Talgzyste

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Was ist eine Talgzyste?
Eine Talgzyste ist ein weicher Hautknubbel, der von einer äußeren Hülle umgeben ist. Die Zyste bildet sich unter der Haut und enthält

  • Talg,
  • Keratin,
  • tote Zellen.

Dieses Material hat:

  • eine weißliche Farbe,
  • einen unangenehmen Geruch.

Die Konsistenz kann halbfest bzw. cremig sein oder flüssig, wie Öl.
Es handelt sich um eine kleine Erhabenheit, die sich unter der Haut entwickelt, vor allem an:

  • Gesicht (Wange, Stirn, Kinn, Nase, Jochbein, unter dem Augenlid (Hagelkorn oder Chalazion) und hinter dem Ohr),
  • Nacken und Hinterkopfbereich (hier könnte man sie mit vergrößerten Lymphknoten verwechseln),
  • Kopfhaut,
  • Achselhöhlen,
  • Rücken,
  • Brust,
  • Arm,
  • Analbereich und Gesäß,
  • Leiste oder Genitalbereich (Skrotum und Vulva).

Die Größe von Talgzysten reicht von:

  • wenigen Millimetern,
  • fünf bis sechs Zentimetern.

Die Talgdrüsen befinden sich neben den Haarfollikeln.
Diese Drüsen produzieren Talg, das ist ein Öl, das die Haut fettet und das Haar umkleidet.

Die Talgdrüsen können den produzierten Talg und die anderen Substanzen abführen:

  • in ein Haarfollikel,
  • auf die Haut.

Jedes Haar wächst aus einem Follikel, einer kleinen Hauttasche in der Dermis (Hautschicht, die sich unter der Epidermis befindet).

Arten von Unterhautzysten

Die häufigsten Arten von Zysten, die unter der Hautoberfläche auftreten, sind:

Epidermoidzyste

Epidermoidzyste

  1. Epidermoidzyste, sie bildet sich in der Dermis und in der subkutanen Hautschicht bildet und hat eine hart-elastische Konsistenz.
    Die Epidermoidzyste enthält halbfestes Material (Keratin und Fett).
  2. Pilar- oder Trichilemmalzyste, sie entsteht im unteren Teil der Haarfollikel; man sieht sie häufig auf der Kopfhaut.
    Die Haarzysten enthalten cremiges Talgmaterial und kompaktes Keratin.Diese Zysten sind in der Regel:

    • multipel,
    • glatt,
    • kuppelförmig,
    • mit rosafarbener und unbehaarter Haut bedeckt.
  3. Dermoidzyste, sie wird durch einen Entwicklungsfehler verursacht. Dermoidzysten liegen in der tiefen Dermis. Diese Zysten können bei einem sich entwickelnden Föten entstehen, können also auch Kinder betreffen. In der Regel bildet sich eine einzelne Zyste im Bereich von:
    • Augenbrauen, in Nähe der Schläfen,
    • Nase,
    • Mund,
    • Kreuzbein/Steißbein.
  4. Hidradenitis suppurativa (Akne inversa), eine chronisch entzündliche Hauterkrankung.
    Diese Erkrankung geht mit  Zysten und Abszessen in bestimmten Körperzonen einher, wie:- Achselhöhlen,
    – Leistenbeuge,
    – gesamter Oberschenkel,
    – Perianalzone.In diesen Bereichen befinden sich Haarfollikel und apokrine Schweißdrüsen.
    Aufgrund der chronischen Schmerzen und der Eiterausscheidung aus den Blasen ist die Hidradenitis suppurativa in körperlicher, sozialer und psychologischer Hinsicht eine invalidisierende Erkrankung.

Die dorsale Handgelenkszyste ist mit Synovialflüssigkeit gefüllt und bildet sich am Gelenk oder in der Sehnenscheide. Sie darf also nicht mit einer Talgzyste verwechselt werden, die sich auf der Haut befindet.

Ursachen von Talgzysten

Die Talgzyste bildet sich infolge einer Verstopfung der Talgdrüse (bzw. ihres Ausführungsganges) aufgrund einer Verfestigung des Talgs, der somit nicht nach außen gelangen kann.

Zu den Gründen gehören:

  1. Schäden an einem Haarfollikel.Die Follikel, die durch Läsionen, Abschürfungen oder chirurgische Wunden geschädigt wurden, können von oberflächlichen Zellen verstopft werden.
  2. Die Ruptur einer Talgdrüse.
    Bei einer entzündlichen Hauterkrankung können sie leicht beschädigt werden, insbesondere Akne begünstigt die Bildung von Epidermoidzysten.
  3. Vererbung. Epidermoidzysten können sich bei Menschen mit Verwandten entwickeln, die diese Zysten ebenfalls aufweisen, wenn also eine familiäre Veranlagung vorliegt. Dermoidzysten können mit dem mit Gardner-Syndrom in Zusammenhang stehen, einer seltenen genetischen Erkrankung, die verursacht:
    • Lipome,
    • Fibrome,
    • multiple Osteome,
    • Wucherungen (Polypen) im Dickdarm.

