Geschwollenes Zahnfleisch

Was sind Zahnfleischschwellungen?

Das Zahnfleisch ist für die Gesundheit des Mundes sehr wichtig. Zahnfleisch besteht aus rosafarbener Schleimhaut, die die Kiefer bedeckt. Dieses Gewebe ist dick, faserreich und enthält viele Blutgefäße.

Schwillt das Zahnfleisch an, verspürt man Schmerzen. Die Schwellung entsteht dort, wo die Schleimhaut den Zahn berührt.

Zahnfleischschwellung,Zahnarzt Ist das Zahnfleisch stark angeschwollen, kann ein Teil der Zähne davon bedeckt sein. Wenn es geschwollen und entzündet ist, wird es rot.
Die Mundschleimhaut blutet leichter, wenn die Zähne geputzt werden.

 

Ursachen für geschwollenes und entzündetes Zahnfleisch

Die häufigsten Ursachen für Zahnfleischschwellung sind:

Gingivitis
Die Gingivitis ist die häufigste Ursache für eine Schwellung des Zahnfleisches. Gingivitis verursacht Reizungen und Schwellungen. Viele Menschen haben eine Gingivitis, doch sind sie sich dessen nicht bewusst, weil die Symptome wohlmöglich sehr gering sind. Wird nicht behandelt, kann die Gingivitis Zahnausfall verursachen.

Oftmals ist die Gingivitis die Folge einer mangelhaften Mundhygiene. Werden die Zähne nicht geputzt, bilden sich Beläge an den Zahnfleisch- und Zahnrändern. Beläge bestehen aus einem Film von Bakterien und Speiseresten, die sich auf den Zähnen ansammeln. Bleibt der Belag für viele Tage auf dem Zahn bestehen, wird er zu Zahnstein.
Zahnstein kann nicht mit Zahnbürste und Zahnpasta oder Zahnseide entfernt werden.
Eine Ansammlung von Zahnstein kann eine Gingivitis verursachen.


Schwangerschaft
Eine Zahnfleischschwellung kann während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auftreten.
Die Hormone, die der Körper während der Schwangerschaft bildet, können zu einer vermehrten Durchblutung des Zahnfleischs führen.
Der erhöhte Blutstrom kann eine Reizung des Zahnfleisches verursachen, was zur Schwellung führt.
Die Hormonveränderungen verringern die körpereigene Immunabwehr gegen Infektionen. Das erleichtert die Entstehung einer Gingivitis.

Andere, weniger häufige Ursachen von Zahnfleischschwellungen sind die folgenden:

Mangelernährung
Vitaminmangel (vor allem von Vitamin B und C) kann Zahnfleischschwellungen verursachen. Vitamin C spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung und Reparatur der Zähne und des Zahnfleischs. Wenn der Vitamin-C-Gehalt sehr niedrig ist, kann der Betroffene an Skorbut erkranken. Skorbut kann zu Anämie führen. In reicheren Ländern ist Mangelernährung eine seltene Krankheit, die vor allem bei älteren Menschen auftritt.


Infektionen
Infektionen werden durch Pilze und Viren verursacht. Sie können Zahnfleischschwellungen hervorrufen. Das Herpesvirus kann eine Stomatitis herpetica verursachen.
Symptome der Stomatitis herpetica sind Schmerzen und geschwollenes Zahnfleisch.
Wenn der Hefepilz von Candida (der sich naturgemäß im Mund befindet) in exzessiver Weise wächst, entsteht daraus eine Hefeinfektion, genannt Soor.
Andere Infektionen, die Zahnfleischschwellungen verursachen können, sind Halsentzündung und Mandelentzündung.
Die Infektion kann auch zu vergrößerten Lymphknoten führen.

Abszess
Schwellungen am Zahnfleisch können auch durch einen Abszess entstehen. Ein Abszess ist eine Eiteransammlung zwischen Schleimhaut und Zahn. In den meisten Fällen wird ein Abszess durch eine Infektion des Zahnfleischs verursacht.
Der Zahnarzt fertigt eine Röntgenaufnahme zur Diagnoseerstellung an und verschreibt Antibiotika zur Behandlung der Infektion.
Ist die Heilung erfolgt, sollte eine Praxis für professionelle Zahnhygiene zwecks einer Zahnreinigung aufgesucht werden. Eine jährliche Kontrolluntersuchung ist empfehlenswert.

