Herzgeräusch

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Das Herzgeräusch ist ein ungewöhnliches Geräusch, das man über das Stethoskop neben den normalen Herztönen hören kann.

Junge Frau,Herz,GeräuschDas Herz schlägt mit zwei Tönen: der erste Herzton ist ein niederfrequenter, dumpfer Ton, der durch den Klappenschluss der Mitral- und Trikuspidalklappe erfolgt; der zweite Herzton ist ein höherfrequenter, hellerer Ton, hervorgerufen durch die Aorten- und Pulmonalklappe. Diese beiden Töne folgen aufeinander und sollten durch keine anderen Töne unterbrochen werden. Das Herzgeräusch ist ein Sausen oder Pfeifen, das zusammen mit dem 1. und 2. Herzton auftritt.

Ursachen des Herzgeräusches

Das physiologische Herzgeräusch kann verursacht sein durch:

  • Blut, das schneller als normal durch Herz und Herzkranzgefäße fließt (Ejektionsgeräusch des Herzens),
  • Operation,
  • Lebensalter,
  • Fieber,
  • Anämie,
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Infarkt (eine der Hauptursachen bei Erwachsenen),
  • Trauma am Thorax,
  • Angst und Stress,
  • Herzrasen,
  • Schwangerschaft.

Anormales Herzgeräusch

Das anormale Herzgeräusch wird durch kongenitale (seit Geburt bestehende) Defekte am Herzen hervorgerufen. Ein Kind kann mit Klappenfehlern und defekten Blutgefäßen geboren werden. Andere Anomalien betreffen septale Probleme.

Die Ursachen sind:


Infektionen
Pathogene Keime schädigen die Herzklappen und andere Strukturen des Organs.

Rheumatisches Fieber
Das rheumatische Fieber ist eine durch Bakterien verursachte schwerwiegende Erkrankung. Es verursacht Halsschmerzen, Fieber und Scharlach. Die Herzstrukturen können dauerhaft geschädigt sein.

Endokarditis
Die Endokarditis ist eine Entzündung der inneren Auskleidung des Herzens und der Herzklappen, verursacht durch Bakterien und andere Mikroorganismen. Die Infektion breitet sich über das Blut auf die anderen Körperregionen aus. Diese Erkrankung wird bei Personen mit genetischen Anomalien des Herzens diagnostiziert. Eine Endokarditis muss unverzüglich behandelt werden, da ansonsten die Herzklappen geschädigt werden.

Verkalkungen
Eine Verkalkung wird durch Verhärtung oder Verdickung des Herzgewebes verursacht (Aortenstenose oder Mitralstenose) und kann „Herzgeräusche“ hervorrufen.

Mitralklappenprolaps
Die Herzklappe schließt nicht korrekt. Bei Kontraktion der linken Herzkammer (Ventrikel), stülpen sich die „Segel“ der Klappe nach oben in den Vorhof.

Symptome der Herzgeräusche


Manche Herzgeräusche weisen auf ein Herzproblem hin:

  • Blaufärbung (Zyanose) der Finger und Innenseite des Mundes
  • Schnelle Atmung
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Brustschmerz
  • Schwindel
  • Atemnot
  • Müdigkeit
  • Ohnmacht

 

Diagnose des Herzgeräusches

Der Kardiologe ist in der Lage, ein Herzgeräusch durch die Auskultation (Abhören) des Herzens zu diagnostizieren. Er kann zudem Untersuchungen anordnen; am besten geeignet sind: Echokardiogramm und Doppler-Sonographie.
Um festzustellen, ob das Herzgeräusch pathologisch ist, wird die Einteilung nach Levine angewandt, die das Herzgeräusch in 6 Grade unterteilt; 1/6 bedeutet, dass es kaum hörbar ist, während 6/6 bedeutet, dass es bereits ohne Stethoskop zu hören ist.

 


Therapie bei Herzgeräusch

Gutartige Herzgeräusche benötigen keine Behandlung, weil das Herz gesund ist.
Ein Geräusch kann verantwortlich sein für:

  1. Anämie
  2. Hyperthyreose
  3. Fieber

Abnorme Herzgeräusche werden zusammen mit der Herzerkrankung behandelt, die sie verursachen. Diese Geräusche werden mit Pharmaka und chirurgisch behandelt.
Medikamente, die der Arzt verordnet, sind Diuretika, Antibiotika und Entzündungshemmer. Die Chirurgie dient dem Ersatz einer defekten Herzklappe oder korrigiert die angeborenen Anomalien oder Septumdefekte.
Ärzte hören das Herz mit einem Stethoskop ab und bestimmen das Herzgeräusch als gutartig oder abnorm.

