Faszienmassage

Die myofasziale Massage ist eine Massageart, die auf das Bindegewebe einwirkt, um Verklebungen (Adhäsionen) zu lösen und die normale Elastizität wieder herzustellen.

Der fasziale Schmerz kommt bei der Skelettmuskulatur häufig vor, ist jedoch den meisten Ärzten noch immer unbekannt.

Wenn der Arzt einen Patienten untersucht, prüft er oftmals den Bewegungsradius nicht und beschränkt sich darauf, eine Reihe unnötiger Untersuchungen anzuordnen: zuerst eine Röntgenaufnahme, dann Ultraschall oder Magnetresonanztomopgraphie, danach eine Elektromyographie usw.

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Gesichtsmassage: kann Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel heilen
© Yuri Arcurs – Fotolia. com

 

Würde der Arzt eine genaue körperliche Untersuchung durchführen, würde er in einigen Fällen dem Patienten nur eine physiotherapeutische Behandlung empfehlen.

Die ärztliche Untersuchung ist von entscheidender Bedeutung und die myofasziale Behandlung definitiv keine Behandlung, die alles heilt, aber wenn sie indiziert ist, kann sie die Ursachen der Schmerzen beseitigen. Die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet von Orthopädie, Rheumatologie, Physikalischer Medizin und Osteopathie sind sich darüber einig, dass die „Faszie“ Symptome verursachen kann wie: Schmerz, Kraft- und Bewegungsverlust.

Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung der Faszien: die Physiotherapeuten führen Stretching und eventuell Rolfing durch, bzw. eine sich tief auf das Weichgewebe des Körpers auswirkende Technik.
Die Faszienmanipulation wurde von Luigi Stecco eingeführt, der einen innovativen und wirksamen Weg zur Behandlung dieser Störungen geschaffen hat.

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Struktur der Faszie, Anatomie der Muskeln hkannn:bigstockphoto.com

Unter Faszie versteht man einfach das Bindegewebe, das hauptsächlich aus Kollagenfasern zusammengesetzt ist.
Dieses Gewebe findet sich überall im Körper: in Sehnen, Bändern, Epidermis und Sehnenscheiden, zudem in Muskeln, Knochen, Organen und Eingeweiden; es nimmt 70% des Körpergewichts ein.
Anatomische Untersuchungen zeigen, dass es verschiedene Bindegewebsschichten im Körper gibt: Unterhaut und Faszie (die oberflächlich oder tiefliegend sein kann).
Die Faszie ist ein sehr plastisches Gewebe, leicht kann es dichter und faltiger werden.
Muskelfasern verlaufen im Innern des Bindegewebsgerüstes, das sich bis in die Sehne fortsetzt.
Das Wichtigste ist, dass die tiefe Faszie eines Muskels in den Faszien der anderen Muskeln und in den Knochen weitergeht.
Eine übermäßige Spannung der Faszie eines Muskels überträgt sich auf die Muskulatur und das Skelett in anderen Körperbereichen.
Es gibt Verbindungen zwischen verschiedenen Faszien des Bindegewebes, wie zwischen Agonisten und Antagonisten. Zum Beispiel werden die Muskeln, die den Arm heben, von der Muskulatur, die den Arm senkt, beeinflusst und umgekehrt.

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Der menschliche Körper wird von Muskeln und Bindegewebsfasern vollkommen bedeckt. Die Faszie ist hier weiß dargestellt. © Patrick Hermans – Fotolia. Com

Das zweite Bindeglied verläuft entlang der senkrechten Linie, das heißt die Muskeln, die den Arm heben, arbeiten synchron mit denen, die Ellenbogen, Schulter, Hand und Finger heben.
Schließlich gibt es noch eine spiralförmige Verbindung, das heißt sie verbindet den vorderen Bereich eines Gelenks mit dem hinteren Bereich des naheliegenden Gelenks.
Diese Verbindung betrifft eine ganze Extremität, zum Beispiel findet die vordere innere Faszie der Hand, ihre Fortsetzung in der Faszie:

  • der hinteren Außenseite des Ellenbogens;
  • der vordere Innenseite des Armes;
  • der hinteren Außenseite des Schulterblatts.

Ein Muskel kann in einem Muskelseptum enden, bzw. in einer Faszienstruktur, die ihn mit dem Antagonisten verbindet. Wenn also der erste sich kontrahiert, dehnt die auf dem gemeinsamen Bindegewebe entwickelte Spannung den anderen Muskel. Wenn sich zum Beispiel der Armbeuger (Bizeps) kontrahiert, entspannt der Strecker (Trizeps).

