Hinterkopfschmerzen: Ursachen und Therapie

Hinterkopfschmerzen

Hinterkopfschmerzen werden am hinteren unteren Teil des Kopfes zwischen Kopf und Hals verspürt.

Kopfschmerzen
Eine okzipitale Migräne (am Hinterkopf) kommt weniger häufig vor, als ein Schmerz im vorderen Bereich (frontal).

Bei einigen Menschen kann der ganze Kopf schmerzen; bei anderen ist der Schmerz einseitig.
Manche Cephalgien sind sehr heftig, oftmals hat der Betreffende dann Schwierigkeiten zu arbeiten.
Manchmal kann die Durchführung einer einfachen und notwendigen Aktivität wie Essen Schmerzen bereiten.

Kopfschmerzen sind in primären und sekundären Kopfschmerz klassifiziert.
Beim primären Kopfschmerz ist dieser nicht durch eine körperliche Erkrankung verursacht.
Verursacht eine Krankheit Kopfschmerzen, ist der Kopfschmerz sekundär.

Frauen in der Schwangerschaft leiden mehr als andere unter Schmerzen an Nacken, Schläfen und Stirn, besonders in den ersten 3 Monaten.

 

Was sind die Ursachen für Hinterkopfschmerzen?

Kopfschmerz, verursacht durch Muskelverspannungen
Diese Art Kopfschmerz tritt auf, wenn die Halsmuskeln versteifen.
Schlaflosigkeit, Zähneknirschen, Stress, Angst, Müdigkeit und eine Fehlhaltung sind Ursachen der Muskelverspannungen.
Menschen, die unter Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) leiden, haben nachts und am Morgen Nackenschmerzen, die dann auch noch tagsüber anhalten können.

Zervikaler Kopfschmerz
Ein Kopfschmerz, der von der Halswirbelsäule herrührt, ist ein sekundärer Kopfschmerz, der durch Probleme des Nackens verursacht wird.
Kopfschmerzen durch Muskelkontrakturen entstehen, wenn die Halsmuskeln verspannt sind, besonders im oberen Nackenbereich.
Wird der Schmerz am Morgen nach dem Erwachen verspürt, kann die Ursache das Kopfkissen sein. Treten die Symptome am Abend auf, ist der Grund wahrscheinliche eine Fehlhaltung.
Den Schmerz verspürt man vor allem:

  • bei Berührung,
  • beim Lachen oder Gähnen,
  • beim Husten,
  • während einer Anstrengung,
  • bei der Halsdrehung.

Der Patient kann auch Schwindelanfälle oder Benommenheit im Kopf und einen Gleichgewichtsverlust verspüren.

Das Rückenmark wird durch das obere Kopfgelenk mit dem Schädel verbunden.
Eine Anomalie dieses Gelenks verursacht okzipitale und subokzipitale Kopfschmerzen (Schmerzen, die aus der Schädelbasis kommen).
Der Schmerz beginnt im Hals und strahlt in den Nacken aus.

Okzipitalneuralgie
Die Okzipitalneuralgie ist eine Erkrankung, die auftritt, wenn der rechte oder linke Okzipitalnerv (Nervenpaar, das aus dem zweiten und dritten Wirbel der Wirbelsäule kommt) gereizt ist (durch Dehnung oder Kompression).
Diese Nerven verlaufen am oberen und hinteren Teil des Kopfes.
Entzünden sich die Okzipitalnerven, dann verspürt der Betreffende einen anhaltenden oder fortgesetzten Schmerz am rechten oder linken Hinterkopf.
Selten treten die Beschwerden beidseitig auf (Il Choi et al. – 2016).
Die Okzipitalneuralgie kann Schmerzen hervorrufen, die entlang der Kopfhaut bis zu den Augen reichen, da es Nervenverzweigungen gibt, die zwischen dem zweiten und dritten Wirbel (C2 und C3) entspringen und unter der Stirn enden.
Die häufigsten Ursachen von Nervenschäden oder Nervenreizungen sind:

  • Trauma am Hals (Narouze – 2016)
  • Infektionen
  • Tumoren
  • Zervikale Arthrose

Liegt das Problem im Skelettmuskel, gibt es zwei sehr wirksame Therapien:

  • Osteopathie
  • Übungen nach McKenzie.

