Schmerzen an Schulter und Nacken

Schmerzen an Schulter, Arm und Nacken

Schmerzen in der Schulter können im Gelenk selbst oder durch die Weichteilstrukturen (zum Beispiel die Sehnen der Rotatorenmanschette) verursacht werden.

Schulterschmerzen nehmen in der Regel bei Aktivitäten oder bei Bewegung des Arms zu.

Gewisse Erkrankungen und Beschwerden in der Brust- und Bauchregion (zum Beispiel am Herzen oder der Gallenblase) können auch Schmerzen in der Schulter verursachen.

Schmerzen, die ursprünglich von einer anderen Struktur kommen, werden als „Übertragungsschmerzen“ bezeichnet.

Diese Art von Schmerzen nimmt bei der Bewegung der Schulter nicht zu.

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Anatomie der Schulter.
Alila/bigstockphoto.com

Ursachen für Schulterschmerzen

Die häufigste Ursache von Schulterschmerzen sind Verletzungen von Weichteilgeweben, wie:

  • Muskeln,
  • Sehnen,
  • Nerven,
  • Bänder.

Diese können infolge eines Schleudertraumas oder eines Sturzes entstehen.

Einige aktive Triggerpunkte (Schmerzpunkte in den Muskeln) können Schmerzen am Hals oder an der Brust verursachen, die bis zur Hand ausstrahlen.

Der myofasziale Schmerz wird durch kleine Verklebungen im Bindegewebe (Faszie) verursacht. Man kann ihn vom Nacken bis in die Schulter verspüren.

Die Spondylose (Wirbelkörperarthrose) der Halswirbelsäule kann die Nerven des Armplexus reizen, wodurch entstehen können:

  • Nackenschmerzen,
  • Schulterschmerzen,
  • Armschmerzen,
  • Sogar Handschmerzen.

Eine Protrusion oder ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann Nackenschmerzen verursachen, die bis in den Arm ausstrahlen (Cervicobrachialgie).

Die Symptome entsprechen jedoch oft nicht den Befunden aus instrumentellen Untersuchungen (zum Beispiel der Magnetresonanztomographie) (Lawrence – 1969).

Tatsächlich gibt es Menschen:

  1. Mit Spondylosen und Hernien, die keine Schmerzen bereiten,
  2. Mit leichtgradiger Arthrose oder Protrusion, die starke Schmerzen bereiten.

Die Magnetresonanztomographie ist also nützlich, muss jedoch richtig interpretiert werden.

Darüber hinaus ist eine genaue Diagnose durch die körperliche Beurteilung des Arztes oder Physiotherapeuten erforderlich.

Risikofaktoren für Schulter- und Nackenschmerzen:

  1. Schwere körperliche Tätigkeiten, zum Beispiel das Heben schwerer Gegenstände (Mayer – 2012)
  2. Arbeit am Computer (Waersted – 2010),
  3. Falsche Körperhaltung (Palmer – 2007),
  4. Neigung zur Somatisierung (Hoe – 2012). Man spricht oft von Somatisierung, doch gibt es konkrete Parameter, die erkennen lassen, ob eine Person an diesem Problem leidet. Man überprüft, ob der Patient weitere 5 charakteristische Symptome aufweist:
    1. Ohnmachtsneigung oder Schwindel,
    2. Brustschmerz,
    3. Übelkeit oder Magenbeschwerden,
    4. Atemnot,
    5. Kälte- oder Hitzewellen.

 

 

 

Symptome und Zeichen, die zusammen mit Schulterschmerzen auftreten

Die Schmerzen können beschrieben werden als:

  • Dumpf,
  • Stechend,
  • Pulsierend,
  • Ähnlich einem Brennen oder Krampf.

Die Beurteilung eines jeden Symptoms ist für den Arzt wichtig, da aufgrund des Typs die Ursache der Störung verstanden werden kann.

Schwäche: Schwäche kann durch einen starken Schmerz bedingt sein, der durch die Bewegung von Knochen oder Muskeln verursacht wird.

Die muskelinnervierenden Nerven können gereizt oder verletzt sein.

Man muss unterscheiden, ob eine wirkliche Schwäche vorliegt (Muskel– oder Nervenläsionen) oder ob man die Bewegung aus Angst vor den Schmerzen vermeidet.

Taubheitsgefühl: Sind die Nerven eingeklemmt, gequetscht oder verletzt, ist die Empfindlichkeit beeinträchtigt.

Man kann verspüren:

  • Ein Brennen,
  • Ein Kribbeln,
  • Den Verlust oder die Beeinträchtigung des Gefühlsempfindens, so als wäre der Arm „eingeschlafen“.

Abhängig vom Ort der Nervenreizung können an folgenden Stellen Schmerzen auftreten:

  • Am Hals und im vorderen Bereich des Arms,
  • Im Rücken und im hinteren Bereich der oberen Gliedmaße bis zum Mittelfinger, in diesem Fall können die Schmerzen beim Husten oder tiefem Einatmen zunehmen,
  • In der Achselhöhle und an der Innenseite des Arms.

Kältegefühl: Ein Gefühl von Kälte in der Hand oder im Arm weisen darauf hin, dass die Arterien, Venen oder beide nur eine unzureichende Blutzirkulation ermöglichen. Das kann bedeuten, dass nicht genug Blut in den Arm gelangt.

