Subkutanes Lipom

Das Lipom ist ein gutartiger Tumor aus Fettzellen, die sich allmählich in einer zarten Bindegewebskapsel ansammeln, welche sich gewöhnlich dicht unter der Haut befindet.
Ein Lipom ist kein Karzinom und entwickelt sich nicht zu einem bösartigen Tumor.
Lipome finden sich häufig an:

  • Hals,
  • Nacken,
  • Oberschenkel,
  • Arm (Oberarm oder Ellenbogen),
  • Brust (zum Beispiel zwischen den Rippen),
  • Achselhöhle.

Sie können sich überall am Körper bilden, auch im Gesicht.


Ein oder zwei Lipome können gleichzeitig vorhanden sein.
Lipome sind die häufigsten gutartigen Weichgewebetumoren.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass ein Lipom ein vermehrtes Risiko hat, zu einem späteren Melanom zu entarten.
Trotzdem können sich Lipome manchmal zu einem bösartigen Tumor verändern, der Liposarkom genannt wird.
Diese sind in der Regel:

  • groß (5 cm und mehr im Durchmesser),
  • wachsen rapide.

Wer sich Sorgen macht, weil ein Lipom an Größe zunimmt, sollte einen Arzt konsultieren.

Ein Lipom kann sich auch im Fettgewebe der inneren Organe entwickeln, beispielsweise in:

  • Brust,
  • Niere,
  • Verdauungsapparat und Darm.

 

Lipom,Oberschenkel,BeinArten von Lipomen

In der Regel geben die Forscher den Lipomen ihren Namen:

  • nach der Position ihres Auftretens,
  • nach dem Gewebe, aus dem sie bestehen.

Gutartige Tumoren enthalten Fettgewebe und möglicherweise:

  • Kollagen und andere Fasergewebe (Fibrolipom),
  • Gefäßstrukturen(Angiolipom oder Angiomyolipom),
  • Muskelgewebe (Fibromyolipom).

Gewöhnlich sind sie erblich, sie können sich aber auch entwickeln infolge von:

  • Gewebeverletzungen,
  • Trauma.

In der Regel benötigen Personen, die solch einen Weichgewebetumor haben, keine Therapie, es sei denn, dass die Tumormasse auf einen Nerv drückt und somit unangenehm ist.
In seltenen Fällen kann ein Lipom des Zwölffingerdarms Blutungen im Verdauungsapparat verursachen.

Angiolipom

  • Angiolipome entwickeln sich meistens als Knotenstrukturen auf Armen oder auf der Brust Jugendlicher.
  • Dieser Tumortyp trägt diesen Namen, weil neben dem Fett oder adipösem Gewebe die Tumormasse komplexe Gefäßstrukturen enthält.
  • Menschen, die diese Zellansammlungen haben, klagen gewöhnlich über Beschwerden.

 

Subkutanes Lipom

  • Gewöhnlich ist die Tumormasse schmerzlos und unter der Haut gut verschiebbar. Diese Art von Lipom ist die häufigste und enthält Fettgewebe, das von einer Bindegewebskapsel umschlossen ist.
  • Unterhautlipome können eine unterschiedliche Größe von einer Erbse bis zu einigen Zentimetern im Durchmesser haben (Riesenlipom).

Pleomorphes Lipom
Das pleomorphe Lipom erscheint gewöhnlich:

  • im Nacken,
  • am oberen Rücken (dorsal oder lumbal),
  • an der Schulter.

Im Gegensatz zu der typischen Knotenstruktur variiert der Inhalt dieser Masse im Fettgehalt.
Im Fettgewebe kommen auch multinukleare Riesenzellen in verschiedenen Formen vor.

Spindelzell-Lipom

  • Das Spindelzell-Lipom ist eine seltene Variante eines gutartigen, atypischen Fettgewebetumors.
  • Das Spindelzell-Lipom wird oft mit einem Liposarkom (maligner Tumor) verwechselt.
    Diese Wucherungen sind oft viel derber zu tasten als ein typisches Lipom.
    Das Spindelzell-Lipom ist von grauer, weißer und gelblicher Farbe. Neben Fettgewebe enthält der Tumor faserige Bündel aus Spindelzellen.
  • Gewöhnlich werden diese Tumormassen bei Männern zwischen 45 und 70 Jahren beobachtet.