Bei einer schweren Störung (Infektion, Läsion oder Tumor) muss die Ernährung umgestellt werden, um Immunsystem, und Kreislauf zu stärken und einen eventuellen Tumor zu bekämpfen.
Wesentlich ist es, Milch und Milchprodukte, glutenhaltige Lebensmittel und rotes Fleisch zu vermeiden.
Man sollte viel Gemüse, Obst (nicht am Abend), Nüsse und Hülsenfrüchte essen.

Es kann erforderlich sein, Infiltrationen von Kortison (Dougherty – 2014) oder von Schmerzmitteln vorzunehmen.
Sinnvoll sind Massagen.

Arteriitis temporalis
Die Arteriitis temporalis ist durch eine Entzündung der großen Arterien des Kopfes verursacht. Die Ursache dieser Erkrankung ist noch nicht geklärt. Experten meinen, dass die Arteriitis temporalis eine Immunreaktion sei. Menschen, die an schweren Infektionen leiden oder viele Antibiotika eingenommen haben, haben ein größeres Risiko, diese Krankheit zu entwickeln.

Arteriitis temporale verursacht die folgenden Symptome:

  • Sehstörungen
  • Kopfhautbeschwerden
  • Schmerzen auf rechter oder linker Kopfseite
  • Hinterkopfschmerzen
  • Kieferschmerzen

Die Behandlung sieht Kortikosteroide vor, denn es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung (Chew et al. – 2009).

Herpes Zoster
Das Virus des Herpes Zoster kann ein Brennen am Hals und Kopfschmerzen häufig nur auf einer Seite verursachen. Diese Schmerzen gehen einem Hautausschlag voraus, der das hauptsächliche Symptom des Herpes Zoster ist.

Lymphknotenschwellung
Bei Ausbruch einer Infektion schwellen die Halslymphknoten an.
Infektionen an Kopfhaut, Ohren, Augen, Nase und Hals verursachen eine Vergrößerung der Lymphknoten.
Auch Röteln in der Kindheit können zu Schwellungen führen.
Die Lymphknoten verursachen zervikale und nuchale Schmerzen, die sich wie ein Bluterguss anfühlen.

Infektiöse Meningitis
Der Nackenschmerz, der durch eine Meningitis hervorgerufen wird, entsteht durch die Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen). Oftmals entwickelt sich auch ein steifer Hals.
Zu den Symptomen dieser Erkrankung gehören:

  1. hohes Fieber,
  2. Kopf- und Nackenschmerzen.

 

Krankheiten

Subarachnoidalblutung
Ein sehr starker und plötzlicher Kopfschmerz (Morgenstern et al. – 2001)  kann durch einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung verursacht sein.
Der Nackenschmerz ist von anderen Symptomen begleitet:

  • Nackensteifigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Verwirrtheit
  • Lichtempfindlichkeit oder Photophobie


Hypertension
Hoher Blutdruck kann zu anhaltenden „helmartigen“ Kopfschmerzen führen (Cortelli et al. – 2004), also über den ganzen Kopf verteilt, besonders am Nacken (Assarzadegan et al. – 2013).

Kältekopfschmerz
Er kann bei jedem auftreten, der Eis oder ein eisgekühltes Getränk zu schnell verspeist. Es fühlt sich an wie ein „Erkalten des Kopfes“. Dieser Kopfschmerz betrifft nur wenige Menschen.

Grippekopfschmerz
Die jahreszeitliche Influenza verursacht Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen, oftmals verspürt man diese auch im Nacken.
Bei Patienten, die unter einer Sinusitis leiden, verstärken sich die Nackenschmerzen beim Beugen des Kopfes nach unten, weil dadurch der Druck in den Nasennebenhöhlen steigt.

Morbus Parkinson
33% der Menschen mit Morbus Parkinson haben Schmerzen im hinteren Kopfbereich und im Nacken.

