Gewichtsverlust

Ein Verlust des Körpergewichtes kann gewollt oder ungewollt erfolgen.

Krankheiten

Die Verringerung des Körpergewichts kann durch eine Krankheit verursacht sein.
Manchmal kennt der Patient seine Krankheit nicht, die den Gewichtsverlust verursacht, weil die Anzeichen und Symptome nicht deutlich sind.

 

Die häufigste Ursache ungewollten Gewichtsverlustes ist die Folge von Appetitmangel, Übelkeit oder einer begrenzten Kalorienzufuhr.
Malabsorbtion ist ein weiterer Faktor.
Eine weitere Ursache kann eine verminderte Mobilität sein, die die Zubereitung und Aufnahme der Nahrung verhindert oder behindert.
Bei einem plötzlichen Gewichtsverlust sollte so bald wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, da eine ernste Erkrankung der Grund sein kann.

Kachexie
Kachexie ist die medizinische Bezeichnung für Gewichtsverlust und Muskelschwund, die auftreten bei:

  • systemischen Infektionen wie AIDS;
  • Organschwäche;
  • Krebs, zum Beispiel eine Leukämie;
  • erhöhtem Katabolismus, das ist der Abbau von Stoffwechselprodukten, die der Energiegewinnung dienen;
  • ein Gewichtsverlust zu Beginn einer Erkrankung kann durch mangelnden Appetit, Übelkeit und Malabsorbtion erfolgen.

 

Ursachen von ungewolltem oder pathologischem Gewichtsverlust

Die unten genannten Erkrankungen sind einige der häufigsten Ursachen für Gewichtsverlust. Nicht alle Symptome oder klinischen Anzeichen müssen dabei erkennbar sein. Es gibt andere Ursachen, die bei unerklärlichem Gewichtsverlust berücksichtigt werden sollten.

Drogenabhängigkeit
Gewichtsverlust ist ein allgemeines Charakteristikum der meisten Arten von Abhängigkeit, darunter Alkoholabhängigkeit, Missbrauch von Suchtstoffen und Medikamentenabhängigkeit. Auch Nikotin kann Ursache für verminderten Appetit sein.


Krebs
Ein bösartiger Tumor kann manchmal bis in die Spätphasen der Erkrankung nicht erkannt werden. Müdigkeit und Gewichtsverlust können die einzigen Anzeichen in den Initialphasen sein.
Die Gewichtsabnahme zeigt sich auch trotz eines normalen Essverhaltens, weil die Tumorzellen viel Energie für ihr Wachstum verbrauchen.
Ein Tumor kann auch Symptome wie Fieber, extreme Müdigkeit (Erschöpfung) oder Gewichtsverlust verursachen.

Chronische Schmerzen
Sie können bei Krankheiten wie Fibromyalgie auftreten oder aus unbekannten Gründen. Sie können mit anderen Symptomen auftreten, zum Beispiel:

  • Bewegungseinschränkung;
  • Schlafstörungen;
  • Reizbarkeit;
  • Depression.


Diabetes
Sowohl Diabetes mellitus als auch Diabetes insipidus können zu Gewichtsverlust führen.
Dieser kann mit anderen Symptomen auftreten, zum Beispiel:

  • häufiges/exzessives Wasserlassen (Polyurie);
  • gesteigerter Durst (Polydipsie).

Metformin ist ein Medikament, das zur Behandlung des Diabetes verwendet wird. Wird es regelmäßig eingenommen, kann es eine leichte Reduzierung des Körpergewichtes bewirken.

Essstörungen
Gewichtsverlust ist ein häufiges Kennzeichen bei den meisten Essstörungen, vor allem bei der Anorexia nervosa.
Diese Ursache kann bei Heranwachsenden und bei Jugendlichen vermutet werden, besonders bei Frauen.
Sie kann zusammen mit anderen Verhaltensweisen auftreten, zum Beispiel:

  • Essensverweigerung;
  • unkontrollierte Ernährung;
  • Erbrechen;
  • fehlendes Selbstwertgefühl;
  • Besessenheit für Körperform und Gewicht.