Fibrolipom

  • Das Fibrolipom ist eine Kombination von Fett- und Bindegewebe.
  • Es kann sich überall am Körper entwickeln, findet sich aber meistens um den Mund oder auf den Lippen, sowie überall im Darmtrakt.
  • Oft können diese Massen:
    • Druck auf einen Nerv ausüben,
    • ein Lymphödem verursachen.

Myelolipom
Die seltenste Form ist das Myelolipom. Diese Tumoren enthalten:

  • Fettgewebe,
  • weiße und rote Blutkörperchen sowie Thrombozyten, ähnlich wie das  Knochenmark.

Sie entwickeln sich ausschließlich im Inneren oder außerhalb der Nebennieren.
Das Myelolipom:

  • ist oft bei Männern zwischen 40-60 Jahren anzutreffen,
  • zeigt meist keine Symptome,
  • wird häufig zufällig entdeckt.

Die betreffenden Patienten können Symptome feststellen, wie:

  • Blut im Urin,
  • Bluthochdruck,
  • Druckschmerzen am Organ.

Lipoma racemosum
Das Lipoma racemosum ist eine gutartige Tumormasse, die nicht von einer abgrenzenden Kapsel umschlossen ist. Deshalb muss der Chirurg bei der Entfernung dieses Lipoms überprüfen, ob das ganze betroffene Fettgewebe entfernt worden ist.

 

Liposarkom

Die seltene Krebserkrankung des Fettgewebes heißt Liposarkom. Es bildet sich fast nie unter der Haut.
Das Liposarkom ist ein tiefliegender Tumor und entwickelt sich meist:

  • am Bein (am äußeren Quadrizeps),
  • inguinal,
  • am Ober-und Unterarm,
  • im Bauchfell.

Wächst das Lipom stark oder wird schmerzhaft, sollte der Arzt hinzugezogen werden.
Eine Hautbiopsie kann notwendig werden, um ein Liposarkom auszuschließen.

Liposarkom-Typen

  1. Bei älteren Menschen, vor allem bei Männern, sind die meisten Liposarkome der Haut (Unterhautgewebe) atypische Lipomatosen (gut differenziert). Dies ist eine tumorale Zwischenform zwischen Lipomen (gutartig) und Liposarkomen (bösartig).
  2. Das myxoide Liposarkom kommt selten in Haut und Unterhaut vor (es tritt in weichen, tieferen Gewebsschichten auf).
  3. Das pleomorphe Liposarkom tritt in Ausnahmefällen als Primärtumor der Haut auf.

Klassifikation der Lipome aufgrund ihrer Lokalisation

Die Lipomtypen aufgrund des Bereichs, in dem sie auftreten, sind:

  • intramurales Lipom (betrifft den Dickdarm)
  • intestinales Lipom
  • kardiales Lipom (tritt in Bereichen des Herzens auf, kann gefährlich werden, wenn Herzklappen betroffen sind)
  • viszerales Lipom (kann an Organen oder in den Eingeweiden des Körpers auftreten, zum Beispiel an den Nieren)
  • meningeales Lipom
  • gastrales Lipom (in der Submukosa der Magenschleimhaut)
  • palmares Lipom (auf der Handfläche)
  • Lipom am Filum terminale (bildet sich im Innern eines Ligaments, das vom Ende des Rückenmarkes bis zum Steißbein verläuft)
  • sakrales Lipom (im Bereich des Kreuzbeins)
  • subkutanes oberflächliches Lipom

Intramuskuläres Lipom
Ein intramuskuläres Lipom ist ein gutartiger, aus Fettgewebezellen bestehender Tumor, der sich im Inneren von Muskelgewebe bildet.
Man findet es an;

  • Kopf,
  • Hals,
  • Rücken,
  • Beinen.

Es besteht aus einem Fettgewebetumor, der sich innerhalb von Muskelfasern bildet. Ein intermuskuläres Lipom entwickelt sich zwischen den Muskelgruppen. Die Tumorart ist in beiden Fällen identisch.
Der Tumor stellt sich als Vorwölbung der Haut dar.
Die meisten dieser intramuskulären Fettmassen sind sehr klein, sie messen weniger als 1 oder 2 Zentimeter im Durchmesser.
Aufgrund seiner Position ist ein intramuskuläres Lipom viel lästiger als andere Lipomarten.

