gibt verschiedene Gründe, weshalb schwangere Frauen häufig eine Blasenentzündung haben.
Unter dem Einfluss von Progesteron (eines der Schwangerschaftshormone) wird die Harnblase größer und entspannter, sie entleert sich daher nicht so gründlich, wie zuvor.
Außerdem dehnt sich der wachsende Uterus aus, drückt gegen die Harnröhre und verursacht dabei eine Verengung, was die Passage des Urins erschwert.
Entleert sich die Harnblase nicht vollständig, können sich die Bakterien im Harn vermehren und eine Infektion verursachen.

 

Andere Ursachen einer Blasenentzündung

„Hochzeitsnacht“-Zystitis
Die Zystitis bei Frauen hängt mit vermehrter geschlechtlicher Aktivität zusammen.
Wir alle tragen Bakterien auf der Haut und beim Geschlechtsverkehr können Bakterien nahe der Harnröhrenöffnung in diese und in die Harnblase eindringen und eine Zystitis verursachen.
Eine Frau sollte nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette gehen und die Harnblase entleeren, um eventuelle Bakterien zu „entsorgen“, die in der Harnröhre verbleiben könnten.

Infektion durch sexuelle Übertragung
Infektionen wie Gonorrhoe und Chlamydien können ähnliche Symptome wie eine Zystitis verursachen.
Außerdem in diesen Fällen wird üblicherweise ein vaginaler Ausfluss oder ein blutiger Ausfluss nach dem Geschlechtsverkehr beobachtet.

Infektion-durch-Chlamydien-Bakterium

Parasiten
Vor allem bei Personen, die in Nordafrika oder im Mittleren Orient waren.
Die Harnblase kann von Parasiten befallen sein, wie bei der Schistosomiasis.
Die Symptome ähneln einer Zystitis, doch es befinden sich keine Bakterien im Harn.

Bei Frauen in der Postmenopause
Aufgrund fehlender weiblicher Sexualhormone bei Frauen in der Postmenopause kommt es zu einer Reihe von Veränderungen im ganzen Körper. Eine Folge davon ist, dass das Harnwegssystem leichter durch eine Zystitis gereizt wird.

Diabetes
Frauen mit Diabetes haben eine größere Wahrscheinlichkeit, an Zystitis zu erkranken.

 

Symptome und Anzeichen der Blasenentzündung sind gewöhnlich:

  • Ein starker und bleibender Harndrang
  • Gefühl von Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiges Austreten kleiner Harnmengen
  • Blutiger Urin (Hämaturie)
  • Austritt trüben Urins mit starkem, üblem Geruch
  • Beschwerden im Unterleib
  • Druckgefühl im Unterleib
  • Leichtes Fieber.

Symptome bei Kindern
Die Symptome der Blasenentzündung bei Kindern können beinhalten:

  • Schwäche
  • Reizbarkeit
  • Verminderter Appetit
  • Erbrechen
  • Schmerzen beim Wasserlassen.

Bei kleinen Kindern kann eine Zystitis auftreten, doch ist Bettnässen nicht mit einer Infektion der Harnwege verbunden.

 

Könnte es etwas anderes sein?

BlasenentzündungSexuell übertragbare Erkrankungen (STI) werden oftmals durch Infektionen der Harnröhre verursacht und ähneln den Symptomen einer Zystitis.
Menschen im Alter von über 25 Jahren sollten sich auf Chlamydien testen lassen.
Andere Ursachen einer Zystitis sind Nierensteine.

 

Diagnose der Blasenentzündung

Wenn Sie die Symptome einer Blasenentzündung haben, sollten sie so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen.
Außer der Besprechung der Anzeichen, Symptome und der Anamnese kann der Arzt verordnen:

Urinuntersuchungen
Wird eine Harnblasenentzündung vermutet, kann der Arzt um eine Urinprobe bitten, um festzustellen, ob sich Bakterien, Blut oder Eiter im Urin befinden.

Zystoskopie
Die Untersuchung der Harnblase mit einem Zystoskop (ein dünner Schlauch mit Beleuchtung, der mit einer Kamera verbunden ist), das über die Harnröhre in die Harnblase eingeführt werden kann, hilft bei der Diagnose.

 

Was ist die richtige Therapie bei Blasenentzündung?

