Subkutanes Lipom

Das Lipom ist ein gutartiger Tumor aus Fettzellen, die sich in einer zarten Bindegewebskapsel ansammeln, welche sich gewöhnlich dicht unter der Haut befindet.
Lipome finden sich häufig an Hals, Nacken, Oberschenkel, Arm (Oberarm oder Ellenbogen), Brust (zum Beispiel zwischen den Rippen) und in der Achselhöhle. Sie können sich überall am Körper bilden, auch im Gesicht.

Entsteht es zum Beispiel auf dem Augenlid, wird es Xanthelasma genannt.
Ein oder zwei Lipome können gleichzeitig vorhanden sein.
Lipome sind die häufigsten gutartigen Weichgewebetumoren.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass ein Lipom ein vermehrtes Risiko hat, zu einem späteren Melanom zu entarten.
Trotzdem können sich Lipome manchmal zu einem bösartigen Tumor verändern, der Liposarkom genannt wird.
Diese sind groß (5 cm und mehr im Durchmesser) und wachsen rapide.
Wer sich Sorgen macht, weil ein Lipom an Größe zunimmt, sollte einen Arzt konsultieren.

 

Arten von Lipomen

Wissenschaftler haben den Lipomen je nach der Position ihres Auftretens Namen gegeben.
Gutartige Tumoren enthalten Fettgewebe, Kollagen, andere Fasergewebe oder Gefäßstrukturen.
Gewöhnlich sind sie erblich, sie können sich aber auch nach Gewebeverletzungen oder nach einem Trauma bilden.
In der Regel benötigen Personen, die solch einen Weichgewebetumor haben, keine Therapie, es sei denn, dass die Tumormasse auf einen Nerv drückt und somit unangenehm ist.
In seltenen Fällen können sie Blutungen verursachen.

Angiolipome entwickeln sich meistens als Knotenstrukturen auf Armen oder auf der Brust Jugendlicher.
Dieser Tumortyp trägt diesen Namen, weil neben dem Fett oder adipösem Gewebe die Tumormasse komplexe Gefäßstrukturen enthält. Menschen, die diese Zellansammlungen haben, klagen gewöhnlich über Beschwerden.

 

Subkutanes Lipom

Gewöhnlich ist die Tumormasse schmerzlos und unter der Haut gut verschiebbar. Diese Art von Lipom ist die häufigste und enthält Fettgewebe, das außen fibrös umschlossen ist.
Diese Tumormasse kann eine Größe bis zu einigen Zentimetern haben.

Pleomorphes Lipom
Das pleomorphe Lipom erscheint gewöhnlich im Nacken, am oberen Rücken (dorsal oder lumbal) und an der Schulter. Im Gegensatz zu der typischen Knotenstruktur variiert der Inhalt dieser Masse im Fettgehalt, der 10% bis 90% betragen kann.
Fettgewebe findet sich zusammen mit Bündeln kollagener Fasern, Blutgefäßen und Hohlräumen.


Spindelzell-Lipom
Das Spindelzell-Lipom ist eine seltene Variante eines atypischen Fettgewebetumors (d.h. des gut differenzierten Liposarkoms) und muss unterschieden werden von einem undifferenzierten Liposarkom mit metastasierendem Potential und einem gutartigem Spindelzell-Lipom.

Das Spindelzell-Lipom wird oft mit einem Liposarkom verwechselt.
Diese Wucherungen sind oft viel derber zu tasten als ein typisches Lipom.
Das Spindelzell-Lipom ist von grauer, weißer und gelblicher Farbe. Neben Fettgewebe enthält der Tumor faserige Bündel, Spindelzellen und Schleim.
Gewöhnlich werden diese Tumormassen bei Männern zwischen 45 und 70 Jahren beobachtet.

Das Fibrolipom ist eine Kombination von Fett- und Bindegewebe.
Es kann sich überall am Körper entwickeln, findet sich aber meistens um den Mund oder auf den Lippen, sowie überall im Darmtrakt.
Oft können diese Massen Druck auf einen Nerv ausüben oder ein Lymphödem verursachen. Auch Blutungen können auftreten.