Laut Schulmedizin hängen Talgzysten nicht mit einer schlechten Ernährung zusammen.

Risikofaktoren für Talgzysten

Nahezu jeder Mensch kann eine oder mehrere Epidermoidzysten entwickeln, die folgenden Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit:

  • Nach der Pubertät. Man kann sie in jedem Lebensalter vorfinden, aber die Epidermoidzysten entstehen selten vor der Pubertät.
  • Männliches Geschlecht. Männer haben eine größere Wahrscheinlichkeit, Epidermoidzysten zu entwickeln.
  • Akne-Anamnese. Epidermoidzysten kommen besonders häufig bei Personen vor, die eine Akne hatten.
  • Hautläsionen. Jede Art traumatischer Läsion oder Hautquetschung. Wenn zum Beispiel eine Hand in einer Autotür eingequetscht wurde, erhöht sich das Risiko für eine Epidermoidzyste.
  • Rauchen.
  • Alkohol.
  • Stress.
  • Verwendung bestimmter billiger Kosmetika.

Ist die Talgzyste gefährlich?
Nein. Epidermoidzysten sind harmlos und hängen so gut wie nie mit einem Hautkrebs (Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom) zusammen.

Symptome der Talgzyste

Die meisten Zysten sind bei der Berührung weich.

  • Kleine Zysten sind gewöhnlich nicht schmerzhaft und verursachen keinen Juckreiz.
  • Große Zysten können Beschwerden bereiten und stark schmerzen, wenn sie infiziert und entzündet sind.

Große Zysten im Gesicht und am Nacken können Druck und Schmerz verursachen.

Zeichen einer Infektion:

  • Schmerz,
  • Rötung,
  • Eiteransammlung (Eiterzyste).

Komplikationen von Talgzysten

Die entzündete Talgzyste ist gekennzeichnet durch:

  • Schmerz,
  • Schwellung,
  • Rötung.

Die eiterige Talgzyste folgt auf eine bakterielle Infektion (zum Beispiel durch Streptokokken oder Staphylokokken) und führt zu:

  • Überwärmung, die Haut ist im Bereich der Zyste wärmer,
  • Entzündung,
  • Eiteransammlung in ihrem Innern.

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Diagnose einer Talgzyste

Ärzte diagnostizieren eine Talgdrüse nach einer körperlichen Untersuchung.
Erscheint die Zyste ungewöhnlich, kann der Arzt weiterführende Untersuchungen anordnen, um mögliche Tumoren auszuschließen.
Die folgenden Untersuchungen könnten notwendig sein:

  • Ultraschall, der den Inhalt der Zyste erkennen lässt.
  • Biopsie, das bedeutet die Entnahme einer kleinen Menge des Zysteninhalts für eine histologische Untersuchung, um einen Krebs ausschließen zu können.

 


Behandlung von Talgzysten

Gewöhnlich werden Zysten, die keine ästhetischen oder funktionellen Probleme verursachen, nicht behandelt.
Eine entzündete, eröffnete oder infizierte Zyste kann wie folgt behandelt werden:

  1. Injektionen. Der Arzt kann in eine entzündete (jedoch nicht infizierte) Zyste eine Infiltration mit Kortikosteroiden oder Triamcinolon acetonid (Triam Injekt®) vornehmen, um die Entzündung zu reduzieren.
  2. Man kann Sulmycin mit Celestan V (Gentamicin + Betamethason) in die infizierte Zyste mit eitriger Sekretion einbringen, doch wichtig ist, dieses Gebilde dem Arzt zu zeigen.
  3. Laser. Um Narben zu verringern, kann der Arzt einen CO2-Laser zur Verdampfung einer Epidermoidzyste im Gesicht und an anderen empfindlichen Zonen anwenden.

 

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Wann sollte man eine Talgzyste operieren?

Der Arzt kann zur Entfernung der Zyste raten, wenn sie entzündet ist. Zudem kann der Patient darüber entscheiden, ob sie aus ästhetischen Gründen entfernt werden soll.

  1. Einschnitt und Drainage. Bei diesem Verfahren führt der Arzt einen kleinen Einschnitt in die Zyste durch und entfernt deren Inhalt.
    Auch wenn der Einschnitt und die Ableitung relativ einfach und schnell erfolgen, rezidivieren die Zysten oftmals nach einer solchen Behandlung.
  2. Totalentfernung. Diese chirurgische Vorgehensweise entfernt die gesamte Zyste und verhindert Rezidive. Die Entfernung ist am effektivsten, wenn die Zyste nicht entzündet ist.
    Ist die Zyste infiziert, kann sie nicht entfernt werden.
    Vor dem Eingriff verordnet der Arzt Medikamente zur Behandlung der Infektion, wie: Antibiotika und Kortison.
    Ist die Entzündung vergangen, kann nach vier bis sechs Wochen die Entfernung erfolgen.