Andere Körperbereiche
Selten kann sich ein Lipom im Inneren des Körpers bilden.
Allerdings ist sich die Person, die eine solche Art von Geschwulst hat, dessen nicht bewusst, weil man sie nicht sieht und sie auch nur selten Probleme macht.

 

Wie unterscheidet man ein Lipom von anderen Hautwucherungen

Es gibt viele Arten von Hauttumoren, doch ein Lipom weist üblicherweise bestimmte Merkmale auf.
Hat man den Verdacht auf ein Lipom, findet man in der Regel folgende Merkmale:

  1. weicher Tastbefund, leicht zwischen den Fingern verschiebbar,
  2. unmittelbar unter der Haut,
  3. blass oder hautfarben.

Das Lipom ist nur dann schmerzhaft, wenn es unter der Haut auf einem Nerven wächst.
Typischerweise sind Lipome weich und man kann ihre Verschieblichkeit unter der Haut spüren, wenn man auf sie drückt.
Eine Zyste kann man zusammendrücken, aber sie verschiebt sich nicht seitlich, außerdem hat sie einen flüssigen Inhalt.

 

Wer hat ein Lipom und wie häufig ist es?

  • Jeder kann in jedem Alter ein Lipom entwickeln.
  • Lipome sind häufig, etwa 1 Person von 1.000 entwickelt eins oder mehrere im Leben.
  • Manche Menschen haben eine erbliche Disposition, Lipome zu entwickeln und können verschiedene Fettgewebsmassen im Körper entwickeln.
    Es gibt Menschen, die bis zu 20 Lipome aufweisen (Lipomatose).
  • Häufiger ist allerdings, dass nur ein oder zwei solcher Tumoren auftreten.
  • Lipome können bei normalgewichtigen oder bei übergewichtigen Personen auftreten, die Ernährung hat demnach keinen Einfluss.

 

Ursachen des subkutanen Lipoms

Die genaue Ursache des Lipoms ist unbekannt.
Oft sind Lipome erblich bedingt, genetische Faktoren spielen also bei ihrer Entwicklung eine Rolle.

Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren können das Risiko, ein Lipom zu entwickeln, erhöhen. Darunter sind:
1. Lebensalter zwischen 40 und 60 Jahren, obgleich sich Lipome in jedem Alter entwickeln können. Lipome treten selten bei Kindern auf.
2. Verschiedene Krankheiten. Menschen mit anderen Störungen haben ein erhöhtes Risiko, multiple Lipome zu entwickeln, darunter:

  • eine seltene Erbkrankheit, die Lipomatose nach Krabbe, bei der sich Fettzellgruppen unter der Haut formieren und in verschiedenen Körperbereichen schmerzhafte Fettknoten bilden; an:
    • Armen,
    • Rumpf,
    • Oberschenkeln.
  • Adipositas dolorosa (Morbus Dercum),
  • Madelung-Krankheit (multiple und asymmetrische Lipomatose),
  • Cowden-Syndrom,
  • Gardener-Syndrom.

3. Manche Wissenschaftler meinen, dass es eine posttraumatische Ursache gibt.

 

Symptome eines Lipoms

  • Für sich genommen sind Lipome keine schwerwiegende Erkrankung und größtenteils verursachen sie keine Symptome oder Probleme.
  • Sie wachsen sehr langsam.
  • Manchmal kann ein subkutanes Lipom sehr unangenehm sein, weil es bis zu einigen Zentimetern heranwächst.
  • Selten kann ein Lipom auf andere Strukturen drücken und dadurch zu gesundheitlichen Problemen führen.
    Zum Beispiel kann es Schmerzen verursachen, wenn es auf einen Nerv drückt.
  • Ein Lipom kann sich in seltenen Fällen in der Darmwand bilden und Symptome hervorrufen wie:
    • Bauchschmerzen,
    • Darmverschluss.
  • Manchmal führen Magnetresonanztomographie oder andere Untersuchungen zur zufälligen Entdeckung eines Lipoms im Körperinneren.