Die seltenste Form ist das Myelolipom. Diese Tumoren enthalten Fettgewebe, aber auch weiße und rote Blutkörperchen sowie Thrombozyten und ähneln dem Knochenmark.
Sie entwickeln sich ausschließlich im Inneren oder außerhalb der Nebennieren.
Oft ist das Myelolipom bei Männern zwischen 40-60 Jahren anzutreffen.
Die betreffenden Patienten können Blut im Urin vorfinden und unter Bluthochdruck und Druckschmerzen am Organ leiden.

Das Lipoma racemosum ist eine Tumormasse, die nicht von einer abgrenzenden Kapsel umschlossen ist. Deshalb muss der Chirurg bei der Entfernung dieses Lipoms überprüfen, ob das ganze betroffene Fettgewebe entfernt worden ist.

 

Liposarkom

Die seltene Krebserkrankung des Fettgewebes heißt Liposarkom. Es bildet sich fast nie in der Haut.
Das Liposarkom ist ein tiefliegender Tumor und entwickelt sich meist am Bein (am äußeren Quadrizeps), inguinal oder hinter dem Bauchfell.
Wächst das Lipom stark oder wird schmerzhaft, sollte der Arzt hinzugezogen werden.
Eine Hautbiopsie kann notwendig werden, um ein Liposarkom auszuschließen.

Klinische Charakteristiken
1. Bei älteren Menschen, vor allem bei Männern, sind die meisten Liposarkome der Haut (Unterhautgewebe) atypische Lipomatosen (gut differenziert).
2. Das myxoide Liposarkom kommt selten in Haut und Unterhaut vor (es tritt in weichen, tieferen Gewebsschichten auf).
3. Das pleomorphe Liposarkom tritt in Ausnahmefällen als Primärtumor der Haut auf.

 

Klassifikation der Lipome aufgrund ihrer Lokalisation

Die Lipomtypen aufgrund des Bereichs, in dem sie auftreten, sind:

  • intramurales Lipom (betrifft den Dickdarm)
  • intestinales Lipom
  • kardiales Lipom (tritt in Bereichen des Herzens auf, kann gefährlich werden, wenn Herzklappen betroffen sind)
  • viszerales Lipom (kann an Organen oder in den Eingeweiden des Körpers auftreten, zum Beispiel an den Nieren)
  • meningeales Lipom
  • gastrales Lipom (in der Submukosa der Magenschleimhaut)
  • palmares Lipom (auf der Handfläche)
  • Lipom am Filum terminale (bildet sich im Innern eines Ligaments, das vom Ende des Rückenmarkes bis zum Steißbein verläuft)
  • sakrales Lipom (im Bereich des Kreuzbeins)
  • subkutanes oberflächliches Lipom


Ein intramuskuläres Lipom ist ein gutartiger, aus Fettgewebezellen bestehender Tumor, der sich im Inneren von Muskelgewebe bildet.
Man findet es an Kopf, Hals, Rücken und Beinen.
Es besteht aus einem Fettgewebetumor, der sich innerhalb von Muskelfasern bildet. Vergleichsweise entwickelt sich ein intermuskuläres Lipom zwischen den Muskelgruppen. Die Tumorart ist in beiden Fällen identisch.
Der Tumor stellt sich als Vorwölbung dar, die zu einer Hernie in der Haut führen kann.
Die meisten dieser intramuskulären Fettmassen sind sehr klein, sie messen weniger als 1 oder 2 Zentimeter im Durchmesser.
Aufgrund seiner Position ist ein intramuskuläres Lipom viel lästiger als andere Lipomarten.

