Bruxismus oder Zähneknirschen

Unter Bruxismus versteht man das Mahlen der Zähne durch Aneinanderreiben der Kiefer.
Viele Kinder haben die Angewohnheit, während der Nacht die Zähne aneinanderzureiben. Das kann zu Kieferschmerzen führen.
Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene beißen die Zähne zusammen, wenn sie wütend oder gestresst sind.

 

 
Bruxismus,Schmerz,Kopf,SchmerzenKinder können die Angewohnheit entwickeln, unbewusst mit den Zähnen zu knirschen.
Der Partner bemerkt den Bruxismus, denn er hört das Geräusch in der Nacht. Wenn das Knirschen nur leicht ist, kann es auch oft nicht wahrgenommen werden.
Der zahnmedizinische Zweig, der die Probleme des Kauens studiert, ist die Gnathologie und der Facharzt, an den man sich wendet, ist der Gnathologe.

 

Ursachen des Bruxismus oder Zähneknirschens 

Ursachen des Bruxismus sind:

Stress
Wenn ein Mensch unter Stress steht, kann sein Schlaf gestört sein. Der Betreffende könnte unbewusst und wiederholt mit den Zähnen knirschen.
Auch Angst, Spannungszustände und emotionaler Stress können auslösende Faktoren für Bruxismus sein.
Menschen, die Wut und Frustration unterdrücken, zeigen im Verlaufe des Tages oftmals Anzeichen dieser Krankheit.
Diese Menschen leben ihre Wut nicht aus und knirschen wegen der aufgestauten Frustrationen mit den Zähnen.

Aggressive Persönlichkeit
Am Arbeitsplatz stark kompetitive oder aggressive Menschen neigen dazu, mit den Zähnen zu knirschen und die Faust zu ballen. Dieses Verhalten ist besonders ausgeprägt, wenn diese Menschen wütend oder frustriert sind.

Malokklusion
Eine Fehlstellung der oberen und unteren Zähne könnte diese Erkrankung verursachen.
Ist der Schluss der Zähne nicht korrekt, presst man automatisch die oberen Zähne gegen die unteren, um sie entsprechend anzupassen.


Schlafstörungen
Die Schlafstörungen sind vielfältig:

  • Schnarchen
  • Obstruktive Schlafapnoe
  • Sprechen im Schlaf
  • Hypnagoge Lähmung
  • Hypnagoge Halluzinationen
  • Gewalttätiges Verhalten im Schlaf

Menschen mit diesen Störungen können an Bruxismus leiden.
Die Betreffenden können murmeln oder in den Phasen der Apnoe mit den Zähnen knirschen.

Lebensstil
Die Krankheit kann vom Gebrauch der folgenden Wirkstoffe abhängen:

  • psychoaktive Substanzen,
  • Tabak,
  • angstlösende Medikamente.

Grunderkrankung
Es gibt viele Störungen und Erkrankungen, die Bruxismus verursachen. Diese Krankheiten schließen Morbus Parkinson und Chorea Huntington ein. Die Krankheiten sind mit Zähneknirschen am Tag und in der Nacht vergesellschaftet.
Manche Ursachen des kindlichen Bruxismus sind in folgender Liste genannt:

  • Fehlstellung der Zähne (während des Zahnwechsels nach dem Milchgebiss),
  • Schmerzen (Karies),
  • Stress,
  • psychologische Probleme (zum Beispiel Wutunterdrückung nach Missbrauch).

Die folgenden Risikofaktoren können das Auftreten von Bruxismus begünstigen:

  • unkorrekte Einnahme von Medikamenten, die Krampfanfälle verursachen;
  • eine allergische Reaktion kann zu Kieferverschluss führen,
  • Gehirnläsionen,
  • angeborene Kieferfehlbildung,
  • psychische Störungen wie Angst,
  • erhöhte Blutalkoholspiegel,
  • übermäßiger Genuss von Amphetaminen,
  • Würmer (Oxyuren) und Darmparasiten (verursachen Reizbarkeit),
  • Trauma (ein Autounfall kann zu einem Schleudertrauma führen).


Ursachen für nächtlichen Bruxismus bei Kindern:

  • Kieferwachstum,
  • Zahnfehlstellung,
  • schlecht ausgeführte Kronen und Füllungen,
  • Probleme des Kiefergelenkes,
  • Stress,
  • nicht adäquate Calciumspiegel.