Die Arterien des Arms werden von den Nerven des sympathischen Nervensystems gesteuert.

Therapie bei Schulter- und Nackenschmerzen

Medikamente

Der Arzt kann verschreiben:

  • Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR), darunter Aspirin, Ibuprofen (Brufen) und Naproxen (Synflex). Sie können Linderung bringen, wenn der Schmerz durch Reizung oder Entzündung der Nerven verursacht wird.
  • Kortikosteroide
  • Ein kurzzeitiger oraler Kortisonzyklus kann den Schmerz lindern, indem Schwellung und Entzündung des Nervs verringert werden.

Chirurgischer Eingriff

Wenn nach einigen Wochen oder Monaten die konservative Behandlung die Symptome nicht gelindert hat, kann der Arzt zu einem chirurgischen Eingriff raten, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall.

4 wirksame Lösungen bei Schulter- und Nackenschmerzen

Die folgenden Hinweise sind angezeigt, wenn der Schmerz bei Bewegung auftritt. Besteht er jedoch andauernd, dann sollte man besser einen Arzt konsultieren.

 

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1) Hausmittel:

  • Eine heiße Dusche nehmen oder einen heißen Umschlag
  • Trotz der Schmerzen aktiv bleiben,
  • Jemanden bitten, den Nacken zu massieren,
  • Die Körperhaltung verbessern, indem man eine Rolle für die Lendenwirbelsäule benutzt,
  • Ergonomische Hilfsmittel beim Arbeiten am Computer verwenden,
  • Nur mit einem einzigen Kopfkissen
  • Auf einer harten Matratze Selten ist die Matratze die Ursache für den Schmerz. Daher empfehlen wir auch bei Nackenschmerzen nicht unbedingt den Wechsel der Matratze.

2) Übungen

Es gibt einige sehr wirksame Übungen nach McKenzie gegen diese Beschwerden.

Es ist wichtig, diese Übungen nur durchzuführen, wenn sie keinen Schmerz verursachen. Kleinere Beschwerden können toleriert werden.

Eine Minute lang dürfen die Beschwerden nach den Übungen anhalten, sie dürfen jedoch nicht bleiben.

Retraktion und Nackendehnung

  • Sich setzen,
  • Kinn zurückziehen und den Nacken gerade halten,
  • In dieser Position den Hals dehnen (als würde man nach oben sehen),
  • In die Ausgangsposition zurückkehren,
  • 10 Mal wiederholen.

Retraktion und seitliche Neigung

  • Ausgangsposition: Sitzen,
  • Kinn nach hinten ziehen, die Halswirbelsäule wird gestreckt,
  • Aus dieser Position den Hals seitlich neigen, nur nach einer Seite,
  • In die Ausgangsposition zurückkehren,
  • 10 Mal wiederholen.

Zuerst sollte man herausfinden, welche Übung zu einem besseren Ergebnis führt (Schmerzlinderung oder Verbesserung der Beweglichkeit).

Danach sollte man etwa aller 2 Stunden die besser wirkende Übung durchführen.

4) Manuelle Therapie

Die wirksamste manuelle Therapie in diesem Falle ist die Behandlung der aktiven Triggerpunkte.

Viele Patienten sind überrascht, wenn der Physiotherapeut Bereiche am nicht schmerzenden Körper behandelt. Tatsächlich ist das normal, denn oft entsteht der Schmerz in anderen Körperbereichen.

Insbesondere sind die Muskeln, die vom Hals zum Arm ausstrahlende Schmerzen verursachen können:

  1. Skalenusmuskulatur (Vorderseite des Halses),
  2. Kleiner Brustmuskel (Außenbereich der Brust),
  3. Musculus subclavius (unter dem Schlüsselbein).

Bei der Behandlung liegt der Patienten mit entspannter (nicht gestreckter) Muskulatur.

Die Behandlung besteht in einem gleichmäßigen Druck, der für etwa 90 Sekunden oder bis der Triggerpunkt deaktiviert ist aufrechterhalten wird.

5) Was sollte man vermeiden?

  • Keinen Stützkragen tragen, das kann lediglich die Steifigkeit erhöhen,
  • Kein Eis auf den Hals auflegen,
  • Nicht dehnen, weil der Schmerz dadurch zunimmt.

 

Mehr lesen:

Literatur

  1. Lawrence JS. Disc degeneration. Its frequency and relationship to symptoms. Ann Rheum Dis. 1969 Mar; 28(2):121-38.
  2. Mayer J, Kraus T, Ochsmann E. Longitudinal evidence for the association between work-related physical exposures and neck and/or shoulder complaints: a systematic review. Int Arch Occup Environ Health. 2012 Aug; 85(6):587-603.
  3. Waersted M, Hanvold TN, Veiersted KB. Computer work and musculoskeletal disorders of the neck and upper extremity: a systematic review. BMC Musculoskelet Disord. 2010 Apr 29; 11():79.
  4. Palmer KT, Smedley J. Work relatedness of chronic neck pain with physical findings–a systematic review. Scand J Work Environ Health. 2007 Jun; 33(3):165-91.
  5. Hoe VC, Kelsall HL, Urquhart DM, Sim MR. Risk factors for musculoskeletal symptoms of the neck or shoulder alone or neck and shoulder among hospital nurses. Occup Environ Med. 2012 Mar; 69(3):198-204.
 
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