Hüftschmerzen beim Laufen und in Ruhe

Hüftschmerzen können verschiedene Ursachen haben, dazu gehören:

  • Arthrose
  • Rheumatoide Arthritis
  • Avaskuläre Nekrose des Hüftkopfes
  • Knochenkrebs
  • Sportunfälle
  • Schleimbeutelentzündungen


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  • Sehnenentzündungen
  • Verstauchung und Zerrung
  • Verrenkung (Luxation)
  • Knochenbruch
  • Prellung
  • Verletzung des Hüftpfannenrandes

 

Morgendliche Hüftschmerzen

Schmerzen, die am Morgen beim Aufstehen auftreten und im weiteren Tagesverlauf allmählich abnehmen, weisen auf eine Entzündung hin, wie Hüftgelenksarthrose, septische Arthritis, Gicht oder ankylosierende Spondylitis. In der Regel sprechen entzündliche Erkrankungen gut auf entzündungshemmende Medikamente und eine Umstellung der körperlichen Aktivitäten an.

Arthrose
Die Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkkrankheiten, sie trifft Personen ab dem 50. Lebensjahr und betrifft tragende Gelenke wie die Hüfte.
Sie charakterisiert sich durch tief sitzende Schmerzen, die auch vorn und auf der Innenseite des Oberschenkels spürbar sein können.
Arthrose führt zu Steifigkeit und Bewegungseinschränkung, gewöhnlich verschlimmern sich die Beschwerden am Morgen. Mit entzündungshemmenden Arzneimitteln und sanfter Gymnastik lassen sich die Beschwerden meist lindern.
Arthrose ist eine chronische Erkrankung.
In einigen Fällen muss ein chirurgischer Eingriff erfolgen, bei dem ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird, damit ein aktiver Lebensstil beibehalten werden kann.

Septische Arthritis
Die septische oder bakterielle Arthritis kann jeden treffen und in jeder Altersstufe auftreten; sie wird durch eine bakterielle Infektion verursacht, die ins Hüftgelenk eintritt.
Mögliche Ursachen gibt es viele, dazu gehören Lyme-Krankheit, Tripper (Gonorrhoe) und Staphylokokkeninfektion.
Die Schmerzen einer septischen Arthritis sind am Morgen intensiver, das betroffene Hüftgelenk kann außerdem blockieren.
Weitere Symptome sind Überwärmung und Rötung rund um das Gelenk, Schwellung, Fieber und Schüttelfrost.
Die Behandlung sieht Antibiotika und eventuell eine chirurgische Versorgung vor.

Gicht
Gicht ist eine Gelenkentzündung, die durch die Ablagerung von Harnsäure hervorgerufen wird. Sie ist eine Form von Arthritis und kann jedes Gelenk treffen. Normalerweise tritt Gicht in Form von akuten Schmerzanfällen auf und morgens sind die Beschwerden stärker.
Gicht kann durch übermäßigen Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder proteinreiche Ernährung (vor allem in Form von Lachs und Fleisch) verursacht werden.

Spondylitis ankylosans
Die ankylosierende Spondylitis ist eine entzündliche Erkrankung, die als Arthritis klassifiziert wird.
Ein Drittel der betroffenen Personen haben Symptome in der Hüfte, im Oberschenkel und in der Leiste.
Neben den morgendlichen Schmerzen verursacht die Spondylitis ankylosans Steifigkeit und Schmerzen, die nach unten in das ganze Bein ausstrahlen.
Diese Symptome lassen sich durch Bewegungsübungen lindern.

 

Ursachen für Hüftschmerzen beim Laufen

Die häufigsten gutartigen Ursachen für Schmerzen im Hüftgelenk während des Laufens sind: Schleimbeutelentzündung der Hüfte (Bursitis trochanterica), Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom) und Piriformis-Syndrom.
Zu den gravierenderen Ursachen gehören: Stressfraktur, Entzündung der lumbalen Wirbelsäulennerven (vor allem Ischias- und Oberschenkelnerv), Verletzung des Hüftpfannenrandes und Hüftarthrose.

