Krämpfe in den Beinen

Beinmuskelkrämpfe sind plötzliche, starke, schmerzhafte und unwillkürliche Kontraktionen des Muskels. Die Krämpfe treten gewöhnlich nachts auf und betreffen die Beine.

Wer jemals wegen eines plötzlichen Krampfes in der Nacht aufgewacht ist oder beim Gehen stehen bleiben musste weiß, dass diese Beschwerde von einem stechenden Muskelschmerz in den Beinen begleitet werden kann. Muskelkrämpfe sind in der Regel harmlos, können aber den Gebrauch des betroffenen Muskels vorübergehend verhindern.

Lange Trainingszeiten oder körperliche Arbeit, besonders in der heißen Jahreszeit, können Muskelkrämpfe verursachen. Zu den Ursachen zählen manche Medikamenteneinnahmen und bestimmte Krankheiten. In der Regel lassen sich Muskelkrämpfe zu Hause mit einfachen Mitteln selbst behandeln.

Krämpfe in den Beinen
Krämpfe in den Beinen

Vorwiegend sind die Muskeln in den unteren Extremitäten betroffen und insbesondere in der Wade, der Fußsohle und der Großzehe. Es kann aber auch die Muskeln in Schenkeln, Armen und Händen angehen.

Muskelkrämpfe können von wenigen Sekunden bis zu einer Viertelstunde oder noch länger andauern. Nicht selten tritt ein Krampf mehrmals auf, ehe er sich löst.
Diese Störung kann den Muskel teilweise oder komplett erfassen. Doch manchmal sind auch verschiedene Muskeln betroffen, die zusammenarbeiten, wie die, die zwei benachbarte Finger beugen.

Muskelkrämpfe sind sehr häufig, fast alle Menschen (einer Schätzung nach etwa 95%) haben einmal in ihrem Leben einen Krampf gehabt.
Diese Störung ist bei Erwachsenen häufig, besonders wenn sie über 50 Jahre alt sind. Doch auch Kinder können Krämpfe bekommen.

 

Ursachen von Muskelkrämpfen

Die Ursachen für Muskelkrämpfe sind nicht immer bekannt. Muskelkrämpfe können durch viele Erkrankungen oder Aktivitäten verursacht sein, zum Beispiel:

  • Übungen und Muskelüberlastung, vor allem wenn die Muskeln bereits Milchsäure angesammelt haben.
  • Ausdauersportarten (Fußball, Radfahren usw.) ohne ausreichendes Training.
  • Krämpfe können aufgrund verminderter Mineralien wie Calcium und Magnesium auftreten, besonders in den letzten Monaten der Schwangerschaft.
  • Aufenthalt in der Kälte, vor allem in kaltem Wasser.
  • Andere Erkrankungen, wie Durchblutungsprobleme (periphere Arteriopathie), Multiple Sklerose, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen.
  • Langes Stehen auf hartem Untergrund, langes Sitzen oder ungünstige Lage der Beine im Schlaf.
  • Ein Mangel an Kalium, Calcium und anderen Mineralien im Blut kann diffuse und anhaltende Krämpfe verursachen.
  • Dehydratation, also wenn der Körper zu viel Flüssigkeit verloren hat.
  • Manche Krankheiten wie: Diabetes, Leberzirrhose, Morbus Parkinson usw.

 

Verursachen Medikamente Muskelkrämpfe?

Zahlreiche Medikamente können Krämpfe verursachen. Diuretika wie Furosemid (Lasix) führen zu Verlust von Körperflüssigkeiten und können Krämpfe auslösen, weil der Körper an Flüssigkeiten und Natrium verarmt.
Diuretika führen häufig zu Verlust von Kalium, Calcium und Magnesium.
Medikamente wie Donepezil (Aricept, bei Morbus Alzheimer genutzt) und Raloxifen (Evista, zur Vorbeugung der Osteoporose) können Krämpfe verursachen.
Tolcapon (Tasmar), bei Morbus Parkinson verwendet, kann bei etwa 10% der Patienten diese Störung verursachen.
Über Krämpfe wurde auch bei Nifedipin (Adalat und andere Arzneien, die gegen Angina pectoris, arterielle Hypertonie und andere Erkrankungen angewendet werden) und bei einigen Asthmamedikamenten berichtet.
Manche Medikamente, die zur Senkung des Cholesterins genommen werden, wie Lovastatin (Mevinacor ®), können Krämpfe hervorrufen.