    • Die Operation erfolgt ambulant und bei lokaler Betäubung.
    • Nach einer totalen Entfernung muss die Stelle vernäht werden.
    • Der Arzt zieht die Fäden etwa eine Woche nach der Totalentfernung der Zyste.
    • Die Erholungszeiten nach dem Eingriff liegen bei etwa 7-10 Tagen.
  3. Es gibt ein elektromedizinisches Gerät, das PlexR® genannt wird und die Auflösung der Zyste ohne Hauteinschnitt ermöglicht.
  4. Minimalentfernung. Manche Ärzte bevorzugen diese Technik, weil sie die Zystenwand entfernt und eine minimale Narbenbildung hinterlässt.
    Während der Prozedur führt der Arzt einen kleinen Einschnitt in die Zyste durch, entfernt deren Inhalt und danach die Zystenwand mit einem Schnitt.
    Gewöhnlich verbleibt ein kleiner Schnitt, der auf natürliche Weise heilt.

 


Naturheilmittel bei einer Talgzyste

Die natürlichen Behandlungen bei Talgzysten sind eine verträgliche und kostengünstige Möglichkeit, die oftmals eine schmerzhafte medizinische Therapie verhindert.
Obwohl diese Mittel als alternative und harmlose Behandlungen bezeichnet werden, können sie Nebenwirkungen haben. Daher sollte zuvor ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.

Feuchte Wärme: Man kann einen feuchtwarmen Wickel auf die Talgzyste auflegen, um den spontanen Abfluss und die Heilung zu begünstigen.
Heiße Heizkissen sollte man vermeiden, denn es könnte die Vermehrung der Bakterien in der Zyste begünstigen, wodurch eine Infektion verursacht werden kann.
Besser ist, über kurze Zeit nur etwas Wärme aufzulegen.
Reagiert die Zyste nicht auf den feuchtwarmen Umschlag, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Talgzyste

Talgzyste

 

Teebaumöl: Teebaumöl hat starke antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.
Da sich viele Talgzysten mit Bakterien infizieren, kann die Anwendung von Teebaumöl:

  • einer Infektion entgegenwirken,
  • die Heilung begünstigen.

Aloe vera: Manche Heilpraktiker empfehlen zur Behandlung der Talgzysten das Gel dieser Pflanze, da es die Bakterien bekämpft und den Schmerz lindert. Manche Studien zeigen, dass das Gel der Aloe vera Bakterien tötet und die Wundheilung günstig beeinflusst.

Als natürliches Heilmittel empfehlen einige Ärzte, Umschläge mit in Alkohol getränkten Baumwollläppchen vorzunehmen.

Nährstoffe, die das Immunsystem stärken: Ein starkes Immunsystem hilft dem Körper, von allein zu heilen. Verzehr von Obst, das reich an Antioxidantien ist, und Gemüse, zum Beispiel:

  • Waldbeeren,
  • Zitrusfrüchte,
  • dunkelgrünes Blattgemüse.

Man kann pflanzliche Heilmittel auf der Basis von Rotklee und Klettenwurzel einnehmen. Auf diese Weise werden:

  • das Immunsystem gestärkt,
  • Gifte aus dem Körper entfernt.

Sauberkeit. Um Infektionen zu vermeiden, die betreffende Stelle täglich mit antibakterieller Seife waschen.

Zu den natürlichen Mitteln zählen auch Ichthyolsalben, die antibakteriell wirken.

Kann ich eine Talgzyste aufdrücken?

Man könnte in Versuchung geraten, eine Zyste aufzudrücken, aber das ist keine gute Idee.
Ist die Zyste infiziert und wird ohne entsprechende Vorkehrungen eröffnet, könnte sich die Infektion ausbreiten.
Bereitet die Zyste keine Beschwerden, sollte man besser darauf verzichten.
Scheint die Blase infiziert, verursacht sie Beschwerden oder stört ihr Anblick, sollte man sich besser an einen Hautarzt wenden, um sie untersuchen zu lassen.

Wie lange bleibt sie bestehen? Prognose für Patienten mit Talgzyste

Die Prognose ist sehr gut, gewöhnlich heilt die Zyste vollständig. Zuweilen wird die Zyste ohne eine Therapie resorbiert. Manchmal rezidiviert sie.

 

 

Talgzyste ultima modifica: 2016-07-19T15:08:24+00:00 da daggy