 

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Bandscheibenvorfall oder –protrusion
: Ein vor oder hinter der Hüfte verlaufender Nerv könnte auf Höhe der Wirbelsäule eingeklemmt sein.

Bursitis trochanterica: Entzündung des Schleimbeutels, der sich im Außenbereich der Hüfte befindet und die Aufgabe hat, die Reibung zwischen Sehnen und Oberschenkelknochen zu mindern.

Läuferknie: Entzündung des iliotibialen Bandes, das außen am Oberschenkel in Hüftnähe liegt. Dieses faserige Band verläuft von der Hüfte bis zum Knie.
Das iliotibiale Bandsyndrom trifft vor allem Läufer und Radsportler.

Piriformis-Syndrom: Problematik des Piriformis-Muskels, der im hinteren Bereich der Hüfte liegt und für die Außenrotation des Gelenks sorgt. Die Piriformis-Sehne komprimiert wohlmöglich den Ischiasnerv, wodurch ein Schmerz wie bei einer Ischialgie entsteht, mit Brennen und Kribbeln im Bein.
Das Piriformis-Syndrom tritt fast immer auf der linken Seite auf, weil der Körper nicht symmetrisch ist und dieser Muskel auf der linken Körperseite stärker  angespannt ist.
Nur selten ist die rechte Seite betroffen, in der Regel kommt es bei Patienten mit nach innen gedrehter Hüfte vor.

Stressfraktur: Der Kopf des Oberschenkelknochens weist wiederholte Mikrofrakturen auf.
Diese Frakturform trifft Sportler, vor allem Läufer, die viele Kilometer absolvieren.
Zu den Symptomen gehören: Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und Hinken.

Riss im Hüftpfannenrand: Der Pfannenrand ist eine Struktur aus Knorpel, die die Hüftpfanne umgibt.
Reißt diese Pfannenlippe, entstehen Schmerzen in der Hüfte. Die Behandlung erfolgt operativ.

Arthrose ist eine degenerative Erkrankung, die sich im Laufe der Zeit entwickelt.
Der zwischen den Knochen liegende Knorpel wird aufgerieben, wodurch die Knochen bei der Bewegung gegeneinander reiben. Wer an Arthrose leidet, hat große Schmerzen beim und nach dem Laufen.

Weitere mögliche Ursachen für Hüftschmerzen nach dem Lauf sind: Beinlängendifferenz, Hyperpronation des Fußknöchels (wenn der Fuß nach innen gedreht ist), übermäßige Belastung (anstrengende Trainingseinheiten bei unzureichender sportlicher Vorbereitung).

 

Mögliche Ursachen für Hüftschmerzen beim Sitzen

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die beim Sitzen Schmerzen im Hüftgelenk verursachen.

Hüftarthrose oder Coxarthrose: Sie wird durch den Knorpelverschleiß im Hüftgelenk verursacht.
Sie tritt in der Regel mit dem Alter auf; eine frühzeitige Behandlung ist notwendig, damit sich die Situation nicht weiter verschlechtert.
Die Schmerzen machen sich normalerweise bei Alltagstätigkeiten wie beim Gehen und Sitzen in der Leistengegend und in der Oberschenkelinnenseite bemerkbar.

Bursitis trochanterica: Sie kann infolge eines Sportunfalls auftreten und bedeutet die Entzündung des Schleimbeutels, ein mit Flüssigkeit gefülltes Säckchen, das die von den Sehnen während der Bewegung erzeugte Reibung mindern soll.
Die Schleimbeutel sind normalerweise berührungsempfindlich, deshalb ist es sehr gut möglich, dass beim Sitzen Druck auf den entzündeten Schleimbeutel ausgeübt wird.

Knochennekrose: Diese Erkrankung kommt nicht häufig vor, bei schlechter Blutversorgung der Knochen kann aber das erste Stadium einer Knochennekrose verursacht werden.
Wenn die Knochen unzureichend durchblutet werden, kann das Gewebe absterben, als erste Auswirkung entstehen Schmerzen.
Je nach Sitzposition kann die Blutzufuhr vermindert werden, wodurch die Beschwerden zunehmen können.