Nicht jeder weiß, dass eine Zahnfleischschwellung auch durch eine Infektion hervorgerufen werden kann, die von einem abgestorbenen Zahn verursacht ist.
In diesem Fall müssen der Zahn gezogen und die Wurzel entfernt werden.

Zahnspangen
Festsitzende Zahnspangen verhindern die Entfernung von Belägen und Zahnstein, die Schwellungen am Zahnfleisch verursachen können.

Zahnfleischentzündung nach Zahnfüllung
In manchen Fällen kann eine Zahnfüllung Schwellungen am Zahnfleisch verursachen, entweder durch den Druck der Instrumente des Zahnarztes oder durch eine Karies, die sich nahe dem Zahnfleisch befindet.
Eine Zahnreinigung kann vorübergehend zu den gleichen Beschwerden führen.

Milchzähne bei Kindern
Der Durchbruch der ersten Milchzähne bei Kindern kann Zahnfleischschwellungen und Entzündungen außen und innen (am Gaumen) verursachen.

Zahnfleischschwund
Parodontitis (oder Pyorrhea) ist eine Krankheit, die das Zahnfleisch und das Stützgewebe des Zahns befällt. Sie kann dazu führen, dass das Zahnfleisch anschwillt, dunkel wird und sich vom Zahn zurückzieht.

Weisheitszahn
Zu den Ursachen, die zu Schwellungen führen, gehört auch das Wachstum oder die Infektion eines Weisheitszahns. Diese Zähne sind die hinteren im Mund: die dritten Molaren.
Nach dem Ziehen blutet das Zahnfleisch und schwillt an.

Zahnfleisch und Hormone
Manche Frauen haben während der Pubertät, der Menstruation, der Schwangerschaft und der Menopause Zahnfleischprobleme.
Der Hormonanstieg während der Pubertät kann zu einer vermehrten Durchblutung des Zahnfleischs führen.
Die Folge sind Rötung, Schwellung und erhöhte Sensibilität.
Bei Frauen mit einer Menstruationsgingivitis wird das Zahnfleisch rot, schwillt an und blutet vor jedem Menstruationszyklus.
Ist die Mensis eingetreten, vergehen die Probleme.
Die Schwangerschaftsgingivitis beginnt im zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonat und bleibt bis zum achten Monat bestehen. Sie verursacht Reizungen, Schwellungen und Blutungen der Mundschleimhaut.
Die Antibabypille kann ähnliche Probleme am Zahnfleisch hervorrufen.
Während der Menopause wird das Zahnfleisch trocken, schmerzhaft und kann bluten.

Tumore und Chemotherapie
Leukämie kann zu geschwollenem und dunklem Zahnfleisch führen.
Chemotherapie hat verschiedene Nebenwirkungen, wie Schmerz, Schwellung und Blutung des Zahnfleischs. Viele Menschen, die einer Krebstherapie unterzogen werden, leiden unter Stomatitis, Geschwüren und schmerzenden Wunden im Mund und am Zahnfleisch.

Zahnfleisch und Rauchen
Zigaretten schaden dem Zahnfleisch. Oftmals entwickeln Raucher Zahnfleischerkrankungen.
Rauchen verursacht viele Probleme am Zahnfleisch:

  • Überempfindlichkeit,
  • Blutung,
  • Wunden,
  • Schmerzen.

 

Symptome

Die häufigsten Symptome, die zusammen mit Schwellungen auftreten, sind folgende:

  • Blutung,
  • rotes/dunkelrotes Zahnfleisch,
  • Wunden,
  • Zahnfleisch- und Zahnschmerzen,
  • Zahnfleischschwund,
  • glänzende Schleimhaut,
  • Geschwüre mit weißem oder gelbem Zentrum.

Symptome einer schweren Erkrankung
In manchen Fällen zeigt sich eine Zahnfleischschwellung zusammen mit anderen Symptomen, die durch eine ernste Erkrankung hervorgerufen sein können. Werden die folgenden Symptome beobachtet, muss der Notarzt verständigt werden:

  • Schluckstörungen,
  • Atemnot,
  • hohes Fieber (über 38,5°C),
  • starke Zahnfleischblutung.

 

Zahnfleisch,Lippen,schöne,weiße ZähneWas tun? Wie wird geschwollenes Zahnfleisch behandelt

Zahnfleisch reinigen:

  • Zahnbürste und Zahnpasta benutzen.
  • Zahnseide benutzen.
  • Den Mund sorgsam reinigen, ohne das Zahnfleisch zu verletzen.
  • Wiederholtes Ausspülen mit Salzwasser, um den Mund von Bakterien zu desinfizieren.
  • Viel Wasser trinken: Wasser stimuliert die Speichelproduktion. Speichel tötet Bakterien, die Mundkrankheiten verursachen.
  • Reizstoffe vermeiden (Tabak, Alkohol und Mundwasser).
  • Warme Gesichtskompressen mindern Zahnfleischschmerzen. Ein kalter Umschlag reduziert die Schwellung.