 

Verursacht Vitaminmangel Muskelkrämpfe?

Ein niedriger Vitaminspiegel im Blut kann direkt oder indirekt zu Muskelkrämpfen führen.
Thiamin (B1), Pantothensäure (B5) und Pyridoxin (B6) spielen eine Rolle bei der Entstehung dieser Störung, auch wenn der Mechanismus noch nicht bekannt ist.

 

Anzeichen und Symptome von Muskelkrämpfen

In der Regel ist ein Muskelkrampf sehr schmerzhaft und wer davon betroffen ist, muss die Tätigkeit, die er gerade durchführt, unterbrechen.
Wenn die Krämpfe auftreten, ist man nicht mehr in der Lage, den betroffenen Muskel zu gebrauchen.
In manch schweren Fällen können die Krämpfe mit starken Schmerzen und Schwellungen verbunden sein, die bis zu mehreren Tagen anhalten können, nachdem der Krampf vergangen ist.
Beim Auftreten des Krampfes wird der Muskel hart, schmerzhaft und man kann eine Verdickung beobachten.
Es gibt keine speziellen Tests für Muskelkrämpfe. Trotzdem ist die Diagnose relativ einfach zu stellen. Die meisten Menschen wissen, was Krämpfe sind und wenn einer bei ihnen auftritt.
Ist ein Arzt während eines Muskelkrampfes anwesend, kann er die Verdickung und Härte des Muskels bemerken.

 

Wie sind Krämpfe in den Beinen zu behandeln?

Fast jeder denkt, dass die beste Art, einen Krampf zu unterbrechen, das Dehnen der Muskeln ist.
Tatsächlich ist das Strecken des Muskels während eines Krampfes falsch und ist das Schlimmste, was man machen kann, denn genau das Gegenteil sollte getan werden.
Dehnt man einen Muskel, sendet der Körper das Signal, ihn anzuspannen, weil auf diese Weise eine Überdehnung vermieden wird, die zu einem Muskelschaden führen kann.
Werden hingegen die Muskelenden einander angenähert, der Muskel also verkürzt, reagiert der Körper durch Entspannung des Muskels, mit der Folge, dass der Krampf unterbrochen wird.
Im Allgemeinen ist es unmöglich, aktiv den Muskel zu verlängern oder zu verkürzen. Das sollte man mit einem Arm tun oder eine andere Person um Hilfe bitten.
Nach den ersten 10-20 Sekunden des lancierenden Schmerzes entspannt der Muskel teilweise und wird weniger unangenehm.
Zu diesem Zeitpunkt sollte man die betroffene Stelle massieren, um mehr Entspannung zu erreichen.

Bei einem Wadenkrampf sollte die betreffende Person das Knie beugen und gleichzeitig den Fuß in eine Plantarflexion bringen, praktisch knien und auf den Fersen sitzen.
Bei Schreibkrämpfen sollte man die Hand zur Faust schließen, mit dem Daumen unter den anderen Fingern.
Auf diese Weise löst man die Spannung auf den Fingerbeugern.
Einen Krampf des Quadrizeps löst man, indem man den Rücken nach vorn beugt, als wolle man die Fußzehen mit den Fingern berühren.
Eine andere Methode wird von Fußballspielern während des Spiels angewendet. Dabei legt sich der Sportler mit dem Bauch nach oben auf den Boden und ein Mitspieler hebt sein im Knie gestrecktes Bein an.

Wenn ich ungewohntes Fahrradtraining betreibe, bekomme ich mitunter Wadenkrämpfe und muss dann unverzüglich absteigen, um den Muskel zu entspannen und zu massieren.
Der lancierende Schmerz ist wie ein Messerstich, doch wenn ich den Muskel nicht massiere, kann ich nicht wieder auf das Rad steigen und weiterfahren. Es vergeht meist eine Viertelstunde, ehe ich mich wieder auf den Sattel setzen kann.

