Schmerzen in der Schulter

Schmerzen in der Schulter können im Gelenk selbst oder durch die Weichteilstrukturen (z.B. die Sehnen der Rotatorenmanschette) verursacht werden.
Schulterschmerzen nehmen in der Regel bei Aktivitäten oder bei Bewegung des Arms zu.

Gewisse Erkrankungen und Beschwerden in der Brust- und  Bauchregion (z.B. am Herz oder an der Gallenblase) können auch Schmerzen in der Schulter verursachen.

 
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Anatomie der Schulter.
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Schmerzen die ursprünglich von einer anderen Struktur kommen, werden als “Übertragungsschmerzen” bezeichnet. Diese Art von Schmerzen nehmen bei Bewegung der Schulter nicht zu.

 

Ursachen

Die häufigste Ursache von Schulterschmerzen sind Verletzungen des Weichteilgewebes, wie Muskeln, Sehnen und Bänder.
Diese können infolge eines Schleudertraumas oder eines Sturzes entstehen.
Die Spondylose (Wirbelarthrose) der Halswirbelsäule kann die Nerven des Armgeflechts (Plexus brachialis) reizen, wodurch Schmerzen am Hals und in den Schultern entstehen können.
Eine Protrusion oder ein Bandscheibenvorfall  in der Halswirbelsäule kann Nackenschmerzen verursachen, die bis in den Arm ausstrahlen (Zervikobrachialgie).
Auch Erkrankungen, die Rückenmark, Herz, Lungen und bestimmte Unterleibsorgane betreffen, können Übertragungsschmerzen in den Schultern erzeugen.

Symptome und Beschwerdezeichen, die Hals und Schultern betreffen

Schmerzen: Die Schmerzen sind sehr stark, sie können als dumpf, stechend, pulsierend und wie ein Brennen oder ein Krampf beschrieben werden.
Durch die Schmerzen können Symptome wie bei einem steifen Nacken hervorgerufen werden, mit Bewegungsverlust. Auch Kopfschmerzen sind möglich.
Jedes einzelne Symptom ist für den Arzt wichtig, um die Ursache der Beschwerden ergründen zu können.

Schwäche: Die Schwäche kann durch einen starken Schmerz bedingt sein, der durch die Bewegung von Knochen oder Muskeln verursacht wird.
Ebenso könnten die muskelinnervierenden Nerven gereizt oder geschwächt sein.
Es ist wichtig zu unterscheiden, ob eine wirkliche Schwäche vorliegt (Nerven- oder Muskelläsionen) oder ob man die Bewegung aus Angst vor den Schmerzen vermeidet.

Taubheitsgefühl: Sind die Nerven gereizt, gequetscht oder verletzt, ist die Empfindung gestört.
Man kann ein Brennen oder Kribbeln verspüren, das Gefühlsempfinden geht verloren oder ist beeinträchtigt, so als wäre der Arm “eingeschlafen”.
Abhängig vom Ort der Nervenreizung können an folgenden Stellen Schmerzen auftreten:

  • in der Brust und im vorderen Teil des Arms;
  • im Rücken und im hinteren Bereich der oberen Gliedmaße – in diesem Fall nehmen die Schmerzen beim Husten oder bei tiefem Einatmen zu;
  • in der Achselhöhle und in der Innenseite des Arms.

Kältegefühl: Ein Gefühl der Kälte in der Hand oder im Arm lassen vermuten, dass die Arterien, Venen oder beide nur für eine unzureichende Blutzirkulation sorgen. Das kann bedeuten, dass nicht genug Blut in den Arm gelangt.

Verfärbung der Haut: Erscheint die Haut am Arm bläulich oder weiß, ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass die Venen oder Arterien verletzt sein könnten.
Eine Rötung kann auf eine Infektion oder Entzündung hindeuten.