Antibiotika
Eine Behandlung über drei bis fünf Tage ist in den meisten Fällen bei Frauen die übliche Behandlung.
Die Symptome bessern sich normalerweise innerhalb von ein oder zwei Tagen nach Behandlungsbeginn. Die Einnahme von Antibiotika verkürzt die Dauer der Symptome im Durchschnitt um etwa einen Tag. Der Arzt kann auch verordnen, die Antibiotika nur dann einzunehmen, wenn sich die Symptome verschlimmern oder sich nach einigen Tagen nicht bessern.

Beispiel für Medikamente, die bei infektiöser Zystitis verschrieben werden:

  • Enoxacin (Enoxor)
  • Levofloxacin (Levaquin, Tavanic)
  • Ciprofloxacin (Ciprofloxacin, Ciprofloxacin Mayne, Ciprofloxacin M.G., Ciprofloxacin Pliva, Ciprobay)
  • Nalidixinsäure (Nalidixsäure, Nalidixinsäure).

Eine Zystitis nicht zu behandeln kann eine Option sein (wenn man nicht schwanger ist oder keine anderen Erkrankungen hat).
Das Immunsystem bekämpft die Infektion oft selbständig. Ohne Antibiotika können Blasenentzündungen (vor allem bei mildem Verlauf) in wenigen Tagen von allein wieder vergehen. Jedoch können die Symptome ohne Medikamente manchmal bis zu etwa einer Woche andauern.

Paracetamol oder Ibuprofen
Diese Medikamente verringern Schmerzen oder Beschwerden und können auch Fieber senken.
Viel trinken ist ein traditionelles Mittel, um die Harnblase von Bakterien zu befreien.
Es gibt allerdings keinen Beweis für die Wirksamkeit dieser Therapie.

Es wurde wissenschaftlich nicht aufgezeigt, dass das Trinken von Heidelbeersaft oder die Einnahme von den Harn alkalisierenden Substanzen (wie Kaliumcitrat oder Bikarbonat) die Symptome einer Zystitis bessert.
Diese Produkte werden manchmal als Behandlung gegen eine Zystitis verkauft.
Verschlimmern sich die Symptome oder entwickelt sich hohes Fieber, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Bessern sich die Symptome nicht bei einer Behandlung mit Antibiotika oder treten die Symptome innerhalb von zwei Wochen nach einer Antibiotikaeinnahme erneut auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was kann man tun, um eine Blasenentzündung zu verhindern?
Hat man nur gelegentliche Zystitisanfälle, braucht man nichts tun oder kann den Lebensstil wechseln.
Im Falle einer wiederkehrenden Zystitis können folgende Maßnahmen helfen:

Hygiene
Es gibt keine Beweise, dass eine mangelhafte Hygiene zur Blasenentzündung führt.
Allerdings waschen manche Frauen ihren Anus und die Scheide zu oft, und das kann eher schaden als nützen.
Zu viele Waschungen können die Haut an den Genitalien leicht schädigen.
Die Bakterien gedeihen auf vorgeschädigter Haut besser.
Wird die Scheide während der Dusche zu lange gerieben, kann sich das normale Gleichgewicht des schützenden Schleims verändern und es den Bakterien ermöglichen, sich zu vermehren.

Bewährterweise reinigt man den Anus und die angrenzende Haut einmal am Tag sanft mit Wasser und Seife.
Am besten ist es, nach dem Stuhlgang den Anus von vorne nach hinten reinigen.
Der Grund dafür ist, dass dabei die Bakterien aus dem Anus nach hinten geschoben werden und nicht auf die Harnröhre zu.
Viel trinken kann helfen, einer Blasenentzündung vorzubeugen, doch nach dem Auftreten von Symptomen nützt das nicht mehr.

Unterwäsche
Unterwäsche aus Baumwolle tragen und sie einmal am Tag wechseln. Keine eng sitzenden Hosen oder Strumpfhosen tragen.
Das vermeidet Wärmestauung, Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation im Genitalbereich, die das Wachstum von Bakterien begünstigen.
Es wird empfohlen, Unterhosen zweimal nacheinander zu waschen, ehe sie wieder angezogen werden, um jede Spur von Bakterien zu beseitigen.

 

Naturheilmittel bei Blasenentzündung

Heidelbeersaft oder die Einnahme von Tabletten, die Proanthocyanidine enthalten, können bei manchen Frauen helfen, das Risiko für Rezidive oder chronische Infektionen der Harnblase zu verringern.
Es gibt widersprüchliche Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien und es ist daher schwierig festzustellen, ob Heidelbeersaft wirklich hilft oder eher einen Placeboeffekt hat.
Heidelbeersaft sollte man vermeiden, wenn man Warfarin, ein Medikament zur Blutverdünnung, einnimmt.