Medikamentöse Therapie
Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen (Dolormin) oder Ketoprofen (Alrheumun) und Aspirin oder Analgetika wie Paracetamol verringern den Schmerz und die Entzündung, die durch Schwellungen verursacht sind.

Antibiotika
Bei einer Infektion oder einem Abszess verordnet der Arzt Antibiotika. Das meist verordnete Medikament ist Amoxicillin (Amoxypen).
Bei einer Gingivitis oder blutendem Zahnfleisch kann der Arzt ein antibiotikahaltiges Mundwasser empfehlen, zum Beispiel Chlorhexidin (Curasept).

 

Naturheilmittel bei Zahnfleischschwellungen

Massage
Nachdem die Hände sorgsam gereinigt wurden, das Zahnfleisch mit einem Würfel Eis 5 Minuten lang massieren. Die Nerven übertragen immer nur eine sensorische Botschaft gleichzeitig. Mit der Massage übertragen die Nerven das Gefühl von Kälte anstatt das des Schmerzes.

Eis
Schmerzen an Zahnfleisch und am Zahn muss man wie einen blauen Fleck behandeln. Einen Eisbeutel auf die Wange legen oder einen Eiswürfel im Mund lutschen hilft gegen Schmerzen und Schwellungen.

Zähne putzen, wenigstens zweimal am Tag.

Ausgewogen essen
Eine ausgewogene Ernährung reich an Vitamin C und Calcium kann die Wahrscheinlichkeit, Probleme am Zahnfleisch zu bekommen, vermindern.

Viel Wasser trinken
Nach dem Essen spült Wasser die Speisen, die zwischen den Zähnen festsitzen, weg. Das beugt Belägen und Zahnsteinbildung vor.
Vermeiden von sehr heißen oder sehr kalten Speisen und Getränken. Wenn man Zahnfleischprobleme hat, sollte man lauwarme Speisen und Getränke in Zimmertemperatur zu sich nehmen.

Entspannung
Stress erhöht die Kortisolausschüttung (Hormon, das in der Nebenniere produziert wird). Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Zahnfleischentzündung.

Zahnfleischschwellung,Zahnarzt,MundspiegelZitrone
Nachdem Zitronensaft und Wasser gekocht wurden, wird empfohlen, damit 2-mal täglich zu gurgeln. Dieses Heilmittel noch aus Großmutters Zeit lindert Schwellungen schon nach dem ersten Gurgeln. Man kann auch Zitronensaft mit Hagebuttenextrakt mischen und 2- bis 3-mal täglich benutzen.

Wasser und Backpulver
Man kann den Mund mit einer Mischung aus heißem Wasser und einem Esslöffel Backpulver spülen, um Zahnfleischschwellungen zu lindern. Dieses Hausmittel aus Großmutters Zeit gibt vorübergehende Erleichterung.

Was zum Gurgeln benutzen?
Ein Gel der Aloe vera vermindert Zahnfleischbluten und Schmerzen. Gurgeln mit Aloe vera vermindert Schwellungen des Zahnfleischs. Alternativ dazu kann auch Teebaumöl benutzt werden.

 

Zahnfleischschwellungen vorbeugen

Empfehlungen zur Zahnbürste
Die Mundschleimhaut ist ein empfindliches Gewebe und falsches Zähneputzen kann das Zahnfleisch verletzen.
Beim Kauf einer Zahnbürste (manuell oder elektrisch) sollte man überprüfen, ob sie weiche Nylonborsten hat. Im Handel gibt es viele Zahnbürsten mit harten Borsten. Diese können den Zahnschmelz verletzen oder das Zahnfleisch röten.

Reizstoffe vermeiden
Im Handel erhältliches Mundwasser und Zahnpasta können Zähne und Zahnfleisch reizen. Bei einer Überempfindlichkeit gegen Alkohol oder andere Inhaltsstoffe muss das Mundwasser/die Zahnpasta gewechselt werden. Auch Tabakprodukte können das Zahnfleisch reizen. Man sollte einen Weg finden, mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt Erzeugnisse auf Nikotinbasis, die helfen, nicht länger vom Rauchen abhängig zu sein.