Sport und Vorsorge

Einem Herzgeräusch vorzubeugen verbessert die Gesundheit des Herzens.
Man kann eine fettarme Ernährung befolgen, um das Cholesterin zu reduzieren.
Empfohlen ist, mit dem Rauchen aufzuhören, da Rauchen das kardiovaskuläre Risiko erhöht.
Bei einem physiologischen oder harmlosen Herzgeräusch wird dem jungen Menschen empfohlen, seinen Lieblingssport zu betreiben, um die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern.
Bei einem pathologischen oder malignen Herzgeräusch kann Sport auch für Athleten gefährlich sein.

Herzgeräusch bei Neugeborenen

Ein Herzgeräusch bei Kindern ist weder eine Erkrankung noch Symptom für ein Gesundheitsproblem.

Ursachen
Ein Herzgeräusch kann harmlos, angeboren oder das Symptom eines Herzfehlers sein. Es gibt keine speziellen Symptome eines harmlosen (physiologischen) Herzgeräusches bei Säuglingen. Nur wenn die Ursache ein angeborener Defekt ist, kann man schwerwiegende Symptome beobachten. In 90 % der Fälle von Herzgeräuschen handelt es sich um eine funktionelle Art.

Gutartige Herzgeräusche: Diese Art von „Rauschen“ wird funktionelles Herzgeräusch genannt und ist Zeichen eines gesunden Herzens. Es benötigt keine Therapie. Es kommt bei Kindern sehr häufig vor.

Angeborenes Herzgeräusch: Dies ist eine seltene und schwerwiegende Komplikation des Herzens. Etwa 1 % der Neugeborenen kann die angeborene Form aufweisen. Vermutet der Arzt, dass das Herzgeräusch die Ursache für Herzprobleme ist, können weitere Untersuchungen wie Elektrokardiogramm, Thoraxröntgen oder Echokardiographie erfolgen.
In der Schwangerschaft kann die Gesundheit der Mutter die Gesundheit des Kindes beeinträchtigen. Leidet die Mutter unter Röteln, Diabetes oder hat Probleme mit Alkoholmissbrauch, erhöht sich das Risiko eines angeborenen Herzgeräusches beim Kind.

Herzgeräusch
Herzgeräusch

Herzfehler: Er ist das Resultat einer Anomalie der Herzstruktur. Das Herzgeräusch ist eine Folge struktureller Probleme des Herzens, in diesem Fall ist das Herzgeräusch organisch.
Dazu gehören:

  • Herzklappenanomalie
  • Kardiomyopathie
  • Septumdefekt

Septumdefekte werden durch Löcher in der Herzwand verursacht. Das Loch kann einen zusätzlichen Blutfluss verursachen.
Die Kardiomyopathie ist eine Störung des Herzmuskels, bei dem die Herzmuskeln verdickt und doch geschwächt sind. Die Folge ist eine veränderte Funktionsweise des Herzens.

Therapie für Herzgeräusche bei Neugeborenen
Die Behandlung des Herzgeräusches hängt von der Ursache ab.
Man muss sich bei physiologischen oder harmlosen Herzgeräuschen nicht beunruhigen, denn sie sind nicht gefährlich und müssen nicht behandelt werden.
Ist der Herzfehler angeboren und durch Laboruntersuchungen diagnostiziert, benötigt das Neugeborene eine Operation.

Ein Herzgeräusch bei Neugeborenen kommt ziemlich häufig vor und stellt kein ernstes gesundheitliches Problem dar. Beobachten die Eltern Symptome, müssen sie sich nicht beunruhigen, sollten jedoch einen Kinderarzt aufsuchen, um die Ursache für das Herzgeräusch zu klären.

Die Ursache kann ein Ductus Botalli sein, das ist ein kleines Loch, das die Lungenschlagader mit der Aorta verbindet und das Probleme am Herzen verursachen kann.
Dieser angeborene Defekt kommt bei Frühgeborenen häufiger vor (in etwa 40 %).
Unter den Herzgeräuschen bei Kindern gibt es auch das Foramen ovale persistens, das ist eine kleine Öffnung zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens.

