Unterkieferschmerzen

Unterkieferschmerzen können durch verschiedene Erkrankungen verursacht sein.

Der Unterkiefer ist ein Knochen, der sich am unteren Teil des Schädels befindet und dem Kauen, Sprechen, Schlucken usw. dient.

Die meisten Ursachen für Kieferschmerzen sind nicht schwerwiegend oder tödlich.

Unterkieferschmerzen,Schädel,seitlichEinige der folgenden Erkrankungen verursachen häufig Beschwerden am Unterkiefer:

  • Arthritis des Unterkiefers,
  • rheumatoide Arthritis (ist am schlimmsten morgens nach dem Erwachen für mindestens eine Stunde),
  • Arthrose (Verschleiß des Kiefers),
  • Zahnprobleme,
  • Zahnabszess (infizierter Zahn),
  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis),
  • Parodontitis,
  • Zähneknirschen oder Bruxismus (gewöhnlich beidseitiger Schmerz),
  • Fibromyalgie,
  • Trauma des Gesichts (zum Beispiel Ohrfeige, Faustschlag oder einen Ball ins Gesicht),
  • vergrößerte Halslymphknoten (verursachen Schmerzen unterhalb des Kiefers),
  • Stress,
  • gastroösophagealer Reflux,
  • einseitiges Kauen nur rechts oder links.
  • nach neuer Zahnfüllung, Krone oder Zahnprothese,
  • craniomandibuläre Dysfunktion (CMD),
  • myofasziales Schmerzsyndrom.

Die Fibromyalgie ist eine Störung, die Muskelschmerzen im Kiefer und anderen Körperzonen verursacht.
Starkes Zusammenbeißen der Kiefer oder Zähneknirschen im Schlaf (Bruxismus) ermüden die Mundmuskulatur.
Eine durch ein Gesichtstrauma oder eine Operation verursachte Verletzung des Kiefers kann zu starken Schmerzen führen.
Das myofasziale Schmerzsyndrom ist ein Muskelschmerz im Kieferbereich und anderen Körperregionen, der durch eine Behandlung spezieller Punkte (Triggerpunkte) therapiert wird.

Ein Blutkoagel blockiert den Blutfluss im Herzen und ist die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt.
Eine Herzattacke verursacht ein Druckempfinden in der Brust, Krämpfe im ganzen Brustkorb und Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen.
Der plötzliche Schmerz kann sich auch bis in den Hals, in den Unterkiefer, in die Schulter oder längs des Armes ausbreiten.

 

Ursachen für Kieferschmerzen beim Kauen

  • Zahnspangen,
  • Zähneknirschen,
  • genetisch angeborene Kieferfehlstellung,
  • Trauma,
  • Arthritis,
  • Luxation des Unterkiefers,
  • Fraktur des Unterkiefers.

 

Kiefer- und Ohrenschmerzen


Ursachen

Zähneknirschen (Bruxismus)
Oftmals verursacht diese Pathologie bei Kindern Schmerzen im Ohr und im Unterkiefer.
Zähneknirschen ist bekannt als Bruxismus.
Bei dieser Krankheit erfolgt das ungewollte Aufeinanderpressen der Zähne und Zähneknirschen während der Nacht.

Temporomandibuläre Störungen
Wenn das Temporomandibulargelenk (TMG) nicht richtig funktioniert, verspürt der Patient folgende Symptome:

  • Kopfschmerzen,
  • Kiefersperre,
  • Ohrenschmerzen,
  • Kieferschmerzen,
  • Klicken bei der Bewegungen,
  • Deviation des Kiefers bei der Mundöffnung,
  • eingeschränkte Mundöffnung (vertikal müssten 3 Finger in den Mund passen),
  • Ermüdung der Gesichtsmuskeln,
  • Tinnitus,
  • Schwindel,
  • Nackenschmerzen.

Frauen sind anfälliger für diese Störung, besonders wenn sie im gebärfähigen Alter sind.
Diese Störungen verursachen Schmerzen am Unterkiefer und dem umgebenden Gewebe mit Bewegungseinschränkungen des Mundes.


Tumor
Speicheldrüsenkrebs in Rachen, Hals und Mund kann Ohren- und Kieferschmerzen verursachen.
Dieser Tumor tritt selten auf.
Die Speicheldrüsen befinden sich vor dem Ohr.

Postextraktionsalveolitis
Die Extraktion eines Zahns kann zu einer Entzündung des Knochens und der Nerven führen und dabei Schmerzen im Kiefer und im Ohr verursachen.
Der Schmerz kann in andere Bereiche des Kopfes wie Kiefer, Ohren, Augen usw. ausstrahlen.

Sinusitis
Sinusitis verursacht Schmerzen. Die Beschwerden können bis zu den Ohren und in den Kiefer ausstrahlen.