Medikamentöse Behandlung
Medikamente nützen bei der Behandlung des Krampfes nichts, denn gewöhnlich vergeht dieser spontan, noch ehe eine Medizin absorbiert wurde.
Die Behandlung von Muskelkrämpfen, die mit einer bestimmten Krankheit zusammenhängen, konzentriert sich auf die Behandlung der Grundkrankheit.
Manchmal werden zusätzliche Medikamente wegen dieser Beschwerde verschrieben.
In den letzten Jahren wurde mit Erfolg Botulinumtoxin (Botox) in therapeutischen Dosen bei bestimmten lokalisierten Beschwerden einer Muskeldystonie gespritzt.
Eine gute Reaktion darauf kann einige Monate anhalten und die Infiltration kann wiederholt werden.

 

Naturheilmittel gegen Muskelkrämpfe

Massage hilft, den Muskel zu entspannen. Ebenso die Applikation von Wärme.

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Taping bei Wadenkrämpfen

Taping bei Kontraktur und Wadenkrämpfen.
Aktion: entspannend. Form: ein „Y“-Streifen. Länge: von unterhalb der Ferse bis zur Kniekehle. Das Tape ohne Spannung aufbringen, dabei knapp unterhalb der Ferse beginnen und die Wade in Dehnung bringen. Mit dem Tape den Außenbereich der Zwillingsmuskelbäuche umfassen.

Ist der Krampf mit Flüssigkeitsverlust verbunden, wie es bei einer anstrengenden körperlichen Tätigkeit oft der Fall ist, müssen Flüssigkeit und Mineralsalze, vor allem Natrium und Kalium, zurückgeführt werden.

Wenn die Krämpfe jedoch häufig, schwerwiegend und anhaltend sind und wenig auf Routinebehandlungen ansprechen oder es keinen ersichtlichen Grund für ihr Auftreten gibt, dann müssen Arzt und Patient eine aggressivere Therapie in Betracht ziehen oder erwägen, dass die Krämpfe das Symptom einer anderen Erkrankung sind.

Möglichkeiten gibt es viele. Der Patient kann Probleme haben mit:

  • Kreislauf,
  • Nerven,
  • Stoffwechsel,
  • Hormonen,
  • Medikamenten,
  • Ernährung.

Schwangerschaft: Magnesium- und Calciumergänzungsmittel haben gezeigt, dass diese bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft helfen und vorbeugen können.
Eine ausreichende Versorgung mit diesen beiden Mineralien während der Schwangerschaft ist wichtig, doch die Aufsicht einer medizinischen Fachkraft ist unverzichtbar.

Der berufliche bedingte Krampf ist eine Bewegungsstörung, bei der längere unwillkürliche Kontraktionen der Muskeln auftreten. Er wird verursacht durch sich immer wiederholende, nicht zu kräftig ausgeführte Bewegungen oder durch eine falsche Körperhaltung.

Diese Krämpfe (zum Beispiel der Schreibkrampf) werden von der Art der Tätigkeit ausgelöst und können durch die Beachtung ergonomischer Faktoren verhindert oder minimiert werden, wie Handgelenkstützen, das Vermeiden hoher Absätze an den Schuhen, das Regulieren der Stuhlpositionen, das Unterbrechen der Tätigkeit und das Einnehmen einer bequemeren Position während der Arbeit.
Starke Anspannungen während der ausgeführten Tätigkeit vermeiden zu lernen, kann helfen. Trotzdem können die unangenehmen Krämpfe weiter bestehen bleiben, wenn sich die Aktivitäten schwerlich abändern lassen, zum Beispiel beim Spielen eines Musikinstruments.

Ruhepause: Krämpfen, die nachts und in der Ruhe auftreten, kann durch ein Programm von Dehnübungen vorgebeugt werden, besonders dann, wenn sie vor dem Zubettgehen ausgeführt werden.

