Therapie bei Radiusfraktur

Therapie bei Radiusfraktur

Geschlossene Einrichtung
Der Arzt manipuliert die Knochenfragmente, um sie wieder in ihre korrekte Position zu bringen (Reposition), ohne dabei einen Hautschnitt vorzunehmen oder den Bruch offen zu legen; verschiedene Narkosearten können helfen, diese Situation für den Patienten erträglich zu machen.

Es wird eine Schiene oder ein Gips angebracht und manuell am Unterarm und an der Hand des Patienten modelliert.


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Schiene für eine Handgelenksfraktur.

Der Gips reicht in der Regel bis über den Ellbogen, um die Stabilität zu vergrößern und die äußeren Kräfte zu neutralisieren, die durch die natürlichen Bewegungen des Ober- und Unterarms entstehen können.
Wie eine Fraktur nach einer geschlossenen Einrichtung behandelt wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die den Patienten und die Röntgenbilder betreffen.

Die Verfassung und Bedürfnisse des Patienten spielen eine grundlegende Rolle, wenn die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, dazu zählen vor allem der allgemeine Gesundheitszustand, das Alter, der Aktivitätsgrad und die Knochenqualität.
Nach Abwägung dieser Faktoren muss der Chirurg entscheiden, ob die Fraktur ausreichend stabil ist oder ob die Gefahr eines Korrekturverlustes besteht, und er wird daraufhin eine der folgenden Behandlungsoptionen empfehlen.

 

Gips

Der Gips gibt Hand und Unterarm eine äußerliche Stabilität, wobei er auf die Haut und Weichteile, die darunter liegen, einen leichten Druck ausübt. Er bildet eine starre Form, die den eingerichteten Knochen während der Heilung in korrekter Position hält. Ist die Fraktur stabil und wurde sie exakt reponiert, kann die Ruhigstellung im Gips bereits ausreichend sein.

Der Gipsverband muss während des Heilungsprozesses mehrmals gewechselt werden, damit er eng anliegt und der Fraktur einen sicheren Halt geben kann. Er kann unter- oder oberhalb des Ellbogens enden und auch den Daumen einschließen, je nach Art der Verletzung und Präferenzen des Arztes. Der Verband besteht in der Anfangsphase der Behandlung in der Regel aus einem anderen Material, weil der Bereich noch geschwollen ist und der ausgeübte Druck nicht zu groß sein darf, um Nerven- und Gefäßverletzungen zu vermeiden.
Nach der ersten Woche wird für die darauffolgenden Heilungsphasen ein härteres und leichteres Material verwendet.

 

Chirurgie

Wird der Bruch operativ versorgt, beginnt die Knochenheilung nach zwei Wochen. Die Patienten können in dieser Zeit eine zweite Meinung einholen, um die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten besser einschätzen zu können.
Die Zeit, die bis zur Operation verstreicht, hat keine Auswirkungen auf das Endergebnis.

Unter Berücksichtigung der Verletzungsschwere und der Frage, welche kurz- und langfristigen Auswirkungen die Verletzung auf die täglichen Aktivitäten haben wird und welche Hilfsmittel notwendig sind, muss der Patient genauestens über die zur Wahl stehenden Behandlungsoptionen, die zu erwartenden Ergebnisse und möglichen Komplikationen informiert sein.

 

Interne Fixierung

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Interne Fixierung mit Schrauben und Platten an Speiche und Elle.

Die interne Fixierung erfolgt im offenen Verfahren; oberhalb der Fraktur wird ein Schnitt vorgenommen und eine Edelstahlplatte mit Schrauben eingesetzt, um die Knochenenden in eine korrekte Achsstellung zu bringen und einem späteren Korrekturverlust vorzubeugen.
Die Vorteile einer internen Fixierung sind:

  • erhöhte Stabilität;
  • strategische Positionierung der Fixiermittel;
  • keine externe Vorrichtung notwendig
  • weniger sperriger Gips; frühere Benutzung der Hand.

 

Perkutane Fixierung mit Schrauben und Gips

Bei einigen Frakturtypen kann bereits die Verwendung einer oder mehrerer Schrauben genügen, um eine stabile Situation herzustellen.
Die Schrauben können ohne Hautschnitt bei lokaler Anästhesie eingeführt werden.
Das Handgelenk wird dann bis zur Ausheilung in einem Gipsverband ruhig gestellt.
Nachdem die Schrauben entfernt wurden, kann die Physiotherapie beginnen.

Die Vorteile einer perkutanen Fixierung sind:

  • angemessene Stabilität, dafür dass geschlossen behandelt wurde;
  • keine dauerhafte Fixiervorrichtung notwendig;
  • minimale Knochen- und Weichteilkomplikationen;
  • weniger schmerzhaft als andere Methoden;
  • reduzierte Narben und kein chirurgischer Einschnitt.

 

Externe Fixierung

Die externe Fixierung wird seit vielen Jahren angewendet und sieht die Verwendung eines außen am Körper positionierten Fixateurs vor, der mit Hilfe von Schrauben auf beiden Frakturseiten befestigt wird; um die Schrauben in den Knochen einzuführen, werden kleine Hautschnitte vorgenommen.

Jüngste auf Zufall basierende Breitbandstudien bescheinigen dieser Methode für einige Frakturformen bessere klinische und funktionelle Ergebnisse als den invasiveren Operationsverfahren.

Bei der externen Fixiermethode wird der äußere Fixateur in der Regel zusammen mit (perkutan befestigten) Schrauben und Knochenimplantat verwendet, um die Knochenfragmente direkt zu verstärken und zu stützen; auf diese Weise ist weniger Zugkraft notwendig, die mittels Fixiervorrichtung angebracht werden muss.

Das Handgelenk kann somit eine bequeme Position einnehmen und die Finger sind praktisch sofort nach dem Eingriff für leichte Alltagstätigkeiten einsetzbar.

Die Vorteile einer externen Fixierung sind:

  • bewährte Technik;
  • minimale Verletzung des Weichteilgewebes;
  • das gesamte Haltegerüst wird entfernt;
  • es verbleiben sehr kleine Narben, weil der Hautschnitt minimal ist;
  • es kann ein Knochenimplantat zur Unterstützung der Gelenkfläche eingesetzt werden;
  • gleiche oder bessere radiologische, klinische und funktionelle Ergebnisse.

Die Nachteile einer externen Fixierung sind:

  • sperriges Metall- oder Kunststoffgerüst am Handgelenk;
  • aus der Haut hervorstehende Schrauben  und Medikationsbedarf;
  • die Physiokinesiotherapie des Handgelenks kann erst Wochen nach dem Eingriff beginnen.

 

Komplikationen bei chirurgischem Eingriff

Der Eingriff ist nicht unbedingt für jedermann geeignet.

Mögliche Komplikationen der Operation:

  • Korrekturverlust möglich;
  • Loslösung der Osteosynthesemittel (Platten, Schrauben u.ä.);
  • unkorrekte Positionierung der Platten oder Schrauben;
  • Infektion;
  • erneuter Eingriff;
  • Verletzung eines Nervs;
  • Sehnenschäden;
  • Steifigkeit.

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