Lumboischialgie: Bei chronischen Schmerzen und einem brennenden Gefühl kann eine Lumboischialgie vorliegen.
Man spricht von einer Ischialgie, wenn der Ischiasnerv hinten am Bein bedrängt wird.
Die Schmerzen treten im Lendenbereich der Hüfte, hinten am Knie, an der Wade und am Fuß auf.
In der Schwangerschaft kommt eine Ischialgie häufig vor, weil die Gebärmutter eine Kompression und Entzündung des Ischiasnervs bewirken kann.
Möglicherweise wird dieser Nerv beim Sitzen eingeklemmt oder gereizt.

Piriformis-Syndrom: Werden die Beschwerden nur durch die Verkürzung und Verdickung des Muskels hervorgerufen, kann ein Schmerz hinten am Oberschenkel hervorgerufen werden, der sich bis zum Knie zieht.
Wenn der Piriformis-Muskel den Ischiasnerv komprimiert, können die Schmerzen hinten am Bein bis zum Fuß ausstrahlen.
In diesem Fall liegen die Symptome einer Lumboischialgie vor.
Zu den zweckmäßigsten Behandlungsformen zählen Osteopathie und Massage-Ultraschall.

 

Schmerzen nach dem Gehen

Ursachen:

Arthrose: Arthrose zählt zu den häufigsten Ursachen für Beschwerden am Hüftgelenk.
Diese Erkrankung tritt auf, wenn der als Stoßdämpfer fungierende Knorpel der Hüftknochen abgenutzt ist, so dass die Knochen ohne Schutz gegeneinander reiben. Gelenkentzündungen, wie Arthrose und rheumatoide Arthritis, sind häufig bei älteren Menschen für Hüftschmerzen verantwortlich.
Bei schwerer Arthritis kann der Schmerz auch nach dem Gehen oder beim Zubettgehen auftreten.
Zuweilen nimmt er zu, wenn längere Zeit in derselben Position verharrt wird.

Sehnenentzündung: Sehnen sind Faserstränge, die Knochen und Muskeln miteinander verbinden. Eine Entzündung der Sehnen wird als Tendinitis bezeichnet und kann durch Überbelastung oder Trauma verursacht werden.
Eine Tendinitis der Innenrotatoren (kleiner und mittlerer Gesäßmuskel) und Abspreizer (z.B. der Schenkelbindenspanner) können seitliche Hüftschmerzen hervorrufen.

Hüftluxation: Aufgrund von Entwicklungsstörungen kann es zu Fehlstellungen des Hüftgelenks kommen, als wäre dieses ausgerenkt oder falsch positioniert.
Diese Erkrankung wird als angeborene Hüftdysplasie bezeichnet. Sie muss in der Kindheit nicht unbedingt schmerzhaft sein, führt aber in der Regel zu Arthrose und somit zu Schmerzen in der Hüfte.

 

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Fraktur der Hüfte: Der Bruch eines Hüftknochens kann durch einen Unfall oder Sturz verursacht werden.
Anfällig sind vor allem ältere Menschen mit Osteoporose, deren Knochen schwach und instabil werden, was die Anfälligkeit für Knochenbrüche erhöht.
Die Fraktur des Oberschenkelknochens verursacht plötzliche Schmerzen in der Hüfte und kann durch ein Trauma oder eine Erkrankung (z.B. Knochentumor oder Metastase) entstehen.
Frakturbedingte Hüftschmerzen sind sehr intensiv, eine sofortige Behandlung in der Notaufnahme ist notwendig.

Osteonekrose: Die Nekrose des Oberschenkelknochenkopfes ist eine Erkrankung, bei der die Blutversorgung des Knochens eingeschränkt ist, wodurch Knochengewebe abstirbt.
Knochennekrose kann durch die lange Einnahme von steroiden Medikamenten, durch Verletzungen, Hüftluxation u.ä. verursacht werden.
Leitsymptom einer Femurkopfnekrose sind starke Hüftschmerzen beim Gehen.

