Brennen im Hals und in der Brust

Es gibt verschiedene Ursachen für Brennen im Hals und in der Brust, denn hier:

  • gelangen Sauerstoff und Kohlendioxid in die Atemorgane,
  • kommt die Nahrung in die Speiseröhre.

Es gibt noch weitere Störungen, die für das Brennen verantwortlich sein können, auch wenn sie nichts mit Verdauung und Atmung zu tun haben.
Glücklicherweise gibt es wirksame Therapien und natürliche Heilmittel zur Behandlung der Krankheiten, die das Brennen verursachen.

 

Ursachen für Brennen im Hals und in der Brust

Rückflusskrankheit (Gastroösophagealer Reflux)
Gastroösophagealer Reflux bedeutet den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.

Die Ursache ist eine Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters; dieser Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre:

  • lässt das Essen von der Speiseröhre in den Magen passieren,
  • blockiert den Rückfluss in die Speiseröhre.

Wenn sich diese Struktur nicht komplett verschließt, können die im Magen befindliche Nahrung und Flüssigkeiten in den Hals und Mund aufsteigen.

Der Mageninhalt ist säurehaltig:

  • Für die Magenzellen ist das kein Problem, da sie von einer Schleimschicht geschützt sind.
  • Die Zellen von Speiseröhre, Kehlkopf und Rachen sind den Kontakt mit säurehaltigen Flüssigkeiten jedoch nicht gewöhnt und sind nicht darauf vorbereitet.

Nach einer Studie von: Pearson J., Parikh S., Orlando R., Johnston N., Allen J., Tinling S., et al. (2011) Review article: reflux and its consequences – the laryngeal, pulmonary and oesophageal manifestations, besteht bei Menschen mit saurem Rückfluss eine chemische Reizung im Hals und es können sich Verletzungen der Schleimhaut entwickeln.

Neben den Säuren gibt es noch weitere Substanzen, die die Schleimhaut der im Hals liegenden Organe schädigen können:

  • proteolytische Enzyme (dienen der Proteinspaltung),
  • Gallensalze (begünstigen den die Spaltung der Fette).

Die Symptomatik dieser Erkrankung umfasst:

  • Halsreizung und Magenbrennen nach dem Essen,
  • Schmerzen und Brennen im mittleren Brustbereich (hinter dem Brustbein),
  • trockener Husten,
  • einen bitteren Geschmack im Mund,
  • Übelkeit.

Das Brennen und die anderen Symptome machen sich vor allem abends und nachts bemerkbar.

Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)
Bei einer Ösophagitis handelt es sich um die Entzündung der Speiseröhre, die durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden kann, wie:

  • Infektionen,
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten,
  • Begleiterscheinung von chirurgischen Eingriffen (Intubation),
  • gastroösophagealer Reflux,
  • Nebenwirkungen einer Strahlen- oder Chemotherapie.

In den meisten Fällen entsteht sie als Komplikation von Magensäurerückfluss.
Neben der Halsentzündung machen sich Symptome bemerkbar, wie:

  • Schmerzen in der Brust (hinter dem Brustbein),
  • Schmerzen beim Schlucken,
  • Übelkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Erbrechen.

Angst
Angst kann emotionale Symptome hervorrufen, doch oft macht sie sich auch auf körperlicher Ebene bemerkbar.
Die genaue Ursache der Angst wurde noch nicht entdeckt, doch die Forscher sind der Ansicht, dass Angstsymptome durch eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems bedingt sind.
Im zentralen Nervensystem scheinen die folgenden Mediatoren (Neurotransmitter oder chemische Substanzen, die infolge von Stimulation von den Zellen abgegeben werden) hauptverantwortlich für die Angstbeschwerden zu sein:

  • Norepinephrin,
  • Serotonin,
  • Dopamin,
  • γ-Aminobuttersäure (kurz GABA)

Die körperlichen und emotionalen Erscheinungen sind die Folge einer erhöhten Erregung des sympathischen Nervensystems auf verschiedenen Ebenen.
Nach den glaubhaftesten Hypothesen zufolge bedeutet das:

  • eine Inaktivierung des Serotoninsystems (Neuronen, die Serotonin synthetisieren),
  • übermäßige Aktivierung des Noradrenalinsystems (Neuronen, die Noradrenalin synthetisieren).

