Wirkung von Stoßwellen

Die Stoßwellentherapie ist eine nicht-invasive Behandlung, die die Heilung vieler Arten von orthopädischen Verletzungen im Weichgewebe fördert.

Die Stoßwelle basiert auf der Anwendung von hochenergetischen akustischen Impulsen auf das betreffende Körpergewebe. Jede Stoßwellenbehandlung dient dazu, die Stoffwechselaktivität in der Umgebung des Schmerzbereichs zu erhöhen.

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Stoßwellen bei Verkalkung der Schulter

Dabei werden die Absorption von reizauslösenden Kalkablagerungen in den Sehnen und der natürliche Heilungsprozess des Körpers stimuliert, wodurch der Schmerz verringert wird.

Gewöhnlich sind drei Behandlungen mit Stoßwellen im Abstand von einer Woche erforderlich, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Die Behandlung erfolgt, indem der Schallkopf des Stoßwellengerätes auf die betroffene Region gerichtet wird. Die Behandlungen dauern etwa 8 Minuten und können etwas unangenehm sein. Doch meist werden sie gut von allen toleriert.
Die meisten Patienten spüren schon nach der ersten Behandlung signifikante Veränderungen.

In Europa werde die Stoßwellen in der Physiotherapie zur Heilung von Tennisarm, Plantarfasziitis, Läsionen der Rotatorenmanschette, Verkalkungen in den Sehnen der Schulter, Femorkopfnekrosen, unvollständiger Bruchheilung, Pseudarthrose, Verbrennungen, Osteomyelitis und myofaszialen Schmerzen verwendet. Eine kürzlich erfolgte Studie hat die potenzielle Anwendung von Stoßwellen bei Parodontalerkrankungen, bei infizierten Wunden und bei der Beschleunigung der Kallusbildung bei Frakturen untersucht.
Stoßwellen wurden von der U.S. Food and Drug Administration zur Anwendung bei Patienten mit Plantarfasziitis und Tennisarm zugelassen, die nach sechs monatlicher konservativer Behandlung keine Besserung erfuhren.
Die klinischen Studien weisen eine Erfolgsquote von mehr als 75% auf.

Während der Therapie interagieren Schallwellen von hoher Intensität mit dem Körpergewebe. Dies führt zu einer Kaskade vorteilhafter Effekte, wie das Wachstum neuer Blutgefäße, die Auflösung chronischer Entzündungsherde, die Stimulation des Kollagens und die Auflösung von Kalkansammlungen.
Die Anregung dieser biologischen Mechanismen schafft ein optimales Heilungsmilieu. Während der betroffene Bereich zur Normalität zurückkehrt, wird die Funktionalität des Körperteils wiederhergestellt und der Schmerz wird gelindert.

Die Stoßwelle ist eine wirksame, nicht-invasive Lösung bei chronischen Schmerzen von Schulter, Fuß, Knie und Ellenbogen.

 


Definition von Stoßwellen

Stoßwellen sind akustische Wellen mit einer extrem hohen Energiespitze, ähnlich derer, die in der Atmosphäre nach explosionsartigen Vorgängen wie Blitzschlag auftreten.
Stoßwellen unterscheiden sich von Ultraschallwellen durch ihren Druck. Außerdem besteht Ultraschall aus periodischen Schwingungen, während die Stoßwelle ein einzelner Impuls ist.

 

Entwicklung der Stoßwelle

Die Bezeichnung „Stoßwelle“ bezieht sich auf mechanische Druckimpulse, die sich wie eine Welle im Innern des menschlichen Körpers ausbreiten. 1980 wurde die Stoßwelle zum ersten Mal angewendet, um bei einem Patienten Nierensteine zu beseitigen. Im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte wurde diese Methode zur bevorzugten Standardtherapie bei Nieren- und Harnleitersteinen.

 

Therapeutische Wirkung von Stoßwellen

Stoßwellen werden (im Gegensatz zur Lithotripsie) nicht angewandt, um Gewebe aufzulösen, sondern um mikroskopisch biologisch interstitielle und extrazelluläre Wirkungen zu erzielen, die die Regenration des Gewebes beinhalten.
In der modernen Schmerztherapie wird die Energie der akustischen Welle vom Entstehungsort, dem Wellengenerator, auf den betroffenen Körperbereich geleitet. Genau auf diesen Punkt werden die heilenden Eigenschaften übertragen.