Schnapphüfte: Dieses Syndrom charakterisiert sich durch ein hörbares Schnappen, das sich am Hüftgelenk bemerkbar macht.
Es gibt zwei Varianten, die äußere und die innere schnappende Hüfte.
Die Schnapphüfte verursacht Schmerzen beim Gehen, die normalerweise bei Ruhe nachlassen.

Muskelermüdung: Die um Hüfte und Becken liegenden Muskeln und Sehnen können durch einen überhöhten Spannungszustand extrem angespannt sein.
Sportler sind anfälliger für Muskelverspannungen oder Zerrungen.
Ein gründliches Aufwärmen ist wichtig, kalte Muskeln sind verletzungsanfälliger.
Aber die Beschwerden beschränken sich nicht auf Sportler, sie können genauso gut durch Alltagsaktivitäten hervorgerufen werden.
Eine Muskelverspannung kann Schmerzen beim Gehen verursachen.
Zu den natürlichen Heilmitteln gehören Arnika und Teufelskralle.

 

Welche Ursachen sind bei Ruhe- und Nachtschmerzen an der Hüfte möglich?

Matratze
Die falsche Matratze kann nächtliche Hüftschmerzen verursachen.
Besonders deutlich zu spüren sind sie, wenn man auf der betreffenden Seite liegt.
Die Matratze kann Schmerzen hervorrufen, wenn sie zu hart oder zu weich ist.
Wenn Wirbelsäule und Hüften nicht korrekt gestützt werden, entstehen Verspannungen und Schmerzen.
Bei einem Positionswechsel verschwinden die Schmerzen häufig.
Man sollte zur Probe in einem anderen Bett schlafen, um zu sehen, ob die Hüftschmerzen nachlassen. Auch wenn die Werbung dies glauben machen möchte, gibt es keine Matratze, die für jeden Rücken richtig ist.

Arthrose: Arthrose ist eine Verschleißerscheinung des Hüftgelenks und kann Männer wie Frauen gleichermaßen treffen.
Wenn sich das Gelenk entzündet, können im letzten Krankheitsstadium die Schmerzen in der Nacht zunehmen.
Die Therapie hat das Ziel, die Entzündung zu lindern.
Normalerweise verschreibt der Arzt Dehnungsübungen, Entzündungshemmer und Physiotherapie.
In schweren Fällen kann eine Hüftprothese eingesetzt werden.

Verkürzte Muskeln: An Hüfte und Rücken können sich Muskeln verkürzt haben, die nun auf die Hüfte einwirken, z.B der Quadrizeps.
Beim  Schlafen gibt es bestimmte Postionen, die die Muskeln unter Spannung setzen und Hüftschmerzen verursachen können.

Darmprobleme: Darmbeschwerden können Übertragungsschmerzen in der Hüfte hervorrufen.

 

Hüftschmerzen bei Kindern

Wenn Kinder über Schmerzen an der Hüfte oder am Oberschenkel klagen, darf dies nicht nachlässig behandelt werden.
Halten die Schmerzen an und hinkt das Kind, könnte eine Störung des Oberschenkelknochenendes (Epiphyse) vorliegen, das heißt der Knochenwachstumskern des Hüftkopfes verschiebt sich aus seiner Position.
Der Morbus Perthes bedeutet das Absterben von Knochengewebe (avaskuläre Nekrose) im Hüftkopf bei Kindern.
Zu den Kinderkrankheiten gehören die juvenile idiopathische Arthritis und der Morbus Still.
Wenn das Kind Fieber hat, kann eine septische Arthritis oder eine Infektion des Hüftgelenks vorliegen.
Die Infektion kann durch Viren oder Bakterien verursacht worden sein.
Zu den Symptomen gehören: Fieber, Schmerzen, Hinken und manchmal die Weigerung zu gehen.
Virusinfektionen sind die häufigsten Ursachen für eine Synovitis bei Neugeborenen und heilen ohne Behandlung.