Übertragener Schmerz
Sind die Kiefermuskeln verspannt, kann man Schmerzen verspüren.

Neuralgie
Die Trigeminusneuralgie kann zu heftigsten Schmerzstichen in einer Gesichtshälfte in den folgenden Bereichen führen:

  • Augen,
  • Schläfen,
  • Wangenknochen,
  • Oberkiefer,
  • Unterkiefer.

Unterkieferschmerzen beim Mundöffnen

Infektion des Weisheitszahns
Eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen im Unterkiefer ist eine Infektion der Weisheitszähne.
Karies führt zu starken Zahnschmerzen.
Ist ein Weisheitszahn infiziert, schreitet die Karies sehr schnell voran.
Karies verursacht Schwellungen am Zahnfleisch.
In den meisten Fällen verursacht die Schwellung Kieferschmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Liegt ein Gelenkkopf des Unterkiefers mehr anterior (nach vorn) im Vergleich zum Oberkiefer, beginnt die Mundöffnung erst auf dieser Seite und das Kinn verschiebt sich leicht zur Gegenseite.

Dysfunktion des TMG
Eine andere Ursache für den Kieferschmerz könnte eine Störung des Temporo-Mandibular-Gelenks sein.
Diese tritt ein, wenn die Knochen, die zwischen Unterkiefer und Schädel liegen, fehlerhaft gelenkig verbunden sind.
Die Ursachen können viele sein:

  • Trauma,
  • angeborene Störung,
  • zahnärztlicher Eingriff,
  • Zahnerkrankung,
  • Schwangerschaft kann eine Dysfunktion des TMG begünstigen, weil die Hormonwerte bei schwangeren Frauen eine Lockerung der Bänder verursachen. Auch die veränderte Körperhaltung beeinflusst die Kieferstellung.

Es gibt viele Krankheiten, die zu Problemen an diesem Gelenk führen können, wie Arthritis, Arthrose usw.
Eine Ohreninfektion kann Schmerzen in der Kieferregion auslösen.
Es gibt andere Erkrankungen, die Kieferschmerzen verursachen:

  • Stress,
  • Traumen,
  • Bruxismus.

Muskelprobleme
Muskelbeschwerden könnten Kieferschmerzen bei Bewegung und Berührung verursachen.
Es gibt Erkrankungen, bei denen die Muskeln des Unterkiefers sehr verspannt sind und beim Öffnen und Schließen des Mundes, wie beim Kauen, Schmerzen verursachen können.
Zu den Ursachen zählen Traumen, Zugluft oder Kälte.

Andere Ursachen
Unterkieferschmerzen können viele Ursachen haben.
Es gibt viele Systemerkrankungen, die den Unterkiefer oder seine Muskeln betreffen.
Diese Erkrankungen sind im Folgenden aufgelistet:

  • Tetanus,
  • Vergiftungen,
  • Strychninvergiftung,
  • Mandelentzündung (Tonsillitis),
  • Parotitis,
  • Wangenbrand (Noma, Cancrum oris),
  • Peritonsillarabszess,
  • Sklerodermie.

 

Ursachen schwerer Kieferschmerzen nach einem zahnchirurgischen Eingriff

Kronen
Viele Menschen verspüren Schmerzen in den Tagen, nachdem ein Zahn verkront wurde.
Die Schmerzen vergehen mit der Zeit.
Ist der Biss unregelmäßig, können Schmerzen in Kiefer und Zähnen auftreten.

Zahnfüllung
Die Zahnfüllung ist die am meisten erfolgende Behandlung zur Karies- und Zahnsanierung.
Das kann starke Schmerzen am Kiefer verursachen.
Bei diesem Eingriff ist die häufigste Ursache für den Kieferschmerz die Dauer, für die der Mund geöffnet bleiben musste.
Das ermüdet den Kiefer und verursacht Schmerzen beim Schließen des Mundes.
Die allergische Reaktion auf den provisorischen Zement kann zu Unterkieferschmerzen führen.

Devitalisierung
Kieferschmerzen entstehen häufig nach einer Devitalisierung.
Die häufigste Schmerzursache ist die Dauer der Operation.
Der Mund bleibt während der Behandlung über viele Minuten geöffnet.

Zahnextraktion
Die Zahnextraktion ist sehr schmerzhaft.
Der Zahnarzt beseitigt Nerven, Venen und Arterien im Innern des Zahns und schädigt die Wurzeln der umgebenden Zähne.
Der Arzt entfernt die Zähne, die leblos sind.
Der Weisheitszahn erscheint spät und hat oftmals nicht genug Platz. Deshalb wird er oft gezogen.

 

Temporomandibuläre Dysfunktion,Gelenk,Schläfenbein,SchädelWas sind die Symptome einer temporomandibulären Dysfunktion (TMD)?