In der Faszie befinden sich sehr viele Organe des Nervensystems (Muskelspindeln und die Golgi-Sehnenorgane), die dazu dienen, Informationen über Kontraktion, Entspannung und Länge des Muskels an das Gehirn zu senden. Es gibt auch die “Pacini“-Körperchen, die nervöse Signale nur dann übertragen, wenn Druck auf eine Zone ausgeübt wird.
Das erklärt die Bedeutung der Faszien bei der motorischen Koordination. Das Bindegewebe enthält parallel orientierte Kollagenfasern, die sich mit anderen Muskeln in vertikaler Linie verbinden.

 

Warum verursacht die Faszie die Symptome?

Der Begriff myofasziale Einheit bezeichnet: alle Muskeln, die dazu dienen, einen Knochen in eine Richtung zu bewegen. Um zum Beispiel den Humerus anzuheben werden benutzt: Musculus biceps brachii, Musculus brachialis und Musculus deltoideus anterior.
Die myofasziale Einheit umfasst auch die Verbindung von Gelenken, Knochen und Bindegewebe. Beim Anheben des Armes sind auch Schulterblatt, Schlüsselbein und folgende Gelenke mit einbezogen:

  • Schultereckgelenk (Acromioclaviculargelenk);
  • Schulterblatt-Thorax-Gelenk (Skapulothorakalgelenk);
  • Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (Sternoclaviculargelenk);
  • Schultergelenk (Glenohumeralgelenk).

Es gibt zwei verschiedene Punkte, die entscheidend für das Verständnis dieser Methode sind:

  1. Das Wahrnehmungszentrum (CP) ist der schmerzhafte Punkt;
  2. Das Koordinierungszentrum (CC) ist der Punkt, an dem die Muskelkräfte konvergieren, die die Bewegung eines Knochens durchführen.
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Kreuzschmerzen
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Es können sich abnormale Kollagenbrücken im Koordinierungszentrum aufgrund von Entzündungen, Verwachsungen, schlechter Körperhaltung oder Traumen, die eine Zunahme der Dichte oder eine „Stufe“ im Bindegewebe, ähnlich einem Flicken auf einem Kleidungsstück, bilden.

Viele „Koordinierungszentren“ entsprechen denen der Akupunktur.
Die Appendektomie ist ein traumatisches und belastendes Geschehen für das Bindegewebe, so wie alle chirurgischen Eingriffe.
Der chirurgische Schnitt hat Veränderungen im Bindegewebe der Bauchmuskeln und Hüftbeugemuskeln hervorgerufen.
Es gibt Strukturen, Spindeln genannt, die die Länge der Muskelfasern messen und die Daten ans Nervensystem übermitteln. Andere werden Golgi-Sehnenorgane genannt. Sie melden dem Rückenmark, wenn der Muskel kontrahiert ist.
Im menschlichen Körper gibt es für jeden Muskel 3 Bindegewebsschichten, die zusammenwirken, um komplexe Bewegungen auszuführen, indem sie die Muskelspannung in einem Punkt bündeln (Koordinierungszentrum).
Das Nervensystem erkennt, dass sich das Koordinierungszentrum spannt und sendet einen Impuls an die Muskeln, sich zusammenzuziehen, es beginnt somit der Zug auf die Knochen, der die Bewegung verursacht.


Wenn das Bindegewebe an dieser Stelle zu dicht ist, kann eine Übertragung der Spannung auf die Muskelspindeln nicht erfolgen, die sich dann nicht aktivieren und folglich keine Kontraktion aller notwendigen Muskeln für diese Bewegung anregen können.
Die Folge ist, dass der Muskelzug auf das Gelenk nur aus einigen Muskeln kommt, doch nicht aus allen.

An den Strukturen, die die Gelenke bilden, wird auf anormale Weise gezogen, weil sich nur ein Teil der Muskelfasern zusammenzieht.
Die Gelenkstruktur erhält abnorme Impulse und reagiert darauf, indem sie Schmerzen erzeugt.
Die partielle Wirkung von Muskeln und Bindegewebe führt zu einem Verlust von Kraft, Bewegung und Koordination. Es ist möglich, dass man Schmerzen im Antagonisten verspürt. Zum Beispiel könnte eine Verhärtung im Trizeps (Rückseite des Armes) Schmerzen im vorderen Bereich der Schulter verursachen und ein Heben des Armes nach vorn verhindern.

 

Wie erfolgt die Faszienmassage?

Faszienmassage
Faszienmassage

Der Faszientherapeut muss alle bestehenden und zurückliegenden Beschwerden in jedem Körperbereich verstehen.
Oftmals sind die Patienten perplex über die Fragen, die ich stelle, weil eine Person mit Schulterschmerzen erwartet, dass der Physiotherapeut nur das Schulterblatt und den Arm bewertet.
Es ist möglich, dass eine Knöchelverstauchung vor 15 Jahren jetzt Kreuzschmerzen oder eine Periarthritis der Schulter verursacht.
Man muss alle etwaigen Operationen, Knochenbrüche, Verrenkungen, Zahnextraktionen, Krämpfe usw. berücksichtigen, die Verhärtungen der Faszien zurücklassen und auch nach Jahren Schmerzen verursachen können.

