Talgzyste

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Was ist eine Talgzyste?
Eine Talgzyste ist eine Blase, die sich unter der Haut bildet und mit einer öligen Substanz gefüllt ist.

Es handelt sich um eine kleine Erhabenheit, die sich unter der Haut entwickelt, vor allem an:

  • Gesicht (Wange, Stirn, Kinn, Nase, Jochbein, unter dem Augenlid und hinter dem Ohr)
  • Nacken und Hinterkopfbereich (hier könnte man sie mit vergrößerten Lymphknoten verwechseln)
  • Rücken
  • Brust
  • Arm
  • Analbereich und Gesäß
  • Leiste oder Genitalbereich (Skrotum und Vulva)

Die beiden häufigsten Arten der Zysten, die unter der Hautoberfläche auftreten, sind Epidermoid- und Pilarzysten.
Diese wurden als Talgzysten bezeichnet, was allerdings falsch ist, da sie nicht von den Talgdrüsen der Haut ausgehen (wie man anfangs dachte).

1. Die Epidermoidzyste ist eine Zyste, die sich in der oberen Hautschicht (Epidermis) bildet.
2. Eine Pilarzyste stammt aus ähnlichen Zellen, wie sie sich im unteren Teil der Haarfollikel befinden.
In beiden Fällen ähnelt die in der Zyste enthaltene Flüssigkeit Zahnpasta.
Diese Substanz besteht hauptsächlich aus Keratin.
3. Die dorsale Handgelenkszyste ist mit Synovialflüssigkeit gefüllt und bildet sich am Gelenk oder in der Sehnenscheide. Sie darf also nicht mit einer Talgzyste verwechselt werden, die sich auf der Haut befindet.
4. Die entzündete Zyste tritt bei einer Entzündung auf und ist gekennzeichnet durch Schmerz, Schwellung und Rötung.
5. Die Eiterzyste folgt auf eine bakterielle Infektion (zum Beispiel durch Streptokokken oder Staphylokokken) und führt zu einer Eiteransammlung in ihrem Innern.

Ursachen von Talgzysten

Verschiedene Faktoren können eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen verursachen, darunter:

  1. Schäden an einem Haarfollikel. Jedes Haar wächst aus einem Follikel, einer kleinen Hauttasche in der Dermis (Hautschicht, die sich unter der Epidermis befindet).
    Die Follikel, die durch Läsionen, Abschürfungen oder chirurgische Wunden geschädigt wurden, können von oberflächlichen Zellen blockiert werden.
  2. Die Ruptur einer Talgdrüse. Die Talgdrüsen befinden sich direkt über den Haarfollikeln.
    Diese Drüsen produzieren Talg, das ist ein Öl, das die Haut fettet und das Haar umkleidet.
    Bei einer entzündlichen Hauterkrankung können sie leicht beschädigt werden, insbesondere Akne begünstigt die Bildung von Epidermoidzysten.
  3. Entwicklungsfehler. Talgzysten können bei einem sich entwickelnden Föten entstehen, können also auch Kinder betreffen.
  4. Vererbung. Epidermoidzysten können sich bei Menschen mit Gardner-Syndrom entwickeln, einer seltenen genetischen Erkrankung, die Wucherungen im Dickdarm verursacht.

Talgzysten hängen nicht mit einer schlechten Ernährung zusammen.

Die Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung.
Diese Erkrankung geht mit schwarzen Punkten, Zysten und Abszessen in bestimmten Körperzonen wie Achselhöhlen und Leistenbeuge einher, wo sich Haarfollikel und apokrine Schweißdrüsen befinden.
Aufgrund der chronischen Schmerzen und der Eiterausscheidung aus den Blasen ist die Hidradenitis suppurativa in körperlicher, sozialer und psychologischer Hinsicht eine invalidisierende Erkrankung.
Die Therapie der Hidradenitis besteht aus einer Änderung der Ernährung und des Lebensstils sowie einer medikamentösen und chirurgischen Behandlung.

Risikofaktoren
Nahezu jeder Mensch kann eine oder mehrere Epidermoidzysten entwickeln, die folgenden Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit:

  • Nach der Pubertät. Man kann sie in jedem Lebensalter vorfinden, aber die Epidermoidzysten entstehen selten vor der Pubertät.
  • Männliches Geschlecht. Männer haben eine größere Wahrscheinlichkeit, Epidermoidzysten zu entwickeln.
  • Akne-Anamnese. Epidermoidzysten kommen besonders häufig bei Personen vor, die eine Akne hatten.
  • Zu starke Sonnenexposition. Die Zysten kommen vor allem am Kopf vor und treten häufig bei Männern und Frauen auf, die eine Verbrennung oder einen Sonnenbrand erlitten haben.
  • Hautläsionen. Jede Art traumatischer Läsion oder Hautquetschung. Wenn zum Beispiel eine Hand in einer Autotür eingequetscht wurde, erhöht sich das Risiko für eine Epidermoidzyste.