 

 

Therapie des Lipoms

Nachdem ein Geschwür entdeckt wird, das langsam auf der Haut heranwächst, sollte man bedenken, ob es andere Symptome gibt, unter denen man leidet.
Eine Auflistung aller verwendeten Arzneimittel hilft zur Identifizierung und zum Ausschluss anderer Ursachen, die zur Bildung der Tumormasse geführt haben könnten.

Beobachtung
Da Lipome gutartige Geschwülste sind, benötigen sie unter Umständen, abhängig von ihren Symptomen, keine Therapie.
Wenn keine Behandlung notwendig ist, ist die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt wegen eventueller Veränderungen wichtig.
Ein Lipom kann mit einer Zyste verwechselt werden.

Kortisoninfiltrationen
Die wichtigsten Behandlungen beim Lipom sind Kortisoninfiltrationen oder Injektion von Phosphatidylcholin.
Dieses Mittel bewirkt eine Reduzierung des Lipoms, kann aber nicht die gesamte Fettmenge beseitigen.
Die Injektionen bewirken eine Lipolyse (Fettabbau).

Fettabsaugung
Fettabsaugung ist ein anderes wirksames Verfahren.
Bei diesem Verfahren wird mit einer Kanüle und einer großen Spritze die Fettmasse entfernt.
Dies ist eine Möglichkeit, wenn das Lipom weich ist und einen kleinen Bindegewebsanteil hat.
Ein Rezidiv kann nicht vermieden werden, besonders dann nicht, wenn es sich um ein großes Lipom handelt.

Exzision (Entfernung)
Die Therapie, die der vollständigen Entfernung eines Lipoms dient, ist eine einfache chirurgische Operation.
Vorgehensweise. Bei einer solchen Intervention wird um die Geschwulst ein lokales Anästhetikum gespritzt, um den Bereich zu betäuben.
Große oder tiefsitzende Lipome werden in einer Leitungsbahnanästhesie oder Vollnarkose entfernt.
Nach der Anästhesie führt der Arzt:

  • einen Hautschnitt durch
  • und entfernt den Tumor.

Genesung. Nach dem Eingriff ist man gewöhnlich in der Lage, nach Hause zu gehen.
Es wird eine kleine Hautnaht gemacht, deren Fäden der Arzt nach zwei Wochen entfernt.
Wie lange man braucht, um wieder voll seinen täglichen Aktivitäten nachgehen zu können, hängt ab von:

  • Größe,
  • Lage des Lipoms.

Rezidive. Lipome sind fast immer durch einfache Exzisionen zu entfernen. Es ist selten, dass ein Lipom erneut entsteht, aber ist das der Fall, ist eine erneute Exzision auch in diesem Fall die beste Behandlungsmethode.

Wann sollte ein Lipom operiert werden?

In der Regel rät der Arzt zu einer chirurgischen Entfernung, wenn:

  • der Patient konstante Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl in dem Bereich verspürt;
  • sich eine Infektion oder Entzündung in dem Bereich entwickelt;
  • das oder die Lipome ein Hindernis im täglichen Befinden darstellen, wenn sie Beschwerden machen oder kontinuierlich an Größe zunehmen.

In der Regel erfolgt die Operation ambulant.
Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich, es sei denn, dass innere Organe betroffen sind.
Eine Lokalanästhesie ist ausreichend, um ein oberflächliches Lipom zu entfernen.

 

Falsche Vorstellungen über Lipome

Die American Cancer Society klassifiziert Lipome als gutartige Tumoren.
Die Tumore können kanzerös sein, doch Lipome sind nicht bösartig. Das bedeutet, dass eine Ausbreitung von Lipomen nicht möglich ist.
Die Krankheit verbreitet sich nicht in Muskeln oder anderes umgebendes Gewebe.
Das Lipom ist nicht tödlich.
Ein Lipom kann man nicht mit Naturheilmitteln verringern.
Eis und Wärmepackungen können bei anderen Arten von Hautschwellungen helfen, sie nützen aber nichts bei Lipomen, weil diese auf Fettzellen basieren.
Ultraschall hilft nicht, Lipome zu beseitigen.

 

Subkutanes Lipom ultima modifica: 2015-03-26T09:21:08+00:00 da daggy