 

Symptome des Bruxismus und Auswirkungen auf den Körper

Bruxismus ist schwierig zu vermeiden, denn oftmals tritt er im Schlaf auf. Zähneknirschen verursacht Spannungen auf Muskeln, Gewebe und andere Strukturen im Kieferbereich. Dies verursacht Erkrankungen der Kiefergelenke. Manche Menschen verspüren keinerlei Schmerzen, selbst wenn sie regelmäßig im Schlaf mit den Zähnen knirschen.
Leichter Bruxismus stellt kein Problem dar.
Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass Bruxismus zu folgenden Symptomen und Konsequenzen führt:

  • Muskelkater oder Schmerzen im Bereich von Unterkiefer, Oberkiefer, Wangenknochen und Schläfen,
  • Angst,
  • Stress,
  • Schlaflosigkeit (Schlafstörungen),
  • Depression,
  • Nervosität,
  • Kopfschmerzen (Migräne),
  • Muskelschmerzen im Nacken. In diesem Fall kann es auch zu Schwindel oder Benommenheit im Kopf kommen, verursacht durch Kontrakturen auf hochzervikaler Ebene,
  • Rückenschmerzen im oberen Bereich (dorsal),
  • innere Wangenverletzungen,
  • Deformität der Zunge,
  • starke Gesichtsschmerzen,
  • Überempfindlichkeit an den Zähnen auf Hitze, Kälte oder Süßigkeiten,
  • abgenutzte Zähne,
  • Zahnschmerzen,
  • Zahnverlust,
  • entzündetes und geschwollenes Zahnfleisch,
  • Wangenschwellungen,
  • Ohrensausen oder Tinnitus,
  • Schmerzen in einem Ohr (die Kiefergelenke befinden sich nahe dem Gehörgang),
  • Gefühl verstopfter Ohren,
  • Hörminderung,
  • vergrößerte Halslymphknoten (aufgrund übermäßiger Belastungen der Nackenmuskulatur).

Andere Symptome, die aufgrund folgender Faktoren variieren:

  • Stress,
  • Körperhaltung im Schlaf,
  • Ernährung,
  • korrekte Zahnstellung,
  • Dauer des Bruxismus,
  • Muskelkontrakturen der Kaumuskulatur und der Halsmuskulatur (Vorder- und Hinterseite des Halses).

Muskelsymptome
Patienten empfinden eine morgendliche Müdigkeit aufgrund des ständigen Zähneknirschens während der Nacht.
Eines der Bruxismussymptome besteht während des ganzen Tages, vom Morgen an: der Betreffende verspürt Muskelschmerzen im Gesicht und im Kieferbereich.
Diese Beschwerden können auch ausstrahlen und der Betreffende verspürt Schmerzen in anderen Bereichen des Gesichtes. Der Mensch kann am Morgen unter starken Kopfschmerzen leiden.

Andere Symptome
Andere Symptome beinhalten jene, die entweder eine direkte oder indirekte Folge des Zähneknirschens sind.
Das unwillkürliche Schließen der Zahnreihen kann zu Schäden an den Strukturen in der Mundhöhle führen.
Wenn man sich auf die Wangen beißt, kann das zu Verletzungen der inneren Oberfläche im Mund führen.

 

Kiefer,Aufeinanderbeißen,ZähneWas tun? Therapie gegen Zähneknirschen

Viele Kinder benötigen keine Behandlung. Leiden sie an einem moderaten oder ausgeprägten Bruxismus, wird empfohlen, den Zahnarzt zu konsultieren.

Stellt die Malokklusion ein Problem dar, muss die Zahnstellung korrigiert werden.
Der Schmerz kann zu Schwierigkeiten beim Kauen führen.
Zahnärzte implantieren eine Krone, um die Kaufläche des Zahns umzugestalten. Diese Behandlung löst nicht das wirkliche Problem des Bruxismus.
Die Osteopathie kann helfen, das Kauproblem zu lösen, das durch eine Dysfunktion des Kiefergelenks (Articulatio temporomandibularis) verursacht wird.

Meditationsübungen und ein warmes Wannenbad vor dem Schlafengehen helfen, Stress abzubauen und Stress ist eine der Ursachen für Bruxismus. Entspannungsübungen unterstützen die Stressbewältigung.

Fachleute empfehlen Logopädie zur Behandlung dieser „schlechten Angewohnheit“. Der Logopäde empfiehlt physiotherapeutische Übungen und Körperhaltungen, um die Kiefer in eine korrekte Stellung zum Mund zu bringen und Zähneknirschen zu vermeiden.
Eine häufige Übung besteht darin, die Zunge gegen den Gaumen zu drücken, dabei die Zähne auseinander zu halten und die Lippen zu schließen.

Eine pharmakologische Therapie zur Entspannung bei Kindern ist wegen der Nebenwirkungen und der möglichen Abhängigkeit nicht empfohlen.
Nahrungsergänzungsmittel. Lebensmittel essen, die reich an Vitamin B, Calcium und Magnesium sind. Vor dem Schlafengehen Calciumtabletten zu kauen verringert unwillkürliche Muskelkontraktionen des Kiefers.
Empfohlen ist die tägliche Einnahme von Multivitaminpräparaten, nachdem zuvor der Arzt befragt wurde, welche Vitamine hilfreich sein können.

