Rehabilitation bei einer Oberarmfraktur

Die Rehabilitation bei einer Oberarmfraktur

Die Mehrzahl der oberen Humerus-Frakturen (in Nähe der Schulter) verheilen in einer zufriedenstellenden Position, wenn der Patient den Arm ruhiggestellt am Oberkörper hält und die vertikale Positionierung so gut es geht auch im Bett beibehält.

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Arm in vertikaler Position

 

Auf diese Weise sorgt die Schwerkraft dafür, dass die Bruchstücke der Fraktur ausgerichtet bleiben. Nach etwa 3-6 Wochen kann man beginnen, den Arm zu bewegen.
Einige Arten der proximalen Humerusfraktur sollten besser operativ behandelt werden.

 

Wie lange dauert es, bis eine proximale Humerusfraktur verheilt?

Bei Erwachsenen jeden Alters benötigen proximale Humerusfrakturen zwischen vier bis acht Wochen, um ausreichend zu verheilen, so dass keine weitere externe Unterstützung mehr nötig ist.
Eine gute Muskelkraft erreicht man normalerweise nach einem Zeitraum von rund 12 Wochen, aber die vollständige Genesung mit Knochenkonsolidierung kann erst nach 6 Monaten oder später erfolgen.
Kinder genesen schneller und können den Gipsverband bereits nach 3-4 Wochen abnehmen.

 

Welche Arten von proximalen Humerusfrakturen gibt es?


Es gibt viele Arten von Frakturen, die häufigste besteht aus „zwei Bruchstücken“ und ist eine Fraktur des Oberarmhalses, die den Humeruskopf vom Schaft (Diaphyse) trennt.
Eine weitere Art mit „zwei Bruchstücken“ ist der Bruch zwischen Tuberculum majus und Tuberculum minus, eine Art Verletzung der Rotatorenmanschette.
Kompliziertere Frakturen bestehen aus drei oder vier Bruchstücken.
Ein Bruch mit vier Teilen umfasst den Kopf, das Tuberculum minus, Tuberculum majus und die Diaphyse und wird oft operativ durch den Austausch des Knochens mit einer Prothese (Endoprothesenersatz) versorgt.

 

Was bedeutet „Fragment“?

Die übliche Klassifizierung von Frakturen verwendet oftmals den Begriff „Fragment“, um anzuzeigen, dass sich ein Knochen aus seinem anatomischen Sitz verschoben hat. Auch wenn mehrere Frakturlinien den proximalen Oberarmknochen durchziehen, gilt eine Fraktur als ‘Einfragmentfraktur’ (die somit keiner Operation bedarf), solange sie nicht verschoben ist.

 

Was bedeutet es, wenn eine Reposition notwendig ist?

Wenn die Position eines Fragments deutlich verschoben ist, müssen die Fragmente in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht werden, um eine gute Heilung sicherzustellen.
Der Vorgang, bei dem die Fragmente an ihre Position zurückgebracht werden, heißt „Reposition“.
Bei proximalen Humerusfrakturen bleibt die reponierte Fraktur nicht in ihrer Stellung, wenn die Fragmente nicht fixiert werden, zum Beispiel mit Nähten, Stiften, Platten oder Schrauben.

 

Warum verschieben sich einige Fragmente bei proximalen Humerusfrakturen?

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Schulterfraktur am proximalen Oberarmknochen

Auch wenn die Fragmente des Oberarmknochens zufriedenstellend reponiert sind, verbleiben sie manchmal nicht in dieser Position. Aufgrund einiger Eigenschaften ist eine Fraktur anfälliger für Verschiebungen: instabile Modelle, Osteoporose oder Osteopenie, ungeeignete Verwendung des Schulterriemens und übermäßige Aktivität seitens der Person mit der Fraktur.
Wegen dieser Gefahr muss man die Patienten durch regelmäßige Röntgenaufnahmen einige Wochen lang kontrollieren und wenn sich die Fragmente verschieben, sollte chirurgisch eingegriffen werden.

 

Bei welcher Art der Frakturen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass operiert werden muss?

Frakturen, bei denen die Notwendigkeit für einen chirurgischen Eingriff geringer ist, sind die des Humerushalses.
Hier reicht meist die Hilfe der Schwerkraft aus, damit sie sich in der richtigen Position konsolidieren. Proximale Humerusfrakturen mit Ablösung des Tuberculum majus müssen höchstwahrscheinlich operiert werden, ebenso Frakturen mit drei oder sogar vier Fragmenten.

 

Warum gibt es unterschiedliche Operationsmethoden?

In einigen Fällen müssen die Fragmente des proximalen Oberarmknochens fixiert werden. Die Fixierung (Retention) erfolgt mithilfe von Nahtmaterial, Drähten, Platten und Schrauben.
In anderen Fällen sind die Frakturfragmente zu klein und zerbrechlich, um einer Fixierung standzuhalten. Bei solchen Frakturen, vor allem, wenn sie aus drei oder vier Fragmenten bestehen, entscheidet man sich oft, die Frakturfragmente durch eine Metallprothese zu ersetzen: Endoprothesenersatz statt dem Versuch einer Fixierung.