Ist die Talgzyste gefährlich?
Nein. Epidermoidzysten sind harmlos und hängen so gut wie nie mit einem Hautkrebs (Melanom) zusammen.

Symptome der Talgzyste

Talgzysten befinden sich gewöhnlich auf leicht sichtbaren Hautstellen wie Gesicht, Nacken und Körperstamm.
Das kann zu psychologischen Unannehmlichkeiten führen, da die Zysten wenig anziehend wirken.
Gewöhnlich sind die Zysten mit weißen Keratinflocken gefüllt, einer Substanz, die Bestandteil von Haut und Nägeln ist.
Die meisten Zysten sind bei der Berührung weich.
Kleine Zysten sind gewöhnlich nicht schmerzhaft und verursachen keinen Juckreiz.
Große Zysten können Beschwerden bereiten und stark schmerzen.
Große Zysten im Gesicht und am Nacken können Druck und Schmerz verursachen.

Körperbereiche, in denen sich Zysten befinden, sind meist:

  1. Kopfhaut,
  2. Gesicht (der häufigste Ort, an dem die Zysten entfernt werden),
  3. Nacken,
  4. Rücken.

Eine Talgzyste gilt als ungewöhnlich und bösartig wenn:

  1. der Durchmesser über fünf Zentimeter beträgt,
  2. nach einer Entfernung ein schnelles Rezidiv auftritt,
  3. Zeichen einer Infektion bestehen: Schmerz, Rötung und Eiteransammlung (Eiterzyste).

 

Ultraschall,Zysten,Talgzyste

Diagnose einer Talgzyste

Ärzte diagnostizieren eine Talgdrüse nach einer körperlichen Untersuchung.
Erscheint die Zyste ungewöhnlich, kann der Arzt weiterführende Untersuchungen anordnen, um mögliche Tumoren auszuschließen.
Die folgenden Untersuchungen könnten notwendig sein, wenn eine chirurgische Entfernung der Zyste gewünscht wird:

  • Computertomographie (CT), die dem Arzt dazu dient, den besten Weg zum Erreichen der Anomalie und ihrer chirurgischen Entfernung zu finden.
  • Ultraschall, der den Inhalt der Zyste erkennen lässt.
  • Biopsie, das bedeutet die Entnahme einer kleinen Menge des Zysteninhalts für eine histologische Untersuchung, um einen Krebs ausschließen zu können.

 


Behandlung von Talgzysten

Gewöhnlich werden Zysten, die keine ästhetischen oder funktionellen Probleme verursachen, nicht behandelt.
Eine entzündete, eröffnete oder infizierte Zyste kann wie folgt behandelt werden:

  1. Injektionen. Der Arzt kann in eine entzündete (jedoch nicht infizierte) Zyste eine Infiltration mit Kortikosteroiden oder Triamcinolon acetonid (Triam Injekt®) vornehmen, um die Entzündung zu reduzieren.
  2. Man kann Sulmycin mit Celestan V (Gentamicin + Betamethason) in die infizierte Zyste mit eitriger Sekretion einbringen, doch wichtig ist, dieses Gebilde dem Arzt zu zeigen.
  3. Laser. Um Narben zu verringern, kann der Arzt einen CO2-Laser zur Verdampfung einer Epidermoidzyste im Gesicht und an anderen empfindlichen Zonen anwenden.
  4. Als natürliches Heilmittel empfehlen einige Ärzte, Umschläge mit in Alkohol getränkten Baumwollläppchen vorzunehmen.

 

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Wann sollte man operieren?

Der Arzt kann zur Entfernung der Zyste raten, wenn sie infiziert oder entzündet ist. Zudem kann der Patient darüber entscheiden, ob sie aus ästhetischen Gründen entfernt werden soll.