Schwellung: Kann den gesamten Arm betreffen oder auf die betroffene Struktur beschränkt sein (z.B. Fraktur des Oberarmknochens oder Schleimbeutelentzündung der Schulter).
Eine Verrenkung oder Verformung kann eine Schwellung oder -paradoxerweise – eine Vertiefung hervorrufen.

Deformierung: Deformierungen können bei Knochenbrüchen oder Verrenkungen auftreten. Knochenstrukturen können infolge von Bänderrissen eine unnatürliche Position einnehmen.

Schleimbeutelentzündung

Schleimbeutel sind kleine, mit Synovialflüssigkeit gefüllte Säckchen, die überall im menschlichen Körper in den Gelenken zu finden sind, auch in der Schulter.
Sie wirken als Puffer zwischen den Knochen und dem darüber liegenden Weichteilgewebe und vermindern die Reibung zwischen Muskeln und Knochen.
Manchmal führt eine übermäßige Beanspruchung der Schulter zu einer Entzündung und Schwellung des Schleimbeutels, der zwischen Rotatorenmanschette und Außenbereich des Schulterblatts (Akromion) liegt.
Dieses Beschwerdebild wird als subakromiale Bursitis bezeichnet.
Eine Schleimbeutelentzündung tritt häufig in Verbindung mit einer Tendinitis der Rotatorenmanschette auf.
Viele Gewebestrukturen der Schulter können sich entzünden und schmerzen.
Dann können selbst alltägliche Bewegungen, wie das Kämmen der Haare und das morgendliche Anziehen problematisch werden.
Von den natürlichen Heilmethoden sind Akupunktur und Homöopathie wirkungsvoll, um Schmerzen und Entzündung zu lindern.

 

Tendinitis

Eine Sehne ist ein Faserstrang, der den Muskel mit dem Knochen verbindet. Die meisten Sehnenentzündungen sind eine Verschleißerscheinung der Sehne, die sich im Laufe der Zeit schrittweise entwickelt.
Man kann den Prozess mit einer Schuhsohle vergleichen, die sich mit der Zeit abnutzt, immer dünner wird und schließlich durchbricht.
Am häufigsten entzünden sich die Supraspinatussehne und die lange Bizepssehne.
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln, die den Kopf des Oberarmknochens umgeben und ihn in der Gelenkpfanne der Schulter halten. Die Rotatorenmanschette trägt zur Stabilisierung des Schultergelenks bei.

Man unterscheidet in der Regel zwei Arten von Sehnenentzündungen:
Akut: Sportler, die wiederholte, mit Kraft ausgeführte Ballwürfe oder andere Überkopftätigkeiten ausführen, können eine akute Sehnenentzündung entwickeln; betroffen sind vor allem junge Menschen und Sportler.
Bodybuilder müssen darauf achten, die Übungen im Kraftraum korrekt auszuführen und nicht zu übertreiben, weil andernfalls Muskel- und Sehnenverletzungen auftreten können.
Junge Leute tendieren dazu, nur ihre Bizeps, Brust- und Bauchmuskulatur zu stärken, aber ein einseitiges Trainingsverhalten kann zu Ungleichgewichten zwischen Brust- und Rückenmuskulatur führen, was sich negativ auf die Schulter auswirkt.
Je nach Beschwerden muss auf bestimmte Übungen verzichtet werden; bei Subakromialsyndrom ist beispielsweise seitliches Anheben zu vermeiden.
Schwimmen ist ein Sport, der die Schulter sehr belastet, es ist wahrscheinlich, dass Schwimmer eine Tendinitis der langen Bizepssehne entwickeln.
Chronisch: Degenerative Erkrankungen, wie Arthritis oder eingefahrene, immer wieder gleiche Bewegungsabläufe können im Laufe der Zeit zu einer chronischen Tendinitis oder Tendinose führen. Betroffen sind in diesem Fall vor allem ältere Menschen.
Zu den Symptomen gehören Schmerzen in der vorderen oder äußeren Schulterregion, die sich bis zur Mitte des Arms ausbreiten können, nur selten ist die Bewegung eingeschränkt oder das Gelenk geschwollen.
Die Behandlung besteht hauptsächlich in Schonung und Physiotherapie (Laser– und Ultraschalltherapie), nur selten ist eine Operation notwendig.