Gastrointestinale Infektionen
Sie können durch Infektionserreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten entstehen. Menschliche Darmparasiten können über lange Zeit unerkannt bleiben. Andere Symptome, die Gastroenteritiden verursachen, sind:

  • Verdauungsstörungen;
  • Bauchschmerzen;
  • Fieber;
  • Durchfall;
  • unregelmäßiges Stuhlverhalten.

HIV/AIDS
Eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) oder der Ausbruch von AIDS kann in den letzten Phasen Gewichtsverlust mit sichtbarer Kachexie verursachen. Andere Symptome der Erkrankung sind:

  • Nachtschweiß;
  • Fieber;
  • Erschöpfung;
  • wiederholte Infektionen wie Erkältung oder saisonale Influenza.

Hyperthyreoidismus
Auch Thyreotoxikose genannt, bei der die Gewichtsabnahme durch eine Überaktivität der Schilddrüse und einen hohen Schilddrüsenhormonspiegel erfolgt, die den Grundumsatz erhöhen. Andere Symptome der Hyperthyreose sind:

  • Wärmeintoleranz;
  • starkes und anormales Schwitzen;
  • Zittern;
  • hervortretende Augen (Exophthalmus);
  • Erschöpfung;
  • Reizbarkeit;
  • Angst;
  • Schlaflosigkeit.

Geisteskrankheiten
Darunter fallen Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie und Demenz. Geisteskrankheiten können folgende Symptome verursachen:

  • fehlendes Selbstwertgefühl;
  • Delirium;
  • veränderte kognitive Fähigkeiten oder Wahrnehmung;
  • irrationales Verhalten;
  • abnorme Verhaltensweisen bei täglichen Aktivitäten und sozialen Interaktionen.

Tuberkulose
Gewichtsverlust kann durch eine aktive Infektion durch das Mycobacterium tuberculosis verursacht sein. Tuberkulose betrifft vor allem die Lungen, doch können auch andere Organe ohne Beteiligung der Lungen befallen sein.

  • Nachtschweiß;
  • Fieber;
  • Erschöpfung;
  • Brustschmerz, Atemnot (Dyspnoe), Bluthusten (Hämoptyse), anhaltender Husten bei Lungentuberkulose.

Stress
Gewichtsverlust kann durch geistigen oder emotionalen Stress infolge von Appetitmangel und verminderter Nahrungsaufnahme verursacht sein.
In der Regel ist die betreffende Person besorgt wegen einer Tätigkeit oder eines vergangenen Ereignisses, doch auch hormonelle Ursachen (Stresshormone) können bei Appetitmangel mitbeteiligt sein.
Abgesehen davon können Arbeitsstress oder finanzielle Sorgen, zurückliegende traumatische Ereignisse (wie Todesfall und Scheidung) oder posttraumatische Ereignisse (Krieg, kriminelle Ereignisse) vorübergehend zu einem Verlust von Appetit und Körpergewicht führen. Dazu können andere Symptome auftreten, zum Beispiel:

  • Reizbarkeit;
  • Depression;
  • Panikattacken;
  • Schlaflosigkeit;
  • Alpträume.

 

Gewichtsverlust während der Schwangerschaft

Warum verliert man in der Schwangerschaft Körpergewicht?
Es erscheint seltsam, Körpergewicht zu verlieren, während man ein Kind erwartet. Doch wenn die Gewichtsabnahme während des ersten Trimesters erfolgt, gibt es wahrscheinlich keinen Grund zur Besorgnis.

Was könnte einen Gewichtsverlust während der Schwangerschaft verursachen?
Die morgendliche Übelkeit, die von Appetitlosigkeit begleitet wird, kann zum Verlust einiger Kilogramm im ersten Trimester führen.
Das ist nicht beunruhigend: dieser Gewichtsverlust wird in den folgenden Monaten wieder ausgeglichen.
Die meisten Frauen nehmen nur zwei bis drei Kilogramm in den ersten drei Monaten zu.

Gewichtsverlust,AbmagerungMuss man sich sorgen, wenn man Gewicht verliert oder nicht zunimmt?
In den ersten drei Monaten ist ein Gewichtsverlust sehr häufig und die Zunahme im ersten Trimester beträgt nur drei Kilogramm.
Wenn eine Frau zum Schwangerschaftsbeginn 65 Kilogramm wiegt und im zweiten Trimester nur 58 Kilogramm hat, kann dies völlig normal sein.
Erforderlich ist ein regelmäßiger Check-up bei einem Arzt, um das Körpergewicht zu kontrollieren. Für die meisten Frauen erhöht sich das Gewicht im zweiten Trimester, auch wenn sie in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft Gewicht verloren haben.

