Pityriasis versicolor oder Kleienpilzflechte

Pityriasis versicolor (auch Kleienpilzflechte oder Tinea versicolor genannt) ist ein häufig vorkommender Hautausschlag, der durch Hefen (Pilze) verursacht wird, die auf der Haut leben.
Unter Pityriasis ist eine Art schuppende Haut zu verstehen und versicolor bedeutet buntgescheckt.Die Hefen sind bei dieser Erkrankung nicht dieselben, die in Lebensmitteln enthalten sind und sind auch nicht die, die Candida im Mund oder vaginal verursachen.

Die betroffenen Hautzonen sind meist Schultern, Rücken und Brust. Manchmal können Hautfalten befallen sein, wie Achselhöhlen, Haut unter der Brust oder im Leistenbereich.
Nur das Gesicht bleibt ausgespart, auch wenn bei Kleinkindern das Gesicht befallen sein kann, besonders am Haaransatz.
Gelegentlich manifestiert sich Pityriasis versicolor auf Finger- oder Fußnägeln.
Es können wenige oder sehr viele Flecke auftreten. In diesem Fall kann der Aspekt der betroffenen Haut normal erscheinen, während die (unveränderte) Haut um den Bereich ein Problem zu haben scheint.

 

Ursachen der Pityriasis versicolor

Die Infektion kann aus einem der folgenden Gründe entstehen:

1. fettige Haut,
2. Leben in einer warmen Region,
3. übermäßiges Schwitzen,
4. ein schwaches Immunsystem, zum Beispiel bei HIV.

Da sich Hefe natürlicherweise auf der Haut entwickelt, ist die Tinea versicolor nicht ansteckend.
Diese Erkrankung kann Menschen jeder Hautfarbe treffen. Es sind vorwiegend junge Menschen betroffen.

 


Anzeichen und Symptome der Tinea versicolor

Das Hefewachstum auf der Haut provoziert die Bildung von Bereichen mit unterschiedlicher Färbung gegenüber der umgebenden Haut.
Es können einzelne Punkte oder Flecke entstehen.
Spezifische Anzeichen und Symptome der Infektion beinhalten:
1. Flecke, die weiß, rosa, rot oder braun sein können und die eine viel hellere oder dunklere Farbe haben können, als die umgebende Haut.
2. Flecke, die nicht mit der restlichen Haut bräunen.
3. Flecke, die überall am Körper auftreten können, besonders an Hals, Brust, Rücken und den Armen.
4. Manchmal verspürt man einen Juckreiz an den betroffenen Stellen.

Die Flecke können bei kühlem Wetter wieder verschwinden und sich verschlimmern, wenn das Klima warm und feucht ist.
Sie können trocken und schuppend sein, man kann Schmerz empfinden, doch das ist nicht häufig der Fall.

 

Wie wird die Diagnose der Pityriasis versicolor gestellt?


Der Arzt kann die Diagnose Tinea versicolor aufgrund des Erscheinungsbildes des Hautausschlags stellen.
Selten benutzt der Arzt ultraviolette Strahlen, die die Farbe der betroffenen Bereiche verändern.
Sind die Hautausschläge von Tinea versicolor verursacht, sorgen die UV-Strahlen dafür, dass sie gelb-grün fluoreszieren.
Der Arzt kann eine Probe entnehmen, indem er ein Hautstück und Schuppen aus diesem Bereich für eine Untersuchung unter dem Mikroskop abschabt.
Die Probe kann direkt auf einen Objektträger aufgetragen und einer histologischen Analyse unterzogen werden.

Differentialdiagnosen
Pityriasis versicolor kann mit folgenden Erkrankungen verwechselt werden:
1. Diskoides Ekzem oder Dermatitis nummularis ist eine Irritation an Rumpf und/oder Gliedmaßen.
2. Die Psoriasis guttata besteht aus roten, schuppenden Plaques, die psoriatischen Hautläsionen können überall auftreten.
3. Hypomelanosis guttata idiopathica betrifft die Schienbeine und Unterarme.
4. Pityriasis alba verursacht große Flecke an Oberarmen und im Gesicht. Sie befällt vor allem Kleinkinder auf trockenen und dehydrierten Hautbereichen.
5. Pityriasis rosea hat einen kurzen Verlauf und einen schnellen Ausbruch.
6. Die postentzündliche Hypo- oder Hyperpigmentation verursacht ein ungleichmäßiges Verteilungsmuster aus einer vorausgegangen entzündlichen Episode.
7. Seborrhoische Dermatitis bildet sich auf der Kopfhaut und im Gesicht.
8. Tinea corporis breitet sich langsam aus und bildet dabei Flecke in Form von Ringen aus.
9. Vitiligo verursacht asymmetrische völlig weiße oder dreifarbige Flecke.

 

Ist Pityriasis versicolor eine schwerwiegende Krankheit?

Nein, der einzige Nebeneffekt ist, dass diese Ausschläge beim Sonnenbaden ärgerlich sind, denn sie bleiben als helle Flecke auf der Haut zurück.

 

Ist Pityriasis versicolor ansteckend?