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Kinesio-Taping am Bizeps der rechten Schulter.

Kinesio-Taping bei Kontraktur des Oberarmbizeps und Tendinitis der langen Bizepssehne

Wirkung: spannungslösend, drainierend und entzündungshemmend. Form: ein ”Y”-Streifen. Länge: einige Zentimeter unterhalb des Ellbogens bis zum Akromion. Das Tape wird ohne Spannung angebracht, während der Arm nach hinten gestreckt ist.

Bei der kalzifizierenden Tendinitis liegen kalkartige Ablagerungen in einer Sehne vor, am häufigsten sind die Sehnen der Rotatorenmanschette betroffen.
Die Behandlung der Tendinitis calcarea hängt von der Schwere der Symptome ab; meistens sind Physiotherapie, Medikamente und Kortisoninfiltrationen ausreichend, aber in einigen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die Kalkablagerungen zu entfernen.

 

Sehnenruptur

Eine Sehnenruptur oder ein Sehnenriss kann durch plötzliche Gewalteinwirkung  oder aufgrund langsam fortschreitender, degenerativer Veränderungen der Sehnen, bedingt durch Alter und übermäßige Beanspruchung, entstehen.
Diese Risse können unvollständig oder vollständig sein, die Sehne kann in zwei Teile reißen. In den meisten Fällen handelt es sich um vollständige Rupturen, die beiden Sehnenteile werden zum Muskel gezogen und sie entfernen sich voneinander. Läsionen der Supraspinatussehne und der Bizepssehne kommen am häufigsten vor.
Zu den Symptomen gehören: Bewegungs- und Nachtschmerz, sowie Bewegungseinschränkung, vor allem bei der Innendrehung.
Die konservative Behandlung umfasst Physiotherapie, nichtsteroidale Antirheumatika  und Kortison-Injektionen.
Sollten diese Behandlungsmaßnahmen nicht ausreichen, kann sechs Monate nach Auftreten der Schmerzen ein operativer Eingriff erfolgen.

 

Impingement-Syndrom

Das subakromiale Impingement tritt auf, wenn der obere Außenbereich des Schulterblatts (Akromion) beim Anheben des Arms auf die darunterliegenden Weichteile drückt. Der Arzt verwendet häufig den Ausdruck Periarthritis, um dieses Krankheitsbild zu beschreiben.
Beim Heben des Arms scheuert das Akromion an den Sehnen der Rotatorenmanschette und am subakromialen Schleimbeutel.
Das kann zu einer Schleimbeutel- und Sehnenentzündung führen und somit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schultergürtel verursachen.
Mit der Zeit kann ein heftiger Schlag sogar einen Sehnenriss der Rotatorenmanschette bewirken.
Schwimmer haben durch die hohe Beanspruchung des Schultergelenks häufig mit Schulterproblemen zu kämpfen, besonders mit dem Subakromialsyndrom.

 

Verrenkung

Bei einer Verrenkung oder Luxation des Schultergelenks löst sich der Oberarmknochen (Humerus) aus seiner Gelenkverbindung (Gelenkpfanne des Schulterblatts) und die Haltestrukturen werden überdehnt oder reißen.
Eine  Schulterluxation wird normalerweise beim Sturz auf den Arm verursacht. Die Heilung erfordert etwa 12-16 Wochen, nachdem der Arm wieder eingerenkt wurde.
Bei keinem Gelenk kommt es so häufig zu einer Verrenkung wie im Schultergelenk; das liegt an der speziellen Bauweise: der fast kugelrunde Humeruskopf liegt in einem leicht gewölbten Knochenstück. Auf diese Weise ist der Arm in viele Richtungen extrem beweglich, hat aber keine große Stabilität.

