Knochenbruch und Behandlung

Die Behandlung von Knochenbrüchen und die Heilungszeiten richten sich nach der Schwere der Verletzung.

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Ein Knochen befindet sich in einem stetigen Regenerationszustand, auch wenn kein Schaden vorliegt.
Ununterbrochen nimmt er Zellen in seinen Bestand auf und tauscht sie aus.
Dieser natürliche Prozess ist der Grund dafür, dass die Knochenheilung spontan erfolgt.


 
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Innenstruktur des Knochens

Eine optimale Heilung muss jedoch durch die Einrichtung (Reposition) des Bruches unterstützt werden.
Einen Bruch reponieren oder einrichten bedeutet, die gebrochenen Knochenenden wieder in eine möglichst exakt anatomiegerechte Stellung zu bringen.
In den meisten Fällen besteht das Einrichten des Bruchs im Eingipsen des gebrochenen Knochens, nachdem er in die korrekte Position gezogen wurde.

Führt die Reposition der Fraktur zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis (unangemessene Ausrichtung oder Stabilität), können weitere Maßnahmen notwendig werden.
Gewöhnlich sind diese operativer Natur und sehen vor, die Knochenenden mit Schrauben, Platte oder Marknagel zu befestigen.

 

Erste-Hilfe-Maßnahmen
Der Verunglückte sollte so wenig wie möglich bewegt oder transportiert werden, es sei denn es besteht eine Gefahrensituation. In Erwartung des Rettungsdienstes sind folgende Sofortmaßnahmen zu ergreifen:

  • Blutungen stoppen.
  • Eine sterile Binde, ein sauberes Tuch oder Kleidungsstück auf die Wunde drücken.
  • Den verletzten Bereich immobilisieren.
  • Nicht versuchen, die Knochen zu richten oder einen ausgetretenen Knochen wieder hineinzudrücken. Wer etwas davon versteht, kann – wenn keine professionellen Helfer in der Nähe sind – den verletzten Knochen schienen. Die Schiene dabei ober- und unterhalb der Bruchstelle anbringen; eine weiche Polsterung wird helfen, die Beschwerden zu mindern.
  • Eiskompressen auflegen, um die Schwellung einzudämmen und die Schmerzen zu lindern, bis das Rettungspersonal eintrifft. Das Eis nicht direkt auf die Haut aufbringen, sondern in ein Handtuch einwickeln oder einen Eisbeutel verwenden.
  • Fühlt sich der Patient schwach und hat eine schnelle, oberflächliche Atmung, den Kopf leicht erhöht lagern und die Beine hochlegen.

 

Physikalische Therapie und Physiotherapie

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Rehabilitation nach einer Hüftfraktur

Ist der Knochen geheilt, müssen Muskelkraft und Mobilität der steifen Gelenke durch spezielle Rehabilitationsübungen wiederhergestellt werden.
Die Magnettherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der der Knochen pulsierenden Magnetfeldern ausgesetzt wird; Studien zeigen, dass sich die Zeiten zur Bildung des Knochenkallus auf diese Weise bis zu 50% verkürzen lassen.

Tritt der Bruch in Gelenknähe auf, besteht die Gefahr einer dauerhaften Versteifung.
Das Rehabilitationsprogramm muss gemeinsam mit dem Arzt oder Physiotherapeuten besprochen werden.
Die Behandlung ist individuell verschieden und hängt von der jeweiligen Situation des Patienten ab, dem Erscheinungsbild der Röntgenaufnahmen und von anderen bereits erwähnten Faktoren.
Jeder Fall muss einzeln behandelt werden.

 

Komplikationen bei einer verschobenen Fraktur

Es besteht die Gefahr, dass ein Bruch nicht fest zusammenwächst oder dass sich die beiden Knochenenden überhaupt nicht vereinen. Dieses Problem tritt vorwiegend bei älteren Menschen und bei gravierenden Frakturen auf. Bei einigen Brüchen (z.B. Hüftfraktur bei älteren Personen) ist der Anteil an mangelnder Konsolidierung recht hoch. Hier erfolgt statt einer Reposition ein Austausch des betroffenen Teilstücks (Hüftprothese).