Zahnschutz
Der Gebrauch eines Zahnschutzes behandelt nicht die Erkrankung, hilft jedoch, Zahnschäden zu vermeiden.
Der Zahnarzt überprüft die ordnungsgemäße Funktionsweise des Zahnschutzes.
Er muss sicherstellen, dass die Zahnschiene an den Mund des Patienten angepasst ist.
Derzeit stehen auf dem Markt verschiedene Zahnschutztypen zur Verfügung: eine Aufbissschiene, die sich NTI-tss nennt, wird in den oberen Zahnbogen eingesetzt und schützt beide Bögen.
Ein Zahnschutz hilft, die Ausrichtung der Zähne zu verändern.
Diese Hilfe besteht aus Acryl und passt sich beiden Zahnreihen an.
Der Zahnschutz ist teuer, ist aber die beste Lösung.

Injektionen und Operationen
In einigen schweren Fällen werden Injektionen zur Behandlung des Bruxismus empfohlen. Injektionen führen zur Muskelentspannung, um das Zähneknirschen zu vermeiden. Man muss darauf achten, dass die Muskeln nicht zu sehr entspannt werden, damit die Kiefer- und Kaubewegungen nicht übermäßig beeinträchtigt werden.

Ist eine Verformung des Kiefers die Hauptursache des Bruxismus, muss der Patient eine kieferorthopädische Korrektur durch Zahnspangen erfahren.

Schließlich könnte ein chirurgischer Eingriff zur Lösung des Problems erforderlich werden. Bei manchen Patienten hilft gegen das ständige Zähneknirschen die Anwendung einer Bissschiene. Eine chirurgische Operation muss als letzte Möglichkeit angesehen werden.

Moderner Zahnschutz: Der Patient kann ein Gerät verwenden, um die elektromyographische Aktivität (EMG) des Schläfenmuskels zu überwachen. Das Gerät zeichnet Muskelkontraktionen auf und überträgt eine elektrische Stimulation (CES) auf die Rezeptoren in der Haut.
Die CES ist für den hemmenden Reflex des Hirnstamms verantwortlich: sie entspannt die Kiefermuskeln und blockiert die Schließung des Kiefers reflexartig.

 

Zähne,zusammenbeißen, knirschenNaturheilmittel gegen Bruxismus während der Nacht

Die meisten Kinder genesen bis zur Adoleszenz spontan.
Um den Bruxismus einzudämmen, müssen die Ursachen der Probleme behandelt werden.
Im Folgenden werden einige Vorschläge gemacht, die zur Heilung dieses Krankheitsbildes nützlich sein können.

Wärmeapplikation: Diese Methode ist zur Entspannung der Kiefermuskulatur wirksam, vor allem bei Kindern. Vor dem Schlafengehen ein feuchtheißes Tuch für zehn Minuten auf beide Wangen auflegen. Die Wärme hat eine beruhigende Wirkung auf die Wangenmuskulatur. Ein warmes Bad vor dem Schlafengehen hilft aus denselben Gründen.

Kiefermassage: Einen Teelöffel Mandelöl mit ein paar Tropfen Lavendelextrakt mischen. Diese Ölmischung zur Massage benutzen. Die Entspannung in diesem Bereich beugt dem Zähneknirschen vor.

Schiene für den Mund: Eltern können ihr Kind einem Odontologen vorstellen um, einen maßgerechten Apparat zu erhalten, der die Symptome verringert. Er wird nachts getragen, um Zähneknirschen und Verletzungen im Mund zu verhindern. Die Schiene ist sehr teuer.

Stressabbau: Stress ist eine der Hauptursachen für Bruxismus. Stressbehandlung und kognitive Verhaltenstherapie haben sich in diesem Zusammenhang sehr bewährt. Meditation und regelmäßige Übungen eignen sich gut, um Körper und Geist zu entspannen

Zu den natürlichen Behandlungsarten zählen einige Sitzungen Akkupunktur, die der Entspannung dienen.

Natürliche Mittel, die Entspannung und Schlaf fördern, sind:

  • Melatonin,
  • Melisse,
  • Baldrian,
  • Kamille.

 

Hausmittel

Natürliche Methoden werden in Kombination mit zahnärztlichen Verordnungen angewendet.
Obst essen vor dem Schlafengehen ist eine gute Übung für den Mund und verringert die Episoden des Bruxismus im Schlaf. Alternativ dazu kann ein Kaugummi gekaut werden.
Man kann vor der Schlafenszeit ein warmes Tuch auf das Gesicht legen. Das Tuch hilft bei der Entspannung der Kiefermuskulatur.
Auch ein heißes Bad und eine Massage können Geist und Körper entspannen und so das Zähneknirschen lindern.
Menschen, die unter Bruxismus leiden, sollten auf dem Rücken schlafen, denn die Symptome verschlimmern sich beim Liegen auf der Seite.
Man kann vor dem Schlafengehen eine Tasse Kräutertee ohne Zucker trinken.