Obwohl diese Hausmittel noch nicht ausreichend untersucht wurden, empfehlen manche Ärzte bei wiederholten Blasenentzündungen:

Viel trinken, vor allem Wasser
Reichlich trinken ist vor allem wichtig, wenn eine Chemotherapie oder Strahlentherapie erfolgt, vor allem an den Behandlungstagen.

Häufiges Urinieren
Besteht Harndrang, sollte man nicht lange warten, bevor man zur Toilette geht.

Eher duschen anstatt baden
Wer zu Infektionen neigt, sollte eine Dusche anstatt ein Bad nehmen, um eine Blasenentzündung zu vermeiden.

Den Gebrauch von Deosprays oder von Produkten für den weiblichen Intimbereich vermeiden. Diese Produkte können Harnröhre und Harnblase reizen.

 

Ernährung bei Blasenentzündung

Patienten mit Zystitis verspüren oftmals eine Verschlechterung der Symptome, wenn sie bestimmte Lebensmittel und Getränke zu sich nehmen, vor allem koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee und Limonade.
Lebensmittel, die in der Ernährung vermieden werden sollten, sind: alkoholische Getränke, Zitrusfrüchte und Fruchtsäfte, Zucker, auch wenn in künstlichen Süßstoffen enthalten, und Chili. Doch dies ist von Mensch zu Mensch anders.

Zusätzlich zu Süßwaren sollten auch Molkereiprodukte und Gluten gemieden werden, denn diese sind im Darm, wo die Abwehrkräfte gebildet werden, schwer verdaulich, und fördern daher die Entwicklung von Krankheiten und Infektionen.

Das heutzutage im Supermarkt erhältliche Fleisch ist nicht gesund und sollte daher gemieden werden. Das Gleiche gilt für Fisch aus der Aquakultur.

Es wird empfohlen, viel Obst und Gemüse der jeweiligen Jahreszeit, Dörrobst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu essen.

 

Blasenentzündung verbunden mit Geschlechtsverkehr

Manche Frauen bemerken, dass sie ein oder zwei Tage nach einem Geschlechtsverkehr an einer Zystitis erkranken.
Das kann durch die Bewegungen während des Geschlechtsverkehrs hervorgerufen werden, die die Bakterien in die Blase schieben.
Es können auch leichte Schädigungen an der Harnröhre entstehen, die ein Wachstum der Bakterien fördern.
Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn die Scheide während des Verkehrs zu trocken ist. Der normale Schleim in und um die Scheide kann auch verändert sein, wenn Spermizide oder Kontrazeptiva wie ein Diaphragma benutzt werden.

Durch folgende Maßnahmen kann man das Risiko für eine Zystitis nach dem Geschlechtsverkehr verringern:

  • Nach dem Verkehr sollte man zur Toilette gehen und die Blase entleeren.
  • Ist die Scheide trocken, sollte man vor dem Einführen des Penis ein Gleitmittel benutzen.
  • Manche Menschen bevorzugen es, innerhalb von zwei Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eine Einzeldosis eines Antibiotikums zu nehmen.
  • Keine Spermizide und/oder kein Diaphragma zur Kontrazeption verwenden, das Präservativ ist eine hervorragende Methode zur Vermeidung einer Zystitis.

 

Wie lange dauert die Erkrankung? Wann vergeht die Blasenentzündung?

Die überwiegende Mehrheit der Frauen erfährt eine Besserung innerhalb einiger Tage nach Auftreten der Blasenentzündung.
Wenn sich die Symptome jedoch trotz der Einnahme eines Antibiotikums nicht bessern, könnte ein alternatives Antibiotikum erforderlich sein.
Die Bakterien, die die Blasenentzündung verursachen, können gegen bestimmte Antibiotikatypen resistent sein.

In manchen Fällen kann sich eine unbehandelte Blasenentzündung nach oben in den Harntrakt ausbreiten und die Nieren betreffen. Dabei kann es zu einer Pyelonephritis kommen: einer Entzündung und Infektion der Niere.
Bei schwerwiegenderen Blasenentzündungen hängt die Genesungszeit von der klinischen Situation ab. Die Patienten können schwerwiegend erkranken, wenn sich die Infektion vom Harnwegssystem ins Blut ausbreitet, ein Zustand, der Urosepsis genannt wird. Intravenös verabreichte Antibiotika sind in der Regel wirksam. Üblicherweise benötigen Patienten mit einer Urosepsis eine langwierige Therapie mit Antibiotika.