Bei fast allen Schulterverrenkungen ist der Oberarmknochen nach vorn ausgekugelt.
Die Luxationszeichen sind sehr deutlich:

  • die Schulterkontur scheint eher eckig, statt rund;
  • es ist ein Vorsprung oder eine Vorwölbung unter der Haut sichtbar, der obere Teil des Oberarmknochens ist vor die Schulter gerutscht;
  • starke Schmerzen, der Arm kann nicht bewegt werden.

Der Arzt muss den Arm so schnell wie möglich wieder einrenken; danach erfolgt eine Ruhigstellung der oberen Gliedmaße für 3 Wochen.
Anschließend müssen mit Hilfe von Physiotherapie und Rehabilitation die Beweglichkeit und Kraft der Schulter wiederhergestellt werden.

 

Instabilität

Instabilität der Schulter besteht, wenn der Humeruskopf aus der Schulter verschoben wird. Das kann infolge eines plötzlichen Traumas oder einer heftigen Bewegung geschehen.
Eine Schulterluxation kann unvollständig sein, der Humeruskopf ist dann nur teilweise vom Schulterblatt gelöst.
Eine unvollständige Luxation wird als Subluxation bezeichnet und muss nicht vom Orthopäden eingerenkt werden.

Luxation bedeutet, dass der Oberarmknochen vollständig aus der Gelenkpfanne des Schulterblatts austritt.
Bei der ersten Ausrenkung werden die Bänder, Sehnen und Muskeln um das Schultergelenk gelockert oder reißen; in diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere Luxationen auftreten.
Eine chronische Instabilität der Schulter besteht dann, wenn die Muskeln und Bänder nicht in der Lage sind, eine feste Verbindung zwischen Arm und Schulter herzustellen und das Schultergelenk wiederholt verrutscht.
Gewohnheitsmäßige Verrenkungen können unvollständig oder vollständig sein, verursachen beim Heben oder Abspreizen des Arms Schmerzen und Instabilität.
Das wiederholte Auftreten von Subluxationen oder Luxationen erhöht das Risiko, eine Schultergelenkarthrose zu entwickeln.

Die Knorpellippe (Labrum glenoidale) ist eine wulstige faserknorpelige Umrahmung der Gelenkpfanne des Schulterblatts und ist der statische Stabilisator, in den sich die Gelenkkapsel und einige Bänder einfügen.
Ein Abriss des vorderen und unteren Teils des Labrum glenoidale wird als Bankart-Läsion bezeichnet.

Symptome:
 Zu den Symptomen einer chronischen Instabilität des Schultergelenks gehören:

  • unfallbedingte Schmerzen,
  • gewohnheitsmäßige Verrenkungen,
  • das andauernde Gefühl eines lockeren Arms, der in und aus der Schulter rutscht oder sich wie “aufgehängt” anfühlt.

Behandlung:
 Zunächst wird  eine chronisch instabile  Schulter nicht operativ versorgt. Wenn Schmerzen und Instabilität im Zuge der Therapie keine Besserung zeigen, kann jedoch ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.

Der Arzt entwickelt ein Behandlungskonzept, um die Symptome zu lindern. Meistens braucht es Monate der Therapie, bis die Schulter wieder ausreichend stabil ist.
Einige Änderungen des Lebensstils werden notwendig sein, damit sich die Symptome nicht verschlechtern. Nichtsteroidale Antirheumatika (kurz NSAR), wie Aspirin und Ibuprofen, lindern Schmerzen und Schwellung.
Eine Stärkung der Schultermuskulatur und Übungen zur Schulterkontrolle können die Stabilität erhöhen. Der Physiotherapeut erstellt ein Übungsprogramm für die Schulter, das zu Hause oder in der Sporthalle durchgeführt werden kann.

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Kinesio-Taping bei Instabilität der Schulter.

Kinesio-Taping bei Instabilität der Schulter
Wirkung: stabilisierend. Form: ein ”Y”-Streifen. Länge: unterhalb des Deltamuskels bis zum Akromion. Beide Y-Zweige werden mit einer gewissen Tape-Dehnung angebracht (25-50% der Länge), während die Schulter in neutraler Position bleibt.