Nein, eine Übertragung dieser Erkrankung auf eine andere Person ist nicht möglich.
Die Hefe, die diesen Ausschlag auf der Haut verursacht, besiedelt auch normalerweise die Haut und tut in der Regel nicht weh.
Aus nicht geklärten Gründen scheint der Keim auf der Haut einiger Menschen leichter zu wachsen.

 

Was ist die Therapie bei Pityriasis versicolor?

Die Art der Behandlung kann vom Sitz des Hautausschlags abhängig sein oder davon, ob der Patient diese Erkrankung schon einmal hatte.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind folgende:

Lokale und orale Antimykotika (Antipilzmittel) werden zur Behandlung der Pityriasis versicolor angewendet.
Unter diesen sind:

  • Propylenglykol;
  • Natriumthiosulfat-Lösung;
  • Selensulfid;
  • lokal anzuwendende Azole, darunter Clotrimazol (Canesten ®), Miconazol (Mykotin ®), Econazol (Pevaryl ®), Terbinafin (Lamisil ®) Fenticonazol (Fenizolan ®), Bifonazol (Bifon) und Ketoconazol (Nizoral ®); es gibt verschiedene Produkte: Creme, Pulver oder kutane Lösung;
  • Tabletten folgender Antimykotika: Itraconazol (Sempera ®, Sporanox ®), Fluconazol (Diflucan ®) für ein/zwei aufeinanderfolgende Wochen;
  • Terbinafin Gel;
  • Ciclopirox (Ciclocutan ®) Creme oder Lösung.

 

Shampoo,Pityriasis versicolorArzneimittel
Shampoo mit Ketoconazol (Nizoral ®) wird häufig empfohlen.
Man erhält es in der Apotheke und es ist verschreibungspflichtig.
Ketoconazol tötet die Keime, die diesen Hautausschlag verursachen.
Das Haarshampoo auf die befallenen Stellen auftragen und nach drei bis fünf Minuten wieder abwaschen.
Die Anwendung über fünf Tage jeden Tag wiederholen.

Shampoo mit Selensulfid ist eine alternative Behandlung.
Es ist nicht direkt zur Behandlung dieser Erkrankung ausgewiesen, kann aber funktionieren.
Man erhält es in der Apotheke und es ist verschreibungspflichtig
Zu 50 % mit Wasser verdünnen (halb Wasser, halb Shampoo).
Das verdünnte Shampoo auf die betroffenen Stellen auftragen und für 10 Minuten einwirken lassen, dann abwaschen.
Die Anwendung sollte eine Woche lang jeden Tag wiederholt werden.
Antimykotische Tabletten müssen verschrieben werden, wenn der Hautausschlag stark ausgeweitet ist oder durch die oben beschriebenen Behandlungen nicht vergeht.
Die antimykotische Behandlung kann wiederholt werden, wenn der Hautausschlag rezidiviert (sich wiederholt) und wenn sich die Haut erneut schuppt.
Das geschieht in der Regel unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel während der Schwangerschaft und bei exzessivem Schwitzen.
Der Arzt kann demjenigen, der nach Sonnenexposition häufig Rezidive entwickelt, ein Shampoo mit Ketoconazol empfehlen.
Wichtig ist, das Shampoo einmal am Tag über insgesamt drei Tage anzuwenden, bevor man in den Urlaub fährt und sich an der Sonne aufhält.
Das hilft, das Risiko für eine Pityriasis versicolor zu verringern, wenn man sich fern von zu Hause befindet.
Hinweis: Nach der Behandlung erscheint die Farbe der befallenen Haut nach etwa 3-6 Monaten wieder normal.

 

Naturheilmittel

Wasser und Bikarbonat können direkt auf die von Pityriasis versicolor betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, um das Ausmaß des Ausschlags zu verringern.
Andere Hausmittel mit bakterizidem und antimykotischem Effekt, die auf die Pityriasis versicolor aufgetragen werden, sind:
1. Schwefelseife
2. Aloe-Vera-Gel
3. Teebaumöl

Ernährung bei Pityriasis versicolor
Eine ausgewogene Ernährung verhilft zum Erhalt einer gesunden Haut.
Bei der Auswahl der Lebensmittel ist gesunder Menschenverstand erforderlich. So wird empfohlen, frittierte Speisen, rotes Fleisch, alkoholische Getränke und Milchprodukte zu meiden.

 

Wie lange dauert es? Muss man mit Rezidiven rechnen?

In der Regel heilt eine rosa- oder braunfarbene Pityriasis versicolor unter Behandlung aus, doch der Hautausschlag ist oft rezidivierend, wenn die Voraussetzungen für eine Malassezia furfur gegeben sind.
Die antimykotische Behandlung muss wiederholt werden, wenn die schuppende Komponente der Pityriasis versicolor erneut auftritt.
Die orale antimykotische Behandlung kann vorbeugend für ein bis drei Tage im Monat bei Personen, die ein erhöhtes Rezidivrisiko haben, verordnet werden.

Gewöhnlich erfolgt die Heilung der hellen Pityriasis versicolor innerhalb zweier Wochen unter Behandlung. In der Folge bräunt die Haut wieder normal, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.
Manchmal bleiben aus unbekannten Gründen weiße Flecke für längere Zeit nach der Schuppung und nachdem die Hefeinfektion ausgeheilt ist, bestehen. In solchen Fällen ist eine antimykotische Behandlung wohlmöglich nutzlos.