Der zweite Teil der Bewertung umfasst alle Bewegungsprüfungen des schmerzenden Gelenks, der angrenzenden Gelenke und der Gelenke, die den Schmerz verursacht haben können.
Danach werden alle Punkte abgetastet, die aufgrund der Hinweise der Muskeluntersuchung untersucht werden müssen, um nach Verhärtungen und Schmerzausstrahlungen zu suchen.
Die Ausstrahlung ist nicht zwingend erforderlich, doch oft, wenn ein Koordinierungszentrum behandelt wird, das an diese Beschwerden gekoppelt ist, spürt man einen „elektrischen Schlag“ in einer anderen Körperregion. Wenn dies die Zone ist, die gewöhnlich schmerzt, dann beginnt die Behandlung an diesem Koordinierungszentrum.
Oft fragen mich Patienten, ob ich „übereinander liegende“ oder „freiliegende“ Nerven behandle, weil es sehr unangenehm ist.
Die Behandlung besteht darin, mit dem Knöchel oder Ellenbogen über den Punkt zu reiben, der wahrscheinlich für die Schmerzen verantwortlich ist.
Die Manipulation verursacht Reibung und Wärme, die zur Auflösung der anormalen Kollagenbrücken führt. Unmittelbar danach bittet man den Patienten um eine Wiederholung der schmerzhaften motorischen Tests, um zu sehen, ob es Differenzen gibt.

Gewöhnlich tritt sofort eine Besserung ein. In seltenen Fällen geht es dem Betroffenen erst an den Folgetagen   besser. Es kann passieren, dass sich der Patient für einige Tage gut fühlt, jedoch danach die vorhergehenden Schmerzen zurückkehren. Das ist ein gutes Zeichen, das nur bedeutet, dass die Ursache des Schmerzes und der Verhärtungen eine Verspannung an anderen Punkten ist. An zwei Folgetagen nach der Behandlung ist es möglich, dass die behandelten Punkte schmerzen. Doch das ist nur ein vorübergehender Effekt.

 

Kann die myofasziale Behandlung Cephalgien oder Kopfschmerzen heilen?

Wichtig ist zu wissen, dass vermehrte Kollagenbrücken Symptome verursachen können, die den Kopf betreffen: Kopfschmerzen oder Cephalgie, Migräne, Schwindel, Tinnitus, Gefühl von Augenschwere, Probleme beim Kauen und Schlucken, Gefühl von Kloß im Hals usw.

 

Wie viele Patienten verbringen die Tage damit, Spezialisten aufzusuchen, ohne eine Lösung für ihre Symptome zu erhalten?

Auch wenn die Ursachen der Beschwerden sehr viele sein können und viele davon in der Kompetenz von Neurologen oder anderen Ärzten liegen, ist eine häufige Ursache die Verspannung von Muskeln und Faszien, die auf das Funktionieren der inneren Organe, der Gelenke (zum Beispiel denen des Kiefers) oder Muskeln (zum Beispiel denen des Auges) einwirkt und Schmerzen und Fehlfunktionen verursacht.
Man denkt an den Physiotherapeuten nur bei Muskelschmerzen des Skeletts, vergisst dabei aber, dass auch der Kopf aus vielen Muskeln besteht, die sich auf den Schädelknochen befinden.

 

Wie viele Menschen lachen asymmetrisch, indem sie eine Seite der Lippen stärker anheben?

In diesem Falle finden sich Adhäsionen:

  • in den Muskeln oberhalb der Seite, an der sich die Lippe höher hebt;
  • in den unteren Faszien der Seite, an der die Lippe weiter unten bleibt.

Wodurch wird beim Mundöffnen oder seitlichem Bewegen des Kiefers das Knacken verursacht?

Eine der Hauptursachen ist die Faszienspannung, die die Bewegung behindert.

 

Warum verspürt man einen Kloß im Hals oder hat Schluckbeschwerden?

Zu den möglichen Ursachen des Problems zählen die Muskeln des Zungenbeins oder der Kaumuskel (Masseter), mit dem man „die Zähne zusammenbeißt“.
Wenn eine Indikation besteht, beseitigt die myofasziale Behandlung Spannungen des Bindegewebes, indem es Bewegungen befreit oder Steifigkeiten löst, die die Symptome im Augenbereich, Kopfschmerzen oder Kauschwierigkeiten verursachen.