 

Wie unterscheidet man ein Lipom von anderen Hautwucherungen

Es gibt viele Arten von Hauttumoren, doch ein Lipom weist üblicherweise bestimmte Merkmale auf.
Hat man den Verdacht auf ein Lipom, findet man in der Regel folgende Merkmale:
1. weicher Tastbefund, leicht zwischen den Fingern verschiebbar,
2. klein,
3. unmittelbar unter der Haut,
4. blass und farblos.
Das Lipom ist nur dann schmerzhaft, wenn es unter der Haut auf einem Nerven wächst.
Typischerweise sind Lipome weich und man kann ihre Verschieblichkeit unter der Haut spüren, wenn man auf sie drückt.

 

Subkutane Lipome

Lipome bilden sich oft im Fettgewebe unter der Haut.
Sie sind am augenfälligsten, weich und haben die Form einer Ausbuchtung.
Unterhautlipome können eine unterschiedliche Größe von einer Erbse bis zu einigen Zentimetern im Durchmesser haben (Riesenlipom).
Die häufigsten Stellen, an denen sich diese Lipome bilden, sind Schultern, Brust und Rücken, doch auch an anderen Hautzonen kann ein Lipom auftreten.

Lipom,Oberschenkel,BeinAndere Körperbereiche
Selten kann sich ein Lipom im Inneren des Körpers bilden.
Allerdings ist sich die Person, die eine solche Art von Geschwulst hat, dessen nicht bewusst, weil man sie nicht sieht und sie auch nur selten Probleme macht.

 

Wer hat ein Lipom und wie häufig ist es?

Jeder kann in jedem Alter ein Lipom entwickeln.
Lipome sind häufig, etwa 1 Person von 1.000 entwickelt eins oder mehrere im Leben. Manche Menschen haben eine erbliche Disposition, Lipome zu entwickeln und können verschiedene Fettgewebsmassen im Körper entwickeln.
Es gibt Menschen, die mehr als 20 Lipome aufweisen. Häufiger ist allerdings, dass nur ein oder zwei solcher Tumoren auftreten.
Lipome können bei normalgewichtigen oder bei übergewichtigen Personen auftreten, die Ernährung hat demnach keinen Einfluss.

 

Was sind die Symptome eines Lipoms?

Für sich genommen sind Lipome keine schwerwiegende Erkrankung und größtenteils verursachen sie keine Symptome oder Probleme.
Sie wachsen sehr langsam.
Manchmal kann ein subkutanes Lipom sehr unangenehm sein, weil es bis zu einigen Zentimetern heranwächst. Selten kann ein Lipom auf andere Strukturen drücken und dadurch zu gesundheitlichen Problemen führen.
Zum Beispiel kann es Schmerzen verursachen, wenn es auf einen Nerv drückt.
Ein Lipom kann sich in seltenen Fällen in der Darmwand bilden und zu Bauchschmerzen oder Darmverschluss führen.
Manchmal führen Magnetresonanztomographie oder andere Untersuchungen zur zufälligen Entdeckung eines Lipoms im Körperinneren.

Es gibt eine Erbkrankheit, die Lipomatose nach Krabbe, bei der sich Fettzellgruppen unter der Haut formieren und Fettknoten bilden. Dies ist eine seltene und erbliche Erkrankung.

 

Warum bilden sie sich? Ursachen

Die genaue Ursache des Lipoms ist unbekannt.
Oft sind Lipome erblich bedingt, genetische Faktoren spielen also bei ihrer Entwicklung eine Rolle.

Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren können das Risiko, ein Lipom zu entwickeln, erhöhen. Darunter sind:
1. Lebensalter zwischen 40 und 60 Jahren, obgleich sich Lipome in jedem Alter entwickeln können. Lipome treten selten bei Kindern auf.
2. Verschiedene Krankheiten. Menschen mit anderen gesundheitlichen Störungen, darunter Adipositas dolorosa, die Madelung-Deformität, das Cowden-Syndrom und das Gardener-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko, multiple Lipome zu entwickeln.
3. Manche Wissenschaftler meinen, dass es eine posttraumatische Ursache gibt.