Dengue-Fieber
Beim Dengue-Fieber leidet der Patient unter starken Kopfschmerzen und hohem Fieber. 20% dieser Schmerzen sind im Nacken lokalisiert.

Fibromyalgie
Fibromyalgie ist eine Störung, die diffuse Muskelschmerzen an Kopf, Nacken, Armen, Rücken und Beinen hervorruft.
Symptome sind unter anderem chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Angst.

Therapie bei Hinterkopfschmerzen

Die Behandlung bei Schmerzen im hinteren Kopfbereich hängt von der Krankheit ab, die den Schmerz verursacht.
Es gibt verschiedene Hausmittel und auch manche Gewohnheiten, die man vermeiden sollte, um Erleichterung zu erfahren.

  • Ausruhen und schlafen. Bei einer Muskelläsion oder Verletzung der Bänder wird empfohlen, eine bequeme Haltung für den verletzen Bereich zu finden. Man kann für ein paar Tage eine Halskrause tragen und die verletzten Strukturen somit entlasten. Vergeht der Schmerz nicht durch Schonung, sollte ein Arzt oder ein Physiotherapeut aufgesucht werden.
  • Wärme und Eis. Eine Behandlung, die den Schmerz im hinteren Teil des Kopfes und des Halses lindert, besteht in der Auflage von heißen Kompressen. Bei akuten Verletzungen empfehlen viele Ärzte, Kältepackungen zu benutzen. Im Halsbereich jedoch sollte dies besser vermieden werden, da sich die Situation dadurch verschlimmern kann.
  • Rezeptfreie Schmerzmittel – Rezeptfreie Medikamente zur Schmerzlinderung, wie Paracetamol, Aspirin und Ibuprofen, sind bei Nacken- und Kopfschmerzen wirksam. Ibuprofen ist sehr hilfreich, vor allem wenn der Schmerz durch Schwellung und Entzündung verursacht wird.
  • Zu vermeidende Lebensmittel und Getränke. Wenn man unter Nackenschmerzen leidet, sollte man folgende Gewohnheiten begrenzen oder vermeiden:
    • Große Mengen an Koffein, am besten ganz auf Koffein verzichten
    • Kaugummi
    • Kaubonbons
    • Salz (vermeiden)
    • Rauchen (vermeiden)
    • Alkohol (vermeiden)

 

Mehr lesen:

 

Bibliographie:

  1. Narouze S. Occipital Neuralgia Diagnosis and Treatment: The Role of Ultrasound. Headache. 2016 Apr;56(4):801-7. doi: 10.1111/head.12790. Epub 2016 Mar 21.
  2. Il Choi and Sang Ryong Jeon. Neuralgias of the Head: Occipital Neuralgia. J Korean Med Sci. 2016 Apr; 31(4): 479–488.
  3. Dougherty C1. Occipital neuralgia. Curr Pain Headache Rep. 2014 May;18(5):411. doi: 10.1007/s11916-014-0411-x.
  4. Morgenstern LB, Huber JC, Luna-Gonzales H, Saldin KR, Grotta JC, Shaw SG, Knudson L, Frankowski RF. Headache in the emergency department. Headache. 2001 Jun; 41(6):537-41.
  5. Rustam Al-Shahi, MRC clinician scientist, Philip M White, consultant neuroradiologist, Richard J Davenport, consultant neurologist, andKenneth W Lindsay, consultant neurosurgeon. Subarachnoid haemorrhage. BMJ. 2006 Jul 29; 333(7561): 235–240.
  6. Farhad Assarzadegan, Mostafa Asadollahi, Omid Hesami,Omid Aryani, Behnam Mansouri, and Nahid Beladi moghadam. Secondary headaches attributed to arterial hypertension. Iran J Neurol. 2013; 12(3): 106–110.
  7. Joseph G. Chacko,a,⁎ J. Anthony Chacko,b and Michael W. Saltera. Review of Giant cell arteritis. Saudi J Ophthalmol. 2015 Jan-Mar; 29(1): 48–52.
  8. Chew SS, Kerr NM, Danesh-Meyer HV. Giant cell arteritis. J Clin Neurosci. 2009 Oct; 16(10):1263-8.
 
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