Auch einfache Dehnungen von der Wade im Stehen, die 10-15 Sekunden gehalten und zwei- oder dreimal vor dem Schlafengehen durchgeführt werden, sind eine große Hilfe zur Vorbeugung gegen nächtliche Krämpfe.
Der Vorgang kann jedes Mal wiederholt werden, wenn man in der Nacht zur Toilette aufsteht und auch ein- oder zweimal während des Tages.
Sind die nächtlichen Krämpfe stark und treten wiederholt auf, kann man eine Orthese anlegen, um zu verhindern, dass die Füße im Schlaf eine unkorrekte Haltung einnehmen.
Wichtig ist das Tragen bequemer Schuhe mit einer maßgerechten Einlage während des Tages.

Ein anderer wichtiger Aspekt zur Vorbeugung gegen nächtliche Krämpfe ist die Einnahme von zusätzlichem Magnesium und Calcium.
Der Blutspiegel könnte für die Ansprüche des Körpers unzureichend sein.

 

Vorbeugung von Beinkrämpfen

Bevor man nicht die genauen Ursachen von Muskelkrämpfen kennt, ist es schwierig zu verstehen, wie man dagegen vorbeugen kann.

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Kinesio-Taping für den Quadrizeps

Kombiniertes Kinesio-Taping für die vordere Oberschenkelmuskulatur

Kombinierte Anwendung auf den M. vastus medialis und des M. vastus lateralis. Nützt im Fall von Ermüdung des Quadrizeps, Doppelkontraktur des äußeren und inneren Quadrizeps oder bei Muskelsteifigkeit.

Einige Empfehlungen werden von Fachleuten und Sportlern gleichermaßen gegeben:

  • Verbesserung der Fitness und Vermeidung einer Muskelermüdung.
  • Ein stufenweises Trainingsprogramm verfolgen, um Überanstrengungen zu vermeiden, solange man nicht vorbereitet ist.
  • Regelmäßige Dehnübungen nach dem Training.
  • Vor Training und Wettkämpfen gut aufwärmen, besonders die Beine.
  • Wadenmuskeln dehnen: die Position des Ausfallschritts einnehmen, also aus dem Stand einen großen Schritt nach vorn, das vordere Bein beugen, das andere zeigt nach hinten und bleibt im Knie gestreckt.
  • Dehnen des Oberschenkelbizeps: die beste Position, um den Rücken nicht anzustrengen ist, mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden zu sitzen und zu versuchen, mit den Händen die Zehenspitzen zu erreichen.
  • Dehnen der Quadrizepsmuskulatur: im Stehen mit der gegenüberliegenden Hand das Fußgelenk umfassen und die Ferse vorsichtig in Richtung Gesäß ziehen. (Mit dem anderen Bein wiederholen).

Die meisten Muskelkrämpfe sind nicht von ernsthafter Natur.
Wenn sie sehr schmerzhaft sind, häufig auftreten oder Beunruhigung verursachen, sollte man den Arzt aufsuchen.

Vor dem Training sollte man nicht essen, beziehungsweise sich auf Lebensmittel beschränken, die leicht verdaulich sind, wie Obst.

Man kann die Ernährung anpassen, vor allem im Sommer, um einen ausreichenden Spiegel an Vitaminen, Antioxidantien und Mineralsalzen (Kalium, Magnesium und Calcium) aufrecht zu erhalten.
Bananen sind kaliumreich, Milch und Milchprodukte enthalten reichlich Calcium, während für Magnesium Vollkornprodukte und Trockenfrüchte empfehlenswert sind: Nüsse, Mandeln, Weizenkleie, Bohnen, geröstete Erdnüsse, geschälte Hirse und Mais.

Wenn keine Behandlung erfolgt, wird ein Muskel nach einem Krampf über einige Tage schmerzhaft sein, weil eine Kontraktur besteht.
Physiotherapie ist sehr nützlich, denn sie löst die Kontrakturen und beugt weiteren Störungen der Muskeln vor.
Der Physiotherapeut kann eine Massagetherapie oder eine Tecartherapie zur Entspannung der Muskeln durchführen.