 

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Stoßwellen auf die Plantarfaszie

Klinische Indikationen

Im Laufe der Zeit wurden die Stoßwellen zu einer wirksamen und nicht-invasiven Methode zur lokalen Behandlung von Muskel- und Skeletterkrankungen, darunter: Epikondylitis, Fersensporn und Plantarfasziitis, Erkrankungen der Rotatorenmanschette, Triggerpunkte, chronische Tendinopathien und viele andere Erkrankungen.

 

Wie interagieren Stoßwellen und Gewebe bei der Therapie?

Dieses Bombardement auf das Gewebe erzeugt eine Reihe biologischer Reaktionen mit der Folge von Neovaskularisierungen (Entwicklung neuer Blutgefäße), was wiederum den Heilungsprozess stark beschleunigt.

Neovaskularisierung
Die Durchblutung ist notwendig, um den Prozess der Regeneration geschädigter Gewebestrukturen anzuregen und zu erhalten.
Die Anwendung von Schallwellen erzeugt kapillare Mikrorupturen in Sehnen und Knochen und erhöht dadurch auf signifikante Weise die Anzahl der Wachstumsfaktoren.
Diese Prozesse stimulieren Wachstum und Umbau der neuen Arteriolen.
Die neuen Blutgefäße verbessern die Blut- und Sauerstoffversorgung, was zu einer schnelleren Heilung von Sehnen und Knochen führt.


Auflösen chronischer Entzündung
Stoßwellen können das lokale chemische Milieu verändern. Eine chronische Entzündung tritt auf, wenn die Entzündungsreaktion nicht vollständig zu stoppen ist.
Das kann gesunde Bereiche im Körper schädigen und zu chronischen Schmerzen führen.
Die Aktivität der Mastzellen, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind, kann durch Schallwellen erhöht werden.
Die Aktivierung der Mastzellen kann von der Synthese von Chemokinen und Zytokinen gefolgt sein. Die Freisetzung pro-entzündlicher Verbindungen kann, wenn nötig, helfen, die normale Heilung und die regenerativen Prozesse wiederherzustellen.

Stimulation des Kollagens
Die Produktion einer ausreichenden Menge an Kollagen ist bei dem Reparationsprozess von Geweben eine notwendige Voraussetzung. Die Stoßwelle beschleunigt die Kollagenproduktion.
Die neu erzeugten Kollagenfasern werden in eine Längsrichtung gezwungen.
Diese neuen Fasern sind viel dichter und starrer. Schallwellen fördern die Neovaskularisierung, die Kollagenfaserbildung und die Heilung.

Auflösung verkalkter Fibroblasten
Kalkansammlung ist oft die Folge von Mikroverletzungen oder anderen Traumen zu Lasten der Sehnen. Stoßwellen zertrümmern die bestehenden Verkalkungen.
Die Stoßwellentherapie beginnt mit der biochemischen Entkalkung der Kalkansammlungen durch Behandlung der Sehne.
Die körnigen Calciumteilchen werden dann durch das Lymphsystem entsorgt.

Freisetzung der Triggerpunkte
Triggerpunkte sind die Hauptursache von Schmerzen an Rücken, Nacken, Schulter und Gliedmaßen.
Sie treten in Form tastbarer Knoten in verspannten Muskelfaserbündeln auf.
Hier sind die Sarkomere äußerst kontrahiert.
Diese Sarkomere ziehen sich derart zusammen, dass die Blutversorgung zu sinken beginnt. Das bewirkt eine Anhäufung von Abfallprodukten, die wiederum die sensorischen Nervenendigungen reizen, was zu weiterer Kontraktion führt.
Dieser Circulus vitiosus wird auch als „Stoffwechselkrise“ bezeichnet.
Obwohl die Auswirkungen von Stoßwellen noch etwas unklar sind, ist davon auszugehen, dass die Schallenergie die Calciumpumpe, die sich im Muskelgewebe befindet, ausschaltet und damit eine Entspannung bewirkt.