 

Welche Probleme sind mit einer proximalen Humerusfraktur verbunden?

Proximale Humerusfrakturen können eine steife Schulter, einen steifen Ellenbogen oder eine steife Hand verursachen. Um den normalen Bewegungsumfang zurückzugewinnen, benötigt es Physiotherapie und Rehabilitation.
Darüber hinaus können Schulterfrakturen Nervenverletzungen oder andere Nervenerkrankungen, wie Karpaltunnelsyndrom, verursachen. In einigen Fällen ist eine Schulterfraktur mit Verletzungen von Weichgewebe verbunden, insbesondere der Muskeln der Rotatorenmanschette.

 

Werden Therapien benötigt, um bessere Resultate zu erzielen?

Nicht jeder braucht nach einer Schulterfraktur eine physiotherapeutische Behandlung, auch wenn sie meist durchgeführt wird, um in kürzerer Zeit und in vollem Maße zu genesen.

 

Sollte der Arm bewegt werden, solange er durch die Orthese gestützt wird?

Wenn die Orthese angelegt wurde, sollte sie eng am Körper anliegen und dem Arm ermöglichen, unter dem Einfluss der Schwerkraft zu hängen. Der Arm darf nicht fest an die Brust gedrückt werden.
Es ist sehr wichtig, Hand und Finger zu benutzen, auch wenn man eine Orthese trägt. Es ist dagegen nicht erlaubt, Gegenstände anzuheben, die schwerer sind als eine Tasse Kaffee oder ein Telefonhörer.
Die Orthese sollte mindestens zweimal am Tag abgenommen werden, um den Ellenbogen zu strecken und so eine Versteifung dieses Gelenks zu verhindern.

 

Wann schmerzt die Schulter nicht mehr?

Die meisten Schulterfrakturen verursachen in den ersten zwei Wochen starke Schmerzen. Danach vergeht der Schmerz bis zur vollständigen Heilung.

Bis der Schmerz spürbar nachlässt, vergehen rund zwei bis drei Monate.
Der Schmerz verschlimmert sich bei Bewegung und bei Wetterwechsel.
Diese Symptome können über ein oder zwei Jahre bestehen bleiben, ehe sie wieder vergehen.

 

Warum sind die Finger so steif?


Wenn der Oberarmknochen gebrochen ist, verursacht die Ruhigstellung der Schulter Schwellungen. Das schränkt den Blutfluss von Hand und Arm in Richtung Herzen ein, wie ein Unfall auf einer Autobahnspur den Verkehr in diesem Bereich beeinträchtigt.
Die Folge sind Schwellung und Steifigkeit.
Zudem wandern Blut und Flüssigkeiten aus der Fraktur zu den Fingern, bis der Körper sie absorbieren kann.
Was den Zustand noch verschlimmert ist, dass einige Personen eine Arthritis in den Fingergelenken haben, auch wenn sie zuvor niemals Schmerzen verspürten.

 

Was ist zu erwarten, während der Arm verheilt?

Rehabilitation bei einer Oberarmfraktur
Rehabilitation bei einer Oberarmfraktur

In den ersten zwei Wochen schmerzt die Schulter sehr stark und man kann so etwas wie eine „anhaltende Bewegung der Knochen“ verspüren. Der Arm und die Hand schwellen an und Fingerbewegungen werden mühsam.
Die Physiokinesitherapie (Bewegungstherapie) für den Ellenbogen, das Handgelenk, die Finger und den Daumen sind wichtig für ein gutes Ergebnis.

Man muss damit rechnen, dass die Finger kalt werden und eine bläuliche Farbe annehmen, es sollte jedoch immer ihre Sensibilität erhalten bleiben und die Hände dürfen nicht einschlafen.

Man sollte in vertikaler Position auf einem Sessel oder einer Couch schlafen, ohne den Tutor anzulegen, so dass der Arm in Bezug auf die Schulter nach unten gezogen wird.

Im Laufe der Zeit nehmen die Schmerzen ab. Sobald die Orthese abgenommen werden kann, muss mit der Wiedererlangung der Beweglichkeit begonnen werden.
Während des Heilungsprozesses gewinnt man durch die Wirkung der Physiotherapie und der Rehabilitation seine Kraft zurück.

Die Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten sollte um mindestens 4-6 Monate nach der Fraktur verschoben werden.
Es kann bis zu einem ein Jahr und länger dauern, bis Schwellung und Schmerzen vergehen.
Das Unbehagen, das man bei Wetterwechseln verspürt, kann bis zu 3 Jahren nach der Fraktur auftreten.
Die Schulter kann etwas größer wirken und im Vergleich zur gesunden Schulter nicht ihre gesamte Beweglichkeit zurückerlangen.