 

Prognose bei einer verschobenen Fraktur

Die Behandlung eines Knochenbruchs ist zu komplex, um sie als allgemeingültiges Konzept abzuhandeln.  Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Lokalisation der Fraktur
  • Winkelgrad
  • Deformität des Segments
  • Möglichkeit einer vollständigen Heilung
  • Mehrfachverletzung
  • Alter und Aktivitätsniveau des Patienten

 

Operativer Eingriff bei einer verschobenen Fraktur
Ein chirurgischer Eingriff ist davon abhängig, welcher Knochenabschnitt gebrochen ist, wo die Bruchstelle lokalisiert ist und ob der Chirurg davon ausgeht, dass bei dem Bruch nach der Reposition die Gefahr von Instabilität herrscht.
Besteht ein gewisses Risiko, dass die Heilung ausbleibt, muss operiert werden.
Manchmal erscheinen Frakturen unverschoben und zweckmäßig immobisiert, erweisen sich aber bei der nächsten Kontrolluntersuchung als instabil.
In diesen Fällen muss ein chirurgischer Eingriff erfolgen.

Bei einer Operation kann der Knochen unter Narkose  geschlossen reponiert und immobilisiert werden; dabei werden die Knochen so lange manipuliert, bis sie sich in ihrer korrekten anatomiegerechten Stellung befinden.
Dann wird ein Gipsverband angelegt, um diese Knochenstellung beizubehalten (Retention).
In manchen Fällen sind die Knochen derart gebrochen, dass eine offene Einrichtung notwendig ist.
Bei einer offenen Reposition wird im Operationssaal ein Schnitt durchgeführt, damit Nägel, Platten und Schrauben angebracht werden können.
Je nach Bruchtyp können einige dieser Metallstücke auch dauerhaft im Knochen bleiben. Andere dagegen können operativ entfernt werden, sobald die Knochen fest zusammengewachsen sind (in der Regel nach einem Jahr).

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Externer Fixateur bei Schien- und Wadenbeinbruch

Bei komplizierten Frakturen, wie Trümmerbrüchen oder offenen Brüchen, kann der Chirurg einen externen Fixateur befürworten. Diese Vorrichtung formt außerhalb der Gliedmaße ein Gerüst und ist mit Nägeln oder Metalldrähten am Knochen befestigt.
Der Vorteil einer externen Fixierung besteht in der drastischen Verkürzung der Immobilisations- und Heilungszeiten.

 

Heilungsdauer

Knochenbrüche können, abhängig vom Ausmaß der Verletzung und den Anweisungen des Arztes, Wochen oder sogar Monate brauchen, bis sie geheilt sind.
Gewöhnlich lassen die Schmerzen nach, bevor der Knochen gänzlich konsolidiert ist.
Der Patient kann seine normalen Alltagstätigkeiten wieder aufnehmen, obwohl die Knochenheilung noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Auch wenn Gips und Stützbandage abgenommen wurden, kann es notwendig sein, die Bewegung weiterhin zu beschränken, bis der Knochen fest genug ist, um die gewohnten Aktivitäten wieder aufzunehmen.

In der Genesungszeit macht sich ein Verlust der Muskelkraft im betroffenen Abschnitt bemerkbar. Spezielle, unter Anweisung eines Physiotherapeuten ausgeführte Übungen helfen zur Wiedererlangung von Muskelkraft, Beweglichkeit und Bewegungsumfang.

 

Prävention

Sportliche Aktivitäten und die richtige Ernährung können helfen, Knochenbrüchen vorzubeugen.
Eine ausreichende Menge an Kalzium und Vitamin D fördert die Knochenfestigkeit und beugt Osteoporose vor.
Eine korrekte Ernährung sollte keine Milchprodukte, Fleisch, Eier und stark gezuckerte Lebensmittel enthalten. Es herrscht die allgemeine Auffassung, dass Milch und Käse die Knochenbildung begünstigen, doch das Gegenteil ist der Fall. Asiaten, die diese Nahrungsmittel in der Regel nicht essen, leiden nicht an Osteoporose.
Die Belastung der Knochen durch sportliche Aktivität macht sie stärker.

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com

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