Wann muss man den Arzt wegen einer Gewichtsabnahme in der Schwangerschaft aufsuchen?
Wenn man fortgesetzt Gewicht verliert oder nicht imstande ist, zu essen, sollte man den Arzt konsultieren.
Nimmt man zum Ende der Schwangerschaft ab, kann ein gesundheitliches Problem vorliegen, vor allem wenn dies im neunten Monat geschieht.

Wann ist ein Gewichtsverlust gefährlich?
Auch wenn es relativ häufig vorkommt und gewöhlich normal ist, dass man während der ersten drei Monate der Schwangerschaft Gewicht verliert, gibt es Fälle, in denen der Gewichtsverlust im ersten Trimester anormal sein kann. Wenn man unter übermäßiger morgendlicher Übelkeit leidet oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken (auch von Wasser) hat, kann man eine Krankheit haben, die als Hyperemesis bekannt ist.
Hyperemesis kann sehr gefährlich werden und für Mutter und Kind zu einer Dehydratation und Malnutrition führen.

 

Was ist zu tun, um einen Gewichtsverlust während der Schwangerschaft zu behandeln?

Man kann etwas tun, um zu gewährleisten, dass Mutter und Kind die notwendigen Nährstoffe aufnehmen.
Pränatale Vitamine sind dazu der richtige Weg, auch wenn man Präparate mit niedrigem Eisengehalt einnehmen müsste, da dieses Mineral die Übelkeit verschlimmert.
Man sollte versuchen zu essen, wann immer man das Essen ertragen kann. Ein leerer Magen und niedrige Blutzuckerspiegel können Übelkeit verursachen. Es ist daher empfehlenswert, vor einem Hungergefühl zu essen und immer kleine Snacks in der Nähe zu haben. Zusätzlicher Schlaf und verminderter Stress begünstigen den Appetit.
Als alternatives Mittel kann man Ingwer versuchen (Ingwergetränke, Ingwerbonbons, Rindfleisch mit Ingwer und Erbsen).
Das kann die Übelkeit verringern.
Es gibt in den meisten Apotheken Akupressur- Armbänder.
Die Armbänder wirken gegen Reisekrankheit (Seekrankheit) und haben schon vielen Frauen bei der Bekämpfung ihrer Übelkeit geholfen.

 

Gewichtsverlust bei Neugeborenen

Der Gewichtsverlust bei Neugeborenen ist ein weiterer Grund zur Beunruhigung von Krankenschwestern und Kinderärzten. Ein Gewichtsverlust um 5% in der ersten Lebenswoche wird als normal angesehen, wenn Neugeborene mit der Flasche ernährt werden.
Ein Gewichtsverlust von 7% in der ersten Woche ist physiologisch (normal) bei einem brustgestillten Kind, ein Gewichtsverlust von 10% ist maximal zulässig.
Verliert das Kind 7% seines Gewichtes in den ersten 72 Stunden, muss das Stillen an der Brust von einem Fachmann kontrolliert werden, um die Technik zu verbessern.
Wird das Kind gut gestillt, erscheint bei guter Gesundheit und scheidet korrekt Stuhl aus, kann eine weitere Kontrolle des Körpergewichtes nach zwei Tagen vorgenommen werden.

 