Chirurgischer Eingriff
Eine Operation ist häufig notwendig, um gerissene oder überdehnte Bänder zur reparieren, so dass sie das Schultergelenk stabilisieren können.

Die Bankart-Läsionen können operativ repariert werden. Es werden Nähte und  “Anker”  aus Kunststoff angebracht, um die Gelenklippe wieder mit dem Knochen zu verbinden.
Gelenkspiegelung (Arthroskopie): Weichteilgewebe der Schulter können mit Hilfe von kleinen Geräten und minimalen Einschnitten repariert werden. Das kann ambulant geschehen.
Die Gelenkspiegelung ist ein minimal invasives Verfahren der Chirurgie. Der Chirurg bekommt mit Hilfe einer kleinen Kamera Einblick in die Schulter und führt die Operation mit langem und dünnem Spezialwerkzeug durch.

Offene Operationstechnik
Bei einigen Patienten muss eine offene Operation durchgeführt werden.
Der Chirurg nimmt dabei einen größeren Schnitt an der Schulter vor, um das beschädigte Gewebe reparieren zu können.
Rehabilitation: Nach dem chirurgischen Eingriff wird die Schulter vorrübergehend durch eine Orthese ruhiggestellt.
Dem schließt sich eine krankengymnastische Nachbehandlung mit Übungen für die Bänder an.
Das fördert die Beweglichkeit der Schulter und vermeidet eine Narbenbildung, während die Bänder heilen.
Übungen zur Stärkung der Schulter werden nach und nach in das Rehabilitationsprogramm eingeführt.
Das Ziel ist das Wiedererlangen der vollen Funktionsfähigkeit der Schulter, damit alle zuvor möglichen Aktivitäten erneut ausgeführt werden können.

 

Läsion der Knorpellippe

Der Abriss der Pfannenlippe des Schulterblattes (Labrum glenoidale) kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen; die Behandlung richtet sich nach dem entstandenen Schaden.
Die SLAP-Läsion ist eine Rissform der Gelenkpfannenlippe. Die häufigste Ursache ist der Sturz auf die gestreckte Hand.

Das weiche Lippengewebe kann zwischen Wulst und Oberarmknochen eingequetscht werden. Dabei kann die Lippe reißen. Wenn sich die Läsion des Labrum glenoidale ausdehnt, kann ein Gewebelappen entstehen, der sich inner- und außerhalb des Gelenks bewegt und zwischen Humeruskopf und Gelenkpfanne des Schulterblatts verstrickt ist.
Dieser Gewebelappen kann bei Bewegung der Schulter Schmerzen verursachen.
Verschiedene Sehnen und Bänder setzten am Labrum glenoidale an und verleihen der Schulter Stabilität.
Wenn die Knorpellippe reißt, büßt die Schulter in der Regel einen Teil ihrer Stabilität ein und kugelt leichter aus.

Symptome
Bei einem Riss des Labrum glenoidale machen sich folgende Symptome bemerkbar:

  • Schmerzen beim Ausüben der Alltagstätigkeiten
  • Blockierungen oder Knirschen während der Bewegung
  • Nachtschmerz
  • Gefühl der Instabilität in der Schulter
  • Einschränkung des Bewegungsumfangs
  • Verlust der Muskelkraft

Behandlung
Der Arzt kann nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Schonung verordnen, um die Symptome zu lindern.
Rehabilitationsübungen zur Stärkung der Rotatorenmanschette sind sinnvoll.
Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann der Arzt einen arthroskopischen Eingriff empfehlen.
Bei der Gelenkspiegelung untersucht der Arzt die Pfannenlippe und die Bizepssehne.
Ist die Verletzung auf die Lippe beschränkt und sind die Sehnen unverletzt, ist die Schulter noch stabil.
Der Chirurg entfernt das abgerissene Gewebestück und versorgt weitere Begleitverletzungen.
Wenn sich die Läsion auf die Bizepssehne ausdehnt oder die Sehne abgetrennt ist, wird die Schulter instabil.
Der Chirurg muss die Sehne reparieren und wieder befestigen; dazu benutzt er resorbierbare Nägel, Kirschner-Drähte oder näht die Sehne.
Läsionen am unteren Rand der Gelenkpfanne verursachen eine Instabilität der Schulter.