  1. Einschnitt und Drainage. Bei diesem Verfahren führt der Arzt einen kleinen Einschnitt in die Zyste durch und entfernt deren Inhalt.
    Auch wenn der Einschnitt und die Ableitung relativ einfach und schnell erfolgen, rezidivieren die Zysten oftmals nach einer solchen Behandlung.
  2. Totalentfernung. Diese chirurgische Vorgehensweise entfernt die gesamte Zyste und verhindert Rezidive. Die Entfernung ist am effektivsten, wenn die Zyste nicht entzündet ist. Vor dem Eingriff kann der Arzt zu einer entzündungshemmenden Behandlung mit Antibiotika und Kortison oder zur Inzision mit Drainage raten.
    Ist die Entzündung vergangen, kann nach vier bis sechs Wochen die Entfernung erfolgen.
    Die Operation erfolgt ambulant.
    Nach einer totalen Entfernung muss die Stelle vernäht werden.
    Der Arzt zieht die Fäden etwa eine Woche nach der Totalentfernung der Zyste.
  3. Es gibt ein elektromedizinisches Gerät, das PlexR® genannt wird und die Auflösung der Zyste ohne Hauteinschnitt ermöglicht.
  4. Minimalentfernung. Manche Ärzte bevorzugen diese Technik, weil sie die Zystenwand entfernt und eine minimale Narbenbildung hinterlässt.
    Während der Prozedur führt der Arzt einen kleinen Einschnitt in die Zyste durch, entfernt deren Inhalt und danach die Zystenwand mit einem Schnitt.
    Gewöhnlich verbleibt ein kleiner Schnitt, der auf natürliche Weise heilt.

 


Naturheilmittel bei einer Talgzyste

Die natürlichen Behandlungen bei Talgzysten sind eine verträgliche und kostengünstige Möglichkeit, die oftmals eine schmerzhafte medizinische Therapie verhindert.
Obwohl diese Mittel als alternative und harmlose Behandlungen bezeichnet werden, können sie Nebenwirkungen haben. Daher sollte zuvor ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.

Feuchte Wärme: Man kann ein feuchtes Wärmekissen oder einen warmen Wickel auf die Talgzyste auflegen, um den Abfluss und die Heilung zu begünstigen.
Heiße Heizkissen sollte man vermeiden, denn es könnte die Vermehrung der Bakterien in der Zyste begünstigen, wodurch eine Infektion verursacht werden kann.
Besser ist, über kurze Zeit nur etwas Wärme aufzulegen.
Reagiert die Zyste nicht auf den feuchtwarmen Umschlag, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Talgzyste
Talgzyste

 

Teebaumöl: Teebaumöl hat starke antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.
Da sich viele Talgzysten mit Bakterien infizieren, kann die Anwendung von Teebaumöl einer Infektion entgegenwirken und die Heilung begünstigen.

Aloe vera: Manche Heilpraktiker empfehlen zur Behandlung der Talgzysten das Gel dieser Pflanze, da es die Bakterien bekämpft und den Schmerz lindert. Manche Studien zeigen, dass das Gel der Aloe vera Bakterien tötet und die Wundheilung günstig beeinflusst.

Nährstoffe, die das Immunsystem stärken: Ein starkes Immunsystem hilft dem Körper, von allein zu heilen. Verzehr von Obst, das reich an Antioxidantien ist, Vollkornprodukte und Gemüse, zum Beispiel Waldbeeren, Zitrusfrüchte und dunkelgrünes Blattgemüse.
Man kann pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Rotklee und Klettenwurzel einnehmen. Auf diese Weise werden das Immunsystem gestärkt und Gifte aus dem Körper entfernt.

Sauberkeit. Um Infektionen zu vermeiden, die betreffende Stelle täglich mit antibakterieller Seife waschen.

Zu den natürlichen Mitteln zählen auch Ichthyolsalben, die antibakteriell wirken.

Kann ich eine Epidermoidzyste aufdrücken?

Man könnte in Versuchung geraten, eine Epidermoidzyste aufzudrücken, aber das ist keine gute Idee.
Ist die Zyste infiziert und wird ohne entsprechende Vorkehrungen eröffnet, könnte sich die Infektion ausbreiten.
Bereitet die Zyste keine Beschwerden, sollte man besser darauf verzichten.
Scheint die Blase infiziert, verursacht sie Beschwerden oder stört ihr Anblick, sollte man sich besser an einen Hautarzt wenden, um sie untersuchen zu lassen.

Wie lange bleibt die Zyste bestehen? Prognose

Die Prognose ist sehr gut, gewöhnlich werden keine Symptome verursacht und die Zyste kann ohne eine Therapie resorbiert werden. Manchmal rezidiviert sie.