Gewichtsverlust beim Säugling

Nach der Entlassung aus der Klinik wird das Kind im Mittel 5-10% weniger als bei seiner Geburt wiegen, doch das muss nicht beunruhigen.
Warum besteht ein Gewichtsverlust? Das Neugeborene verliert nur Flüssigkeit, das ist nach der Geburt normal.
Da das Kind in dieser Phase nicht viel Nahrung benötigt, erreicht es nicht sofort wieder sein Gewicht.
Das ist positiv zu bewerten, da in den ersten beiden Tagen nach der Geburt keine Muttermilch gebildet wird.
Keine Sorge, innerhalb von 10-14 Tagen wird es zu seinem Geburtsgewicht zurückgekehrt sein, wenn nicht gar darüber hinaus.
Der Kinderarzt kontrolliert das Gewicht des Kindes bei der Kontrolluntersuchung, vermutlich ist das ein, zwei und vier Wochen nach der Geburt der Fall (plant der Arzt weniger Termine, kann das Kind trotzdem jederzeit zur Kontrolle vorgestellt werden).
Darüber hinaus gibt es viele Gruppen zur Unterstützung junger Mütter, die eine Kinderwaage haben, mit der eine schnelle Überprüfung möglich ist.
Gewöhnlich nehmen Neugeborene in den ersten Monaten 170-230 Gramm pro Woche zu, das sind ein oder zwei Kilogramm im Monat.
Nach etwa vier Monaten nimmt der mit Flaschenmilch gefütterte Säugling schneller zu, weil diese mehr Kalorien als die Muttermilch enthält und die Eltern das Kind anhalten, sein Fläschchen auszutrinken (hingegen gestatten sie dem Säugling an der Brust, jedes Mal zu pausieren, wenn er es will). Eine weitere gute Schätzung: wenn das Kind genug isst, benötigt es am Tag acht bis zehn Windeln.
Wird das Kind an der Brust gestillt, beschmutzt es täglich wenigstens fünf Windeln mit Stuhl, während es weniger Stuhl produziert, wenn es mit Flaschenmilch ernährt wird.

 

Gewichtsverlust während des Menstruationszyklus

Nicht nur übergewichtige Frauen können Probleme mit dem Menstruationszyklus haben.
Frauen mit Ernährungsstörungen, die zu starkem Gewichtsverlust führen (zum Beispiel Anorexia nervosa) und untergewichtige Frauen können eine Verspätung der Menstruation haben, die über einige Monate dauern kann.
Frauen mit wenig Körperfett können weniger Menstruationsphasen haben, weil der Zyklus verlangsamt ist.
Eine drastische Diät kann zu einem Ovulationsstopp führen.
Hunger, extremes Training und Stress können die Hypothalamusaktivität beeinflussen.
Manche Frauen haben ein derartiges Untergewicht, dass der Körper die Hormonproduktion einstellt. Außerdem sind die Zellen durch den Mangel an Körperfett nicht in der Lage, Cholesterin in Östrogen umzuwandeln.

 

Nebenwirkungen von zu schnellem Gewichtsverlust

Muskelschwund
Eine wichtige Nebenwirkung eines zu schnellen Gewichtsverlusts ist die Verringerung des mageren Muskelgewebes. Eine unzureichende Kalorieaufnahme bedeutet Energiemangel für den Organismus.
Statt sich aus Nahrungsmitteln zu versorgen, reguliert der Körper seinen Stoffwechsel derart, dass die als Fett gespeicherter Energie konserviert wird und beginnt, sein eigenes Muskelgewebe zu verdauen, um Energie zu gewinnen.

Gallenblasenprobleme
Gallensteine sind Ablagerungen von Cholesterin in der Gallenblase, wenn die Leber überschüssiges Cholesterin oder Gallenflüssigkeit bildet. Zu den Ursachen zählen eine schnelle Gewichtsabnahme und drastische Diät.
Wird zu wenig Fett verzehrt, kann es zu Fehlfunktionen der Gallenblase führen, die inaktiv wird.
Die meisten Menschen, die Gallensteine bilden, haben keine Symptome, doch einige erleiden schmerzhafte Attacken.

Frieren
Eine vorübergehende, doch unangenehme Nebenwirkung bei Gewichtsverlust sind Schüttelfrost und Kältegefühl.
Fett isoliert den Körper und verhindert Kälteverlust.
Eine zu schnelle Gewichtsabnahme führt zum Verlust dieser Isolation. Im Gegensatz dazu schwitzen manche Menschen mit Übergewicht stark.

Haarausfall
Ein anderer Nebeneffekt bei rapidem Gewichtsverlust in kurzer Zeit ist die Ausdünnung der Haare oder der Haarverlust.
Das erfolgt gewöhnlich bei unzureichender Eiweißzufuhr; der Körper benutzt das Eiweiß aus den Haaren, um andere wichtige Körperfunktionen zu unterstützen.
Die gute Nachricht ist, dass das Haar erneut wächst, sobald wieder eine richtige Ernährung mit ausreichenden Mengen an Proteinen erfolgt.