Rehabilitation
Nach der OP muss die Schulter für 3-4 Wochen in einer Bandage ruhen. Der Arzt verschreibt zum Wiedererlangen der Beweglichkeit außerdem sanfte Übungen, die die Schmerzgrenze berücksichtigen, also keine Schmerzen bereiten.
Nachdem die Bandage entfernt wurde, müssen Bewegungs- und Beweglichkeitsübungen durchgeführt werden, um den Bizeps und andere Muskeln der Schulter, besonders die Rotatorenmanschette, schrittweise zu kräftigen.
In der Regel können Sportler mit speziellen Übungen zur Rückkehr zu ihrer Sportdisziplin 6 Wochen nach dem Eingriff beginnen, die Heilungsdauer insgesamt liegt bei etwa 3-4 Monaten.

 

Schultereckgelenksprengung (AC-Gelenksprengung)

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Schultereckgelenksprengung

Die Trennung von Schlüsselbein und Akromion wird auch als Schultereckgelenksprengung bezeichnet.
In der Regel entsteht diese Verletzung bei einem Sturz auf die Schulter, unterscheidet sich aber deutlich von einer Schulterluxation.
Durch das Trauma werden die Bänder, die das Gelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt (Schultereck- oder Akromioklavikulargelenk) umgeben und stabilisieren, verletzt.

Die Schultereckgelenksprengung ist eine Verletzung an der Stelle, an der Schlüsselbein  und Schulter aufeinandertreffen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Verletzung der Weichteilgewebe oder Bänder, aber es kann auch ein Knochenbruch auftreten.
In den schwereren Fällen ist auch das korakoklavikuläre Band, das das Schlüsselbein mit dem Rabenschnabelfortsatz des Schulterblatts verbindet, gerissen.
Eine leichte Verletzung bedeutet die Dehnung des akromioklavikulären Bandes, die keine Verschiebung des Schlüsselbeins bewirkt; die Röntgenaufnahme zeigt keine Auffälligkeiten.
Bei einer schwereren Verletzung kommt die Verletzung des korakoklavikuläre Band hinzu, das Schlüsselbein verliert seine Achsausrichtung und verschiebt sich aus seiner natürlichen Position.
Die schwerste Form der Schultereckgelenksprengung beinhaltet die vollständige Ruptur aller Bänder und verursacht eine gut sichtbare Verschiebung des Schlüsselbeins.

Die konservative Behandlung sieht die Immobilisation der Schulter durch Verband vor; Eispackungen und Medikamente können helfen, die Schmerzen lindern.
Die meisten Patienten erlangen die Funktionsfähigkeit der Schulter nach dieser Verletzung praktisch vollständig zurück, auch wenn eine bedeutende Deformität verbleibt.
Einige Personen spüren im AC-Gelenk noch Schmerzen, auch wenn nur eine leichte Verformung besteht.
Die Beschwerden können folgende Ursachen haben:

  • irregulärer Knochenkontakt bei Bewegung des Gelenks;
  • Arthritis;
  • Verletzung einer zwischen den Gelenkknochen befindlichen Knorpelscheibe.

In vielen Fällen lohnt es sich, mit der Operation zunächst abzuwarten.
Ein chirurgischer Eingriff kann in Erwägung gezogen werden, wenn die Schmerzen andauern oder es sich um eine gravierende Deformität handelt. Der Orthopäde kann dazu raten, das Endstück des Schlüsselbeins abzutrennen, so dass es nicht länger gegen das Akromion scheuert.
Liegt eine bedeutende Verformung vor, sollten die Bänder rekonstruiert werden, die unten am Schlüsselbein ansetzen. Diese Art von Eingriff ist sehr erfolgreich, auch wenn die Heilung einige Monate in Anspruch nimmt.
Unabhängig davon, ob die Schulter konservativ oder operativ versorgt wird, ist eine krankengymnastische Nachsorge wichtig, um Bewegungsumfang, Muskelkraft und Beweglichkeit zurückzugewinnen.