Diese Systeme regeln und werden geregelt von anderen neuronalen Kreisläufen in anderen Hirnregionen, darunter auch die limbischen Strukturen.

Das limbische System umfasst verschiedene Hirnstrukturen und hat einige Grundfunktionen in den Bereichen:

  1. Verhalten,
  2. Kurzzeitgedächtnis,
  3. Gefühlsleben,
  4. Geruchswahrnehmung.

Die Folge einer gestörten Neuronenaktivität sind emotionale Veränderungen und körperliche Symptome.
Die positive Antwort der Angstbeschwerden auf die Behandlung mit Benzodiazepinen (psychoaktive Substanzen) zeigt eine Dysfunktion des Nervensystems, wo γ-Aminobuttersäure (GABA) agiert.

Die Studien weisen außerdem auf die Rolle der Kortikosteroide beim Auftreten von Symptomen wie Angst und Unruhe hin. Kortikosteroide können die Aktivität einiger Neuralsysteme erhöhen oder vermindern und das Verhalten unter Stress beeinflussen, aber auch die zerebrale Verarbeitung der Angst induzierenden Reize.

Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass die genetische Veranlagung einen Risikofaktor darstellt (Hettema J, Prescott C, Meyers J, et al: The structure of genetic and environmental risk factors for anxiety disorders in men and women. Arch Gen Psychiatry. 2005, 62: 182-189), begünstigen die Umgebungsstressfaktoren die Entwicklung von Angst auf verschiedene Art und Weise.

 

Brennen im Hals während der Schwangerschaft

Halsbrennen in der Schwangerschaft ist ein Symptom, das bei vielen werdenden Müttern auftritt, vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft.
Häufige Ursachen sind:

  • Übelkeit und Erbrechen, hormonbedingt,
  • gastroösophagealer Reflux: Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre aufgrund einer Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters (bedingt durch die weiblichen Hormone, vor allem Progesteron),
  • virale und bakterielle Infektionen.

In der Schwangerschaft ist das Abwehrsystem der Frau nicht geschwächt.
Dennoch können die Veränderungen, die im weiblichen Körper vor sich gehen, Infektionen begünstigen, vor allem der Vagina und des Urinaltrakts.

Brennen in Hals und Brust und Naturheilmittel

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache; es gibt Medikamente und natürliche Heilmittel, aber auch eine gesunde Ernährung ist wichtig, um die Symptome zu lindern.

Die Refluxkrankheit wird behandelt mit:

  • Arzneimitteln zur Neutralisierung der Magensäure (Antazida),
  • Protonenpumpenhemmern.

Da der Reflux vor allem nachts im Liegen auftritt, sollten folgende Empfehlungen befolgt werden:

  • Nach 17 Uhr keine schweren Mahlzeiten mehr einnehmen.
  • Beim Abendessen sollten proteinhaltige Nahrungsmittel vermieden werden, weil der Körper 4-6 Stunden braucht, um Proteine zu verdauen (vor allem Fleisch) und der Magen somit wohlmöglich noch voll ist, wenn man ins Bett geht.
  • Zum Abendbrot vor allem Obst und Gemüse essen, außerdem unkorrekte Lebensmittelkombinationen meiden, wie Kohlenhydrate und Proteine (z.B. Reis und Bohnen), die die Verdauung verlangsamen.
  • Am Ende der Mahlzeit nichts trinken, weil dies die Verdauung verlangsamen und den Magen weiten würde.

Gegen die Angstzustände verschreibt der Arzt in der Regel Antidepressiva und Anxiolytika (Angstlöser).
Es gibt aber auch natürliche Heilmittel, die ausgezeichnete Ergebnisse zeigen können.
Forschungen zu Depression, Angst und körperlicher Betätigung zeigen, dass sportliche Aktivitäten auf Körper und Geist positive Auswirkungen haben.
Sport verbessert auch die Stimmung.

Das körperliche Training vermindert Stress, denn:

  • es führt zur Abgabe von Endorphinen, das sind chemische Substanzen im Gehirn, die ein Gefühl von Wohlbefinden verursachen.
  • es lenkt von Problemen ab.

Um gute Ergebnisse zu erzielen, müssen:

  • Erwachsene und ältere Menschen mindestens 30-40 Minuten täglich spazieren gehen;
  • jüngere Menschen intensivere Aktivitäten wählen, beispielsweise dreimal pro Woche eine halbe Stunde laufen.