 

Therapie des Lipoms

Nachdem ein Geschwür entdeckt wird, das langsam auf der Haut heranwächst, sollte man vor einem Arztbesuch bedenken, ob es andere Symptome gibt, unter denen man leidet.
Eine Auflistung aller verwendeten Arzneimittel hilft zur Identifizierung und zum Ausschluss anderer Ursachen, die zur Bildung der Tumormasse geführt haben könnten.

Beobachtung
Da Lipome gutartige Geschwülste sind, benötigen sie unter Umständen, abhängig von ihren Symptomen, keine Therapie.
Wenn keine Behandlung notwendig ist, ist die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt wegen eventueller Veränderungen wichtig.
Ein Lipom kann mit einer Zyste verwechselt werden.

Die wichtigsten Behandlungen beim Lipom sind Kortisoninfiltrationen oder Injektion von Phosphatidylcholin.
Dieses Mittel bewirkt eine Reduzierung des Lipoms, kann aber nicht die gesamte Fettmenge verringern.
Die Injektionen bewirken eine Lipolyse (Fettabbau).

Fettabsaugung ist ein anderes wirksames Verfahren.
Bei diesem Verfahren wird mit einer Kanüle und einer großen Spritze die Fettmasse entfernt.
Dies ist eine Möglichkeit, wenn das Lipom weich ist und einen kleinen Bindegewebsanteil hat.
Ein Rezidiv kann nicht vermieden werden, besonders dann nicht, wenn es sich um ein großes Lipom handelt.

Exzision (Entfernung)
Die Therapie, die der vollständigen Entfernung eines Lipoms dient, ist eine einfache chirurgische Operation.
Vorgehensweise. Bei einer solchen Intervention wird um die Geschwulst ein lokales Anästhetikum gespritzt, um den Bereich zu betäuben.
Große oder tiefsitzende Lipome werden in einer Leitungsbahnanästhesie oder Vollnarkose entfernt.
Nach der Anästhesie führt der Arzt einen Hautschnitt durch und entfernt den Tumor.

Genesung. Nach dem Eingriff ist man gewöhnlich in der Lage, nach Hause zu gehen.
Es wird eine kleine Hautnaht gemacht, deren Fäden der Arzt nach zwei Wochen entfernt.
Wie lange man braucht, um wieder voll seinen täglichen Aktivitäten nachgehen zu können, hängt von der Größe und Lage des Lipoms ab.
Bei Schmerzen und Beschwerden ist es angezeigt, gewisse Tätigkeiten einzuschränken.

Rezidive. Lipome sind fast immer durch einfache Exzisionen zu entfernen. Es ist selten, dass ein Lipom erneut entsteht, aber ist das der Fall, ist eine erneute Exzision auch in diesem Fall die beste Behandlungsmethode.

 

Wann sollte ein Lipom operiert werden?

In der Regel rät der Arzt zu einer chirurgischen Entfernung, wenn:

  • der Patient konstante Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl in dem Bereich verspürt;
  • sich eine Infektion oder Entzündung in dem Bereich entwickelt;
  • das oder die Lipome ein Hindernis im täglichen Befinden darstellen, wenn sie Beschwerden machen oder kontinuierlich an Größe zunehmen.

In der Regel erfolgt die Operation ambulant.

Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich, es sei denn, dass innere Organe betroffen sind.

Eine Lokalanästhesie ist ausreichend, um ein oberflächliches Lipom zu entfernen.

 

Falsche Vorstellungen über Lipome

Die American Cancer Society klassifiziert Lipome als gutartige Tumoren.
Die Tumore können kanzerös sein, doch Lipome sind nicht bösartig. Das bedeutet, dass eine Ausbreitung von Lipomen nicht möglich ist.
Die Krankheit verbreitet sich nicht in Muskeln oder anderes umgebendes Gewebe.
Das Lipom ist nicht tödlich.
Ein Lipom kann man nicht mit Naturheilmitteln verringern.
Eis und Wärmepackungen können bei anderen Arten von Hautschwellungen helfen, sie nützen aber nichts bei Lipomen, weil diese auf Fettzellen basieren.
Ultraschall hilft nicht, Lipome zu beseitigen.