Menschen mit TMD empfinden Schmerzen, die vorübergehend sein können oder über Jahre bestehen.
Frauen neigen eher als Männer dazu und meistens tritt die Dysfunktion zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.

Symptome der TMD sind:

  • Schmerzen im Gesicht, an Unterkiefer, Hals und Schultern;
  • Schmerzen beim Kauen, Sprechen oder Öffnen des Mundes (zum Beispiel beim Gähnen);
  • Unterkiefer, der „blockiert“ und den Mund offen oder geschlossen hält;
  • manche Aktivitäten (Kauen, Spucken und Schlucken) verursachen ein Geräusch oder ein Knacken in einem der Kiefergelenke (rechts oder links) beim Öffnen oder Schließen des Mundes (auch ohne Schmerzen);
  • Gesichtsschwellung;
  • Zahnschmerzen;
  • Kopfschmerzen;
  • Nackenschmerzen;
  • Schwindel;
  • Ohrenschmerzen;
  • Hörprobleme, Schulterschmerzen;
  • Ohrgeräusche (Tinnitus).

 

Was tun? Therapie bei temporomandibulärer Dysfunktion


Zu Beginn wird die Vorstellung beim Hausarzt oder Zahnarzt empfohlen.
Der Arzt erstellt die Diagnose und erklärt die Behandlungsmöglichkeiten.
Es wird eine nicht chirurgische Behandlung wie Physiotherapie und eine Anpassung der Lebensweise empfohlen.
Patienten fragen mich, ob Wärme oder Kälte besser wäre. Das Beste ist, in den ersten 24 Stunden nach den akut aufgetretenen Schmerzen einen Eisbeutel aufzulegen, doch danach ist eine Wärmeapplikation besser.

Eine Operation am Kiefer ist selten und wird erst nach allen anderen Therapieversuchen empfohlen.

Arzneimittel
Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Kodein lindern den Schmerz.
Ist dies zur Schmerzlinderung nicht ausreichend, kann der Arzt andere Pharmaka wie Muskelrelaxantien verschreiben.

Kortisoninjektionen
Wenn die TMD durch eine Krankheit wie Arthritis verursacht wird, kann eine Injektion von Kortison in den Unterkiefer Schmerzen und Schwellungen des umgebenden Weichgewebes mindern.


Gewöhnlich empfinden die Menschen in den ersten 24 Stunden weniger Schmerzen.
Der Schmerz bessert sich für wenige Wochen bis zu vielen Monaten, in manchen Fällen heilt eine Injektion das Problem vollständig.

Physiotherapie und Osteopathie
Der Arzt kann eine Lasertherapie anordnen, um die Entzündung im Kiefergelenk zu vermindern.
Osteopathie kann hilfreich sein, denn sie reponiert den Unterkiefer in seine richtige Position.

Chirurgischer Eingriff
Wenn die konservativen Behandlungsversuche keinen Erfolg bringen, kann man eine chirurgische Therapie in Erwägung ziehen, um das Problem zu lösen.


Die offene Operation ist die letzte Option. Sie wird in der Regel angewendet, wenn ein innerer Gelenkdefekt vorliegt.
Zum Glück sind es nur wenige Menschen, die diesen Eingriff nötig haben.
Auch eine temporomandibuläre Prothese wird nur bei einem extrem kleinen Personenkreis eingesetzt.
Diese Menschen haben schwerwiegende Symptome, die seit langer Zeit bestehen und die Kieferfunktion beeinträchtigen.
Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat Leitlinien für diese Art von Intervention herausgegeben.
Die Chirurgie kann Nebenwirkungen hervorbringen und der Arzt muss den Patienten über den postoperativen Verlauf informieren.

 

Naturheilmittel gegen Kieferschmerzen

Änderung der Lebensweise
Es gibt viele Selbsthilfemaßnahmen, die TMD zu verbessern, darunter:

  • weiche Nahrung essen,
  • Kaugummi vermeiden,
  • den Kiefer 10-20 Minuten wärmen,
  • einige Dehnübungen für den Unterkiefer ausführen,
  • den Mund nicht oft aufmachen,
  • die Zähne nicht zusammenbeißen,
  • die Muskeln um das Kiefergelenk massieren.

Beißschiene
Beißschienen (Kunststoffschienen, die an die Zähne angepasst werden) werden zum Vermeiden von Zähneknirschen benutzt.
Sie bedecken die Zähne nachts, um das Schließen des Mundes und Bruxismus zu verringern.
Die Beißschiene wird durch den Zahnarzt angepasst.

 

Wie lange halten die Kieferschmerzen an? Prognose

Viele Patienten mit TMD erfahren mit der Zeit eine Besserung: die meisten Menschen benötigen keinen chirurgischen Eingriff.
Häufig bessern sich die Symptome unter einer konservativen Therapie.