 

Arthritis

Schulterschmerzen können auch durch Arthritis bedingt sein.
Es gibt viele Arten von Arthritis, am häufigsten kommt Arthrose vor, die auch als “Gelenkverschleiß” bezeichnet wird.
Als Symptome machen sich Schwellung, Schmerzen und Steifigkeit bemerkbar, in der Regel ab dem 50. Lebensjahr.
Arthrose entwickelt sich langsam und wird mit der Zeit schlimmer.
Arthrose kann mit Sport, Unfällen und chronischem Verschleiß in Verbindung gebracht werden.
Andere Arten der Arthritis treten in Zusammenhang mit einer Ruptur der Rotatorenmanschette, mit Infektionen oder Gelenkkapselerkrankungen auf.
Die Betroffenen versuchen häufig, gewisse Bewegungen der Schulter zu vermeiden, und versuchen auf diese Weise, die Arthritisschmerzen zu reduzieren; das führt jedoch zu einer Versteifung der Weichteile im Gelenk und verursacht eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung.

 

Frakturen

Frakturen sind gebrochene Knochen. Frakturen der Schulter betreffen das Schlüsselbein, den Oberarmknochen (Humerus) und, in seltenen Fällen, das Schlüsselbein.
Bei älteren Menschen entstehen Schulterfrakturen meistens infolge eines Sturzes.
Jüngere Patienten brechen sich die Schulter eher bei einem Aufprall mit hoher Energie, beispielsweise bei einem Verkehrsunfall oder bei einem heftigen Sporttrauma.
Knochenbrüche verursachen Schmerzen (die durch feuchtes Klima verstärkt werden), Schwellung und einen großen Bluterguss an der Schulter und am Brustkorb.
Eine Schlüsselbeinfraktur entsteht in der Regel beim Sturz auf die gestreckte Hand.
Das Schulterblatt bricht eher bei einem direkten Aufprall.

 

Frozen Shoulder

Die Frozen Shoulder, adhäsive Kapsulitis oder Schultersteife tritt im Alter zwischen 40 und 65 Jahren auf; Arthrose im Nachhinein ab dem 60. Lebensjahr.
Schultersteife macht sich vermehrt bei Menschen mit Diabetes bemerkbar und kann auch durch eine längere Immobilisation verschuldet werden.
Die Gelenkkapsel der Schulter zieht sich zusammen und verdickt, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung führt.
Der Unterschied zu den anderen Schultererkrankungen liegt darin, dass die Blockade abrupt eintritt, so als würde man auf ein starres Hindernis treffen.
Die Behandlung umfasst passive Mobilisation und Kortison-Infiltrationen; sollten sich diese Maßnahmen als unzureichend erweisen, kann eine Befreiung der Schulter unter Narkose (Anästhesie) erfolgen.
Eine weiter natürliche Heilmethode ist die Osteopathie, eine manuelle Therapie, die auf die Ursache des Problems einwirkt, um die Heilung des Körpers zu ermöglichen.

 

Organische Erkrankungen

Herzinfarkt: Auch wenn das Herz das eigentliche Problem ist, können Herzinfarkte Übertragungsschmerzen an der linken Schulter oder am Hals verursachen.

Tumor in der Lungenspitze
Ein Tumor in der Lungenspitze kann starke Schulterschmerzen verursachen; möglicherweise machen sich keine weiteren Symptome bemerkbar, aber wenn der Patient in die Praxis kommt, muss er den schmerzenden Arm mit der anderen Hand stützen, weil die Schmerzen so stark sind.

 

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