Herzgeräusch bei Säuglingen

Etwa 85 % der Kinder haben in den ersten 24 Stunden nach der Geburt ein Herzgeräusch, doch das verschwindet in den folgenden 48 Stunden. Diese Geräusche werden durch das Volumen der Blutgefäße verursacht: Neugeborene haben sehr kleine Arterien, Venen und Kapillaren.
Nach der Geburt erfolgt der Blutstrom zu den Lungen (zum ersten Mal) und verursacht „Turbolenzen“.

Herzgeräusch im Kindesalter

Größere Kinder können ein Herzgeräusch aufweisen. Manche Kinder haben sehr feine Brustwände, in diesem Fall werden die Herzgeräusche hörbar. Diese Art Herzgeräusch wird funktionelles (oder gutartiges) Herzgeräusch genannt. Das funktionelle Herzgeräusch wird nicht durch einen Defekt verursacht. Die Eltern müssen sich wegen dieses Geräusches nicht sorgen. In manchen Fällen kann das Herzgeräusch durch Stress, Angst, Anämie oder Fieber verursacht werden.
Auch enge Blutgefäße können ein anormales Geräusch verursachen.

Ein Arzt hört die Herzschläge des Säuglings mit einem Stethoskop ab und stellt das Herzgeräusch fest.

Hört man ein starkes Geräusch, können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Röntgenaufnahmen werden angefertigt, um etwaige Herzfehler aufzuzeigen.
Ein Elektrokardiogramm bestätigt, dass der Herzschlag normal ist.


Bei einem gutartigen Herzgeräusch muss keine Therapie erfolgen.
Ein pathologisches Herzgeräusch kann behandelt werden, wenn es durch sehr starke Störungen verursacht wird. In solchen Fällen können Chirurgie oder Pharmaka die Situation beheben.
Es gibt sehr seltene Fälle, in denen das Herzgeräusch schwerwiegende Herzprobleme verursachen kann.
Es gibt unter ihnen Risiken und Komplikationen, die auch zum Tode führen können.

In der Regel verringert sich ein gutartiges Herzgeräusch im Laufe der Zeit.
Die Geräusche werden weniger hörbar, wenn die Thoraxwand an Dicke zunimmt.

Systolisches Herzgeräusch

Ein systolisches Herzgeräusch tritt in der Kontraktionsphase des Herzmuskels auf, während das diastolische Geräusch zu hören ist, wenn sich der Ventrikel erweitert und mit Blut füllt.

Oftmals wird das systolische Geräusch als gutartig oder harmlos diagnostiziert und durch den Durchtritt des Blutes durch die Herzkammern verursacht.
Man spricht von einem mesosystolischen Herzgeräusch, wenn man es in der Hälfte der Systole hört.

Ursachen dafür können sein:

  • Angeborene Herzfehler wie Fehlbildung von Arterien, Klappen und Septum
  • Klappenanomalien (wie Sklerose oder Stenose der Herzklappe, das heißt eine Verengung oder Versteifung des Herzens)
  • Endokarditis oder Entzündung der Herzinnenwand
  • Verschiebung der Mitralklappe (Prolaps der Klappe)
  • Defekt im Septum (Wände, die die Herzhöhlen abgrenzen)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose)
  • Rheumatisches Fieber
  • Schwangerschaft

Symptome des Systolikums
Die Anzeichen und Symptome sind abhängig von der Ursache und der Schwere des Schadens. Einige Anzeichen, die dazu dienen können, eine solche Störung aufzuzeigen, sind:

  1. Übelkeit und Schwindel
  2. Ohnmacht
  3. Müdigkeit
  4. Atemnot
  5. Linksseitiger Brustschmerz (Angina pectoris)
  6. Übermäßiges Schwitzen
  7. Zyanose (Blaufärbung der Haut)
  8. Unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie)
  9. Geschwollene Hände und Füße (Ödem)

Behandlung bei systolischem Herzgeräusch

Um diese Erkrankung zu diagnostizieren, bewertet der Arzt die Anamnese des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch.

Vor der Behandlung wird der Patient anfänglichen Untersuchungen wie Röntgenaufnahme, Elektrokardiogramm (EKG) und Echographie unterzogen, um schließlich die Kondition des Herzens zu bestimmen.
Ein anderes Verfahren ist der Herzkatheter: eine invasive Untersuchung, die auch die Injektion eines Kontrastmittels zur Bewertung der Herzstrukturen beinhaltet. Das systolische Herzgeräusch, das durch eine infizierte Herzklappe hervorgerufen wird, kann mit Antibiotika behandelt werden, die die Infektion bekämpfen. Sind die Herzklappen irreparabel verändert, könnte eine Operation erforderlich werden, um die geschädigten Teile zu ersetzen.